Daniel Craig

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Daniel Craig bei der Premiere von Spectre in Berlin (2015)

Daniel Wroughton Craig (* 2. März 1968 in Chester, Cheshire) ist ein britischer Schauspieler. Er wurde vor allem durch seine Rolle als James Bond bekannt, die er seit 2006 spielt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Craig wurde als Sohn des Stahlarbeiters Timothy John Wroughton Craig und dessen Ehefrau, der Kunstlehrerin Olivia Dana Williams Craig geboren. Nach der Trennung seiner Eltern wuchs er zusammen mit seiner älteren Schwester Lea zunächst in Liverpool und später in Hoylake, Wirral, bei seiner Mutter und seinem Stiefvater Max Blond, einem auf der Insel bekannten Künstler, in einem künstlerischen Umfeld auf. Bereits im Alter von sechs Jahren wurde seine musische Begabung besonders von seiner Mutter gefördert. Darüber hinaus war er während seiner High-School-Zeit Rugbyspieler im Hoylake Rugby Club.

Im Alter von 16 Jahren verließ er die Schule, bewarb sich erfolgreich beim National Youth Theatre und zog nach London. Seine Schauspielausbildung erhielt er von 1988 bis 1991 in der Londoner Kunsthochschule Guildhall School of Music and Drama, auf der auch Ewan McGregor, Orlando Bloom und Joseph Fiennes ihr Studium abschlossen. Es folgten Theaterauftritte, unter anderem am bekannten Old Vic Theatre.

Beginn der Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Filmkarriere begann 1992 mit einer Nebenrolle in John G. Avildsens Filmdrama Im Glanz der Sonne; 1996 spielte er eine Hauptrolle in der neunteiligen BBC-Miniserie Our Friends in the North. Es folgten Auftritte in größeren Produktionen wie Elizabeth (1998) und Der Schützengraben (1999), durch die er auch international bekannt wurde. Er übernahm in der Folge Nebenrollen in kommerziell oder künstlerisch erfolgreichen Filmen wie Lara Croft: Tomb Raider und Road to Perdition. 2000 erhielt er auf der Berlinale den Shooting Star Award der European Film Promotion als einer der besten europäischen Nachwuchsschauspieler. Für seine Darstellung eines Mannes in Roger Michells Film Die Mutter, der eine Liebesbeziehung mit der Mutter seiner Freundin eingeht, wurde Craig 2004 für den Publikumspreis des europäischen Filmpreises nominiert. Mit dem britischen Kinofilm Layer Cake feierte Craig 2004 einen großen kommerziellen Erfolg.

James Bond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Craig bei der New-York-Premiere von Ein Quantum Trost (2008)

Am 14. Oktober 2005 wurde in London bekanntgegeben, dass Craig als Nachfolger von Pierce Brosnan der sechste Darsteller des fiktiven britischen Geheimagenten James Bond sein werde. Drehstart des auf dem ersten Roman Casino Royale von Ian Fleming basierenden Kinofilms war im November 2005. Craig ist nach Roger Moore der zweite Engländer in der Rolle des Agenten 007. Er stach damit seinen australischen Schauspielkollegen Alex O’Loughlin aus, der ebenfalls in der Auswahl zum Bond-Darsteller stand. Direkt nach der Pressekonferenz am 14. Oktober 2005, bei der Daniel Craig als neuer 007 vorgestellt worden war, reagierte die Presse und das allgemeine Kinopublikum ablehnend. So wurde er beispielsweise als unscheinbar, zu blond und ängstlich bezeichnet. Es kam vermehrt zu Protestaktionen mit dem Ziel, Casino Royale bei dessen Kinoaufführung zu boykottieren, um Craig von dieser Rolle wieder abzusetzen. Britische Boulevardblätter gaben ihm sogar den Spitznamen James Bland (James Langweilig). Die ehemaligen Bond-Darsteller Pierce Brosnan, Sean Connery, Roger Moore und auch Christopher Lee und Toby Stephens gaben Craig allerdings Rückendeckung.

Zum Kinostart überzeugte Craigs schauspielerisches Talent in Kombination mit einem enormen Körpereinsatz, und es gab fast ausschließlich begeisterte Kritiken. Der neue Bond sei, so die Londoner Times, „glaubwürdiger als seine Vorgänger“, was fast einem Ritterschlag gleichkomme, so der Spiegel.[1] „Er hat den Mantel von 007 übergestreift, und das Resultat ist ein dem Tode trotzender, Sportwagen fahrender, weibliche Rücken liebkosender und Cocktail-Rezepte präzisierender Triumph“, lobte The Guardian Daniel Craig in seiner Rolle.[2] Craig erhielt im Januar 2007 als erster 007-Darsteller bei den British Academy Film Awards für seine Rolle in Casino Royale eine Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller.

Craig bei der australischen Premiere von Skyfall in Sydney (2012)

Am 24. Januar 2008 wurde mit James Bond 007: Ein Quantum Trost der Titel des 22. Bond-Films bekanntgegeben, der von Ian Flemings Kurzgeschichte Ein Minimum an Trost entnommen wurde, jedoch mit dieser Geschichte keine Gemeinsamkeiten aufweist. Die Weltpremiere des Films fand am 29. Oktober 2008 in London statt. Die Dreharbeiten zum nächsten Film aus der Reihe mit dem Titel Skyfall begannen am 7. November 2011. Die Weltpremiere fand am 23. Oktober 2012 statt. Während der Dreharbeiten in Mexiko für den Film James Bond 007: Spectre, dem 24. Bond-Film, verletzte sich Craig am Knie und musste sich über die Osterfeiertage 2015 einer Arthroskopie unterziehen.[3] Der Film hatte am 26. Oktober 2015 Weltpremiere. Craigs deutsche Synchronstimme ist seit Casino Royale Dietmar Wunder.

Weitere Rollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 stand Craig als jüdischer Mossad-Agent für Regisseur Steven Spielbergs München vor der Kamera. Nachdem Craig die Dreharbeiten zu Casino Royale abgeschlossen hatte, begannen die Dreharbeiten zu der Verfilmung von Philip Pullmans Roman-Trilogie His Dark Materials, deren erster Teil Der Goldene Kompass im Jahr 2007 erschien. Craig spielte darin die Rolle des Lord Asriel, der in der Bühnenfassung von Timothy Dalton, einer von Craigs Vorgänger in der Rolle des James Bond, in den Jahren 2003 und 2004 am Royal National Theater in London verkörpert worden war.

Craig spielte auch die Hauptrolle in der Hollywoodversion von Stieg Larssons Verblendung (2011). Der Film wurde von David Fincher inszeniert und kam im Januar 2012 in die deutschen Kinos.[4]

Daniel Craig hat im 2015 erschienenen Film Star Wars: Das Erwachen der Macht, einen Cameo-Auftritt als Sturmtruppler, der von Fans im Nachhinein scherzhaft als JB-007 bezeichnet wurde.[5]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1992 bis 1994 war Craig mit der schottischen Schauspielerin Fiona Loudon verheiratet. Aus der Beziehung ging eine Tochter (* 1992) hervor.[5] In den auf die Scheidung folgenden sieben Jahren war er der Lebensgefährte der deutschen Schauspielerin Heike Makatsch. Von 2005 bis 2010 war er mit der US-amerikanischen Filmproduzentin Satsuki Mitchell liiert.[6] Ende Juni 2011 heiratete Daniel Craig seine britische Schauspielkollegin Rachel Weisz, mit der er seit 2010 liiert und als Ehepaar im Mystery Thriller Dream House aus dem Jahre 2011 zu sehen war.[7][8]

2010 kaufte er im New Yorker Stadtteil Tribeca ein Appartement für 1,8 Millionen Euro.[9] Craig ist Vorsitzender des Honorary Board of Directors, der gegen den Menschenhandel ankämpfenden NGO „Stop Trafficking of People“ (STOP).

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Im Glanz der Sonne (The Power of One)
  • 1993: Die Scharfschützen, Folge 2: Der Adler des Kaisers (Sharpe’s Eagle) (TV)
  • 1994: Tanz des Dschinghis Cohn (Genghis Cohn) (TV)
  • 1994: Die Abenteuer des jungen Indiana Jones (The Adventures of Young Indiana Jones)
  • 1995: Knightskater – Ritter auf Rollerblades (A Kid in King Arthur’s Court)
  • 1996: Saint-Ex
  • 1996: Ich küsse meinen Mörder (Kiss and Tell) (TV)
  • 1996: Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders (The Fortunes and Misfortunes of Moll Flanders) (TV)
  • 1996: Geschichten aus der Gruft (Tales form the crypt, Fernsehserie, Folge 7.09)
  • 1997: The Hunger (Fernsehserie, Folge 1.02 „Ménage à Trois“)
  • 1997: Obsession
  • 1997: Im Eishaus (The Ice House) (TV)
  • 1998: Elizabeth
  • 1998: Love is the Devil: Studie für ein Porträt von Francis Bacon (Love is the Devil: Study for a Portrait of Francis Bacon)
  • 1999: Der Schützengraben (The Trench)
  • 1999: Liebe und Leidenschaft (Love & Rage)
  • 1999: Shockers: The Visitor
  • 2000: Ich träumte von Afrika (I Dreamed of Africa)
  • 2000: Some Voices
  • 2000: Hotel Splendide
  • 2001: Sword of Honour (TV)
  • 2001: Lara Croft: Tomb Raider
  • 2002: Road to Perdition
  • 2002: Ten Minutes Older: The Cello
  • 2002: Copenhagen (TV)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daniel Craig – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SPIEGEL Online am 10. November 2006
  2. oe3.ORF.at aktueller Stand vom 5. Dezember 2006
  3. tz.de: Daniel Craig während Bond-Drehpause operiert, abgerufen am 7. April 2015
  4. Daniel Craig kriegt die Rolle – Meldung auf news.de
  5. KINO.DE aktueller Stand vom 27. November 2006
  6. Craig wollte blond bleiben. KINO.DE, 27. November 2006, abgerufen am 7. November 2014.
  7. Jody Thompson: The name’s Craig, Mrs Craig: Rachel Weisz marries James Bond star Daniel bei dailymail.co.uk, 26. Juni 2011 (abgerufen am 26. Juni 2011).
  8. Vgl. „Bond“ Daniel Craig und Rachel Weisz turteln in England. In: krone.at vom 27. Dezember 2010, abgerufen am 19. März 2011.
  9. Wohnen: Bei den Stars zu Hause | GALA.DE. In: gala.de. Abgerufen am 26. Dezember 2015 (Bild Nr. 83).