Daniel Günther

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Daniel Günther (2017)

Daniel Günther (* 24. Juli 1973 in Kiel) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit Juni 2017 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er 1993 sein Abitur an der Jungmannschule in Eckernförde absolviert hatte, studierte Daniel Günther Politikwissenschaft, VWL und Psychologie und schloss sein Studium mit einem Magister in Politikwissenschaft ab. Als Projektbetreuer war er von 1997 bis 1999 bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Kieler Initiativen“ in Kronshagen tätig. Von 1998 bis 2005 gehörte er dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Eckernförde GmbH an, wobei er von April 2003 bis August 2005 als stellvertretender Vorsitzender tätig war.

Von Juni 2000 bis September 2005 bekleidete Günther das Amt des Geschäftsführers der CDU-Kreisverbände Rendsburg-Eckernförde und Neumünster. Von 2005 bis einschließlich 2012 war er Landesgeschäftsführer der CDU Schleswig-Holstein und von Mai 2013 bis Oktober 2014 Geschäftsführer der Hermann Ehlers Stiftung und der Hermann Ehlers Akademie, die ihren Sitz in Kiel hat.

Daniel Günther ist katholisch, verheiratet und Vater zweier Töchter.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während bzw. nach seiner Funktion als Kreisvorsitzender der Jungen Union Rendsburg-Eckernförde von 1994 bis 1999 war er von 1998 bis 2000 stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Rendsburg-Eckernförde und wurde 2006 zum Schatzmeister gewählt. Dieses Amt führte er bis Oktober 2016 aus.

Seit 1998 war Günther Mitglied der Ratsversammlung Eckernförde und dort bis 2014 Ratsherr der Stadt Eckernförde. 2003 bis 2010 war er Mitglied des Kreistages Rendsburg-Eckernförde und von 2008 bis 2010 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der dortigen CDU-Fraktion. Von 2003 bis Juni 2005 war er 1. stellvertretender Bürgermeister der Stadt Eckernförde. Überdies agierte Günther von 2010 bis 2016 als Ortsvorsitzender der CDU Eckernförde.

Nachdem Ingbert Liebing am 27. Oktober 2016 als Spitzenkandidat und Landesvorsitzender zurückgetreten war,[2] wählte der CDU-Landesparteitag am 19. November 2016 Günther mit 81,3 % der Stimmen zu seinem Nachfolger als Landesvorsitzender. Ein weiterer CDU-Parteitag nominierte Günther ferner am 5. Februar 2017 mit 89,7 % der Stimmen als Spitzenkandidaten seiner Partei für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai.[3]

Nach dem Sieg seiner Partei bei der schleswig-holsteinischen Landtagswahl 2017 wurde er am 28. Juni 2017 zum Ministerpräsidenten einer Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP gewählt (siehe Kabinett Günther). Unter seiner Spitzenkandidatur verbesserte die CDU in Schleswig-Holstein ihr Zweitstimmenergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl 2012 um 1,2 Prozentpunkte auf 32 %.[4]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Landtagswahl 2009 für die 17. Wahlperiode ist Günther Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages und wurde im Landtagswahlkreis Eckernförde mit 37,2 % der Stimmen direkt gewählt. Von 2009 bis 2012 war er Mitglied im Bildungs- und Petitionsausschuss und hochschulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Bei der Landtagswahl 2012 wurde er mit 35,7 % erneut direkt gewählt, setzte seine Arbeit im Bildungsausschuss fort und wurde darüber hinaus kirchenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Am 5. Oktober 2014 wurde er als Nachfolger von Johannes Callsen Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag und zugleich Mitglied des Ältestenrates und des Parlamentarischen Einigungsausschusses.

Bei der Landtagswahl 2017 konnte er erneut in seinem Wahlkreis das Direktmandat erringen, diesmal mit 43,2 % der Stimmen.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günther gilt als praktizierender Katholik, der unter anderem vorschlug, einen Gottesbezug in die Landesverfassung aufzunehmen.[5]

Im März 2016 trat Günther dafür ein, „dass Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt“ und begründete dies u. a. damit, dass der Verzehr von Schweinefleisch in „unserer Kultur“ zu einer „gesunden und ausgewogenen Ernährung“ gehöre. Dieser Vorstoß stand in Zusammenhang mit der starken Zuwanderung vorwiegend muslimischer Flüchtlinge während der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015. Einige öffentliche Kantinen hätten demnach aus Rücksicht auf islamische Ernährungsvorschriften Schweinefleisch von ihrem Speiseplan gestrichen.[6] Ende 2016 kritisierte er die sogenannte „Doppelpassregelung“ und nannte sie neben anderen CDU-Politikern als zukünftiges Wahlkampfthema zur Bundestagswahl 2017.[7]

Günther vertrat im Wahlkampf zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 zum Teil auch gesellschaftsliberale Positionen und tritt etwa – auch gegen die Parteilinie und seine vormalige Ansicht – für eine gleichgeschlechtliche Ehe oder das Adoptionsrecht von Homosexuellen ein. Ferner fordert er eine Ökologisierung der Landwirtschaft. Hierzu resümierte er: „Die konservativen Milieus gibt es so nicht mehr. Die Zeit der Hardliner ist auch in der Agrarpolitik vorbei“. Im Bereich der Bildung befürwortet er eine Abkehr vom sogenannten „Turbo-Abitur“, das seine Partei mitverantwortete. Darüber hinaus äußerte er sich skeptisch über den Ausbau von Windenergie und sprach sich für eine „harte Linie“ in der Sicherheitspolitik aus.[8] Zum Streitthema um den Familiennachzug von Flüchtlingen positionierte sich Günther im Januar 2018 mit den Worten: „Es ist besser Familien zusammenzuführen, weil es der Integration in unserem Land hilft.“[9]

Im August 2018 erregte Günther Aufsehen mit dem Vorstoß, die CDU solle sich in Ostdeutschland auf Länderebene für Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke öffnen, jedoch nur wenn eine Regierungsbildung zwischen Die Linke und AfD möglich sein kann. [10]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 bis 2006 war Günther Mitglied im Gemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Eckernförde.

Des Weiteren war er von 2003 bis 2006 Mitglied im Verwaltungsrat und Kreditausschuss der Sparkasse Eckernförde und von 2012 bis 2014 sowohl Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein als auch im Vorstand des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holstein. Zudem war Günther von 2014 bis 2017 Mitglied des Caritasrates Schleswig-Holstein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daniel Günther – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daniel Günther zum zweiten Mal Vater. Lübecker Nachrichten, 14. Oktober 2018, S. 7.
  2. NDR: CDU in der Krise: Ingbert Liebing schmeißt hin. In: www.ndr.de. Abgerufen am 29. Oktober 2016.
  3. CDU-Landesparteitag in Neumünster: Daniel Günther mit 89,69 Prozent zum Spitzenkandidaten gekürt. shz, abgerufen am 23. März 2017.
  4. Landeswahlleiter des Landes Schleswig-Holstein: Vorläufige Wahlergebnisse der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 8. Mai 2017, abgerufen am 9. Mai 2017.
  5. Politikwissenschaftler, Katholik, Wahlsieger, RP online vom 7. Mai 2017
  6. Kopfschütteln über CDU-Vorstoß für Schweinefleisch in Kantinen, Süddeutsche Zeitung, 1. März 2016
  7. Christian Rothenberg: Streit in der CDU – Mit oder gegen Merkel?, n-tv.de vom 9. Dezember 2016, abgerufen am 8. Mai 2017
  8. Ludwig Greven: Daniel, wer?, Zeit online vom 4. Mai 2017
  9. FinanzNachrichten.de vom 23. Januar 2018
  10. Maria Fiedler, Matthias Meisner, Thorsten Metzner, Paul Starzmann: Können CDU und Linke wirklich koalieren? In: Der Tagesspiegel Online. 14. August 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 14. August 2018]).