Daniel Josefsohn

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Daniel Josefsohn (* 22. September 1961 in Hamburg; † 13. August 2016 in Berlin[1]) war ein deutscher Fotograf. Er lebte und arbeitete in Berlin.[2] Insbesondere seine Bilder der 1990er Jahre (vor allem das MTV-Plakat „Miststück“) erlangten größere Aufmerksamkeit und haben die öffentliche Wahrnehmung dieser Zeit mitgeprägt.[3]

Er war Kreativdirektor der Volksbühne Berlin von 2010/11 bis 2012.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Josefsohn wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren, die Familie seines Vaters stammte aus Rumänien, die Familie der Mutter aus Ungarn. Sein Vater Serge, ein ehemaliger Ingenieur der israelischen Handelsmarine, betrieb in Hamburg eine Diskothek und starb im Jahr 2004.

Daniel Josefsohn besuchte verschiedene Schulen, darunter ein Waldorf-Internat. Er erlangte jedoch weder einen Schulabschluss noch eine reguläre Berufsausbildung. Als Jugendlicher bestritt er sein Einkommen durch Skaten und als Kellner. Am 14. August 1986 wurde er bei einem versuchten Bankbetrug festgenommen. 1989 kaufte er seine erste Kamera.

Bekannt wurde Josefsohn 1994 durch die Werbekampagne Miststück für den Musiksender MTV.[4]

In den weiteren Jahren war er als Fotograf für die großen deutschen Print-Magazine tätig.[5]

Daniel Josefsohn hatte einen Sohn und lebte zusammen mit seiner Lebensgefährtin Karin Müller. Im November 2012 erlitt er einen Schlaganfall und war seitdem linksseitig gehbehindert. 2014 schrieb er mit seiner Lebensgefährtin regelmäßig im ZEITmagazin über sein Leben vor und nach dem Schlaganfall. Für die Serie „Am Leben“ wurde das Paar mit dem deutschen LeadAward für die beste Reportagefotografie ausgezeichnet.[6]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2014: Lead Awards – Gold mit Karin Müller für die Fotokolumne Am Leben, Zeit-Magazin Nr. 01 bis 27
  • 2013: Lead Awards – Auszeichnung für Habt Ihr immer noch Angst, so zu werden wie Euer Vater? Zeit Magazin Nr. 38
  • 2012: Lead Awards – Bronze für die Plakatkampagne Volksbühne Berlin
  • 2010: Lead Awards – Gold für die Anzeigenkampagne Herr v. Eden, Half Wild / Half Child
  • 2008: Lead Awards – Auszeichnung für "China White / Beijing, China"
  • 2007: Lead Awards – Gold für die Mode-Produktion "Dear Miss Darwin"
  • 2007: Lead Awards – Bronze für die Anzeigenkampagne Unifaith – damit wir uns endlich riechen können
  • 2006: ADC Deutschland – Bronze für Packaging-Design
  • 1994: ADC Deutschland – Gold, Silber, Bronze für die MTV Awareness-Kampagne

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Galerie Werkhallen, Remagen – Ich will glücklich sein … ich habe die Macht
  • 2014: Leipzig – F/Stop
  • 2014: Haus der Photographie, Deichtorhallen, Hamburg – Lead Award Deutschland, Am Leben (Gruppe)
  • 2014: Kunstverein Jesteburg – Machen sie auch Passfotos (Einzel)
  • 2013: Art Museum Haifa – Israel New Ideals (Gruppe)
  • 2011: Der Kunstverein, Hamburg – Freedom of speech (Gruppe)
  • 2010: Galerie Pavlog's Dog, Berlin – Lieber Gott vergiebe mir (Einzel)
  • 2010: Der Kunstverein, Hamburg – Es wird alles gut Mutter (Einzel)
  • 2007: Haus der Photographie, Deichtorhallen, Hamburg – Lead Award Deutschland Dear Miss Darwin (Gruppe)
  • 2007: Gnosa, Hamburg – Bent (Einzel)
  • 2006: Gnosa, Hamburg – The Gay Rodeo Finals (Einzel)
  • 2005: Kunsthalle Erfurt – Kino Club Josefsohn, get well soon (Einzel)
  • 2004: City Gallery, Prag (Einzel)
  • 2001: Wir – Comawoche, Hamburg (Gruppe)
  • 2000: Deutsches Hygiene-Museum, Dresden Bilder, die noch fehlten (Gruppe)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Diez: Zum Tod Daniel Josefsohns: Er sah, wo andere nur hinschauten In: Spiegel Online, 15. August 2016
  2. Daniel Josefsohn. Es wird alles gut Mutter – Kunstverein, Hamburg. Art-in.de, 28. April 2010, abgerufen am 18. August 2016.
  3. Sebastian Hammelehle: Daniel Josefsohn: MTV-„Miststück“-Erfinder prägte die 90er. Die Welt, 28. Mai 2010, abgerufen am 18. August 2016.
  4. Maximilian Haag: Zwischen Kunst, Exzess und Provokation: Fuck Yes, Daniel Josefsohn! Terminal Y, 11. Juni 2015, abgerufen am 18. August 2016.
  5. Lothar Gorris: Fotografie: Yo, Punkrock. Der Spiegel 46/2014, 10. November 2014, S. 134–138, abgerufen am 18. August 2016.
  6. Daniel Josefsohn: Am Leben. Zeit-Magazin, 6. Mai 2014 abgerufen am 18. August 2016.