Daniel Kothenschulte

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Daniel Kothenschulte (* 1967 in Porz, jetzt Stadtbezirk von Köln) ist ein deutscher Filmkritiker und Filmwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Kothenschulte wuchs in seiner Geburtsstadt Köln auf. Dort und in Bochum studierte er Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Germanistik.

Furore machte Kothenschulte erstmals 1986 in der Fernsehsendung Der Große Preis, als er unter dem Pseudonym „Hans Wahn“ auftrat und die Sendung indirekt boykottierte, indem er partout nicht gewinnen wollte, somit den spielerischen Charakter konterkarierte und die Zuschauer verärgerte. Sieger des Spiels wurde er dennoch.[1]

Mittlerweile arbeitet Kothenschulte als Filmkritiker für die Frankfurter Rundschau. Neben seinen zahlreichen Artikeln und Aufsätzen zu Filmgeschichte, Fotografie, Kunst und Pop-Kultur veröffentlichte er 1998 das Buch Nachbesserungen am amerikanischen Traum, in dem er sich mit den Regiearbeiten Robert Redfords auseinandersetzt. Kothenschultes Spezialgebiet ist der Trickfilm. Insbesondere zu Leben und Werk Walt Disneys und dessen künstlerischen Mitarbeitern hat er viele Veröffentlichungen vorgelegt.

Kothenschulte arbeitet auch als Filmkurator. So kompilierte er Filmprogramme zu den Ausstellungen im Kölner Museum Ludwig, Marinus und Heartfield – Politische Bilder[2] und La Bohème[3]. Er wirkte bei mehreren Ausgaben der Kunstfilmbiennale mit. So kuratierte und präsentierte er 2009 die Retrospektive des US-amerikanischen Kameramanns und Regisseurs Ed Lachman.[4]

Kothenschulte lebt in Köln und besitzt Deutschlands beste Sammlung klassischer Hollywoodglamour-Fotografie bekannter Stars.[5] Seine besondere Liebe gilt dem Stummfilm. Im Jahr 2005 gründete er das „Silent Movie Theater Cologne“. Bei Vorführungen betätigt er sich auch gern selbst als Stummfilmpianist und wirkt als Kurator und Pianist eines Stummfilmprogramms im Kölner Museum Ludwig. In dem Spielfilm Westend (2001) und dem Kurzfilm Nothing Less Than the Best (2002) agierte er auch einmal vor der Kamera.

Zudem betätigt sich Kothenschulte als Hochschuldozent. Von 2004 bis 2005 hatte er einen Lehrauftrag für Kunstgeschichte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main und 2005/2006 einen Lehrauftrag im Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund inne. Kothenschulte ist zudem Dozent an der Hochschule für Fernsehen und Film München.[6]

2003 erhielt Kothenschulte den Preis für „Visuelle Filmkritik“ des Bundesverbandes Kamera, der Fachzeitschrift Film & TV Kameramann und des Verbandes der deutschen Filmkritik. 2004 gehörte er der Jury des Backup-Festivals an. 2009 und 2010 leitete er bei Mumbai Film Festival (MIFF), Indien, den Young Critic's Workshop für ausgewählte Filmstudenten der Colleges in Mumbai.[7]

2013 war Kothenschulte neben Mihai Mitrica, Marie Paccou, Barry Purves und Jakob Schuh Jurymitglied beim Internationalen Wettbewerb des Trickfilmfestival Stuttgart.[8]

2013 begründete Kothenschulte die seither jährlich in Köln stattfindende Veranstaltungsreihe Videonale Scope mit Retrospektiven internationaler Film- und Medienkünstler, die von ihm in Werkstattgesprächen vorgestellt wurden. [9]. Zu den Gästen zählten Kenneth Anger[10], James Benning und Birgit Hein[11], Rainer Komers[12], Matthias Müller und Christoph Girardet[13], Wilhelm Hein und Lutz Mommartz[14]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Mitverfasser: Um sie weht der Hauch des Todes. Der Italowestern – Die Geschichte eines Genres. Bochum 1998, 2. erweiterte Auflage, Bochum 1999, ISBN 3-9806313-2-X.
  • Nachbesserungen am amerikanischen Traum. Der Regisseur Robert Redford. Marburg 1998, 2., erweiterte und überarbeitete Auflage Marburg 2001, ISBN 3-89472-326-2.
  • als Mitverfasser: Sublevel: Dim Recollection. Illuminated by Multicolored Swamp Gas. Deodorized Mass with Satellites, 1999, ISBN 3-88375403-X.
  • Andreas Slominski, wo sind die Skier? Where are the Skis? On the occasion of the Exhibition Andreas Slominski, Neue Arbeiten, New Works, 10. November 2000 – 13. Januar 2001, Jablonka-Galerie. Köln 2001.
  • als Mitverfasser: Videonale 10. Katalog zur Ausstellung im Kunstmuseum Bonn vom 30.4.–16.5.2005. Bonn 2005, ISBN 3-88375951-1.
  • Die Zukunftsruine. Metropolis 2010 – Fritz Langs restaurierter Klassiker. Köln 2010, ISBN 3981342631
  • mit Robert Nippoldt: Hollywood in den 30er Jahren. Hildesheim 2010, ISBN 3836926288
  • als Herausgeber und Mitautor: The Walt Disney Film Archives. The Animated Movies 1921-1968 Köln 2016. ISBN 978-3836552912; deutsche Ausgabe: Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921-1968. ISBN 978-3836552899

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der große Preis Dezember 1986, abgerufen am 6. April 2016
  2. Museum Ludwig Köln – Marinus und Heartfield
  3. Museum Ludwig Köln – Ausstellungen (Memento vom 5. Oktober 2010 im Internet Archive)
  4. KunstFilmBiennale – Wikipedia
  5. Kurzporträt beim Magazin Monopol
  6. Dozenteneintrag bei der HFF
  7. Mumbai Young Critics Workshop in Mumbai | Mumbai Young Critics Workshop event Goethe Institute, Mumbai | Oct, 2010 – buzzintown
  8. Webseite Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart
  9. http://www.videonale.org/artikel/1251-videonalescope-1-2013
  10. http://v14.videonale.org/en/article/1169-retrospective-kenneth-anger
  11. http://www.videonale.org/artikel/1251-videonalescope-1-2013
  12. http://www.videonale.org/videonalescope-2014
  13. http://www.videonale.org/node/1353
  14. http://www.videonale.org/artikel/1442-videonalescope-4-2016