Daniel Scioli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daniel Scioli (2008)

Daniel Osvaldo Scioli (* 13. Januar 1957 in Buenos Aires) ist ein argentinischer Politiker (Partido Justicialista) und ehemaliger Motorsportler. Von 2007 bis 2015 war er Gouverneur der bevölkerungsreichsten Provinz Buenos Aires. Er war 2022 kurzzeitig Minister für produktive Entwicklung im Kabinett Fernández und ist seit August 2022 argentinischer Botschafter in Brasilien.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scioli studierte Marketing an der Universidad Argentina de la Empresa (UADE) in Buenos Aires. 1986 begann er eine Karriere als Motorbootrennfahrer. 1989 verlor er nach einem schweren Unfall im Delta des Río Paraná einen Arm. Er konnte dennoch mit Hilfe einer Prothese weiter seinen Sport erfolgreich ausüben und gewann bis zu seinem Rückzug 1997 acht Weltmeistertitel in Offshore-Klassen.[1]

Von 1997 bis 2001 war er Abgeordneter für den Partido Justicialista (Peronisten) im argentinischen Abgeordnetenhaus. Zwischen 2003 und 2007 war er unter Néstor Kirchner Vizepräsident Argentiniens und qua amt Präsident des Senats. 2007 wurde Scioli mit 48,24 % der gültigen Stimmen zum Gouverneur der Provinz Buenos Aires gewählt. 2011 gelang ihm die Wiederwahl, diesmal mit 55 % der Stimmen.[2] Scioli war zwischen Juni 2009 und März 2010 Vorsitzender des Partido Justicialista[3][4] und übte das Amt bis Mai 2014 in Vertretung des verstorbenen Néstor Kirchner aus.

Für die Präsidentenwahl in Argentinien am 25. Oktober 2015 galt Scioli als aussichtsreicher Kandidat der Frente para la Victoria (FPV),[5] das linkszentristische Wahlbündnis „Front für den Sieg“ Kirchners.[6] Im ersten Wahlgang erreichte er die meisten Stimmen, musste sich aber in der folgenden notwendigen Stichwahl Mauricio Macri geschlagen geben.

Am 10. Dezember 2015 gab er sein Amt als Gouverneur an seine Nachfolgerin María Eugenia Vidal ab.[7]

Im Juni 2022 wurde er von Präsident Alberto Fernández als Minister für produktive Entwicklung (Ministro de Desarrollo Productivo de la Nación) benannt und trat damit die Nachfolge von Matías Kulfas an.[8] Bereits am 2. August 2022 räumte er diese Position wieder, da sein Ressort dem neuen Wirtschaftsministerium unter Sergio Massa zugeordnet wurde. Scioli wurde daraufhin Argentinischer Botschafter in Brasilien.[9]

Politischer Standpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scioli gilt als unabhängiger „Kirchnerist“, der nicht allen von der Führungsriege der Frente para la Victoria entschiedenen Vorgaben zustimmt; er machte während seiner Amtszeit als Gouverneur mehrmals durch Gesten seine Unabhängigkeit von der Regierung unter Cristina Fernández de Kirchner deutlich.[10] In einem Interview mit der Zeitung La Nación im Jahr 2011 beschrieb er sich als „moderater Peronist der Mitte“.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Daniel Scioli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daniel Scioli se retiró con otro título mundial, La Nación, 24. November 1997, abgerufen am 18. Februar 2012
  2. El FpV ganó 8 de las 9 gobernaciones que se disputaron en todo el país, Infobae, 23. Oktober 2011
  3. Kirchner renunció al PJ: asume Scioli, quien llamó a gobernadores, Clarín, 29. Juni 2009
  4. Néstor Kirchner retoma la presidencia del PJ, Momento 24, 7. März 2010
  5. Offizielle Webseite der FPV (Memento vom 12. Oktober 2015 im Internet Archive). fpv2015.pjbonaerense.org, abgerufen am 10. August 2015
  6. Kirchners sicherer Kandidat. faz.net, abgerufen am 10. August 2015
  7. Nachricht (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) auf der Website der Provinz www.banoticias.com, abgerufen am 6. Januar 2016
  8. Scioli asume como nuevo ministro en Argentina tras el escándalo por un gasoducto. Abgerufen am 9. Juli 2022 (spanisch).
  9. Daniel Scioli: "No me quedó un sabor amargo por mi salida del Gabinete". 22. August 2022, abgerufen am 20. September 2022 (spanisch).
  10. Un gesto de autonomía que altera al kirchnerismo, La Nación, 24. Januar 2012
  11. "Soy un peronista de centro y moderado", La Nación, 2. Mai 2011