Daniel Suarez (Schriftsteller)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Daniel Suarez nach einem Tech Talk in einer Google-Niederlassung (April 2010)

Daniel Suarez (* 21. Dezember 1964) ist ein US-amerikanischer Softwareentwickler, Systemberater und Schriftsteller (zuerst veröffentlichte er unter dem Ananym Leinad Zeraus[1]). Er ist Autor von mehreren Thrillern mit einem hohen Technikanteil.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 veröffentlichte Daniel Suarez, der zuvor als Programmierer und Systemberater gearbeitet hat,[2] das im Jahr 2004 fertiggestellte[1] Buch Daemon - zuerst im Eigenverlag, später durch Dutton. In dem Thriller werden viele Technologien beschrieben, die sich wie Science-Fiction anhören, aber größtenteils bereits heute verfügbar sind.[3] Der Titel des Buches bezieht sich auf im Hintergrund ausgeführte Programme unixoider Betriebssysteme - Daemons. Analog dazu dreht sich die Geschichte des Buches um ein, von einem toten Spieleentwickler zurückgelassenes, Programm - eine künstliche Intelligenz, welches im Hintergrund des Internets operiert und von dort die reale Welt beeinflusst.[4] Dabei kommuniziert es mit Menschen mittels einer MMORPG-artigen virtuellen Realität, dem sogenannten D-Raum, dem Darknet. Diese wird mittels Head-up-Displays als Augmented reality im Alltag der Anhänger des Darknet vermittelt. Komponenten sozialer Netzwerke werden mit dieser Mixed reality verknüpft - unter anderem auch eine Form digitaler sozialer Reputation, welche den Beitrag eines Mitglieds zur Darknet-Community widerspiegeln soll.

Der Produzent Walter F. Parkes, Drehbuchautor von WarGames, hat sich zusammen mit Paramount Pictures eine Option auf die Verfilmung von Daemon gesichert.[5] Der Westdeutsche Rundfunk hat 2013 unter der Regie von Petra Feldhoff eine 3-teilige Hörspielversion des Romans in 5.1 Surround-Sound produziert.

Das zweite Buch Darknet (im englischen Original Freedom™) setzt die in Daemon begonnene Handlung fort.[6] Spielt in Daemon die künstliche Intelligenz noch eine negative, gewalttätige, manipulative Rolle, wird nun eine soziale Utopie entwickelt, die mittels dezentraler Produktion und nachhaltiger Energieerzeugung eine Alternative zu einer sich dystopisch entwickelnden Welt darstellen soll. Die in typischen Romanen des Cyberpunk entwickelten Gesellschaftsstrukturen mit schwachem Nationalstaat und regierenden privaten Konzernen werden hier in der Entstehung beschrieben.

Am 19. Juli 2012 veröffentlichte Daniel Suarez seinen dritten Roman Kill Decision (deutsch: "Tötungsentscheidung"), der sich mit autonomen Drohnen und Schwarmintelligenz beschäftigt und die anonyme Kriegsführung thematisiert.[7] Zu diesem Thema hielt Suarez 2013 ebenfalls eine Rede auf der TEDGlobal Konferenz.[8]

Das vierte Buch Control (im englischen Original Influx) beschäftigt sich mit einer US-Behörde, welche neue Technologien kontrolliert und unter Verschluss hält, um soziale Unruhen zu vermeiden.

Alle vier Romane wurden von Cornelia Holfelder-von der Tann ins Deutsche übersetzt. Hollywood hat sich die Filmrechte zu Influx bereits vor dem Erscheinen des Buches gesichert.[9]

Im Jahr 2017 erschien BIOS (im englischen Original Change Agent). Darin behandelt Suarez Gen-Editing, also die Veränderung von Gensequenzen und ihre persönlichen und rechtlichen Folgen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Kramm: Der Dämon im Cyberwald. Ein Gespräch mit Computerspezialist und Science-Fiction-Autor Daniel Suarez über Datensicherheit, bewaffnete Drohnen und warum seine Bücher bald zu den historischen Romanen gestellt werden müssen. In: Sascha Mamczak, Sebastian Pirling, Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2013. Heyne, München 2013, ISBN 978-3-453-53444-5, S. 293–308.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Daniel Suarez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Daniel Suarez – Zitate (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Josh McHugh: How the Self-Published Debut Daemon Earned Serious Geek Cred. Wired, 21. April 2008; abgerufen am 16. Dezember 2014 (englisch).
  2. Daniel Suarez: Daemon. Signet, 2009, ISBN 978-0-451-22873-4 (Innenseite des hinteren Umschlags).
  3. Daniel Suarez: The technology depicted in Daemon and Freedom™ may seem like science fiction, but it actually exists… Abgerufen am 15. April 2010 (englisch).
  4. Florian Rötzer: Das Internet als Todesmaschine. In: Telepolis. heise online, 23. März 2010; abgerufen am 15. April 2010.
  5. Jeffrey A. Trachtenberg: When Computers Rule the World. In: The Wall Street Journal. 18. März 2009; abgerufen am 15. April 2010 (englisch).
  6. Frank Rieger: Wir werden mit System erobert. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Mai 2011; abgerufen am 1. Mai 2011.
  7. Dietmar Dath: Wie Technik die Welt zum Schlechteren wendet. 21. Juli 2012; abgerufen am 9. Juni 2016.
  8. TED 2013 - The kill decision shouldn't belong to a robot. ted.com, Juni 2014; abgerufen am 14. Mai 2015.
  9. Stefan Holzhauer: Fox verfilmt den Science Fiction-Thriller INFLUX. phantanews.de, 4. Januar 2014; abgerufen am 9. Januar 2015.