Danilo Silvestrin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Danilo Silvestrin (* 1942 in Bozen) ist ein italienischer Architekt und Designer, der seit 1971 in München lebt und arbeitet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Bozen und aufgewachsen in Italien, lebt Danilo Silvestrin seit den 1960er Jahren in Deutschland. Nach seinem Studium der Architektur in Mailand und Florenz ging Silvestrin 1966 nach Düsseldorf und studierte 1966/67 Bildhauerei an der Folkwangschule Essen.[1] In Düsseldorf kam er in Kontakt mit einigen der innovativsten Künstlern der Zeit und arbeitete eng mit Günther Uecker und Heinz Mack der ZERO Gruppe zusammen, und gestalteten die visuelle Einrichtung des Creamcheese.[2] In seiner gestalterischen Tätigkeit ist er geprägt durch seine große Liebe zur zeitgenössischen Kunst. Und damals schon bezog er die Künstler bei Projekten in die Gestaltung von Räumen mit ein. Erste transparente Möbel aus Plexiglas entstanden, wie der Sessel „Ball“. Für den Galeristen und Kunsthändler Hans Mayer[3] das „weiße Haus“ mit der Linie „Purist“, quasi Möbel ohne Möbel, da das Bett in den Boden eingelassen wurde.[4] Bis heute fand und findet ein kreativer Dialog mit Künstlern und die resultierende Entstehung von außergewöhnlichen „Kunsträumen“ immer wieder statt. 1967 gründete er sein eigenes Designbüro und lebt seit 1971 in München. Bereits in den 1980er Jahren, als Architekt der formalen Askese, verband Silvestrin klares Design mit zeitloser Eleganz. Seine Werke und Designs sind zeitlos und er bringt Formen und Funktionalität in Einklang. „Design ist die Kunst, die sich nützlich macht.“ (Danilo Silvestrin)

Portfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er kreiert Möbel der neuen Einfachheit, wie beispielsweise den „Esstisch 1202“ für Draenert[5] oder Möbelserien wie „Hommage an Eilleen Gray“ oder „Hommage à Mondrian“ (1983) und machte seinem Namen internationalem Ruf. Zu seinen herausragenden Arbeiten gehören der „Pyramidenschrank 4501“, der 1990 in die ständige Sammlung des Stadtmuseums München aufgenommen wurde, sowie der „Stuhl 2085“ (1986). Weitere Entwürfe schuf Silvestrin für ClassiCon mit einem dreiteiligen Kaminset „Vulcanus“, für Gunther Lambert die Kleiderbügel „Points“ (1967), für Rosenthal das Tischobjekt „Hommage à Rietveld“ (1989), die Konsole „Amanta II“ (1980) und für WMF der Champagnerkühler „Frac“ und das „Tee- und Kaffee Service“ (1985)[6]. Weitere Kunden im Designbereich waren BMW, Mercedes-Benz, Interlübke, Siemens und viele andere Firmen.

Für sehr viele Häuser, Wohnungen, Hotels, Banken und Privatyachten in Europa und Amerika hat Silvestrin die Interieurs entworfen und verwirklicht. Mit seiner Gesamtgestaltung eines Hauses, beginnend bei der Architektur, über die Gestaltung der Innenräume und Ausstattung, von allen Möbeln bis hin zu den kleinsten Details wie, z. B. Armaturen und Türgriffe, ist er der König der Raum- und Objektdesigner.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Eckberg, Ausbau zum Luxushotel
  • Privatyacht „Silver“, Innenausbau[7]
  • Isar Stadt Palais[8][9]
  • Gourmet-Restaurant Tantris, Innenausstattung Lichtobjekt[10]
  • Möbelserie „Milano“, für Lambert[11]
  • Galerie Hans Mayer, Düsseldorf

Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Design Award „du Pont“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Michael Armer, Jo-Anne Birnie Danzker: Danilo Silvestrin – Design im Raum. Villa Stuck, München, 1992, ISBN 3-923244-15-0
  • Albrecht Bangert, Karl Michael Armer: Design der 80er Jahre – Die Stilgeschichte eines Jahrzehnts. Bangert Verlag, München, 1990, S. 44

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Danilo Silvestrin, in Designlexikon International, abgerufen am 16. Februar 2016
  2. Tiziana Caianiello: Der Lichtraum (Hommage à Fontana) und das Creamcheese im museum kunst palast. Zur Musealisierung der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er Jahre, Transcript, Bielefeld, 2005, ISBN 978-3-89942-255-9, S. 220
  3. Galerie Hans Mayer (englisch), auf Website galeriehansmayer.de, abgerufen am 18. Februar 2016
  4. G. Von Metz Schiano: Silvestrin: l'asceta del design (der asketische Designer), in Alto Adige, vom 28. November 2010 (italienisch)
  5. Danilo Silvestrin, auf Draenert, abgerufen am 16. Februar 2016
  6. Tee- und Kaffee Service von Danilo Silvestrin für WMF, auf Bayerisches Fernsehen, vom 4. August 2009, abgerufen am 16. Februar 2016
  7. „Die von Danilo Silvestrin entworfenen Unterkünfte an Bord der Silver erinnern an ein Boutiquehotel mit ihren blassen Polstern, die mit dunklem Holz und rot lackierten, ledernen Klappen über den Bullaugen kontrastieren.“, in Espen Oeino: Luxory Toys, Mega Yachts, TeNeues, 2008, S. 191
  8. Projekt Isar Stadt Palais, Innenarchitektur Danilo Silvestrin, auf architekten24.de, abgerufen am 21. Februar 2016
  9. Isar Stadt Palais, auf exklusiv-muenchen.de vom 13. November 2015, abgerufen am 21. Februar 2016
  10. Tantris, München, 2013. Ein maßgeschneidertes Lichtenfest, auf lichtlauf.de, abgerufen am 21. Februar 2016
  11. Danilo Silvestrin, Milano @1@2Vorlage:Toter Link/www.marineaquatics.co.uk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., auf Architonic, abgerufen am 21. Februar 2016