Dannheim

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde. Für die Sängerin und Autorin, siehe Franziska Dannheim.
Dannheim
Gemeinde Wipfratal
Koordinaten: 50° 47′ 47″ N, 10° 58′ 50″ O
Höhe: 362 (360–380) m
Fläche: 6,47 km²
Einwohner: 281 (2005)
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 25. März 1994
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 03628
Karte
Lage von Dannheim in Wipfratal

Dannheim ist der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Wipfratal im Ilm-Kreis (Thüringen).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche St. Bonifatius

Dannheim liegt im Vorland des Thüringer Waldes etwa fünf Kilometer südöstlich von Arnstadt am Ostrand der bewaldeten Reinsberge, während die Flächen östlich des Dorfes landwirtschaftlich genutzt werden. Die Ortsflur hat eine Fläche von 6,47 km². Die Ortsmitte liegt 377 Meter über NN.

Am südwestlichen Ortsrand gibt es mit der Schenne eine so genannte Hungerquelle, die nur zu bestimmten Zeiten, dann aber mitunter mit lautem Getöse, aufbricht. Die Ursache dafür ist in sich füllenden Hohlräumen des Kalksteinuntergrunds zu suchen.

Der am Nordrand des Dorfes befindliche 1200 Quadratmeter große Dannheimer Teich ist als Flächennaturdenkmal deklariert, da er eine besondere Bedeutung als Laichgewässer für vier gefährdete Amphibienarten besitzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als Tanaheim datiert in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts, wobei ein genaues Jahr bis heute nicht ermittelbar ist. Orts- und Flurbezeichnungen deuten darauf hin, dass es im Mittelalter hier ein Kloster gab. Der zugehörige Klosterhof wurde nach der Reformation in ein Rittergut der Herren von Marschall umgewandelt. Dieses bestand bis zum Kauf durch 18 Bewohner der Gemeinde im Jahr 1811. Das als Schloss bezeichnete Wohnhaus verfiel daraufhin und wurde 1848 abgebrochen. Die heute als Wohnhaus genutzte Schule wurde 1781 gebaut. Das markanteste Gebäudes des Ortes, die evangelische Kirche St. Bonifatius, wurde auf einer Anhöhe am Westrand des Dorfes von 1774 bis 1778 errichtet, wobei eine Glocke aus dem Jahr 1517 stammt. Die 1926 im Zuge der Elektrifizierung Dannheims am südöstlichen Dorfrand errichtete Trafostation steht heute unter Denkmalschutz. Bis 1920 gehörte Dannheim zum Amt Arnstadt in der Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen. Der Ort ging 1994 in der Gemeinde Wipfratal auf, in deren Zentrum er liegt.

In den 1990er Jahren wurde die 1959 wegen Baufälligkeit geschlossene Kirche rekonstruiert und wiedereröffnet. In dieser Zeit wurden auch das Pfarrhaus und das daneben stehende Wohn-Stall-Haus des ehemaligen Klosterhofs restauriert. Die Eigentümer des letzteren erhielten dafür im Jahr 2000 den Thüringer Denkmalschutzpreis.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dannheim ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Heute arbeiten viele Dannheimer in Arnstadt, einige kleinere Handwerks- und Dienstleistungsfirmen gibt es aber auch im Ort.

Das Dorf liegt an der Landesstraße 1047 von Arnstadt nach Gehren. Ein Ortsverbindungsweg führt über die Reinsberge nach Siegelbach. Der nächste Bahnhof befindet sich im fünf Kilometer entfernten Arnstadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dannheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien