Danone

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Danone

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FR0000120644
Gründung 1919
Sitz Paris, FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Emmanuel Faber, CEO[1]
Mitarbeiterzahl 104.843[2]
Umsatz 24,7 Mrd. Euro[2]
Branche Nahrungsmittel
Website www.danone.com
Stand: 31. Dezember 2017

Danone ist ein multinationaler Getränke- und Lebensmittelkonzern mit Hauptsitz in Paris. Das Unternehmen besitzt Niederlassungen in rund 120 Ländern der Welt. Über 100.000 Mitarbeiter erwirtschaften weltweit einen Jahresumsatz von über 24 Milliarden Euro.[2] In den USA tritt das Unternehmen unter dem Markennamen Dannon auf.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Danone wurde 1919 in Barcelona (Spanien) von Isaac Carasso, dem Neffen des in Thessaloniki einflussreichen Emmanuel Carasso, gegründet. Der Name Danone ist der Spitzname seines Sohnes Daniel. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich der Firmensitz in New York, erst 1958 wurde der Firmensitz wieder nach Paris verlegt, wo er sich noch heute befindet. 1967 erfolgte der Zusammenschluss mit Gervais. 1973 fusioniert Gervais-Danone mit Boussois-Souchon-Neuvesel (BSN).

Im Jahr 2001 beteiligte Danone sich an der Al Safi Farm; die Produkte des Unternehmens werden ab dem Zeitpunkt im arabischen Raum unter der Marke Al Safi Danone vertrieben.

Danone-Fabrik in Bieruń, Polen
Danone-Werke weltweit

Am 3. Juli 2007 verkündete der US-amerikanische Konzern Kraft Foods ein bindendes Gebot über 5,3 Milliarden Euro für die weltweite Kekssparte von Danone mit Marken wie LU, Pim, Prince, Pepito und Mikado sowie Bolschewik (Russland), Opavia (Tschechien) und Győr (Ungarn).[3] Im Gegenzug übernahm Danone den Milupa-Hersteller Numico. 2013 übernahm Danone Happy Family, einen der größten US-amerikanischen Hersteller von Bio-Babynahrung.[4]

2016 gab Danone ein Angebot in Höhe von 12,5 Milliarden Dollar zur Übernahme von The Whitewave Foods Company ab, die Inhaber unter anderem der Marken Alpro, Provamel und Silk war.[5] Die EU-Wettbewerbsbehörde stimmte unter Auflagen zu.[6] Die Genehmigung der US-Wettbewerbsaufsicht wurde nach vertiefter Prüfung Ende März 2017 erteilt. Auflage der Behörden in den USA war der Verkauf der Danone-Tochter Stonyfield Farm[7] (größter Biojoghurt-Hersteller der USA), sie ging für 875 Millionen Dollar an den Konkurrenten Lactalis.[8] Die Transaktion von WhiteWave an Danone wurde am 12. April 2017 abgeschlossen.[9] Von 2017 bis 2018 trat WhiteWave und Danone in Nordamerika als DanoneWave auf.

Danone in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Danone GmbH mit Hauptsitz in Haar bei München erzielte im Jahr 2007 einen Umsatz von 615 Millionen Euro und ist mit einem Marktanteil von 14,4 Prozent in Deutschland Marktführer bei Milchfrischeprodukten. Auf Platz 2 folgte Müller-Milch. Actimel ist die erfolgreichste Marke im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland im Jahr 2007. Activia ist zum Marktführer bei Fruchtjoghurt aufgestiegen und hat die Ehrmann AG überholt. Auch die Fruchtzwerge sind im Segment Kindermilchprodukte Marktführer in Deutschland.[10] Die Schwestergesellschaft Danone Waters Deutschland GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main vertreibt die stillen Mineralwasser Volvic und Evian auf dem deutschen Markt. Mit einem Marktanteil von rund 9 Prozent ist sie Marktführer vor Unternehmen wie Nestlé, Gerolsteiner und Coca-Cola.

Danone betreibt in Deutschland eine Molkerei in Ochsenfurt und eine weitere in Rosenheim. Der deutsche Hauptsitz befindet sich in Haar bei München.[11]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neues Logo
Altes Logo
Das Logo der Marke Actimel

Zu den Marken bei Milchprodukten zählen Actimel, Activia, Danacol, Danette, Danone, Danonino, Dany, Essensis, Fruchtzwerge, Vitalinea und die vegane Marke Alpro.

Zum Geschäftsbereich Danone Waters zählen Marken wie Aqua, Bonafont, Evian, Font Vella, Lanjaron, Ser und Volvic & Badoit

Zu den Marken bei Kindernahrung zählen Aptamil, Bledina, Cow & Gate, Dumex, Gallia, Mellin, Milupa und Nutricia.

Zu den Marken bei medizinischen Nahrungsmitteln zählen FortiCare, Fortimel, Fortisip, Infatrini, Neocate, Nutricia, Nutrini und Nutrison.

Kritik von Verbraucherschützern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traubenfruchtsüße ist ein Begriff, der von Danone im Rahmen der Vermarktung ihres Produkts Fruchtzwerge verwendet wird. Laut dem Hersteller ist „Traubenfruchtsüße (...) ein Dicksaft, der aus reifen Trauben gewonnen wird. Er besteht hauptsächlich aus Wasser, Fruchtzucker und Traubenzucker. Traubenfruchtsüße verfügt über eine ganz besondere Süßkraft.“ Somit ist es chemisch nichts anderes als Invertzucker (Glucose-Fructosesirup).

Verbraucherschutzverbände sehen in der Werbung mit Traubenfruchtsüße wegen der Identität mit der Süßung mit Kristallzucker eine Irreführung der Verbraucher. Die Traubenfruchtsüße führe im selben Maße wie jede andere Süße mit Zucker zu Zahnkaries und Übergewicht. Der österreichische Verein für Konsumenteninformation erhob daher 2005 gegen Danone im Auftrag des Bundesministeriums für Konsumentenschutz Klage.[12]

Die Verbraucherorganisation Foodwatch teilte im März 2009 mit, dass der Trinkjoghurt Actimel von Danone den Goldenen Windbeutel 2009 für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“ erhalten hat.[13] Mehr als 35.000 Teilnehmer hatten sich an der Wahl zum Goldenen Windbeutel beteiligt: 47 Prozent der Teilnehmer hielten die Werbung für Actimel als vermeintliches Mittel gegen Erkältungen für den offenkundigsten Fall von Etikettenschwindel. „Actimel schützt nicht vor Erkältungen – es stärkt das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, ist aber viermal so teuer und doppelt so zuckrig“, sagte Anne Markwardt von Foodwatch. Danone behauptet, dass die Vorwürfe nicht zutreffend seien: Actimel aktiviere nachweislich Abwehrkräfte, teilte das Unternehmen mit. „Das sei in mehr als 30 wissenschaftlichen Studien belegt.[14] In Großbritannien wurden Werbespots für das Produkt verboten, da positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern unbewiesen sind.[15]

Die Deutsche Umwelthilfe kritisierte 2018 den massiven Einsatz von Einwegplastikflaschen der Marken Evian und Volvic: „Die Nutzung von Einweg-Plastikflaschen, die fast so viel wiegen wie wiederbefüllbare Mehrwegflaschen, ist völlig verantwortungslos. Anstatt Ressourcen zu schonen und Abfälle zu vermeiden, verschwenden Konzerne wie Danone Waters in nie dagewesener Maßlosigkeit fossile Rohstoffe.“[16]

Verpackungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritisiert wird die neue bio-basierte Verpackung von Actimel, weil Bodenversauerung, Überdüngung, Feinstaub und Flächenbedarf im Vergleich zum Vorgängerprodukt zugenommen haben.[17] Das gleiche Gutachten stellt jedoch fest, dass die Herstellung weniger fossile Rohstoffe braucht und geringere Mengen an CO2 freisetzt.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Enkel des Danone-Gründers, Alexis Mital, arbeitet als freier Schriftsteller, Regisseur und Fotograf.[18]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Danone – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Executive Committee
  2. a b c 2017 Annual Report, abgerufen am 30. September 2018
  3. Kraft Foods Announces Plans to Acquire Groupe Danone’s Global Biscuit Business – Kraft Foods Pressemitteilung, abgerufen am 18. Juli 2010
  4. Bio-Babynahrungshersteller: Danone kauft Happy Family, Handelsblatt, 13. Mai 2013
  5. Danone will US-Konkurrenten WhiteWave kaufen, WirtschaftsWoche, 7. Juli 2016
  6. EU genehmigt Kauf von Whitewave unter Auflagen. In: handelsblatt.com. 16. Dezember 2016, abgerufen am 13. Januar 2020.
  7. Justice Department Requires Divestiture of Danone’s Stonyfield Farms Business in Order for Danone to Proceed with WhiteWave Acquisition. 3. April 2017, abgerufen am 13. Januar 2020 (englisch).
  8. France's Danone to sell Stonyfield to Lactalis for $875 million. 3. Juli 2017, abgerufen am 13. Januar 2020 (englisch).
  9. [1]
  10. Lebensmittel Zeitung 25. April 2008
  11. Danone GmbH Standorte. Abgerufen am 5. November 2019.
  12. VKI klagt Danone wegen Fruchtzwerge-Werbung an bei www.konsument.at, abgerufen am 18. Juli 2010
  13. Der Goldene Windbeutel für die dreistete Werbelüge 2009, abgespeist – die foodwatch Kampagne gegen Werbelügen und Etikettenschwindel 2009 (Zugriff am 1. Dezember 2009)
  14. Werbelüge – Antipreis für Actimel bei focus.de, abgerufen am 18. Juli 2010
  15. Britische Werbeaufsicht verbietet Actimel-Spots bei Spiegel-Online, abgerufen am 14. Oktober 2009
  16. Importiertes Mineralwasser in Einwegflaschen: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Nestlé und Danone Waters für ökologischen Irrsinn. Abgerufen am 13. Januar 2020.
  17. Vorstudien des BAFU: Der anspruchsvolle Weg zu mehr Transparenz im Ladenregal. In: bafu.admin.ch. Abgerufen am 2. Oktober 2019.
  18. Von oben für unten bei zeit.de, abgerufen am 18. Juli 2010

Koordinaten: 48° 52′ 21″ N, 2° 20′ 4,9″ O