Danske Bank

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
  Danske Bank A/S
Logo
Holmens Kanal 14 København.jpg
Hauptsitz der Bank am Holmens Kanal in Kopenhagen
Staat DanemarkDänemark Dänemark
Sitz Kopenhagen
Rechtsform Aktieselskab
ISIN DK0010274414
BIC DABADKKKXXX[1]
Gründung 5. Oktober 1871
Website www.danskebank.dk
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 3.227,1 Mrd. DKK
Mitarbeiter 19.122
Geschäftsstellen 354 (davon 159 in Dänemark)
Leitung
Vorstand Thomas F. Borgen (CEO)
Aufsichtsrat Ole Andersen (Chairman)

Danske Bank A/S ist die größte Bank Dänemarks mit Hauptsitz in Kopenhagen am Holmens Kanal. Die Bank ist im Aktienindex OMX Copenhagen 20 an der Börse in Kopenhagen gelistet. Der Konzern besteht aus der Danske Bank, Realkredit Danmark und Danica Pension, wobei der Konzern Bankdienste in mehreren Staaten Skandinaviens anbietet, dort unter dem Namen Fokus Bank. Die nordirische Northern Bank und die irische National Irish Bank sind ebenfalls Tochterunternehmen. Innerhalb Dänemarks hat die Danske Bank weitere Tochterunternehmen für Immobilien-, Kapital- und Leasinggeschäfte.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Oktober 1871 wurde die Danske Bank unter dem Namen Den Danske Landmandsbank mit einem Grundkapital von 2,4 Millionen Reichstalern, oder (auch damals) 4,8 Millionen kroner, gegründet. Der Gründungsdirektor war Isak Glückstadt, der bis 1921 zusammen mit seinem Sohn Emil Glückstadt die größte Bank Skandinaviens aufbaute. Im Jahr 1919 bekam die Bank Liquiditätsprobleme, so dass der Staat von 1923 bis 1928 für die Bank garantieren musste.

1976 wurde der Name der Bank in Den Danske Bank geändert. Zu einer Fusion mit der Handelsbanken und der Provinsbanken kam es im Jahr 1990. Im darauffolgenden Jahr gründete die Bank eine eigene Lebensversicherungstochter. Die endgültige Übernahme der Mehrheit am Versicherungskonzern Baltica erfolgte 1993, nachdem sie bereits im Jahr zuvor 32 % der Aktien des seinerzeit in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Versicherers erworben hatte. 1995 wurde das Sachversicherungsgeschäfts von Baltica an den Versicherer Tryg verkauft, das Versicherungsgeschäft des Bankkonzerns wurde von da an unter dem Namen Danica betrieben. Es folgte 1997 die Übernahme der schwedischen Östgöta Enskilda Bank. Die Den Danske Bank verkaufte 1999 das Sachversicherungsgeschäft der Danica, unter dem Namen Danica Pension wurden fortan ausschließlich Lebens-, Kranken- und Pensionsversicherungsverträge verkauft.

2000 wurde der Name der Bank in Danske Bank geändert. Im Jahr darauf fusionierte die Bank mit RealDanmark, die aus der BG Bank und Realkredit Danmark gebildet wurde. 2005 wurde die nordirische Northern Bank und die irische National Irish Bank und 2006 die finnische Sampo Pankki gekauft.

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmenssitz der Danske Bank, Ansicht vom Kongens Nytorv
  • 1871–1910 Isak Glückstadt (1839–1910)
  • 1910–1922 Emil Glückstadt (1875–1923)
  • 1922–1928 Emil Hertz
  • 1922–1954 Oluf Nielsen
  • 1928–1964 Poul Ingholt (1894–1965)
  • 1964–1980 S. O. Sørensen
  • 1980–1990 Tage Andersen (1927–2006)
  • 1990–1998 Knud Sørensen
  • 1998–2012 Peter Straarup (* 1951)
  • 2012–2013 Eivind Kolding (* 1959)
  • seit 2013 Thomas F. Borgen (* 1964)

Filialen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Litauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filiale in Litauen ist Danske Bank A/S Lietuvos filialas.[3] 2010 erzielte man einen Umsatz von 472,044 Mio. Litas (136,7 Mio. Euro). SEB bankas beschäftigt 590 Mitarbeiter (2013).[4] Der Vorgänger war Dezember 1994 gegründete UAB Lietuvos vystymo bankas (Entwicklungsbank Litauens), die im September 2000 zur lizenzierten Kommerzbank und Dezember 2000 vom finnischen Sampo gekauft wurde. Ab 2001 hieß sie SAMPO bankas. 2004 wurde die Uždaroji akcinė bendrovė (UAB) zur Akcinė bendrovė (AB). 2006 kaufte Danske Bank A/S die Gruppe von SAMPO Bank. Seit Juni 2008 ist sie eine litauische Filiale von "Danske Bank". Generaldirektorist Gintautas Galvanauskas und Vorstandsvorsitzende Eivind Kolding.

Geldwäsche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Enthüllungen der dänischen Tageszeitung Berlingske hat die Danske Bank über ihre Filiale in Estland mehr als 8 Milliarden US-Dollar gewaschen. Ein Whistleblower soll die Konzernführung schon 2013 über die Geldwäsche informiert haben, diese unternahm jedoch nichts. Unter den auffälligen Kunden sollen sich Familienangehörige des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Mitglieder des Nachrichtendienstes FSB befunden haben, namentlich erwähnt wird Igor Putin, ein Cousin des Präsidenten. Gemäß den Enthüllungen von Berlingske sollen russische Beamte und Kriminelle die DB-Filiale auch benutzt haben, um gestohlene Steuereinnahmen aus dem Land zu schleusen. Außerdem soll eine neuseeländische Firma Gelder aus einem illegalen Waffengeschäft zwischen Nordkorea und Iran gewaschen haben.[5] Das Estland-Geschäft der Danske Bank trug überproportionale Gewinne ein. Die Rendite der Bank für das Gebietsfremden-Portfolio in Estland erreichte laut Aufsichtsbehörde allein im Jahr 2013 402 Prozent. Dem steht eine Rendite von 6,9 Prozent für die gesamte Bank gegenüber.[6]

Die Danske Bank musste ein Strafgeld zahlen und wurde im Mai 2018 von der dänischen Aufsichtsbehörde dafür kritisiert, zu spät und unzureichend auf den Geldwäscheverdacht reagiert zu haben. Dänemarks Wirtschaftsminister Rasmus Jarlov sprach von einem „Schandfleck für den dänischen Bankensektor“ und kündigte an, dass die Finanzaufsichtsbehörde den neusten Enthüllungen vom Juni 2018 nachgehen werde.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jul Schovelin: Den Danske Landmandsbank, Hypotek- og Vekselbank 1871–1921, Kopenhagen 1921.
  • Søren Mørch: Det store bankkrak. Landmandsbankens sammenbrud 1922–23, ISBN 87-01-32822-0, Gyldendal 1986.
  • Søren Mørch, Per H. Hansen: Den Danske Bank, Centrum 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Danske Bank – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im BIC Directory beim SWIFT
  2. Jahresbericht 2013 (englisch; PDF; 11 MB) und Factbook (englisch)
  3. DanskeBank.lt
  4. Darbuotojų skaičius
  5. a b Danske Bank steckt tief im Geldwäscherei-Sumpf. In: Neue Zürcher Zeitung, 4. Juli 2018.
  6. Danske Bank Geldwäsche-Gewinne im Visier der dänischen Regierung. In: Welt Online, 5. Juli 2018.

Koordinaten: 55° 40′ 40,4″ N, 12° 35′ 7,4″ O