Dardische Völker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kalasha-Frauen beim Volksfest

Die Dardischen Völker sind Volksgruppen, die dardische Sprachen sprechen. Sie leben hauptsächlich im Norden von Pakistan, Nordwestindien und dem östlichen Afghanistan. Die größten Gruppen findet man in den Regionen Gilgit–Baltistan und Khyber Pakhtunkhwa in Pakistan. Die bekanntesten Volksgruppen sind Kalasha, Kho, Kaschmiri, Pashai, Brokpa und Shina.

Die Dard, auch Brokpa, Drokpa und Shin genannt, sind eine Minderheit im indischen Unionsterritorium Ladakh.[1]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaschmiri

Asko Parpola setzt „Proto-Dardisch“ mit „Proto-Rigvedisch“ gleich und legt nahe, dass die Dard-Nachkommen der porotorigvedischen Kultur sind und verweist dabei auf bestimmte Erscheinungen in dardischen Dialekten die bestimmte Eigenschaften der Vedischen Sprache, wie das Gerundium in -tvī.[2]

Als Angehörige des Swat-Reiches folgten die Dard hauptsächlich dem Hinduismus und zahlreiche kleine islamische Religionskriege gegen sie dürften üblich gewesen sein.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der dardischen Völker sind Muslime, meist Sunniten, wobei es auch ibaditische und schiitische Muslime gibt.

Die Ausnahme bilden die Kalasha im Distrikt Chitral in Pakistan.[3] Sie sind Anhänger der vedischen, polytheistischen Kalasha-Religion. Die Religion der Dard in Ladakh, besonders in den Dörfern Da und Hann zeigt noch vorbuddhistische animistische Elemente in der Bön-Religion.[4] Die polytheistischen Kalasha in Chitral sind von der Regierung Pakistans offiziell geschützt, de facto werden sie jedoch von der muslimischen Mehrheit diskriminiert.[5][6] Deren Kultur ist vor dem Aussterben bedroht.[7]

Soziale Stellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 sind die Dard in Ladakh als „Scheduled Tribe“ anerkannt.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annexure – Ib, List of notified Scheduled Tribes, The Constitution (Jammu & Kashmir) Scheduled Tribes Order, 1989 and The Constitution (Scheduled Tribes) Order (Amendment) Act, 1991. Census of India: Government of India. Abgerufen am 27. Juli 2015.
  2. Asko Parpola: The formation of the Aryan branch of Indo-European. In: Blench und Spriggs (Hrsg.): Archaeology and Language III. London/ New York 1999, S. 189.
  3. a b Inam-ur-Rahim, Alain M. Viaro: Swat: an Afghan society in Pakistan. Urbanisation and change in tribal environment. City Press, 2002, ISBN 978-969-8380-55-7 (books.google.com – During Swati rule. The pre-Islamic faith of the dards was the Kalash faith which survives today in Northern Pakistan.).
  4. The India Magazine of Her People and Culture. Band 14. A. H. Advani, Bombay 1993 (books.google.com – = Dardic religion in Ladakh, particularly in the villages of Da and Hann, retains marked traces of the pre-Buddhist animistic religion, Bon-chos).
  5. Pakistan: Kalasha-Minderheit soll schuld an Erdbeben sein. In: Yahoo News. Abgerufen am 16. März 2021 (deutsch).
  6. Pakistan: Kalasha-Minderheit soll schuld an Erdbeben sein. In: ADF News. Abgerufen am 16. März 2021 (deutsch).
  7. Minderheit der Kalash in Pakistan: Vom Aussterben bedroht - Qantara.de. Abgerufen am 16. März 2021.