Daressalam (Region)

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Daressalam
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Tansania
Hauptstadt Daressalam
Fläche 1393 km²
Einwohner 4.364.541 (2012)
Dichte 3133 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 TZ-02

Koordinaten: 6° 46′ S, 39° 7′ O

Daressalam ist eine der 31 Regionen in Tansania. Sie grenzt im Norden und Osten an den Indischen Ozean, im Süden und Westen an die Region Pwani.

Daressalam Stadtansicht
Markt in Daressalam
Kimara, Vorort im Westen

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region umfasst die Hauptstadt Daressalam und das umliegende Land. Sie hat eine Fläche von 1393 Quadratkilometer und 4.364.541 Einwohner (Stand 2012).[1][2] Das Klima ist tropisch, Aw nach der effektiven Klimaklassifikation. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 25,9 Grad Celsius, es regnet jährlich 1089 Millimeter.[3]


Klimatabelle Daressalam
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 31 31,6 31,7 30,5 29,7 29,3 28,7 28,9 29,1 29,9 30,5 30,9 Ø 30,1
Min. Temperatur (°C) 24,6 24,2 23,5 22,9 21,7 19,9 18,9 18,9 19 20,3 22,1 23,8 Ø 21,6
Temperatur (°C) 27,8 27,9 27,6 26,7 25,7 24,6 23,8 23,9 24 25,1 26,3 27,3 Ø 25,9
Niederschlag (mm) 68 77 141 251 169 33 28 23 28 57 118 96 Σ 1089
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Quelle: climate-data.org

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Daressalam“ leitet sich vom arabischen Ausdruck „Bandar-ul-Salaam“ her, was „Hafen des Friedens“ bedeutet. Die Ernennung zur Stadt erfolgte 1920. Im Jahr 1961 wurde Daressalam Hauptstadt des unabhängigen Tanganjika und blieb auch nach der Vereinigung mit Sansibar Hauptstadt der Vereinigten Republik Tansania bis 1970. In diesem Jahr wurde die Hauptstadt nach Dodoma verlagert.[1]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wird seit 2016 in fünf Distrikte unterteilt (Stand 2020):[1]

Name Fläche

km2

Einwohner

2012

Temeke[4] 240 1.162.915
Kigamboni[5] 416 205.966
Ilala[6] 210 1.220.611
Kinondoni[7] 271 929.681
Ubungo[8] 260 845.368

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungspyramide zeigt die für Großstädte typische Form mit einer Ausbuchtung bei der Altersgruppe 15 bis 34 Jahre. Diese weist auf eine Zuwanderung hin. Die Alphabetisierung der über Fünfjährigen ist hoch, 95 Prozent bei Männern und 93 Prozent bei Frauen (Stand 2012).[9]

Einrichtungen und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildung: In Daressalam gibt es 377 öffentliche und 286 private Grundschulen, sowie 138 öffentliche und 186 private weiterführende Schulen.[10] In der Stadt befinden sich fünf Universitäten, die älteste ist die 1970 gegründete Universität von Daressalam.[11]
  • Gesundheit: Die medizinische Versorgung der Bevölkerung übernehmen 38 Krankenhäuser, 58 Gesundheitszentren und 436 Apotheken.[10]
Hafenansicht
Flughafen Julius Nyerere
Bahnhof der TAZARA Lines

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daressalam ist das wirtschaftliche Zentrum von Tansania. Es beherbergt über 500 große Industriebetriebe, wichtige Banken und Versicherungsunternehmen und es gibt gut ausgebaute Transportnetze.[1]

  • Industrie und Handel: Industrie und Handel beschäftigen 62 Prozent der Bevölkerung von Daressalam. Die Stadt ist mit 34 Banken das Finanzzentrum von Tansania. Hier sind auch Textilindustrie, lebensmittelverarbeitende Industrie, Getränkeindustrie und chemische Industrie angesiedelt. Im Jahr 2017 wurden 60.887 Handelslizenzen ausgestellt, das entspricht einer Steigerung von vier Prozent gegenüber 2016.[12]
  • Landwirtschaft: Rund dreißig Prozent der in der Stadt verbrauchten landwirtschaftlichen Produkte werden in der Region hergestellt. Es sind vor allem Obst und Gemüse, die wegen der kurzen Transportwege kultiviert werden.[12]
  • Tourismus: Daressalam ist wegen seiner Infrastruktur, seiner Hotels und wegen seiner arabischen, deutschen und englischen Geschichte für Touristen interessant. Daneben bietet es Sandstrände an der Küste des Indischen Ozeans und Korallenriffe an den vorgelagerten Inseln Mbodya, Bongoyo und Pangavini.[12]
  • Hafen: Im Jahr 2018 wurden im Hafen Daressalam 14,4 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen und 1,9 Millionen Passagiere abgefertigt.[13]
  • Flughafen: Der Julius Nyerere Flughafen ist mit 1.186.000 Passagieren im Jahr 2018 der mit Abstand größte Flughafen in Tansania.[14]
  • Eisenbahn: Alle wichtigen Eisenbahnlinien Tansanias haben ihren Ausgangspunkt in Daressalam. Die Tanzania–Zambia Railway nach Südwesten führt über Mbeya nach Sambia, die Tanganjikabahn (auch Central Line genannt) verbindet Daressalam mit Tabora und Mpanda[15] und die 2019 wieder eröffnete Bahnlinie nach Norden fährt bis Arusha.[16]
  • Straßen: Von Daressalam führt die Nationalstraße T7 die Küste entlang nach Mtwara im Süden und die Nationalstraße T1 nach Mbeya im Südwesten und weiter nach Sambia. Von der T1 zweigen die T2 in Richtung Norden nach Arusha und die T3 nach Dodoma im Nordwesten und weiter nach Ruanda ab.[17]
Nationalmuseum
Strand im Süden von Daressalam

Naturschutzgebiete, Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pande Wildreservat: Dieses zwölf Quadratkilometer große Reservat wurde 1990 gegründet. Es ist ein Gebiet mit hoher Biodiversität, es beherbergt unter anderem 164 Pflanzenarten, 142 Vogelarten und 56 Schmetterlingsarten.[18]
  • Nationalmuseum: Das Museum zeigt die Geschichte Tansanias, beginnend mit einer Abteilung über die Wiege der Menschheit über die Felsmalereien bis zu zeitgenössischer Kunst.[19]
  • Daressalam Meereschutzgebiet: Die im Norden vorgelagerten Inseln Mbudya und Bongoyo und ihre Korallenriffe umfassen ein Meeresschutzgebiet mit ausgedehnten Seegraswiesen, Meeresschildkröten, seltenen Krabben und einer Vogelvielfalt.[20]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Wien pflegt seit 2002 ein Partnerschaftsabkommen mit der Universität Daressalam, die Universität Göttingen seit 2005 eine Kooperation.[21][22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d City Profile | Dar es Salaam City Council. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  2. Tanzania Regional Profiles, 07 Dar es Salaam Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 15, abgerufen am 9. Februar 2020.
  3. Dar es Salaam climate: Average Temperature, weather by month, Dar es Salaam water temperature – Climate-Data.org. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  4. Statistics | Temeke Municipal Council. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  5. Statistics | Kigamboni Municipal Council. Abgerufen am 10. Februar 2020 (Suaheli).
  6. Category publications | Ilala Municipal Council | Strategic Plan. (PDF) S. 16–18, abgerufen am 10. Februar 2020 (englisch).
  7. History | Kinondoni Municipal Council. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  8. History | Ubungo Municipal Council. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  9. Tanzania Regional Profiles, 07 Dar es Salaam Regional Profile. (PDF) The United Republic of Tanzania, 2016, S. 18, 49, abgerufen am 9. Februar 2020.
  10. a b Statistics | Dar es Salaam City Council. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  11. Alle 5 Universitäten in Daressalam | Rankings und Bewertungen 2020. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  12. a b c Single Economic Activity | Dar es Salaam City Council. Abgerufen am 10. Februar 2020 (Suaheli).
  13. Tansania in Figures 2018. (PDF) National Bureau of Statistics, Juni 2019, S. 66, abgerufen am 10. Februar 2020.
  14. Tansania in Figures 2018. (PDF) National Bureau of Statistics, Juni 2019, S. 67, abgerufen am 10. Februar 2020.
  15. Lonely Planet: Getting around Tanzania by train. Abgerufen am 10. Februar 2020 (englisch).
  16. Daily News, Tanga-Moshi Railway Relaunched. 31. Oktober 2019, abgerufen am 31. Oktober 2019.
  17. Tanzania Trunk Road Network. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  18. Pande Game Reserve, A Biodiversity Survey. (PDF) 2003, S. 8, abgerufen am 10. Februar 2020.
  19. Dar National museum in Dar es salaam, Tanzania | Africantourer. Abgerufen am 10. Februar 2020 (englisch).
  20. Marine Parks | Marine Reserves. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  21. Dar es Salaam. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  22. Georg-August-Universität Göttingen – Öffentlichkeitsarbeit: University of Dar es Salaam – Georg-August-Universität Göttingen. Abgerufen am 10. Februar 2020.