Dargelin

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Dargelin führt kein Wappen
Dargelin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dargelin hervorgehoben
Koordinaten: 54° 1′ N, 13° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Landhagen
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 15,72 km2
Einwohner: 347 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17498
Vorwahl: 038356
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 025
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor Körner Straße 36
17498 Neuenkirchen
Webpräsenz: www.landhagen.de
Bürgermeister: Fred Feike
Lage der Gemeinde Dargelin im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Dargelin ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Gemeinde wird vom Amt Landhagen mit Sitz in Neuenkirchen verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dargelin liegt ca. zehn Kilometer südlich von Greifswald. Durch die Gemeinde verläuft östlich des Ortes Dargelin die Landesstraße 35 (ehemals Bundesstraße 96). Die Bundesautobahn 20 (ca. neun Kilometer) ist über die Anschlussstelle Gützkow erreichbar. Die nördliche Gemeindegrenze wird von der Schwinge gebildet.

Die Gemeinde wird von Geotop „Os Sassen-Dersekow-Dargelin“ tangiert.

Seit 1897 besaß der Ort auch einen Eisenbahnanschluss der Greifswald-Jarmener Kleinbahn (GJK) an der Nebenstrecke Behrenhoff – Klein Zastrow. Die Strecke berührte Dargelin, Alt Negentin und Neu Negentin. Die Orte Sestelin und Sophienberg waren mit der Strecke durch Feldbahnen verbunden. Die Strecke wurde 1945 stillgelegt und die Gleisanlagen als Reparationsleistungen demontiert.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alt Negentin
  • Dargelin
  • Dargelin Hof
  • Neu Negentin
  • Sestelin
Wohnplätze und Wüstungen im Gemeindebereich
  • Sophienberg (historisch)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt Negentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Alt Negentin war schon seit der Jungsteinzeit besiedelt, davon zeugen mehrere Großsteingräber aus dieser Epoche. Auch die Bronzezeit ist als Siedlungsgebiet der Germanen durch mehrere Hügelgräber Beleg für eine durchgehende Besiedlung.

Alt Negentin wurde erstmals 1284 als „Neghentin“ urkundlich genannt. Der Name bedeutet im slawischen so viel wie „Heide, Waldgegend“. Erst 1835 wechselte der Namen zu Alt Negentin.[2]

Die 4 Bauernhöfe von Negentin waren schon im Dreißigjährigen Krieg wüst gefallen, der 5. ging dann im 19. Jhd. ein, diese Ländereien wurden dann vom Gut übernommen.

Alt Negentin war teils Rittergut, teils ab dem 17. Jahrhundert Tertialgut. Im 13. Jahrhundert war der Greifswalder Ratsherr Heinrich Negentin der Besitzer, ihm folgten im 15. Jhd. die Familie Lesenitz, ebenfalls Magistratsmitglieder in der Stadt, sie waren verwandt mit Heinrich Rubenow. 1476 verkauften die Lesenitze das Gut an Claus Blixen zu Klein Zastrow. Seitdem war Alt Negentin im Besitz der Familie von Blixen. Sie übernahmen auch das Tertialgut im Ort. Das Lehngut hatte 1.385 preuß. Morgen und das Tertialgut 1.097 preuß. Morgen mit hohen Anteilen von fruchtbarem Ackerland. 1865 war Frau Franz, geb. von Blixen Besitzerin des Rittergutes.[3]

Alt Negentin hatte im Jahr 1865 121 Einwohner in 16 Familien, 7 Wohn- und 9 Wirtschaftsgebäude, sowie 2 Fabrikgebäude (davon 1 Holländerwindmühle, das andere wohl eine Brennerei).[3]

Seit 1912 wurde Alt Negentin von der Greifswald-Jarmener-Kleinbahn (GJK) tangiert, diese hatte ab Behrenhoff einen Abzweig nach Klein Zastrow, aber nur für den zeitweiligen Güterverkehr. 1945 wurde die Bahnstrecke als Reparation für die Sowjetunion demontiert.

Dargelin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dargelin wurde 1248 erstmals urkundlich als Dargolyn und Dargolin erwähnt[2]. Es bedeutet als slawische Gründung so viel wie lieb und teuer (nach Niemeyer) oder auch „Weg“ oder „Geschenk“ (nach Berghaus). Nördlich und nordöstlich des Ortes liegen mehrere Fundstellen mit Siedlungsnachweisen aus der spätslawischen Zeit, sowie ein frühdeutscher Turmhügel.

Bis 1280 war das Geschlecht Behr in Dargelin ansässig. Im Jahre 1284 kam der Ort durch eine Schenkung des Pommernherzoges Bogislaw IV. an die Stadt Greifswald.[3] Zu dieser gehörte es ohne Unterbrechung bis 1945.

1767 hatte Dargelin 96 Einwohner. 1788 legte die Stadt Greifswald die drei Bauernhöfe in Dargelin zusammen und errichtete einen Gutshof. 1809 bis 1849 verpfändete die Stadt das Gut an einen Kaufmann aus ihrer Stadt. Nach der Einlösung wurde das Gut mit neu eingerichteten kleinen Höfen an Pächter vergeben. Von einem der Pächter wurde 1849 das Gutshaus erbaut.

1865 hatte Dargelin 184 Einwohner in 30 Familien. 1865 gab es im Ort 13 Wohn- und 24 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Fabrik (Windmühle).[3]

Die Stadt Greifswald blieb wohl bis 1927/1928 Eigentümer und tauschte dann mit der Universität Greifswald unter anderem das Gut Dargelin mit Vorwerk gegen Ländereien in Eldena und Koitenhagen. Von 1917 bis 1932 war Ulrich Rohrschneider der Pächter des Gutes, die Universität übernahm beim Wechsel den Pachtvertrag. Von 1932 bis 1947 war Erich Haupt dann der Pächter.[4] Seit dem Tausch war das Gut Dargelin im Besitz der Uni, wurde aber 1947 an Neubauern aufgesiedelt, die um 1960 dann in die LPG eingegliedert wurden. Der genaue rechtliche Rahmen, warum die Universität Greifswald einschließlich Pächter nach 1945 enteignet wurde, ist nicht bekannt. Aus anderen Enteignungen ist bekannt, dass 1947 viel Alteigentum in Staats-, Landes- bzw. „Volkseigentum“ gewandelt wurde.

In den LPG-Bauten etablierte sich nach 1990 eine Kart-Bahn.

Die Einwohner entwickelten sich wie folgt: 1990 = 353, 2003 = 421 und 2013 = 367.[5]

Dargelin Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dargelin Hof wurde erst ab 1971 in Gemeindeverzeichnissen so benannt.[2] Vorher hieß es um 1920 laut Messtischblatt Nebenhof. Es war später eine Ansammlung von LPG-Ställen mit wenig Wohnbauten. Nach 1990 sind viele Gebäude des Ortes nur noch Ruinen.

Neu Negentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1624 als „Neu-Negentin“ erstmals erwähnt. Das Dorf und die dortige Wirtschaft war seit dieser Zeit Stadt- und Hospitalgut von Greifswald.[2] Es bestand aus dem Gutshof und wenigen Landarbeiterhäusern. In der Regel wurden Stadt- oder Hospitalgüter verpachtet und deren Einnahmen flossen dann dem Besitzer zu.

Neu Negentin hatte im Jahr 1865 62 Einwohner in 9 Familien, 4 Wohn-, 1 Schul- und 9 Wirtschaftsgebäude.[3]

Auch Neu Negentin hatte seit 1912 einen Anschluss an die GJK, wie Alt Negentin.

Sestelin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich und südöstlich des Ortes liegen zwei spätslawische Siedlungsgefilde, die archäologisch nachgewiesen sind. Sie belegen die slawische Dorfgründung.

Sestelin wurde 1284 als „Sestelyn“ erstmals urkundlich genannt. Der slawische Ortsname bedeutet „niederlassen“. Die Urkunden der Zeit berichteten, dass der Ort vornehmlich von Slawen bewohnt blieb.[2]

Schon seit 1284 werden die Blixen als Besitzer geführt, ab 1848 war es dann die Familie Weissenborn.

1865 hatte Sestelin 91 Einwohner in 14 Familien. An Bauten waren vorhanden: 6 Wohn- und 7 Wirtschaftsgebäude.[3]

Sophienberg (historische Wüstung)

Das Vorwerk Sophienberg wurde 1824 bis 1825 angelegt, es gehörte zum Gut Alt Negentin. Den Namen erhielt es nach der Frau des Besitzers von Klein Zastrow, später wurde es Ortsteil von Alt Negentin. Nach 1920 fiel der Ort wüst.[2] Jetzt ist nur noch ein verbuschtes Gelände sichtbar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Dargelin

  • Großsteingräber bei Dargelin (1) und Neu Negentin (4)
  • Gutshof Alt Negentin und Dargelin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 94, 124, 125
  • Eckhard Oberdörfer: Ostvorpommern, Edition Temmen, Bremen, 2006, ISBN 3-86108-917-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dargelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 24 ff
  3. a b c d e f Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Teils II. Band: Greifswalder Kreis. Anklam 1868, S. 36, 57 ff (Google Books).
  4. ein Verzeichnis zum Universitätsgut Dargelin
  5. Internetseite des Amtes