Dartford

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dartford (Begriffsklärung) aufgeführt.

Dartford ist eine Stadt im Nordwesten der Grafschaft Kent in South East England und Verwaltungssitz des gleichnamigen Boroughs. Die Stadt grenzt unmittelbar an Greater London.

Die Stadt liegt im Darent-Tal, durch das die alte Heerstraße von London nach Dover führt. Der Name der Stadt beruht auf einer Zusammenziehung von Darent und Ford (deutsch: Furt). Berichte über eine Furt im River Darent gibt es aus römischer Zeit. Heute wohnen in Dartford vor allem Pendler, die in London arbeiten. Die Einwohnerzahl beträgt 56.818 (Stand: 2001). Zudem ist die Stadt bekannt als Standort eines der größten Shopping-Center Englands, dem Bluewater Shopping Centre.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung im Neolithikum, der Bronze- und Eisenzeit. Die Römer bauten die Watling Street von Dubris (Dover) nach London. Sie durchquerte den Fluss. Ganz in der Nähe lag die römische Ansiedlung Noviomagus (das heutige Crayford). Dartford wird bereits im Domesday Book erwähnt.

Während des Mittelalters wurde die Siedlung zu einem Marktflecken. Zwei Bruderschaften, die Dominikaner und die Franziskaner, errichteten Spitäler, die vor allem den Pilgern auf den Weg in den Süden dienen sollten. 1576 wurde ein Gymnasium errichtet. Schon im ausgehenden 17. Jahrhundert entstanden in Dartford eisenverarbeitende Betriebe.

Ein deutscher Einwanderer namens Spielman (oder Spielmann) errichtete im 18. Jahrhundert die zweite Papiermühle in England. In ihr waren mehr als 600 Arbeiter beschäftigt, die größtenteils auch aus Deutschland stammten. Auf das Wappen von Spielman, das den Kopf eines Narren zeigt, geht das englische Papierformat Foolscap (203 × 330 mm) zurück. Spielman ist in der Stadtkirche begraben.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Straße von London nach Canterbury erbaut, die Dartford durchquerte. Ein wenig später wurde Dartford mit Sevenoaks verbunden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Eisenbahnverbindung nach London war die North Kent Line über Woolwich 1849, die von Gravesend über die Medway Towns führte. Später wurden weitere Eisenbahnstrecken errichtet:

Damit wurde Dartford ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Seit dem 6. Juni 1926 werden die Strecken elektrisch betrieben. Die Empfangsgebäude des Bahnhofs stammt aus den 1980er Jahren.

Dartford wird durch eine Umgehungsstraße entlastet. Der Dartford Tunnel ist ein Autobahn-Tunnel, der hier die Themse unterquert. Er ist eine wichtige Verbindung zwischen London und Dover und mautpflichtig. Seit 1991 überquert die Queen Elizabeth II Bridge die Themse, die Teil des Motorway M25 ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Dartford stammen (Sir) Mick Jagger und Keith Richards, Bandmitglieder der Rolling Stones. Sie kannten sich schon aus dem Kindergarten und trafen sich 1961 im Bahnhof von Dartford wieder.[1] Außerdem hat Mick Jagger vor der Dartford Library Eis verkauft und Keith kaufte ihm eines ab: „Ich kaufte ihm eines ab und er verdiente sich auch was dabei“, so Keith. Ebenfalls bekannt ist der Künstler Sir Peter Blake und die Krankenschwester Doreen Norton. Die für ihren Debütfilm Fish Tank mit Preisen ausgezeichnete Schauspielerin Katie Jarvis wurde 1991 in Dartford geboren. Ebenso stammt der Fußballspieler und -trainer Malcolm Allison aus Dartford. Sir George Holroyd Mills, ehemaliger Offizier der Royal Air Force und später Black Rod im House of Lords, wurde ebenfalls in Dartford geboren.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uhr aus dem alten Bahnhof in Dartford von 1895. Als Gastgeschenk (1973) hängt sie heute im Neustädter Rathaus in Hanau.

Dartford Heath[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Gebiet liegt westlich des ursprünglichen Stadtgebiets, von hier stammt der Dartford Warbler.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dartford, Kent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard Deiss: Flügelradkathedrale und Zuckerrübenbahnhof. Kleine Geschichte zu 200 europäischen Bahnhöfen. Bonn 2010, S. 61.

Koordinaten: 51° 26′ 47″ N, 0° 13′ 1″ O