Darul-Aman-Palast

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Darul-Aman-Palast bei Kabul im Winter
Stacheldraht um den Palast
Zwei Angehörige der US Special Forces im Palast mit Blick auf Kabul
Patrouille im Palast (2002)

Der Darul-Aman-Palast („Platz des Friedens“, auch Darulaman-Palast) ist die Ruine eines Palastes, etwa zehn Kilometer von Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, entfernt.

Das Gebäude wurde in den 1920er-Jahren erbaut und sollte das afghanische Parlament beherbergen.

Auf einem Hügel hinter dem Palast befindet sich der Tajbeg-Palast der früheren Königinnen Afghanistans.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der klassizistische Palast wurde in den 1920er Jahren im Zuge der Reformen des Königs Amanullah Khan erbaut. Damals widmete sich König Amanullah auch der Stadtentwicklung Kabuls. Er ließ elf Kilometer vom alten Stadtkern entfernt den neuen Stadtteil Darulaman mit dem gleichnamigen Palast im Zentrum errichten. Das Gebäude dokumentiert das Wirken des deutschen Architekten Walter Harten, den König Amanullah mit seinen Modernisierungsplänen betraut hatte.[1]

Das Projekt geht auf die ursprüngliche Initiative des damaligen Berliner Geheimen Regierungsrats Josef Brix zurück. In den zehn Jahren bis 1929 errichtete ein Team von 22 deutschen Ingenieuren 70 moderne Gebäude in Kabul und bildete beim Bau des Palastes etwa 700 einheimische Fachkräfte aus.[2]

Der Palast sollte eigentlich das neue Parlament Afghanistans beherbergen, dieser Plan kam aber durch den Sturz Amanullahs nicht zur Ausführung.[1] Das Anwesen war in den 1920er Jahren über die Kabul–Darulaman Tramway mit Kabul verbunden.

Der Palast stand einige Zeit leer. 1969 brannte er aus und wurde danach in das Nationalmuseum Kabul umgewandelt. In den 1970er- und 1980er-Jahren residierte dort das Verteidigungsministerium Afghanistans, wobei das Gebäude während der kommunistischen Machtübernahme 1978 abermals brannte.

Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen im sowjetisch-afghanischen Krieg wurde der Palast während des Bürgerkrieges in den 1990er-Jahren durch Artilleriebeschuss der Mudschaheddin endgültig zur Ruine.

Heute dient die Ruine der ISAF und den an der Operation Enduring Freedom beteiligten Truppen als Beobachtungsposten.

2005 wurde ein Plan zum Neuaufbau des Palastes und des diesen umgebenden Parks vorgestellt. Das Bauwerk soll Sitz eines zukünftigen afghanischen Parlaments werden. Der Neuaufbau soll vorwiegend von ausländischen Investoren getragen werden. In Deutschland wurde dazu die Darul-Aman Stiftung gegründet, Schirmherr war Walter Scheel.[1]

Beim Wiederaufbau von Palast und Park sollen wie beim ursprünglichen Bau einheimische Fachkräfte ausgebildet werden und zum Einsatz kommen. Zuerst soll daher eine Schule für Bauhandwerker und Gärtner entstehen. Die angehenden Fachkräfte erlernen beim Wiederaufbau ihr Handwerk und führen es dort zuerst aus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Darul-Aman-Palast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die Geschichte einer Freundschaft zwischen den Völkern. Darul-Aman Stiftung, archiviert vom Original am 21. August 2007; abgerufen am 2. August 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.darul-aman.net
  2. Wilhelm Riecks Reise nach Afghanistan zum Bau des Darulaman-Palast. Werner Müller, abgerufen am 2. August 2009.

Koordinaten: 34° 27′ 54,8″ N, 69° 7′ 9,5″ O