Das Blaue Sofa

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Uschi Obermaier mit dem Journalisten Michael Sahr bei der Vorstellung ihrer Autobiographie auf dem blauen Sofa während der Frankfurter Buchmesse 2013

Das Blaue Sofa (eigene Schreibweise: das blaue sofa) ist eine Veranstaltungsreihe, bei der Autoren auf einem blauen Sofa Interviews geben. Veranstalter sind der Medienkonzern Bertelsmann, das ZDF sowie seit 2008 Deutschlandradio Kultur.[1] Sie nennen es „das gemeinsame Autorenforum“, das insbesondere auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig und regelmäßig im Berliner Kulturleben stattfindet. Zwischen 2011 und 2015 entstand daraus auch die monatliche Literatur-Sendung.

Geschichte und Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reihe wurde 1999 vom Club Bertelsmann ins Leben gerufen, um „Lese- und Autorenförderung zu betreiben und um Gespräche zwischen ausgewählten Autoren und ausgewiesenen Kulturjournalisten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, und wird dazu von Beginn an durch das ZDF-Kulturmagazin aspekte und dessen ehemaligen Redaktionsleiter Wolfgang Herles begleitet: Seit März 2000 präsentiert „das blaue sofa“ gemeinsam mit seinen Partnern auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt die wichtigsten Autoren der Buchmessen, die von Journalisten des ZDF sowie seit 2008 des Deutschlandradio Kultur interviewt werden. Die Beiträge stellt das ZDF in seiner Mediathek online und sendete in aspekte-Sondersendungen mit dem Namen das blaue sofa Ausschnitte davon. Ab 2011 moderierte Herles monatlich eine eigenständige Sendung unter diesem Namen, die 2015 mit seinem Ruhestand endete.

Die Redaktionskonferenz des Blauen Sofas lädt etwa 60 (Leipziger Buchmesse) bis 80 (Frankfurter Buchmesse) Autoren ein, um deren neueste Bücher im halbstündigen Gespräch auf dem blauen Kultmöbelstück vorzustellen. Alle Gespräche können Zuschauer täglich live vor Ort auf den Buchmessen, auf dem ZDFdokukanal, in der ZDF-Mediathek und im Deutschlandradio Kultur erleben. Der Spiegel bezeichnete die Reihe als „Ruhmesrampe der Buchmessen“.[2]

„Das Blaue Sofa Berlin“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Tage vor der Bundestagswahl im September 2005 feierte zudem das Blaue Sofa Berlin anlässlich des Internationalen Literaturfestivals Berlin Premiere. Autoren wie Paul Nolte, Rüdiger Safranski, Peter Schneider und Christoph Stölzl diskutierten das Thema „Neues Deutschland – steht die Kultur zur Wahl?“ Zwei Monate später gastierte das Blaue Sofa Berlin mit Paulo Coelho erstmals im Berliner Ensemble, dem Traditionstheater von Bertolt Brecht und Helene Weigel.

Weitere wichtige Auftritte waren die Buchpremiere des autobiografischen Romans „Beim Häuten der Zwiebel“ mit dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass (2006) sowie das literarische Gipfeltreffen mit Grass, Joachim Kaiser und Martin Walser zum Thema „Gruppe 47 – sechzig Jahre danach“ (2007).

2008 gastierte das Blaue Sofa erstmals mit einer Talkrunde zum Thema „1968 und die Künste“ bei den Salzburger Festspielen. Im Dezember 2008, dem 60. Gründungsjahr des Staates Israel, luden Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und der Botschafter des Staates Israel, Yoram Ben-Zev zu einem Sofa-Talk zwischen dem israelischen Schriftsteller Amos Oz und dem Bundesaußenminister unter der Moderation von Wolfgang Herles ein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Das blaue Sofa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das blaue Sofa – das berühmteste literarische Sitzmöbel. In: www.das-blaue-sofa.de. Abgerufen am 11. Oktober 2016.
  2. Die Ruhmesrampe. In: Der Spiegel. Nr. 42, 2003 (online).