Das Boot (Fernsehserie)

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Fernsehserie
OriginaltitelDas Boot
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch, Englisch
Jahr(e)seit 2018
Produktions-
unternehmen
Bavaria Fiction,
Sky Deutschland,
Sonar Entertainment
Länge60 Minuten
Episoden16 in 2 Staffeln (Liste)
RegieAndreas Prochaska
DrehbuchTony Saint,
Johannes W. Betz
ProduktionMoritz Polter,
Oliver Vogel,
Marcus Ammon,
Frank Jastfelder,
Jenna Santoiani
Erstveröffentlichung23. November 2018 (D/A/CH) auf Sky (VoD)
Besetzung

Das Boot ist eine deutsche Fernsehserie, die nach den Drehbüchern von Tony Saint und Johannes W. Betz unter der Regie von Andreas Prochaska mit Vicky Krieps, Tom Wlaschiha, Thierry Frémont, Rick Okon und August Wittgenstein in den Hauptrollen inszeniert wurde.[1] Als Vorlage dienten Lothar-Günther Buchheims Romane Das Boot und Die Festung sowie Wolfgang Petersens gleichnamiger Kinofilm von 1981. Produziert wurde die Serie von der Bavaria Fernsehproduktion, Sky Deutschland und Sonar Entertainment. Sie wurde ab dem 23. November 2018 in Doppelfolgen auf Sky 1 ausgestrahlt und am selben Tag wurde auf den Video-on-Demand-Plattformen von Sky Deutschland die erste Staffel komplett veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie setzt ein Jahr nach den Ereignissen in Wolfgang Petersens Film Das Boot im Herbst des Jahres 1942 ein und erzählt die Geschichte einer jungen U-Boot-Besatzung, die an Bord von U 612 auf eine Mission in feindliche Gewässer geschickt wird.[2] Auch das Aufkeimen von Widerstand in der französischen Hafenstadt La Rochelle wird thematisiert.[1]

Inhaltsangabe Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 3. U-Flottille mit ihren 13 U-Booten in La Rochelle steht kurz vor neuen Kampfeinsätzen, die insgesamt schwieriger geworden sind, da die deutsche U-Bootwaffe mittlerweile von den Alliierten sehr viel stärker bekämpft wird und es auf See bereits erhebliche Verluste gegeben hat. Das Boot U 113 unter dem erfahrenen Kommandanten Wrangel wird versenkt, wobei dieser über Bord geht. Unterdessen wird dem gerade zum Kapitänleutnant beförderten Klaus Hoffmann mit U 612 ein neues Boot unterstellt. Zuvor muss aufgrund eines Brandes im Funkraum der verletzte Funkmaat durch Frank Strasser ausgewechselt werden. Am Tag vor dem Auslaufen wird Strassers Schwester Simone als Übersetzerin aus dem Elsass in den Nachrichtendienst der Kommandantur von La Rochelle versetzt. Sie sieht ihren Bruder zum letzten Mal, als sie ihm Ersatzteile für das beschädigte Funkgerät bringt. Während sich die Mannschaft im Bordell mit Alkoholexzessen vergnügt, ist der künftige Kommandant, Kapitänleutnant Hoffmann, bei einer standrechtlichen Erschießung eines Untergebenen anwesend, dessen Exekution wegen Insubordination im Wesentlichen auf Hoffmanns Aussage erfolgte. Bei der Exekution tätigt Hoffmann schließlich selbst den Gnadenschuss.

Bei der ersten Unternehmung von U 612 im Atlantik kommt es innerhalb der Besatzung zu Spannungen. Kommandant Klaus Hoffmann und Oberleutnant Karl Tennstedt, als 1. Wachoffizier (WO),[3] zwei grundsätzlich unterschiedliche Charaktere, stehen miteinander in Rivalität. In der Besatzung gibt es die vorherrschende Meinung, dass der energische und draufgängerische Tennstedt, der zudem mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet ist, das Kommando aufgrund seines schneidigen Führungsstils eher verdient hätte als der weniger risikobereite Kommandant Hoffmann, dessen Vater ein hochrangiger Marineoffizier ist. Hoffmann überspielt seine mangelnde Gefechtserfahrung mit unzähligen Drillübungen, so z. B. dem Nachladen der Torpedos,[4] die die Besatzung unter bestimmter Zeitvorgabe erfüllen muss und sie so immer wieder unter Druck setzen soll. Für Hoffmann gilt die Maxime, dass die Mannschaft in den bevorstehenden Gefechtssituationen auf alle Eventualitäten vorbereitet werden soll.

Währenddessen gerät Simone Strasser in einen Loyalitätskonflikt zwischen Kriminalrat Hagen Forster von der Gestapo, der sich um sie bemüht, und einer Zelle der Résistance um Carla Monroe, die in Verbindung mit ihrem Bruder steht. In La Rochelle formiert sich zunehmend Widerstand gegen die Besatzer. Simone trifft nachts in La Rochelle Jacqueline, eine Kontaktperson zur Zelle. Als sie von der Gestapo entdeckt werden, kann Simone gerade noch rechtzeitig fliehen, während Jacqueline verhaftet und unter Folter verhört wird. Während eines Luftangriffs kann Simone ins Gefängnis zu Jacqueline vordringen. Sie verabreicht ihr eine Überdosis Schmerzmittel, um sie von ihren Schmerzen zu erlösen und ihr weitere Folter zu ersparen. Die Besatzung eines zurückkehrenden U-Bootes vergewaltigt die junge französische Barfrau Natalie im Siegesrausch der Besatzer, infolgedessen sie wenig später stirbt.[5] Da die Täter zu der Besatzung des Kriegshelden Korvettenkapitän Schulz, genannt „King Kong“, gehören, wird dieses Verbrechen weder geahndet noch weiter verfolgt. Natalie war die Freundin von Frank Strasser und Simone veranlasst, dass sich um das gemeinsame kleine Kind gekümmert wird. Sie ist entsetzt über die Tat, da sie Natalie mithilfe von gefälschten Pässen kurz zuvor in Sicherheit bringen wollte. Die Résistance verübt während einer Parade einen Bombenanschlag auf das U-Boot von Schulz, bei dem auch Simone leicht verletzt wird. Als Vergeltungsmaßnahme soll der Bürgermeister von La Rochelle eine Liste von 100 unschuldigen Personen erstellen, die dafür erschossen werden sollen. Dies kann jedoch noch rechtzeitig verhindert werden, um die Fronten zwischen Résistance, Kollaboration und Besatzungsmacht nicht noch weiter zu verhärten und da man so einen Aufstand der französischen Werftarbeiter befürchten muss.

U 612 wird einer U-Bootgruppe zugeteilt, die unter dem Codenamen „Ozelot“ einen Rudelangriff auf einen US-amerikanischen Geleitzug durchführen soll. Kurz vor dem Abfeuern der Torpedos erhält Funkmaat Strasser einen chiffrierten Befehl mit einem neuen Auftrag, der Hoffmann zum sofortigen Abbruch der Kampfhandlung veranlasst. Das Abdrehen von U 612 führt dazu, dass zwei deutsche U-Boote US-Zerstörern schutzlos ausgeliefert sind und versenkt werden. Dieser Vorfall verschärft die Konflikte zwischen Hoffmann und Tennstedt, da Letzterer Hoffmanns Entscheidung als Feigheit vor dem Feind auslegt. Der neue Auftrag, der vor der Mannschaft geheimgehalten werden soll, beinhaltet, einen US-Amerikaner gegen einen Kriegsgefangenen auszutauschen. Auf der Fahrt zu der Position, wo der Austausch stattfinden soll, eskalieren die Konflikte in der isolierten Welt von U 612. So wird der Amerikaner Samuel Greenwood, dem eine Welle der Antipathie entgegenschlägt, für einen Juden gehalten. Auf Geheiß des Kommandanten und gegen den Widerstand des 1. WO erhält er das Privileg, an den Mahlzeiten in der Offiziersmesse teilzunehmen. Bei einer dieser Gelegenheiten eröffnet er den U-Bootoffizieren, dass er ausgesprochen gute Kenntnisse über die Technik ihres U-Bootes besitzt. Außerdem hält er ihre Einsatztaktik der „grauen Wölfe“[6] eher für fragwürdig, bei der sie nichts ahnenden Handelsschiffen wie hinterhältige Scharfschützen aus Sehrohrtiefe auflauern. Im Laufe der Feindfahrt erlebt der sogenannte „Badegast“ die Härten des Seekrieges. Der Kommandant macht dem Amerikaner mit aller Deutlichkeit klar, dass er nicht außerhalb des Krieges steht, sondern dass seinetwegen Männer sterben müssen. Die Mannschaft regelt ihre Spannung in Abwesenheit der befehlshabenden Offiziere untereinander durch das Faustrecht, das massiv vom bayrischen Unteroffizier und Torpedo-Obermechanikermaat Josef Wolf ausgeübt wird. Beim Hantieren mit einem Torpedo während eines Angriffs auf eine feindliche Korvette kommt es zu einem schweren Zwischenfall, bei dem ein Matrose schwer verletzt und in dessen Folge ihm ohne Narkose ein Arm amputiert werden muss.

Der Gefangenenaustausch findet bei schwerer See auf einem amerikanischen Schiff statt. Dessen Kapitän verzichtet für die Dauer der Übergabe auf feindselige Handlungen und ist auch dazu bereit, den schwerverletzten deutschen Matrosen als Kriegsgefangenen aufzunehmen. Bei der Übergabe wird der ausgetauschte Amerikaner von seinem Vater empfangen, der sich als der US-Großindustrielle Greenwood herausstellt, der die Aufrüstung der deutschen Wehrmacht bereits in den 1930er Jahren mitfinanziert hat. Er eröffnet den Offizieren seinen Standpunkt, dass es bei Kriegen generell nicht um Patriotismus oder Ideologien, sondern ausschließlich ums Geschäft geht. Der gegen Greenwood ausgetauschte Deutsche ist der Kapitän und einzige Überlebende von U 113, Ulrich Wrangel. Korvettenkapitän Wrangel entpuppt sich an Bord von U 612 als Unruhestifter, und gemeinsam mit Tennstedt führt er eine Meuterei an, in deren Folge Hoffmann abgesetzt wird.[7] Hoffmann und ein ihm gegenüber loyaler Seemann werden mitten im Atlantik in einem Schlauchboot[8] ausgesetzt.

Kommandant Wrangel befiehlt einen Kurswechsel[9] in Richtung auf die bekannten Geleitzugrouten und der Großteil der Mannschaft ist anfangs begeistert von dem neuen Befehl. In einer draufgängerischen Aktion wird der Einzelangriff auf ein großes Frachtschiff bei Tageslicht[10] befohlen. Nach Abschuss der Torpedos wird die Anwesenheit des abtauchenden deutschen U-Bootes von einer Gruppe von Zerstörern bemerkt, die es sofort bejagen und mit Wasserbomben bekämpfen, welche schwerste Schäden hervorrufen. Wrangel, in der festen Meinung, durch seine unüberlegte Aktion den Heldentod verursacht zu haben, zieht sich zum Sterben in seine Koje zurück und überlässt die Mannschaft ihrem Schicksal. Auch der 1. WO Tennstedt ist angesichts des sicheren Todes wie gelähmt und unfähig, das Kommando zu übernehmen. U 612 verliert die Kontrolle über die Wassertiefe und läuft in etwa 250 Metern[11] auf eine Sandbank auf, die sich als Ausläufer einer Untiefe herausstellt. Der elektrische Antrieb des U-Bootes ist bei dem Angriff ausgefallen, außerdem dringt durch eine Undichtigkeit Luft aus den Auftriebstanks ins Schiffsinnere und der Innendruck steigt beständig. Nachdem sie sich aus der Schockstarre wieder gefangen haben, wird der LI Ehrenberg dazu gedrängt, das Kommando zu übernehmen. Ehrenberg befiehlt der Mannschaft nach der undichten Stelle zu suchen. Nachdem zwei Leckagen im Rohrleitungssystem gefunden und abgedichtet sind, soll nun Luft zum Anblasen mit dem elektrischen Kompressor in die Tanks zurück gedrückt werden, um überhaupt eine Möglichkeit zum Auftauchen zu schaffen. Aber es stellt sich heraus, dass auch die Batterie, die sowohl für den Kompressor als auch für die E-Maschine unabdingbar ist, beschädigt wurde. Beim ersten Reparaturversuch explodiert eine Zelle und es treten Batteriesäure und Chlorgas aus, was weitere Versuche unter Lebensgefahr unmöglich macht. Die Mannschaft lost aus, wer das Himmelfahrtsunternehmen durchführen soll. WO Tennstedt, der es zutiefst bereut, dass er seine Loyalität Wrangel geschenkt hat und dieser sich im entscheidenden Moment doch als Feigling erwiesen hat, führt die Reparatur durch und kommt dabei um. Sein Tod ist nicht umsonst, denn das U-Boot kann wieder auftauchen.

U 612 hat kaum noch Treibstoff und befindet sich nach wie vor auf der gefährlichen Geleitzugroute, wo es jederzeit von feindlichen Zerstörern aufgeklärt, bekämpft und versenkt werden kann. Da werden SOS-Signale eines Frachtschiffes empfangen. Wrangel übernimmt wieder das Kommando und beschließt, das manövrierunfähige Schiff durch einen zusammengestellten Kommandotrupp entern zu lassen, um Treibstoff zu akquirieren. Es entpuppt sich als eine Art ukrainisches Geisterschiff, mit einer kleinen Besatzung, die sich auffällig verdächtig verhält. Unter Deck finden die U-Bootmänner mehrere Leichen. Ein Besatzungsmitglied von U 612, der das Stigma trägt, dass Jungfrauen an Bord eines U-Bootes Unglück bringen würden, nutzt die verworrene Situation und vergewaltigt ein geknebeltes Mädchen, welches vermutlich Jüdin ist,[12] wobei das Mädchen durch einen versehentlichen Schuss getötet wird. Zunächst handeln die Deutschen mit der Besatzung einen Deal „Reparatur gegen Treibstoff“ aus, aber als sie sich außerstande sehen, den Antrieb des Frachters zu reparieren, erschießen sie die gesamte Besatzung, um den Treibstoff für sich behalten zu können. Bei der Schießerei wird Obermechanikermaat Wolf durch einen Bauchschuss tödlich verwundet.

Auch für Simone spitzt sich die Situation zu. Während sie sich zum Schein mit Kriminalrat Forster einlässt, entwickelt sie gleichzeitig eine Liebesbeziehung zu Carla Monroe und arbeitet für die Zelle der Résistance.[13] Forster enttarnt Monroes Identität und die des Bombenlegers, der für den Anschlag auf den U-Boot-Bunker in La Pallice verantwortlich ist. Der Bombenleger wird getötet[14]. Forster teilt Simone mit, dass er von U 612 einen Notruf erhalten hat.[15] Die Résistance setzt ihre Ziele mit Gewalt und auf Kosten des Lebens Unschuldiger durch, indem sie den Flottillenchef Gluck entführt und in Kauf nimmt, dass im Gegenzug 100 Einwohner von La Rochelle hingerichtet werden sollen.[16]

An Bord von U 612 fälscht unterdessen der Smut auf Anweisung Wrangels das Kriegstagebuch des Bootes. Darin wird festgehalten, dass Hoffmann bei einem Gefecht umgekommen sei, woraufhin Wrangel ganz legitim das Kommando übernommen habe. Die Besatzung wird auf diese Geschichte wie auf einen Pakt eingeschworen. Ein Mechaniker, der andeutet, von den Erlebnissen erzählen zu wollen, wird von seinen Kameraden im Schlaf erstickt.

Simone verrät heimlich das Versteck von Monroes Zelle an die Gestapo, da sie nicht ertragen kann, dass nun 100 Unschuldige für Monroes Aktionen büßen sollen. Forster hebt die Zelle um Carla Monroe aus, die Gluck als Geisel gefangen hält. Obwohl der Flottillenchef unverletzt befreit werden kann und Monroe und alle Widerstandskämpfer bei dem Feuergefecht umkommen, lässt Forster noch fünf Geiseln hinrichten. Der Kriminalrat hat schon länger argwöhnt, dass Simone ein doppeltes Spiel trieb und stellt sie vor die Wahl, sich jetzt auf die richtige Seite zu stellen. Sie eröffnet ihm, dass sie Carla mehr geliebt hat als ihn. Er versucht, sie zu vergewaltigen, dabei kommt es zwischen ihnen zu einem Kampf, bei dem Forster schwer am Oberschenkel verletzt wird und zu verbluten droht. Simone bindet ihm das Bein mit einem Gürtel ab und flieht daraufhin.

Zurück in La Rochelle legen Wrangel und die zwei überlebenden Offiziere des Bootes, LI Ehrenberg und der 2. WO Schiller dem soeben befreiten Flottillenchef Gluck das gefälschte Kriegstagebuch vor. Dieser akzeptiert die präsentierte Version und Großadmiral Karl Dönitz lässt sie aufgrund ihres Beitrages zur Schlacht auf dem Atlantik zu Kriegshelden erklären. Simone begegnet in ihrem Versteck ihrem totgeglaubten Bruder wieder. Zur gleichen Zeit ist Simones Mitbewohnerin Margot Bostal, die als eine der 100 Unschuldigen hingerichtet werden sollte, mit Frank Strassers Kind auf der Flucht nach Marseille.

Zu Ende der letzten Folge wird das Büro Samuel Greenwoods gezeigt. Dort kündigt ihm seine Sekretärin einen Gast an, der seinen Namen nicht nennen will. Als Greenwood ihn hereinbittet, steht ihm zu seinem Verwundern Kapitänleutnant Hoffmann gegenüber.

Inhaltsangabe Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Rückkehr von U 612 wird Korvettenkapitän Ulrich Wrangel für die durch seinen zunächst unerkannt unwahren Bericht glaubhaft gemachte, heldenhafte Rettung des Bootes und der Mannschaft das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und auch sonst sieht es so aus, als ob die Vertuschung der Meuterei auf U 612 gelänge. Der Leitende Ingenieur Robert Ehrenberg hingegen kämpft mit Gewissensbissen und entschließt sich, Meldung bei Fregattenkapitän Heinrich Gluck zu machen, woraufhin Wrangel und die gesamte Besatzung von U 612 festgenommen werden. Als sich hingegen herausstellt, dass der mit einem Sonderbefehl beauftragte Korvettenkapitän Johannes von Reinhartz, mit U 822 die Ostküste der USA anzulaufen, um dort „die Fracht“, das heißt drei Angehörige der SS mit Sabotageauftrag, abzusetzen, vor hat, dort überzulaufen und das Boot mitsamt dem Chiffriergerät Enigma zu übergeben, bleibt Gluck wegen Personalmangels keine andere Wahl, Wrangel als Bewährungsprobe auf von Reinhartz anzusetzen. Ebenfalls bewähren muss sich der fahnenflüchtige Oberfunkmaat Frank Strasser, der auf dem Weg ins neutrale Spanien zu seiner Tochter Anna von einer Einheit des Heeres aufgegriffen und nun als Ersatz für beurlaubte Mannschaften auf U 822 eingesetzt wurde. Strasser wird in die Pläne von Reinhartz’ eingeweiht, als der BdU in Lorient infolge des Bekanntwerdens seiner Absichten den sofortigen Rückmarsch befiehlt. Was Strasser hingegen nicht weiß, ist dass seine Schwester Simone beim Versuch, einer versteckten jüdischen Familie – Vater David und die Kinder Ruth und Elias – zur Flucht vor der Gestapo zu helfen, erschossen wurde. Simone hatte schon länger Kenntnis von dem Aufenthaltsort der Familie und nutzte ihre Möglichkeiten bei der Polizei, ihre Ankunft in La Rochelle geheim zu halten. Dass die Familie aus habgierigen Motiven durch den polizeibekannten Tunichtgut Anatole Desjesquier verraten wurde, nutzt Kriminalrat Hagen Forster aus, indem er Simone die bevorstehende Razzia ankündigt und sie so dazu bringt, die Familie vorzuwarnen. Forster nennt Simone jedoch nicht den richtigen Zeitpunkt; er lässt die Falle zuschnappen und nimmt letztlich Rache an Simone für die Kränkung im Zusammenhang mit der Widerständlerin Carla Monroe. In New York beabsichtigt der ausgesetzte und gestrandete Kapitänleutnant Klaus Hoffmann, nach Deutschland zurückzukehren und nimmt Kontakt zum Anwalt Friedrich Berger auf, der in New York einen konspirativen Kreis amerikanischer Nationalsozialisten versammelt. Samuel Greenwood, bei dem Hoffmann untergetaucht ist, plant die Entwicklung eines neuartigen Radargeräts, das leicht und klein genug sein soll, um in Flugzeugen zur U-Boot-Jagd eingesetzt zu werden. Um die Regierung zur Bereitstellung der Finanzen zu bewegen, ist er auf Hoffmanns Kenntnisse zum Stand deutscher Radarforschung angewiesen, die den Schlüssel liefert, passend dimensionierte Geräte zu entwerfen. Greenwoods Vater Jack Greenwood hingegen bereitet seinen Wahlkampf als Senator für den Bundesstaat New York vor und positioniert sich als antikommunistischer Patriot, der kritische Nachfragen zu seiner Motivation abschmettert.

Die Krankenschwester und Freundin von Simone Margot Bostal begleitet die jüdische Familie auf ihrer Flucht, die dadurch erschwert wird, dass Elias, der kleine Sohn, krank ist. Sehr zum Leidwesen des Polizeichefs Duval beauftragt Forster ihn gemeinsam mit Anatole, der durch Spitzelei im Ort an Hinweise über die Familie geriet, so dass Forster in ihm einige Kompetenz erkennen will, mit der Fahndung. Duval hegt keine Sympathien für Anatole, unterliegt jedoch dem Befehl und muss auch erdulden, dass Anatole einen Bauern auf Hinweise foltert und tötet. Margot und die kleine Familie halten sich in der Gegend auf und müssen wegen der sich verschlechternden Gesundheit des kleinen Elias ausgerechnet auf dem Hof des ermordeten Bauern Zuflucht suchen. Margot entschließt sich, im nahegelegenen Dorf einen Arzt zu suchen und wird dabei von Duval gesehen, der ihr nachläuft. Duval hat sich unter dem Eindruck von Anatole nun dazu durchgerungen, Margot zu warnen und ihr Hilfe anzubieten. Der Arzt, Bizet, ist ein Trinker und wird von David argwöhnisch beäugt, aber dann doch anerkannt, als er versucht, Elias mit Naturheilmitteln zu behandeln, als andere Medikamente nicht zur Hand sind.

Auf U 822 finden von Reinhartz und Strasser eine Lösung dafür, dass die andere Funkwache weitere Funksprüche aus Lorient abhören und so der Mannschaft der Plan von Reinhartz’ bekannt würde. Strasser sabotiert also den Langewellenempfänger, der außerhalb seiner Wache Feuer fängt, so dass die Schuld auf seine Ablösung, Funkmaat Kraushaar, fällt. Wrangel, mit U 612 nun auf Abfangkurs, hat hingegen andere Probleme: seine zusammengewürfelte Besatzung ist unerfahren, einer der Dieselmotoren läuft unregelmäßig und der Leitende Ingenieur Ehrenberg, der in der Mannschaft nach der schwurwidrigen Meldung der Meuterei ohnehin einen schlechten Stand hat, verliert die Kontrolle über seine Alkoholsucht. Auf U 822 wähnt sich von Reinhartz in sicheren Gewässern und lässt auftauchen, um den Badetag zu verkünden. Als die Mannschaft um das Boot um die Wette schwimmt, greifen zwei gegnerische Jagdbomber an und die nackten Männer müssen schnell zurückschwimmen und einsteigen. Der 1. Wachoffizier Schiller versucht energisch, mit der Flak die Flieger abzuwehren, als schon alle anderen eingestiegen sind. Lediglich Strasser ist noch da, der jedoch sich selbst als letzten Mann auf der Brücke meldet, das Luk verschließt und Schiller, der seitdem das Funkgerät zerstört wurde, misstrauisch ist, den Fluten überlässt. Mäßige Schäden an den Batterien bringen von Reinhartz dazu, einen nahegelegenen Versorger anzusteuern, wovon in La Rochelle auch Gluck erfährt, der Wrangel sofort zur Position befehligt. Am Versorgungsschiff angekommen, erkennt von Reinhartz schnell den Hinterhalt, dreht ab und sieht noch, wie aus U 612 schwarzer Qualm aufsteigt, als dessen Steuerborddiesel nach Überlastung endgültig ausfällt. Beeindruckt vom Fehlschlag der Abfangoperation erteilt das Flotillenkommando in Lorient nun den Versenkungsbefehl für U 822 und kurz darauf gelingt es der Mannschaft von U 612, den ausgefallenen Diesel wieder in Gang zu setzen. Nun mit knappem Vorsprung läuft U 822 jedoch direkt auf eine amerikanische U-Jagdgruppe aus mehreren Korvetten, so dass – trotz der schwachen Batterien – getaucht werden muss. U 822 wird bombardiert, als Wrangel mit U 612 auftritt und die Korvetten angreift. Wrangel kann zwei Korvetten versenken, als U 822 nun völlig stromlos auftauchen muss und sich auf U 612 die Unerfahrenheit der Mannschaft rächt, als das Nachladen nicht rechtzeitig gelingt, die dritte Korvette nicht angegriffen werden kann und das Boot auf Tiefe gehen muss. Die Hoffnung Wrangels, U 822 werde nun die dritte Korvette angreifen, wird enttäuscht, denn auf U 822 kommt es zur Meuterei, als „der Fracht“ klar wird, dass von Reinhartz den Überlauf plant. Strasser kann hingegen mit anderen aus der Mannschaft die Meuterei beenden, wobei einer der drei SS-Agenten erschossen wird. Auch U 612 kann dem Angriff entkommen und setzt die Jagd fort. Als es erneut zum Zusammentreffen der beiden Boote kommt, ist die Gelegenheit für von Reinhartz günstig und ein Torpedo trifft U 612, aus dem sich nur Wrangel und Ehrenberg retten können, die nun von U 822 aufgenommen werden.

In New York versucht die nationalsozialistische Zelle nun, in Hoffmann den Helfer zu finden, amerikanische Marinestützpunkte an der Ostküste zu sabotieren. Berger stellt Hoffmann in Aussicht, auf dem U-Boot, das drei Agenten mit Dynamit im Gepäck anlanden soll, nach Deutschland zurückzukehren, wobei Hoffmann nicht ahnt, dass es sich dabei um U 822 handeln soll, auf dem ein Teil seiner ehemaligen Mannschaft dient. Hoffmann ergreift die Zuneigung für die afro-amerikanische Jazz-Sängerin Cassandra Lloyd, die zunächst nichts von seiner eigentlichen Identität, geschweige denn davon weiß, dass er Angehöriger der deutschen Kriegsmarine ist. Nach und nach weiht Hoffmann Lloyd in seine Absichten ein, von der Ostküste aus in seine nicht näher bezeichnete Heimat zurückkehren zu wollen, so dass Lloyd ihn letztlich nach Maine ans Meer begleitet, wo sie in einem Motel absteigen. Währenddessen kommt es auf U 822 wieder zur diesmal erfolgreichen Meuterei, indem Wrangel erneut das Kommando über das Boot und die Mannschaft ergreift und den loyalen Kreis um von Reinhartz, damit auch den ehemaligen, redseligen Smut und nun wieder Leitenden Ingenieur Hinrich Laudrup und Strasser, im vorderen Torpedoraum einsperren lässt. Es sieht zunächst so aus, als sei von Reinhartz' Vorhaben endgültig gescheitert und weder werde er jemals amerikanischen Boden betreten, noch gelinge ihm die Übergabe des Bootes und der Enigma. Wrangel ist jedoch entschlossen, den Befehl für U 822, „die Fracht“ abzuliefern, auszuführen und läuft deswegen die Küste Maines an. Im Wissen, an der fraglichen Stelle würde eine Sandbank die Annäherung an den Strand verhindern, ankert das Boot weit vor dem Strand und die SS-Agenten setzen mit dem Beiboot über. Strasser, der gezwungen wird, im Funkraum den sabotierten Langwellenempfänger zu reparieren, nutzt die Gelegenheit, als Wrangel und die anderen Offiziere an Deck die SS-Agenten verabschieden, um Ehrenberg im Dieselraum davon zu überzeugen, die Maschinen mit äußerster Kraft voraus laufen zu lassen, um das Boot auf die Sandbank zu steuern. Ehrenberg mimt den Betrunkenen und als das Boot aufläuft, nutzen die Gefangenen im vorderen Torpedoraum die Gunst der Stunde und verlassen das Boot durch das Torpedoladeluk. Um so nah an der Küste keine Aufmerksamkeit zu erregen, lässt Wrangel nicht schießen. Als er jedoch von Reinhartz durch das Luk kommen sieht, greift er im Rausch der Wut zur Pistole und schießt.

Hoffmann verbringt den Nachmittag und den Abend mit Cassandra Lloyd in einem Diner am Strand und eröffnet ihr, deutscher U-Boot-Kommandant zu sein und ein U-Boot zu erwarten, das ihn abholen wird, woraufhin Lloyd ihn zunächst sitzen lässt. Jetzt wird klar, dass Hoffmann, der vom Anwalt Berger, der dazu von höchster Stelle der SS, die in ihm als Geheimnisträger ein Risiko sah, beseitigt werden sollte, beim Schusswechsel verletzt wurde. Sein Zustand verschlechtert sich und er beginnt, zu halluzinieren; ihm erscheint im Diner sein Vater, der sich ihm offenbart und erklärt, warum deutsche Väter angesichts der Schmach des verlorenen großen Krieges, ihre Söhne zu rohen Menschen erzogen. Hoffmann sieht sich nun die Dünen hinabstolpern und am Strand liegenbleiben, als zwei Silhouetten auf ihn zulaufen, die ebenso gut Strasser und Laudrup sein könnten, die – am Strand angekommen – den leblos im Sand liegenden von Reinhartz finden, der doch von einer Kugel aus Wrangels Pistole getötet wurde. Die Silhouetten hingegen tragen Hoffmann wieder in ein Schlauchboot, wie U-Boote es als Beiboot führen, und er findet sich darin alleine auf hoher See wieder, als Lloyd ihn aus dem Delirium weckt – Hoffmann hat die Nacht im Diner verbracht und seine Gelegenheit zur Heimreise verpasst.

Unterdessen in Frankreich erhält Forster Besuch aus dem Reichssicherheitshauptamt von SS-Standartenführer Gustav Eckermann mit der Nachricht, er solle aufgrund seiner hervorragenden Arbeit befördert und nach dem Osten versetzt werden, um dort an der Endlösung der Judenfrage mitzuwirken. Erstmals beginnt Forster, an seinen nationalsozialistischen Idealen zu zweifeln, als er in Eckermanns mordlüstigem Verhalten nun die maßlose Brutalität erkennt, mit der die SS gegen Juden vorgeht. Trotzdem führt Forster seinen Befehl, den letzten Transport von Juden aus der Gegend um La Rochelle vorzubereiten, gründlich aus, was auch David, Ruth und Elias betrifft, wobei der kleine Elias an der nur notdürftig behandelten Lungenentzündung verstirbt. Margot, die ihnen zur Seite steht, bemüht sich beim Pfarrer des nächstgelegenen Dorfes um auf falsche Namen ausgestellte Taufscheine, ahnt jedoch nicht, dass der Pfarrer im Zwiespalt mit sich selbst diese Namen direkt an Forster weitergibt. In letzter Konsequenz fliegt alles auf: Forster erkennt, dass Duval die Fahndung sabotiert hat und lässt ihn nach der Folter erschießen, Margot und die Resistance erkennen, dass der Pfarrer sie verraten hatte und rächen sich, indem sie ihn erschießen und letztlich werden David und Ruth zusammen mit anderen Juden auf den Transportzug ins Konzentrationslager verbracht. Duval konnte jedoch, bevor er gefasst wurde, einen der zum Transport bestimmten Viehwaggons derart präparieren, dass ein paar Bodenbretter locker sind. Die Resistance und Margot haben auf den Zug einen Anschlag zur Befreiung der Gefangenen vorbereitet, worin auch der Lokführer eingeweiht ist, allerdings missglückt auch dieser Befreiungsversuch, denn Forster in Begleitung seines hasserfüllten Handlangers Anatole Desjesquier und einiger SS-Mannschaften wissen von dem Vorhaben. Forster jedoch ist angewidert von Anatole und nutzt dessen Hang zum Zynismus aus, indem er ihm die Gelegenheit gibt, sich von Margot, die Forster nun auch mit auf den Transport geschickt hat, im Waggon zu verabschieden. Als Anatole jedoch in den Waggon klettert, gibt Forster den Befehl, die Tür zu schließen und zu verriegeln, und schickt so Anatole ebenfalls ins Konzentrationslager.

U 612 tritt den Rückmarsch an und am Ende finden sich an einer Landstraße in Maine zwei verlorene Herren mit Koffern wieder, die versuchen, per Autostopp fortzukommen. Ein Streifenwagen hält an und auf die Frage, was sie ohne Hut und Mantel früh morgens draußen an der Straße vorhaben, wissen sie nichts zu antworten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktion hat ein Gesamtbudget von 25 Millionen Euro,[17] davon stammen eine Million Euro aus dem Förderprogramm für Europas audiovisuelle Branche sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft von 2014 bis 2020, Creative Europe Media.[18]

Als Regisseur wurde am 23. Februar 2017 Andreas Prochaska bekanntgegeben.[1] Die Serie wurde in La Rochelle, Prag, Malta und München gedreht. Die Dreharbeiten begannen am 31. August 2017[19] und endeten im Februar 2018.[18][20]

Die Musik wurde von Matthias Weber komponiert, der bei seiner Arbeit Fragmente des Hauptthemas von Klaus Doldinger integrierte, das jener 1981 für den Film "Das Boot" geschrieben hatte.[21]

Als Veröffentlichungsdatum wurde der 23. November 2018[20] in Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien und Irland auf Sky vorgesehen[17] und in Portugal auf AMC[22]. Die Ausstrahlungsrechte wurden schon vor der Premiere in über einhundert Länder verkauft.[23] Alle acht Episoden wurden am 23. November 2018 auf den Streaming-Plattformen von Sky Deutschland veröffentlicht, während die Fernsehausstrahlung auf Sky 1 wöchentlich mit jeweils zwei Episoden erfolgte.[24]

Am 6. Dezember 2018 wurde bekannt, dass eine zweite Staffel der Serie bestellt wurde.[25] Ab dem 24. April 2020 wurde die zweite Staffel auf Sky 1 ausgestrahlt.[26]

Das ZDF gab im Februar 2019 bekannt, die Ausstrahlungsrechte für das öffentlich-rechtliche Fernsehen erworben zu haben. Das Boot ist seit dem 3. Januar 2020 im Hauptprogramm sowie rund um die Uhr in der ZDFmediathek zu sehen. Die erste Staffel werde so im ZDF einem breiten Publikum kurz vor Ausstrahlung der zweiten Staffel beim Abo-Sender Sky präsentiert.[27] Seit dem 6. Dezember 2019 ist die Staffel 1 der Serie zudem auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich.

In Spanien und Portugal hat AMC Networks International Southern Europe die exklusiven Übertragungsrechte. Die Serie wurde ab Februar 2019 auf AMC gesendet.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr.
(ges.)
Nr.
(St.)
Titel Erstaus­strahlung TV
(D/A/CH)
1 1 Neue Wege 23. Nov. 2018
2 2 Geheime Missionen 23. Nov. 2018
3 3 Verluste 30. Nov. 2018
4 4 Zweifel 30. Nov. 2018
5 5 Loyalität 7. Dez. 2018
6 6 Gegen die Zeit 7. Dez. 2018
7 7 Verdammt 14. Dez. 2018
8 8 Abrechnung 14. Dez. 2018
Am 23. Nov. 2018 wurden alle Episoden der Staffel gleichzeitig
auf Sky Go, Sky on Demand und Sky Ticket erstveröffentlicht.

Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr.
(ges.)
Nr.
(St.)
Titel Erstaus­strahlung TV
(D/A/CH)
9 1 Überlegensstrategien 24. Apr. 2020
10 2 Unbequeme Allianzen 24. Apr. 2020
11 3 Sabotage 1. Mai 2020
12 4 Die Würfel sind gefallen 1. Mai 2020
13 5 Befehl zum Töten 8. Mai 2020
14 6 Letzte Entscheidungen 8. Mai 2020
15 7 Kopf an Kopf 15. Mai 2020
16 8 Auf der anderen Seite 15. Mai 2020
Am 24. Apr. 2020 wurden alle Episoden der Staffel gleichzeitig
auf Sky Go, Sky Q und Sky Ticket (bzw. Sky X) erstveröffentlicht.
Die erste Episode wurde bereits am 21. Apr. 2020 auf Sky.de gestreamt.[28]

Kritik und Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historiker und Welt-Redakteur Sven Felix Kellerhoff kritisierte Inhalte der Serie scharf. Er sieht in der Geschichte um die Industriellenfamilie Greenwood Ansätze einer Relativierung der Verantwortung des Deutschen Reiches für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die in einer Nebenhandlung um einen Gefangenenaustausch auf hoher See thematisierte Finanzierung der nationalsozialistischen Rüstung durch das Unternehmen der Greenwoods wertete Kellerhoff gegenüber dem Deutschlandfunk als „… so ziemlich das Dümmste, was […] im fiktionalen Zeitgeschichtsfernsehen in den letzten Jahren ausgestrahlt“ worden sei.[29]

Thomas Lückerath, Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de, hält Bavaria Fiction und Sky für gut beraten, mit dem ambitionierten Serienprojekt dem Kultfilm von Wolfgang Petersen nichts ersetzen zu wollen. Das Boot sei vielmehr starkes zeitgemäß produziertes Fernsehen, „das sich einreiht in historisch wertvolle und komplexe deutsche Erzähltradition a la Unsere Mütter, unsere Väter, der Film-Ikone von einst würdig wird, bei den Klängen von Klaus Doldinger erneut Gänsehaut auslöst und uns einen unverbrauchten Cast präsentiert, bei dem mit Rick Okon ein bislang unter dem Radar getauchtes Talent zum Shooting Star wird“.[30]

Auch wenn viele Zuschauer sicherlich enttäuscht seien, dass die Serie anfangs so wenig an das Original erinnere, vermutet Bjarne Bock von Serienjunkies.de, bleibe alles in allem festzuhalten, „dass die Neuauflage beziehungsweise Fortsetzung von Das Boot zum Trotz aller Erwartungen keine Katastrophe ist. Erbitterte Verfechter der Vorlage werden zwar bemängeln, dass die neue Serie zumindest anfangs noch zu glatt und überdimensioniert erscheint“, aber spätestens gegen Mitte der Staffel dürften der Ton und die Atmosphäre deutlich rauer werden.[31]

Den größten Schritt weg vom Film mache die Serie, indem sie die Hälfte der Handlung an Land verlege und Frauenfiguren einführe, meint Kathleen Hildebrandt in der Süddeutschen: „Die Frauen mögen sehr zentral sein, aber was die Serie mit ihnen macht, erfüllt dann doch wieder allzu viele Klischees: Eine Résistance-Kämpferin wird nach brutaler Folter fast nackt gezeigt, übersät von Wunden und blauen Flecken. Eine andere Frau wird brutal von Soldaten vergewaltigt.“ Das Boot sei ein hochprofessionell hergestelltes, glänzendes Medienprodukt geworden, das „aus einigen guten Gründen womöglich in der ganzen Welt gesehen werden wird. Aber wenn ihm das ein wenig mehr egal gewesen wäre, hätte es noch etwas sein können: originell und vielleicht sogar sehr relevant.“[32]

„Es gibt keine Nazis bei ‚Das Boot‘, kein ‚Heil Hitler‘, keine überzeugten Parteigänger, nicht einmal als Gegenentwurf zu den natürlich wackeren, als Figuren oft nur angedeuteten U-Boot-Männern“, schreibt Thomas Klein in seinem Beitrag für die Online-Ausgabe der Berliner Zeitung. Petersens Film sei urdeutsch und ein authentischer Blick auf schwere Zeiten gewesen. Die Sky-Serie setze auf international gängige, glatte Serien-Dramaturgie: „Ein bisschen Nacktheit, ein Hauch von Gewalt und Sex, man bleibt stets adrett, man spricht viel Englisch – Carla, der Rüstungsfinanzier Greenwood (Vincent Kartheiser), den ‚U 612‘ zu einem Austausch auf hoher See fährt, sogar der Gestapo-Mann Forster, weil der kein Französisch kann. Klar wird, dass es bei diesem ‚Boot‘ letztlich nicht um deutsche Geschichte geht oder darum, was Buchheims Erzählung einem hiesigen Publikum 2018 mitgeben kann, sondern nur um die kommerzielle Verwertung einer prominenten Marke. ‚Krieg‘, sagt Greenwood einmal, ‚ist doch nur eine Abzocke.‘ Genau so fühlt sich Skys ‚Das Boot‘ auch an.“[33]

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

American Society of Cinematographers Awards 2020

  • Nominierung in der Kategorie Episode of a Series for Non-Commercial Television (David Luther, Folge 6, Gegen die Zeit)[34]

Deutscher Fernsehpreis 2019

Romyverleihung 2019

  • Auszeichnung mit dem Preis der Jury[35]

Bayerischer Fernsehpreis 2019

  • Sonderpreis der Jury für Regisseur Andreas Prochaska, Oliver Vogel von Bavaria Film und Marcus Ammon von Sky

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Andreas Prochaska inszeniert internationale Eventserie „Das Boot“. In: mediabiz.de. Blickpunkt:Film, 23. Februar 2017, archiviert vom Original am 23. Februar 2017; abgerufen am 24. Februar 2017.
  2. Tobias Tißen: „Das Boot“: Ein „Game Of Thrones“-Star und drei weitere neue Darsteller an Bord der Kultfilm-Fortsetzung. In: Filmstarts. 26. September 2017, abgerufen am 30. September 2017.
  3. Das Boot (2018) bei Fernsehserien.de
  4. Mündungsklappe schließen, Torpedorohr mit Druckluft entwässern, Bodenverschluss öffnen, Quertransport manuell oder mit Motor, Torpedo in Schnelladestellung, Torpedo einfahren, Bodenverschluss schließen, Torpedorohr über Bewässerungsleitung bewässern, Mündungsklappen öffnen – Gefechtsbereitschaft in weniger als fünf Minuten.
  5. Gernot Kramper: Heute „Das Boot“ im Free-TV: Abtauchen in eine Welt von Wasserbomben, Sex und Attentaten. In: Stern. 3. Januar 2020.
  6. Die Geburt der grauen Wölfe. Deutsche U-Boote 1939–1945. In: U-Boot Archiv.
  7. Melanie Schöppe: „Das Boot“: Gab es tatsächlich Meutereien an Bord von U-Booten? In: Filmstarts. 14. Dezember 2018.
  8. Das Boot 1 x 05. Loyalität auf Serienjunkies.de
  9. Episode 6 – Gegen die Zeit bei Fernsehserien.de
  10. U-Bootangriffe fanden während des WK II meist im Schutz der Dunkelheit statt.
  11. die umgebende Wassertiefe beträgt laut Seekarte 4.000 Meter, wobei ein Absinken in diese Tiefen durch den dort herrschenden Druck die sichere Zerstörung von U 612 bedeutet hätte.
  12. Das Boot beendet seine turbulente Jungfernfahrt. Moviepilot. 14. Dezember 2018.
  13. Episode 5 – Loyalität bei Fernsehserien.de
  14. Episode 6 – Gegen die Zeit in der Internet Movie Database (englisch)
  15. Episode 7 – Verdammt bei Fernsehserien.de
  16. Maike Karr: Das Boot beendet seine turbulente Jungfernfahrt. In: Moviepilot. 14. Dezember 2018.
  17. a b Eventserie „Das Boot“ von Sky Deutschland, Bavaria Fernsehproduktion und Sonar Entertainment ab August im Dreh. Sky, abgerufen am 9. September 2017.
  18. a b Das Boot (2017–2018 | Folgen 1 – 8). Crew United, abgerufen am 9. September 2017.
  19. „Das Boot“ sticht Ende August in See. In: mediabiz.de. Blickpunkt:Film, 28. Juni 2017, archiviert vom Original am 29. Juni 2017; abgerufen am 9. September 2017.
  20. a b „Das Boot“-Serie soll Ende 2018 starten, Handelsblatt vom 20. Februar 2018; Zugriff am 3. März 2018
  21. Sky’s ‘Das Boot’ Sequel Series to Feature Theme by Klaus Doldinger & Score by Matthias Weber. In: filmmusicreporter.com. 3. Juli 2018.
  22. AMC Portugal – Das Boot: O Submarino. In: AMC Portugal. Abgerufen am 31. Januar 2019 (europäisches Portugiesisch).
  23. Kai-Hinrich Renner: Serien-Remake von „Das Boot“ kommt in Cannes gut an. wr.de, 19. Oktober 2018, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  24. Sky Original Production: Diesen Freitag sticht „Das Boot“ exklusiv auf Sky in See. In: info.sky.de. 21. November 2018, abgerufen am 22. November 2018.
  25. Das Boot: Sky und Bavaria bestellen 2. Staffel der Eventserie. In: Serienjunkies.de. 6. Dezember 2018, abgerufen am 14. Dezember 2018.
  26. sky.de: Das Boot. Abgerufen am 29. Februar 2020.
  27. ZDF erwirbt Ausstrahlungsrechte der Sky-Serie „Das Boot“. In: ZDF Presseportal. 3. Februar 2019, abgerufen am 29. Mai 2019.
  28. #WirBleibenZuhause: Sky feiert Weltpremiere der zweiten Staffel des Sky Originals „Das Boot“ als Live-Streamingevent. In: info.sky.de. 15. April 2020, abgerufen am 24. April 2020.
  29. Geschichtsklitterung in Neuverfilmung? In: deutschlandfunk.de. 2. Januar 2020, abgerufen am 8. Januar 2020 (Sven Felix Kellerhoff im Gespräch mit Michael Köhler).
  30. Meisterwerk aufgetaucht: Das Boot trotzt Erwartungsdruck. In: DWDL.de. 23. November 2018. Abgerufen am 25. November 2018.
  31. Das Boot: Kritik zum Start der neuen Sky-Serie. In: serienjunkies.de. 24. November 2018. Abgerufen am 25. November 2018.
  32. Eine Serie wie ein gut geölter Torpedo. In: sueddeutsche.de. 23. November 2018. Abgerufen am 25. November 2018.
  33. Die kommerzielle Verwertung einer prominenten Marke. In: berliner-zeitung.de. 21. November 2018. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  34. Jazz Tangcay: ‘Joker’, ‘1917’ and ‘The Irishman’ Among Nominees for American Society of Cinematographers Awards. In: Variety, 3. Januar 2020.
  35. ROMY 2019: Sky-Serie „Das Boot“ erhält Preis der Jury. Artikel vom 5. April 2019, abgerufen am 5. April 2019.