Das Erbe der Guldenburgs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Seriendaten
OriginaltitelDas Erbe der Guldenburgs
ProduktionslandDeutschland
Jahr(e)19861988
Produktions-
unternehmen
neue deutsche Filmgesellschaft (ndF)
Länge45 Minuten
Episoden38 + Pilotfilm (90 Minuten) in 3 Staffeln
GenreFamilienserie
IdeeMichael Baier
MusikEberhard Schoener
Erstausstrahlung19871990 auf ZDF
Besetzung
Drehort vieler Außenaufnahmen, Gut Wotersen

Unter dem Titel Das Erbe der Guldenburgs strahlte das ZDF zwischen 1987 und 1990 eine der erfolgreichsten deutschen Fernsehserien ihrer Zeit aus. Neben dem Pilotfilm Die goldene Kette von 90 Minuten Gesamtspieldauer wurden 38 weitere Folgen von je 45 Minuten ausgestrahlt. Produziert wurde die Serie von der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF).[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thema der Serie ist das Leben der fiktiven deutschen Adelsfamilie von Guldenburg. Die Familie lebt auf ihrem Stammsitz Schloss Guldenburg. Familienoberhaupt Martin Graf von Guldenburg leitet die Geschäfte, zu denen neben dem Guldenburg-Gestüt auch eine Bierbrauerei gehört. Daneben besitzt die Familie die Mehrheitsanteile der Privatbank Schulte & Co. in Lübeck. Die Familie befindet sich in einer wirtschaftlich schwierigen Lage, welche der Graf jedoch vor seiner Familie verheimlicht. Die konkurrierende Familie Balbeck versucht, die Notlage auszunutzen und sich den Besitz der Guldenburgs anzueignen.

Als der Graf kurz nach seinem 60. Geburtstag bei einem Autounfall tödlich verunglückt, erkennt die Familie, dass sie kurz vor dem Ruin steht. Der Graf hinterlässt seine zweite Ehefrau Christine mit ihren zwei gemeinsamen Kindern Alexander und Susanne, die zusammen mit ihrer Mutter auf dem Schloss leben. Außerdem hat er zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Thomas und Evelyn. Sein Bruder, der Wissenschaftler Dr. Max von Guldenburg, legt keinen Wert auf die Traditionen des Adelshauses und widmet sich seinen Forschungen und ist Ratgeber bei privaten Problemen einzelner Familienmitglieder. Unweit vom Schloss lebt die Mutter des Verstorbenen, die als Matriarchin versucht, die Traditionen aufrechtzuerhalten.

Weitere Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das „Guldenburg Bier“ der fiktiven Brauerei war eine Zeit lang tatsächlich im Handel erhältlich. Nach dem Erfolg der Serie vertrieb das Brauhaus zu Jever, die auch das Layout für die Guldenburg-Brauerei geliefert hatte, ein Bier mit Namen „Guldenburg Premium“. Die Bavaria-St. Pauli-Brauerei, die als Kulisse für die mit den Guldenburgs konkurrierende Brauerei Balbeck diente, vertrieb ebenfalls ein Bier unter dem Namen „Balbeck Pilsener“.[2] Das Layout ähnelte stark dem der Marke Astra, die von der St. Pauli-Brauerei vertrieben wurde. Auch wenn die beiden Biere unter dem fiktiven Label nicht mehr erhältlich sind, werden noch immer Guldenburg-Bierdosen bei Internetauktionen angeboten.
  • Die Darstellerin der Gräfin Hertha von Guldenburg, Brigitte Horney, verstarb drei Tage vor Ende der Dreharbeiten der zweiten Staffel. Da sie eine tragende Rolle verkörperte, musste das Drehbuch zur dritten Staffel nach ihrem Tod komplett umgeschrieben werden.[5]
  • Der Pilotfilm zur Serie wird inzwischen zumeist in zwei Teilen ausgestrahlt.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik zur Serie komponierte Eberhard Schoener. „Das Erbe der Guldenburgs – Original Filmmusik zur ZDF-Fernsehserie“ erschien 1989 auf LP, MC und CD. Die Titelmusik aus dem Serienvorspann ist außerdem auf dem Sampler „Die schönsten Melodien aus dem ZDF – Musikalische Höhepunkte beliebter ZDF-Serien“ von 1994 enthalten. Sie ist eine Instrumentalversion des Liedes Call the Circus, dessen Melodie Schoener 1982 für Esther Ofarim komponierte.[6] Die Erstveröffentlichung des Liedes fand 1982 auf Ofarims LP „Complicated Ladies“ statt. Es wurde 1998 nochmals auf dem Sampler „The Sound Of Derrick“ auf CD veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Erstausstrahlung erreichte die Serie bis zu 49 % Marktanteil und gilt damit als "Straßenfeger".[2] Der Pilotfilm erreichte bei der Erstausstrahlung am 29. Februar 1987 fast 18 Millionen Zuschauer, die erste Staffel sahen im Schnitt 16,8 Millionen. Die 1989 bis 1990 ausgestrahlte zweite und dritte Staffel hatte noch Quoten über 11 Millionen Zuseher.[3]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie wurde als "deutsche Antwort auf Dallas und Der Denver-Clan" wahrgenommen[7] obwohl die Produktionsfirma "ein großes deutsches Familien-Epos", das "sich aber von Dallas unterscheiden" sollte, im Blick hatte.[3] Von der zeitgenössischen Kritik wurde die Serie Ende der 1980er Jahre äußerst negativ aufgenommen.[2]

In einer Rezension auf spiegelonline wurde 2009 hingegen gelobt, dass die Serie "mit viel Liebe zum Detail verfilmt" wurde. Es tue dem Zuschauer von heute "die schöne Langsamkeit der achtziger Jahre gut". Gelobt wurde die Besetzung, es sei die "deutsche Fernsehelite der achtziger Jahre" zu sehen. "Genial" sei "Wilfried Baasner als böser Schwiegersohn Achim Lauritzen und Iris Berben als dessen verzweifelte, versoffene Ehefrau". "Aber ungeschlagen" sei jedoch Ruth-Maria Kubitschek als Brauereichefin, die im Laufe der Serie "depressiv, alkohol- und tablettenabhängig" werde.[8]

Hendrik Steinkuhl bemerkte 2017, die Serie sei "der letzte Straßenfeger" und "eine große, aber unterschätzte Serie mit starken Frauen", von denen Christiane Hörbiger "die stärkste unter den prominent besetzten Damen" gewesen sei. Auch Steinkuhl hob das Spiel von Iris Berben ("Selten gab es Iris Berben besser als in der Rolle der labilen Grafentochter") und vor allem Wilfried Baasner als der "überragende Bösewicht" hervor. "So eine durchgeknallte Mephistofigur" habe "es davor und danach nicht gegeben". Er kritisierte hingegen Sydne Rome die mit ihrem "sehr übersichtlichen schauspielerischen Talent" die "Serienfreude erheblich" trübe, ebenso wie die "fürchterliche" Synchronisation der nicht deutschsprachigen Darsteller Sydne Rome und Stewart Granger. Das "Fantasiedeutsch" von Granger klinge "wie eine Parodie auf Marc Terenzi".[2]

Ruth Maria Kubitschek sagte später über ihre Rolle: "Das war eine wunderbare Rolle, die hat mir großen Spaß gemacht".[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Axel Rode, Michael Baier: Das Erbe der Guldenburgs. Lübbe, Bergisch Gladbach 1987, ISBN 3-7857-0447-X.
  • Axel Rode: Das Erbe der Guldenburgs. Band 2: Jahre der Versuchung. Die neuen Folgen der großen Fernsehserie. Lübbe, Bergisch Gladbach 1990, ISBN 3-404-11530-9 (Bastei-Lübbe-Taschenbuch 11530 Allgemeine Reihe).
  • Michael Baier: Das Erbe der Guldenburgs. Band 3: Das verhängnisvolle Testament. Die neuesten Folgen der großen Fernsehserie. Lübbe, Bergisch Gladbach 1990, ISBN 3-404-11565-1 (Bastei-Lübbe-Taschenbuch 11565 Allgemeine Reihe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Erbe der Guldenburgs ndf.de
  2. a b c d e f Hendrik Steinkuhl: Das Erbe der Guldenburgs - Der letzte Straßenfeger, spiegel.de, 31. Januar 2017, aufgerufen am 29. August 2018
  3. a b c Vor 25 Jahren, digitalfernsehen.de, aufgerufen am 29-08-2018
  4. Grundstein für Brauquartier in Hamburg gelegt baunetz.de, 21. Juni 2004
  5. Brigitte Horney In: Der Spiegel 31/1988, 1. August 1988.
  6. Ester Ofarim - Call the Circus, aufgerufen am 23. August 2018
  7. Die glamourösen Guldenburgs, aufgerufen am 29. August 2018
  8. Bier und Bilder für den Durchschnittspapi, spiegelonline, 8. Mai 2009, aufgerufen am 29. August 2018