Das Leben danach

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Filmdaten
OriginaltitelDas Leben danach
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge88 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieNicole Weegmann
DrehbuchEva und Volker A. Zahn
ProduktionChristoph Bicker, Valentin Holch
MusikFlorian van Volxem, Sven Rossenbach
KameraAlexander Fischerkoesen
SchnittFlorian Drechsler
Besetzung

Das Leben danach ist ein deutscher Fernsehfilm von 2017. Er thematisiert traumatisierte Opfer des Unglücks bei der Loveparade 2010.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum steht die 24-jährige Antonia Schneider. Sie war beim Unglück bei der Loveparade 2010 dabei und leidet seitdem an Panikattacken. Nachdem sie die Gedenkstätte am Tunnel verwüstet hat, muss sie vor zwei Polizeibeamten fliehen und wird von dem zufällig vorbeifahrenden Taxifahrer Sascha mitgenommen. Dieser zeigt sie nicht an, obwohl eine Personenfahndung ausgerufen wird. Vom Leiter Paul der Selbsthilfegruppe „Rampe“ erfährt Antonia, dass jener Sascha als Gutachter mitverantwortlich an der damaligen Katastrophe war. Antonia möchte ihn nun dafür bestrafen. Sie klärt seinen 14-jährigen Sohn Jasper über die Verfehlungen seines Vaters auf und verführt diesen. Auch Antonias Vater Thomas wird handgreiflich gegen Sascha und beschimpft ihn als „Mörder“.

In der Selbsthilfegruppe gesteht Antonia ihre Liebe zu Sascha. Ein Mitglied verweist sie aus der Gruppe. Antonia erscheint beim Konzert der Band ihres Vaters. Es kommt wieder zu einer Panikattacke und das Konzert muss unterbrochen werden, trotzdem ist ihr Vater stolz auf sie. Antonia steigt in Saschas Taxi und beide fahren davon.

Aufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uraufführung des Filmes war am 23. Juni 2017 beim Filmfest München. Das Drama lief auch in den Wettbewerben um den „Filmkunstpreis“ und den „Publikumspreis“ beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Dort wurde die WDR-Redakteurin Lucia Keuter überdies für ihre Arbeit an dem Filmprojekt mit dem „Medienkulturpreis 2017“ ausgezeichnet. Auf dem Kinofest Lünen 2017 gewann Das Leben danach den Publikumspreis „RuhrPott“. Anfang 2018 wurde das Drama zudem für den Grimme-Preis nominiert. Außerdem erhielten die Autoren Eva und Volker A. Zahn sowie Regisseurin Nicole Weegmann den Robert-Geisendörfer-Preis 2018, den Medienpreis der Evangelischen Kirche. Die TV-Erstausstrahlung war am 27. September 2017 beim FilmMittwoch im Ersten bei Das Erste.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Beklemmend und fast unangenehm fühlt es sich an, wenn die traumatisierte junge Frau sich in ihrer Wut und ihrer Hilflosigkeit festfährt. Jella Haase überzeugt in der heftigen Rolle der von Grund auf verstörten Persönlichkeit, die keine Perspektive in ihrem Leben finden kann.“

Johannes Giewald: Osnabrücker Zeitung[2]

„Bei all dem Schrecklichen, das Sascha und Toni in sich tragen, das in sie hineinkragt, das in Flashbacks und ein paar Dokumentarfilmszenen ohne jegliche Sensationsgier immer wieder mal als Albträume eingeblendet wird, bei alldem bleibt ‚Das Leben danach‘ ein zutiefst menschlicher Film. Einer, der offensichtlich nah am Alltag ist. Lebendig. Und traurig. Und einen nicht loslässt.“

Elmar Krakeler: Die Welt[3]

„‚Das Leben danach‘ ist großes Fernsehen.“

Heike Hupertz: Frankfurter Allgemeine Zeitung[4]

„Herausgekommen ist kein neunmalkluges Gerichtsdrama, kein tickender Katastrophenfilm, kein Abgesang auf die Generation Rave, eben nicht das Naheliegende, sondern eine sehr besondere Lovestory, bei der es die Liebe allerdings sehr schwer hat.“

Thomas Bärnthaler: Süddeutsche Zeitung[5]

„Ein klassisches Fernsehstück für den Mittwoch: hohe gesellschaftliche Relevanz, aufklärerischer Anspruch! Oft erschlagen bei diesen Produktionen die großen Themen die kleinen Figuren. Dass es hier nicht so ist, ist auch Regisseurin Nicole Weegmann (Grimme-Preis für ‚Ein Teil von uns‘) und den Drehbuchautoren Eva und Volker A. Zahn zu verdanken. Die drei waren zusammen auch für den Mittelstandsselbstzerfleischungstrip ‚Mobbing‘ verantwortlich. Mag am Anfang bei ihren Arbeiten das gesellschaftspolitische Sujet stehen, so ist dieses Sujet doch stets in einen sozialen Kosmos eingebettet, dessen Figuren Leben atmen. Schönes, scheußliches Leben.“

Christian Buß: Spiegel Online[6]

„Die Art und Weise, wie dieser Film diese emotionalen Faustschläge mit fein abgestuften und grandios gespielten Charakterportraits verbindet, macht ihn zu einem herausragenden Drama. Da stimmt eigentlich alles, und da wirkt selbst die Andeutung von Hoffnung und Vergebung am Ende nicht aufgesetzt.“

Ulrich Feld: Frankfurter Neue Presse[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Das Leben danach. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 170675/V).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Johannes Giewald: TV-Kritik zu „Das Leben danach“. Loveparade-Unglück: So ist der ARD-Film. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 27. September 2017, abgerufen am 3. Oktober 2017.
  3. Elmar Krekeler: Ich lebe noch, ich bin schuld welt.de, 27. September 2017.
  4. Heike Hupertz: Warum mussten sie sterben? FAZ.net, 27. September 2017.
  5. Thomas Bärnthaler: Pressestimmen – Das Leben danach zahns.com. Abgerufen am 2. Februar 2018.
  6. Christian Buß: Duisburg Calling Spiegel Online, 26. September 2017.
  7. „Das Leben danach“: Ein herausragendes Werk Frankfurter Neue Presse, 28. September 2017.