Das Mercury Puzzle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher TitelDas Mercury Puzzle
OriginaltitelMercury Rising
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1998
Länge108 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieHarold Becker
DrehbuchLawrence Konner,
Mark Rosenthal
ProduktionBrian Grazer,
Karen Kehela
MusikJohn Barry
KameraMichael Seresin
SchnittPeter Honess
Besetzung

Das Mercury Puzzle ist ein Thriller von Harold Becker aus dem Jahr 1998. Der Film basiert auf dem Roman Der rote Schaukelstuhl (Originaltitel: Simple Simon) von Ryne Douglas Pearson.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Geheimdienst NSA hat einen neuen Geheimcode – genannt: „Mercury“ (engl. für Quecksilber) – entwickelt, der angeblich weder von einem Menschen noch von einem Computer geknackt werden kann. Um die Zuverlässigkeit zu beweisen, verstecken die Programmierer eine mit dem Code verschlüsselte Botschaft in einem Rätselheft. Wenn man das Rätsel löst, ergibt sich eine Telefonnummer, bei der man mit einem Anruf ein Zweijahresabo einer beliebigen Zeitschrift gewinnen kann. Niemand vermutet, dass das Rätsel gelöst werden kann.

Aber sie haben nicht mit Simon gerechnet. Der neunjährige Junge ist Autist und verfügt über besondere intellektuelle Fähigkeiten. Für ihn ist die Aufgabe in doppelter Hinsicht ein Kinderspiel. Als er sich telefonisch beim Geheimdienst meldet, sind dort alle Beteiligten schockiert. Der Junge gerät in Lebensgefahr, denn Lieutenant Colonel Kudrow (Lt. Col. entspricht einem Oberstleutnant) will ihn und damit das Sicherheitsrisiko ausschalten, da er davon ausgeht, dass er der einzige ist, der den Code knacken kann. Seine Eltern werden von einem Auftragskiller eiskalt ermordet, Simon dagegen gelingt es, sich nach einer Ablenkung des Killers durch einen Telefonanruf zu verstecken. FBI-Agent Art Jeffries, der bei einem früheren Einsatz versagte und den Tod zweier Kinder nicht verhindern konnte, findet den Jungen bei der Durchsuchung des Hauses durch die Behörden. Der Junge wird in einer Klinik untergebracht.

Nachdem es Jeffries gerade noch gelingt, den Jungen in der Klinik vor dem Auftragsmörder zu retten, entführt er ihn, um ihn zu beschützen. Da Simon in seiner eigenen Welt lebt, gestaltet sich die Aufgabe sehr schwierig. Jeffries muss einen Kontakt zu ihm herstellen, ohne ihn eine Sekunde aus den Augen zu verlieren. Obwohl er auch noch einen weiteren Mordanschlag in einem Vorortzug verhindern und den Täter aus dem Zug werfen kann, glaubt zunächst niemand außer ihm beim FBI, dass sich Simon in Gefahr befindet. Jeffries schafft es – auch mit Hilfe der Zufallsbekanntschaft Stacey, die ihm „einfach ein netter Mensch“ zu sein scheint – Simon eine Weile zu verstecken.

Einer der Mitarbeiter Kudrows ist mit den Methoden seines Chefs nicht einverstanden und trifft sich mit Jeffries. Während des Treffens wird er von dem Auftragsmörder Peter Burrell erschossen. Noch ein weiterer Kryptologe wird von Burrell getötet, als er einen Brief an Jeffries und an die US-Behörden schreiben will. Seine Freundin wendet sich an Jeffries und übergibt ihm das verwendete Blaupapier des Briefes, das der Mörder im Papierkorb übersehen hatte.

Burrell wurde bei einem der Morde von einer Überwachungskamera gefilmt. Die Kollegen von Jeffries identifizieren ihn als Offizier einer Spezialeinheit, der angeblich vor Jahren getötet wurde. Das gefundene Blaupapier des Briefes des getöteten Kryptologen hilft, die Verantwortlichen des FBI zu überzeugen.

Kudrow und Burrell wird eine Falle gestellt, in der sie von den FBI-Agenten getötet werden. Simon wird von einer Pflegefamilie aufgenommen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt eher negative Kritiken, vor allem die Handlung wurde als unglaubwürdig bezeichnet. Einige Kritiker lobten das Spiel von Miko Hughes in der Rolle des autistischen Jungen.[1][2]

„Ein routiniert inszenierter, aber uninspirierter Actionthriller, der seine logischen Brüche nicht kaschiert, seine konventionelle Konstruktion aber auch nicht für inhaltliche Reflexionen nutzt.“

„Den Film konnte selbst der verläßliche Bruce Willis nicht retten. Zu bemüht erscheint das Vorhaben, eine Geschichte über ein autistisches Kind mit explosiver Action zu verknüpfen. Das Ergebnis ist wenig originell und seltsam spannungslos. [...] Fazit: Ein Puzzle, das nicht aufgeht.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ryne Douglas Pearson: Der rote Schaukelstuhl, Lübbe 1998, ISBN 3-404-12776-5
  • Annette Kilzer (Herausgeberin), Bruce Willis, Dieter Bertz Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-929470-70-5, S. 237–239, 292

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Filmkritik von James Berardinelli
  2. Filmkritik von Roger Ebert
  3. Das Mercury Puzzle. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 2. März 2017.
  4. Filmkritik auf cinema.de