Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde

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Filmdaten
OriginaltitelDas Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2002
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK 0
Stab
RegieChristian Klemke,
Jan N. Lorenzen
DrehbuchChristian Klemke,
Jan N. Lorenzen
ProduktionWolfgang Katzke,
e-Motion Picture Baden-Baden/Ludwigsburg in Kooperation mit dem MDR u. a.
MusikBernd Schmidt,
Jens Zahorszky
KameraPeter Badel
SchnittAngela Wendt
Besetzung

Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde ist ein Dokumentarfilm der mittels Interviews ehemaliger Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, deren Menschenbild und Selbstverständnis offenlegen möchte. Daneben werden einige Methoden der nachrichtendienstlichen Tätigkeit und der Unterdrückung durch das MfS dargestellt.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die interviewten berichten über ihre jeweilige Tätigkeit im MfS. So wird dargestellt, wie beispielsweise Informationen über Verdächtige gesammelt, und dabei in dessen Umfeld Nachbarn sowie Verwandte entweder befragt oder für die inoffizielle Mitarbeit angeworben werden. Oder wie Häftlinge vor ihrer Entlassung mitunter für die Spitzelarbeit gefügig gemacht werden, in dem von ihnen Dankbarkeit abverlangt wird oder Annehmlichkeiten versprochen werden.

Die dabei eingenommene Tätersicht und deren eigene moralische Bewertung des Geschehenen wird durch geschickte Montagetechnik relativiert. So wird beispielsweise der Haftalltag in einer Untersuchungsanstalt, der unter anderem durch Isolationshaft und entwürdigende Behandlungen wie der Ansprache mit einer Haftnummer oder unsinniger Verpflichtungen wie die korrekte Anordnung der Zahnbürste geprägt war visuell dargestellt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die akustische Darstellung historische Ansprachen durch Personal des MfS in einer solchen Haftanstalt aus dem Off.

In einer Stellungnahme der Autoren zum Problem der Täterperspektive zu diesem Film, schreiben diese: „In einem Ausmaß, auf das wir anfangs nicht zu hoffen gewagt hatten, haben diese Mitarbeiter die Arbeitsmethoden der Staatssicherheit bis hin zu psychologischen Tricks bei Verhören und bei der Führung von Inoffiziellen Mitarbeitern offengelegt – freilich ohne sich zu einer moralischen Schuld zu bekennen. Aus unserer Sicht bedarf der Film keines ,Gegengewichts durch Opferaussagen‘. Im Gegenteil: Bei unserer Konzentration auf die Innensicht des MfS wären wir gar nicht inder Lage, den berechtigten Emotionen der Opfer und ihren individuellen Schicksalen ausreichenden Stellenwert zu geben. Und das vordergründige Benutzen von Opferschicksalen als Gegengewicht nur im Sinne einer political correctness scheint uns unangemessen, sogar unmoralisch.“[1]

Interviewte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurt Zeiseweis war operativer Mitarbeiter und Führungsoffizier für inoffizielle Mitarbeiter in der Abt. XX der Bezirksverwaltung Berlin.

Siegfried Rataizick war Leiter der Abt. XIV zuständig für Untersuchungshaft und Strafvollzug.

Gerhard Niebling war unter anderem Vernehmer in der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen und zuletzt zuständig für die Abwicklung des Häftlingsfreikaufs.

Gerhard Neiber war Stellvertreter von Erich Mielke.

Wolfgang Schwanitz war ebenfalls zuletzt Stellvertreter von Erich Mielke und Leiter des operativ-technischen Sektors des MfS.

Horst Männchen war Leiter der Abt. III zuständig für Funkabwehr und Funkaufklärung.

Willi Opitz war Rektor der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam-Eiche. Davor übte er unterschiedliche operative Tätigkeiten im MfS aus.

Wolfgang Schmidt war tätig in der zentralen Auswerte- und Informationsgruppe.

Günter Möller war Leiter der Abteilung Kader und Schulung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Presseheft des Herausgebers auf deren Website