Das Missverständnis

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Das Missverständnis (franz. Le Malentendu) ist ein Theaterstück, das von Albert Camus 1943 im besetzten Paris geschrieben wurde.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Mutter (ca. 60 Jahre) lebt mit ihrer Tochter Martha (ca. 25 Jahre) in einer einsamen Gegend. Die beiden führen ein Hotel, welches jedoch schlecht besucht ist. Martha möchte am Meer leben, doch das Geld der Beiden reicht nicht aus. Deshalb bringen sie, da sie sich nicht anders zu helfen wissen, ihre Gäste um, damit sie mit deren Geld ein neues Leben am Meer anfangen können. Aber eines Tages kommt der lange verschollene Sohn (Jan) der Mutter nach Hause. Er war vermutlich nach Algerien ausgewandert, als er noch ein Teenager war. Dort ist er vermögend geworden und hat geheiratet. Leider gibt er sich, entgegen dem Rat seiner Frau Maria, als Fremden aus, da er sich seine Familie erst einmal ansehen möchte, um zu wissen, wie er sie am besten glücklich machen kann. Die Mutter erkennt ihren Sohn jedoch nicht wieder, da sie 1. Schlecht sieht und 2. aus Erfahrung weiß, dass man diejenigen, die man nicht ansieht, leichter töten kann. Der Sohn schickt seine Frau fort, da er erst einmal allein da sein möchte. Maria versteht ihn nicht, verlässt aber angstvoll und widerwillig das Hotel. In der Nacht bringen Mutter und Tochter unwissend Jan um, indem sie ihm einen Schlaftrunk mischen und ihn, wenn er schläft, in den Fluss, welcher in der Nähe fließt, werfen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung von Das Missverständnis erinnert an den Zeitungsausschnitt, den die Hauptfigur in Der Fremde in ihrer Gefängniszelle findet und immer wieder liest: Die Geschichte eines Mannes, der fernab der Heimat sein Glück gemacht hat, wohlhabend in sein Heimatdorf zurückkommt, das Hotel seiner Mutter und Schwester besucht, ohne sich zu erkennen zu geben (damit später die Überraschung größer ist) und als Gast übernachtet, um dann von ihnen – des Geldes wegen – im Schlaf getötet zu werden. Weil die Mörderinnen ihn erkennen, nehmen sie sich das Leben.

Der Südwestfunk produzierte 1966 unter der Regie von Ludwig Cremer einen auf dem Stück basierenden 60-minütigen Fernsehfilm mit Margaret Carl, Rolf Boysen und Elisabeth Flickenschildt in den Hauptrollen.[1]

Ausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In: Dramen, ins Deutsche übertragen von Guido G. Meister, Rowohlt Verlag, Hamburg 1959.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.imdb.com/title/tt0347561/?ref_=fn_al_tt_1