Das Narrenschiff (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Das Narrenschiff
Originaltitel Ship of Fools
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1965
Länge 146 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Stanley Kramer
Drehbuch Abby Mann
Produktion Stanley Kramer
Musik Ernest Gold
Kamera Ernest Laszlo
Schnitt Robert C. Jones
Besetzung

Das Narrenschiff ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1965, der die Geschichten verschiedener Passagiere eines Linienschiffes in den 1930er Jahren erzählt. Rollen übernahmen Vivien Leigh, Simone Signoret, José Ferrer, Lee Marvin, Oskar Werner, Michael Dunn, Elizabeth Ashley, George Segal, José Greco und Heinz Rühmann. Das Drehbuch des Films wurde von Abby Mann geschrieben, der den gleichnamigen Roman von Katherine Anne Porter als Vorlage nahm. Es wurde der letzte Film mit Vivien Leigh und zugleich das US-Filmdebüt für Christiane Schmidtmer.

Handlung[Bearbeiten]

1933, kurz bevor in Deutschland die Nationalsozialisten die Macht übernehmen, befindet sich ein Schiff, der deutsche Passagierdampfer "Vera", auf dem Wege von Vera Cruz nach Bremerhaven. Die Passagiere sind international bunt zusammengewürfelt. Die Reise bietet ihnen hinreichend Gelegenheit, nicht nur ihre Wünsche und Hoffnungen, sondern auch ihre Charaktere und Schwächen zu entfalten. Ein US-Amerikaner, der früher mal ein erfolgreicher Baseballprofi war, inzwischen aber als Sportler gescheitert ist, gebärdet sich als Sexualprotz. Ein deutscher Verleger, obwohl verheiratet, bändelt mit einer üppigen Blondine an und singt gegenüber den anderen Passagieren ein Loblied auf die zukünftigen Machthaber in seiner Heimat. Für die Juden hat er nur abfällige Bemerkungen übrig. Trotzdem lässt sich der jüdische Kaufmann Löwenthal von ihm nicht aus seiner Ruhe bringen. Er glaubt an das Gute im Menschen und bleibt ein deutscher Patriot. Eine drogenabhängige spanische Adlige betört den herzkranken österreichischen Schiffsarzt Dr. Schumann. Einem deutschen Geschäftsmann, der mit einer Jüdin verheiratet ist, wird - nachdem diese Tatsache offenbar wird - sein Platz am Kapitänstisch verwehrt. Eine weitgehend verblühte amerikanische Lady reagiert an den Männern ihre Frustrationen ab. Ein bigotter deutscher Professor schikaniert seinen ihn pflegenden Enkel. Ein altes schweizer Ehepaar läßt eine Bulldogge zwischen sich am Speisetisch sitzen und behandelt den Hund besser als jeden Menschen. Der Kapitän des Schiffes versucht, sich möglichst von den Passagieren fernzuhalten, wird aber immer wieder in Zwistigkeiten hineingezogen. Auf dem Zwischendeck vegetieren ein paar hundert Plantagenarbeiter, die in Kuba zusteigen, in Schmutz und Armut dahin. Für Aufheiterung sorgt eine spanische Tanzgruppe, deren weibliche Mitglieder allesamt Prostituierte sind, und deren Leiter seiner ungezogenen Kinder nicht Herr wird. Nur ein gehbehinderter und buckliger Liliputaner behält immer Übersicht, Fassung und Humor.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar[Bearbeiten]

Der Film gewann bei der Oscarverleihung 1966 den Preis für Bestes Szenenbild Schwarzweiß (Robert Clatworthy, Joseph Kish) und den Oscar für die beste Kamera (Ernest Laszlo). Er war außerdem für den Oscar für Bester Hauptdarsteller (Oskar Werner), Bester Nebendarsteller (Michael Dunn), Beste Hauptdarstellerin (Simone Signoret), bestes Kostümdesign Schwarzweiß (Bill Thomas), Bester Film und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert.

Gewonnen[Bearbeiten]

New York Film Critics Circle Award 1965
  • Bester Hauptdarsteller (Oskar Werner)
National Board of Review 1966

Nominiert[Bearbeiten]

British Film Academy Awards 1966
  • Bester ausländischer Schauspieler (Oskar Werner)
  • Beste ausländische Schauspielerin (Simone Signoret)
Golden Globe Awards 1966
  • Bester Film
  • Bester Hauptdarsteller
  • Beste Hauptdarstellerin
Laurel Awards 1966

Bester Nebendarsteller (Michael Dunn)

WGA Awards 1966
  • Bestes amerikanisches Dramadrehbuch (Abby Mann )

Kritiken[Bearbeiten]

„Ambitioniertes Hollywooddrama nach K. A. Porters gleichnamigem Bestseller. Aufwendig und mit einem hochklassigen Ensemble internationaler Kinostars inszeniert, jedoch klischeehaft in der Typenzeichnung und etwas naiv in seiner Bedeutungsschwere.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Verfilmung des Bestsellers von K. A. Porter, dessen Inhalt [...] vereinfacht und verfälscht wurde. Von Klischees überwuchert kommen die handlungstragenden Charaktere nicht mehr zur Geltung. Ein ermüdendes, leicht sentimentales und kitschiges Spiel zwischen Atelierskulissen.“

Evangelischer Film-Beobachter, Nr. 398/1965

„Prädikat »Wertvoll«“

Filmbewertungsstelle Wiesbaden

Soundtrack[Bearbeiten]

  • Ernest Gold et al.: Ship of Fools. Motion Picture Score. Ernest Gold Film Music Vol. 2. Artemis, s. l. s. a., Tonträger Nr. ART-F 002 – Einspielung der Filmmusik durch das Boston Pops Orchestra unter der Leitung von Arthur Fiedler

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Narrenschiff (Film) im Lexikon des Internationalen Films