Das Phantom von Budapest

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Filmdaten
Deutscher TitelDas Phantom von Budapest
OriginaltitelThe Phantom of the Opera
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1983
Länge115 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieRobert Markowitz
DrehbuchChristine Berardo
ProduktionRobert Halmi Jr.
MusikRalph Burns,
John Cacavas
KameraLarry Pizer
SchnittCaroline Biggerstaff
Besetzung

Das Phantom von Budapest ist ein fürs Fernsehen produziertes US-amerikanisches Horror-Drama von Regisseur Robert Markowitz aus dem Jahr 1983, das thematisch auf dem Roman „Das Phantom der Oper“ von Gaston Leroux beruht, jedoch inhaltlich stark abweicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Budapest am Beginn des 20. Jahrhunderts: Im Budapester Opernhaus finden die Proben für eine Inszenierung von Gounods Faust unter dem renommierten Dirigenten Sandor Korvin statt. Die Rolle der Margarete besetzt Sandor mit seiner jungen, noch unerfahrenen Frau, der Sopranistin Elena, die während der Proben einen Annäherungsversuch des Eigentümers der Oper, Baron Hunyadi, ausschlägt. Dieser fühlt sich nun in seiner Ehre gekränkt und lässt ihr Debüt in einem Fiasko enden.

Das Publikum pfeift sie gnadenlos aus, und der anerkannte Opernkritiker Kraus setzt, „inspiriert“ durch ein üppiges Trinkgeld des Barons, noch am selben Abend eine vernichtende Kritik in die Zeitung. In ihrer Verzweiflung nimmt sich Elena das Leben: Sie stürzt sich in die Donau. Sandor hat seinen gesamten Lebensinhalt verloren und beginnt einen grausamen Rachefeldzug, um den zu finden, der die Verantwortung für den Tod seiner Frau trägt.

Er sucht den Kritiker auf, um ihn zur Rede zu stellen, doch die Situation eskaliert, es kommt zu einem Kampf, bei dem Kraus erschossen wird und ein volles Glas Schwefelsäure sich über Sandors Gesicht ergießt. Bis zur Unkenntlichkeit entstellt, zieht er sich in die Gewölbe unter der Oper zurück, um auf den geeigneten Moment für seine Rache zu warten.

Vier Jahre später: Unter der Leitung des jungen Regisseurs Michael Hartnell soll eine Neuinszenierung von „Faust“ mit der überheblichen Diva Brigida Bianchi aufgeführt werden. Nach einem Streit mit Madame Bianchi nimmt er die junge Maria Gianelli als Zweitbesetzung her. Auch Sandor, der nun als maskiertes Phantom sein Unwesen im Haus treibt, hat die junge Frau entdeckt und glaubt in ihr seine verstorbene Frau Elena wiederzuerkennen. Er nimmt Kontakt zu ihr auf und bietet ihr an, ihre Stimme zur Perfektion auszubilden. Dazu lädt er sie in sein altes Haus ein und bittet sie, die Kleider aus dem Schrank während der Proben zu tragen und niemandem von diesem Ort zu erzählen.

Während sich eine Romanze zwischen Maria und Michael entwickelt, reagiert das Phantom mit rasender Eifersucht und droht ihm mit dem Tod. Als jedoch auch der Baron seine Augen auf Maria geworfen hat, beschließt Sandor, dass es Zeit ist zu handeln. Während des alljährlichen Maskenballs entführt er Maria und Hunyadi. Er lässt den Baron von seinem dressierten Raben zu Tode hacken und will Maria bei sich, in den geheimen Kammern unter der Oper, behalten, um ihr das grausame Schicksal seiner Frau zu ersparen. Im Laufe eines Gesprächs reißt sie ihm die Maske herunter und enthüllt sein grauenhaft zerstümmeltes Gesicht. Er wird rasend und erklärt ihr, dass sie die Chance freizukommen für immer verspielt habe.

Michael glaubt nicht an die Theorie des Polizeiinspektors, dass der Mörder des Barons vermutlich auch Maria als potentielle Zeugin umgebracht hat, und beginnt zu recherchieren. Als er von einigen Bühnenarbeitern die Tragödie von Sandor Korvin und seiner Frau hört, die Maria so ähnlich sieht, vermutet er, dass Korvin vielleicht noch am Leben ist und sich irgendwo in oder unter der Oper verstecken könnte. In einem Archiv besorgt er sich die Pläne des Unterbaus der Oper und findet über die Kanalisation wahrhaftig den Weg in das Versteck des Phantoms und kann Maria befreien.

Sandor, der nach dem abermaligen Verlust „seiner Frau“ nun endgültig seinen Lebenswillen verloren hat, beschließt, sich als letzten Racheakt an der grausamen Menschheit mit dem riesigen Kronleuchter mitten ins Publikum zu stürzen. Er sägt bereits die Kette durch, da bemerkt er Maria, die genau unter dem Leuchter sitzt (eine Falle für ihn, die Michael und der Inspektor gelegt haben), und versucht sie zu warnen, doch zu spät, die Kette reißt.

Maria bemerkt den herabstürzenden Lüster rechtzeitig, und ihr gelingt es, zusammen mit den Opernbesuchern auszuweichen. Das Phantom selbst stirbt, begraben unter dem schweren Kronleuchter, ohne seine Maske.

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Deine Hand zittert, meine Liebe. Das ist ein ausgesprochen gutes Zeichen, große Sänger sind immer nervös, bevor sie auftreten“ – Sandor Korvin
  • „Ich warne Sie, Elena! Wenn Sie jetzt gehen, dann können Sie ihre Karriere an meinem Opernhaus vergessen, das schwöre ich Ihnen. Mein Vergnügen ist mir wichtiger als alles andere“ – Baron Hunyadi
  • „Die Art, wie Sie junge Komponisten wie Bartók ermutigen, verdient Anerkennung“... „Ich bin sicher, Sie würden liebend gern eine Kritik über Caruso schreiben“ – Sandor Korvin
  • „Brigida warmherzig?! Bei ihrer Aida könnten wir alle schlittschuhlaufen auf dem Nil“ – Michael Hartnell
  • „Geniale musikalische Begabung kann man nicht lernen“ – Brigida Bianchi
  • „Aber ich kann von Ihren Fehlern lernen“ – Maria Gianelli
  • „Dann haben Sie sicher einen Rat, wie ich meine Stimme noch mehr verbessern kann?!“ – BB
  • „Ich an Ihrer Stelle würde sie rausoperieren lassen!“ – MG
  • „Dürfte man erfahren, was das sein soll?! Sie sind Margarete, Sie haben Ihr Kind getötet, das Sie Faust geboren haben, und nun warten Sie darauf, dass man sie zum Richtblock führt, aber Sie spielen die Szene wie ein Modepüppchen, das ein Taxi ruft, um zum Friseur zu fahren!“ – Michael Hartnell
  • „Also gut, du wolltest mein Gesicht sehen, jetzt siehst du es, nun sieh mich an. Sie mich an! Oder weißt du, was dahinter steckt, ist es vielleicht nur eine Maske?! Eine Maske hinter der Maske? Nein, das bin ich, ich, ich! Berühr es, berühr es, jetzt kannst du nichts mehr abreißen, das bin ich und keine Maske!“ – Sandor/Phantom

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Fernsehadaption des klassischen Stoffes vom ‚Phantom in der Oper‘, das mit grausam entstelltem Gesicht in tiefen Gewölben lebt und eine junge Sängerin, die seiner verstorbenen Frau zum Verwechseln ähnlich sieht, mit Stimm-Unterricht fördert. Keine originalgetreue Version von Leroux’ Roman, zumal die Handlung von Paris ins für amerikanische Fernsehzuschauer vermeintlich ‚folkloristischere‘ Budapest verlegt wurde; in der Hauptrolle aber überzeugend gespielt, mit Reiz in Ausstattung und Maske..“

„Dutzende Male ist Gaston Leroux 1910 entstandener Roman Das ‚Phantom der Oper‘ inzwischen verfilmt worden. Die qualitative Spanne reicht dabei von zeitlosen Klassikern wie etwa der legendären 1925er Stummfilmversion mit Lon Chaney über moderne Adaptionen wie z. B. Brian De Palmas 'Phantom of the Paradise' bis hin zu völlig mißglückten Kitschvariationen. Die 1983 entstandene amerikanisch-ungarische Fernsehproduktion ‚The Phantom of the Opera‘ gehört nun durchaus zu den sehenswerten Verfilmungen des Stoffes.“

Thomas Wagner[2]

„The Phantom of the Opera weicht immer wieder von der literarischen Vorlage ab und es ist deutlich zu erkennen, dass der Film für das Fernsehen produziert wurde. Für rund 1,5 Stunden durchschnittlicher TV-Unterhaltung reicht es zwar aus, wer allerdings eine angemessene Umsetzung des Romans erwartet, sollte sich besser den Stummfilm mit Lon Chaney, oder aber die Musical-Verfilmung von Joel Schumacher ansehen.“

Michael Tomiak[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Film wurde an Originalschauplätzen in Budapest und am József Katona Theater in Kecskemét gedreht.
  • Das Make up des Phantoms ist das Werk des Effekt-Künstlers Stan Winston.
  • Für die deutsche Fassung des Films wurde Maximilian Schell von Erik Schumann synchronisiert.
  • In der neu-synchronisierten DVD-Edition von 2006 übernimmt Joachim Kerzel den Sprechpart des Phantoms.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Phantom von Budapest. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 26. Januar 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Thomas Wagner: The Phantom of the Opera. In: x zine. Abgerufen am 26. Januar 2017.
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.splashmovies.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Filmrezension auf splashmovies.de)