Das Reich und die Herrlichkeit

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Filmdaten
Deutscher TitelDas Reich und die Herrlichkeit
OriginaltitelThe Claim
ProduktionslandGroßbritannien, Kanada, Frankreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2000
Länge115[1] Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieMichael Winterbottom
DrehbuchFrank Cottrell Boyce
ProduktionAndrew Eaton
Douglas Berquist
MusikMichael Nyman
KameraAlwin Küchler
SchnittTrevor Waite
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
String Quartets 2, 3 & 4/If & Why

Das Reich und die Herrlichkeit (Originaltitel: The Claim, übersetzt die Parzelle/der Anspruch / Alternativtitel = Kingdom Come | Rédemption) ist ein Western des Briten Michael Winterbottom aus dem Jahr 2000 und basiert frei auf dem Roman „Der Bürgermeister von Casterbridge. Leben und Tod eines Mannes von Charakter“ („The Mayor of Casterbridge“) von Thomas Hardy (1886).

Michael Nyman, Frank Cottrell Boyce und Andrew Eaton arbeiteten schon mehrfach mit Winterbottom. Neben Peter Mullan spielen in der Schicksalstragödie unter anderem Milla Jovovich, Wes Bentley, Sarah Polley und Nastassja Kinski.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[1]

Patriarch Dillon führt die Gemeinde Kingdom Come in der amerikanischen Sierra Nevada 1867 mit strenger Hand. Er war Goldgräber und wird mit einer furchtbaren Entscheidung seiner Jugend konfrontiert: er tauschte Frau und Kind gegen die Schürfrechte, die ihm den gewaltigen Reichtum brachten. Allein durch dieses schmutzige Gold wurde die Errichtung der Siedlung in der eisigen Einöde möglich. Seine sterbenskranke Jugendliebe und die gemeinsame Tochter kehren Jahre später aus der Fremde zurück, doch was geschehen ist, ist geschehen. Nach einer blutigen Konfrontation und ihrem Tod muss sich zudem sein kleines Reich der Moderne und dem Vordringen der transkontinentalen Eisenbahn geschlagen geben, und die Einwohner wenden der Stadt fluchtartig den Rücken zu. Dillon brennt die verlassenen Hütten von Kingdom Come nieder und wählt den Suizid im Schnee.

Ein Fremder in der Stadt * Allerlei Vergnügen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaftspanorama, verschneites Hochgebirge, neblig. Ein Sechsspänner kommt durchs Bild, geladen sind acht weibliche Flüchtlinge, unter schweren Decken, und es ist bitterkalt. Weite Aufnahme auf die Stadt, Titel: Kingdom Come, Sierra Nevada, Kalifornien, 1867, einige Menschen auf den Straßen, alle geschäftig, und Viehherden. Kingdom Come hat etwa 1200 Einwohner. Bei den Neuankömmlingen handelt es sich um Prostituierte, und sie werden von einer Dirne in Empfang genommen. Weiterhin treffen der junge Draufgänger Dalglish, die bezaubernde Elena Burn und deren Tochter Hope (englisch für: Hoffnung) ein. Jemand versucht, Gewehre zu konfiszieren, und Dalglish gibt schnell nach. Erste Kunden beginnen sich für die Mädchen zu interessieren, Sheriff Sweetley muss einen Warnschuss abfeuern, um sich Gehör zu verschaffen. Dalglish ist Chefingenieur der Vermessungstruppe der Central Pacific, und plaudert kurz mit der jungen Hope: Er soll über den Verlauf einer neuen Bahnlinie entscheiden, und ob die Stadt eingebunden wird. Sie sind gekommen, um Bürgermeister Daniel Dillon zu sehen. Elena und Hope in einem dunklen, aber sauberen Kämmerlein im Hotel. Elena hustet, vermutlich Tuberkulose. Große Gala im dunklen, beengten, aber gemütlichen Saloon: Die umwerfende Lucia, heimliche Königin der Stadt, singt einen portugiesischen Fado, und recht bezaubernd.

Auch die anderen sind Migranten, Dillon stammt aus Irland, Elena aus Polen, Dalglish ist Schotte. Sheriff Sweetley lässt Dalglish zu Bürgermeister Dillon vor: Die Stadtoberen spielen Roulette, die Atmosphäre am Tisch ist angespannt. Dalglish muss einen ironischen Bestechungsversuch über einige Jetons ablehnen. Dem Vermessungstrupp wird ein Prosit im Namen der Stadt ausgegeben. In einem Hinterzimmer mit Dillon und seiner Geliebten Lucia folgt eine Liebesszene im Kerzenlicht. Der „milde gewordene Tyrann“[2] Dillon ist vielleicht 20 Jahre älter als seine Partnerin. Ausgelassener Krach tönt von entfernt herein: ihre Beziehung funktioniert. Bordell, einzelne Zimmer. Sweetley schlichtet mit vorgehaltener Waffe eine Streiterei. Einige Störenfriede werden auf unzweideutige Weise zu Patriarch Dillon zitiert. Alle versuchen, den Eisenbahnleuten ihren Aufenthalt gemütlich zu machen. Der Vermessungstrupp tut sich an den Prostituierten gütlich.

Gerechtigkeit? * Schmerzliche Erinnerungen * Zu Besuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächster Morgen: Elena und Hope erkennen „Mister Dillon“ vom Fenster aus, es schneit. Elena beauftragt ihre Tochter, Dillon einen Rosenkranz zu überbringen, wie eine Botschaft. Dillon peitscht einen Störenfried vor allen Einwohnern auf nackten Rücken aus, die Zahl der Hiebe hat er gnädig von der Regelstrafe 50 auf 25 reduziert, effektiv verhindert er damit, dass der Mann gelyncht wird. Hope schafft es, ihm den Rosenkranz in die Hand zu drücken: Dillon ist bei ihrem Anblick sprachlos und gelähmt. Hope selbst ist ganz ahnungslos. Erneut ausgelassenes Gespräch zwischen Dalglish und der viel jüngeren Hope. Dalglish deutet an, wie gefährlich seine Tätigkeit ist, da er des Öfteren angefeindet wird. Dillon geht allein in eine alte Goldgräberhütte fernab, seine eigene. Beim gedankenverlorenen Durchwühlen seiner Ausrüstung steigen Erinnerungen auf. Rückblende.

Mitten im Blizzard, der junge Daniel Dillon (Barry Ward) kämpft sich in Begleitung einer Frau (Karolina Muller) durch das Niemandsland, schwer bepackt. Es wird sogar Schnee gegessen und wir hören den Namen „Elena“. Die beiden erreichen eine Hütte, und einen schmutzigen Goldgräber. Sie tragen ein Neugeborenes. Elena ist abgekämpft, aber wunderschön, und sie ist der englischen Sprache kaum mächtig. Die beiden haben noch kein Korn Gold gefunden und sind verzweifelt. Der Fremde schüttet einige Nuggets auf den Tisch, und Dillon, auch betrunken, bekommt wässrige Augen: „Ist da noch mehr?“. Der Einsiedler interessiert sich für das Mädchen. Es ist stockdunkel, der Sturm pfeift in die notdürftig gezimmerte Hütte, und das Baby ist unruhig. Dillon tauscht seine Frau und das Kind gegen die Hütte und den Claim. Elena protestiert, und der noch nicht einmal unsympathische Goldgräber würde auch gerne das Kind adoptieren. Das Geschäft ist beschlossen, ein Handschlag, vermutlich vergeht er sich nun an dem Mädchen.

Dalglishs Trupp zieht mit Hope aus für Sprengungen, Hope verliert einige Worte über ihren verstorbenen Stiefvater, und die (vermeintliche) Kinderlosigkeit Dillons. Hope: „Als ich ein Baby war, war ganz Kalifornien so öde und leer“. Es wird gesprengt, vielleicht soll die gesamte Bergkette abgetragen werden, Lawinen gehen ab. Zurück mit Hope im Hotel, Lucia lädt sie zu sich und Dillon ein. Ihre Mutter Elena, die nahezu bettlägerig ist, könne natürlich mitkommen. Im Zimmer rät Elena Hope besorgt zu schweigen, weiht sie aber noch nicht ein. Hope und Lucia könnten ungeachtet des Altersunterschiedes beinahe Freundinnen sein. Hope spielt Klavier, sie übt mit Lucia das Lied für den Abend, und probiert mit ihr ausgelassen Kleider und Schmuck an, in dem gepflegten Bürgermeisteranwesen. Hope deutet an, dass sie Dalglish hübsch findet.

Mount Ritter, Sierra Nevada

Junge Talente * Der Tod naht * Trennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es geht weiter im prall gefüllten Saloon. Lucia singt, Hope steuert die Klavierbegleitung bei. Im Anschluss[3] will die adrette Hope das Gedicht „The Ballad of Noreen Bawn“[4] rezitieren. Ein Kollege von Dalglish, Bellanger, verliebt sich in eine der Kurtisanen, Annie. Der Saloon wird wieder lauter und Dillon applaudiert, zigarrerauchend und demonstrativ, für Tochter Hope. Dillon muss ein Machtwort sprechen, danach kann man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Rückblende.

Im Schneetreiben: Dillon sieht seine verlorene Familie vor sich, den Rosenkranz, und wie er für das Baby den Namen Hope wählte.

Dillon und Hope sprechen über den Stiefvater und Dillons Privatleben: Hope ahnt nichts. Danach Bellanger und die Dirne Annie leichtbekleidet in einem Zimmer, Liebesgeplänkel. Bellanger ist der Sprenger der Truppe. Man sieht die Belegschaft des Bordells zusammen, nach beendeter Schicht, trinkend und Einnahmen zählend. Lucia ist vor Ort, und scheint tatsächlich wegen der jungen Hope eifersüchtig. Annie fürchtet um ihren neugefundenen Freund Bellanger, der am nächsten Tag in die Berge muss.

Am Tag darauf bringt Sweetley im Auftrag des Bürgermeisters Geschenke und soll Elena mitnehmen, aber sie ist doch höflich resolut. Die beiden treffen sich in seiner baufälligen, löchrigen Goldgräberhütte, auf dem Claim. Ihm ist bekannt, dass sie schwerkrank ist: sie wird bald sterben. „Ich trinke nicht mehr, Elena. Das sollst du wissen.“ Elena ist in die Stadt gekommen, weil sie Geld will von Dillon; für die Zukunft der Tochter, wie sie sagt. Dillon möchte erfahren, ob seine Tochter informiert ist, dem ist nicht so. Sie trennen sich. Dillon läuft in die Bank, wo er eine Kammer unterhält: einen Goldspeicher. Er entzündet eine Lampe, und im Flackern werden gestapelte Goldbarren sichtbar, in zwei Reihen, bis unter die Decke. Im Kino wird die Leinwand leuchtend gelb. Dillon betrachtet nachdenklich seine Reichtümer und nimmt einige Barren mit sich. Es folgt eine Liebesszene zwischen Dillon und Lucia. Nachdem sie sich angezogen haben, schenkt er ihr die Besitzurkunden für den Saloon. Dann sagt er ihr, dass es vorbei ist. Es folgt ein Streit und eine Handgreiflichkeit. Auch Lucia kennt die Hintergründe nicht.

Unterwegs mit Dalglishs Team in unberührter Wildnis. In knietiefem Schnee schwärmt Bellanger davon, wie es wäre, mit Annie eine Familie zu gründen. Vermessungsarbeiten, Sprengungen und Kletterei, man kämpft sich durch das Gelände, zu ruckelig für das Nitroglyzerin, der Kutscher verbrennt in einer Explosion, schlagartig aus dem Leben gerissen. Wie ein Omen sieht man ein brennendes Pferd durch einen Gebirgsbach davongaloppieren.

Ein neues Heim * Hochzeit * Die Bahn kommt …[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überreste des Kollegen werden bestattet. Besprechung zwischen Dalglish und Bellanger in einem Zelt, aus geologischen Gründen stehen die Chancen schlecht für Dillons Stadt, doch wäre es nicht weise, dies bereits jetzt auszusprechen. Für die Landvermesser war die Ortschaft nur ein Zwischenstopp, und Annie eine Liebschaft. Kingdom Come wird, buchstäblich, gestrichen.

Hektisch Dillon mit Arbeitern und Fuhrwerken im Freien, und Geschrei. Schnitt, hinein in ein Haus in diesem Lärm, Blick aus dem Fenster, die kleine Villa bewegt sich. Dillon lässt es auf eine Hügelkuppe ziehen. Dann inspiziert er kurz das Mobiliar des Alterswohnsitzes, der „viktorianische Eleganz imitiert“:[2] ein Flügel, Statuetten, Vasen, Bilder; dafür war das Gold. Elena trifft ein. Dillon macht ihr einen Heiratsantrag, sie antwortet: „Wir sind bereits verheiratet“, von Lucia hätte er sich getrennt. Dillon: „Es würde alles in Ordnung bringen“. Bedingung sei, dass die Tochter nicht erfährt, was sich zugetragen hat. In einer Distanz von zwei Metern wirkt Dillon immer noch wie ein Geschäftsmann, es ist taghell. Sie gibt ihm das Jawort, sie hat ihm vergeben.[5] Elena und Hope gehen zu Bett. Sie versucht, ihrer Tochter ihre Gefühle darzulegen, im Flüsterton. Elena offenbart, dass sie Dillon von früher kannte, vermutlich wird sie ihr nicht alles sagen.

Am Tag kommen die Landvermesser zurück, die Straßen sind leer, Lucia erklärt Dalglish gekränkt, dass die Einwohner bei der Hochzeit von Ms. Dillon und Mrs. Burn wären. Das junge Ehepaar tanzt, Dalglish und Hope, später auch Dillon mit seiner Tochter, die Stimmung nicht ausgelassen, als vielmehr bieder und bürgerlich. Der Bürgermeister bespricht kurz diplomatisch und taktisch die Lage mit Dalglish. Fotos und Feuerwerk schließen sich an. Bellanger und Annie haben zueinander gefunden, allseits leuchtende Augen. Elena und Dillon sind glücklich. Dalglish und Hope bleiben nach der Feier zusammen: die Eisenbahn würde viel ändern, eine Schule, eine Kirche, vielleicht sogar Straßen. Dalglish: „Ich muss morgen wieder fort“. Bellanger und Annie haben sich verlobt. Lucia versucht sich im Saloon ziemlich rüde an Dalglish heranzumachen, erhält aber einen Korb. Mit Elenas Gesundheit geht es allmählich bergab. Morgens besteht das Eisenbahnteam darauf, alle Rechnungen voll zu bezahlen, und des Bürgermeisters Winken mit dem Zaunpfahl wird deutlicher, er droht.

…oder auch nicht! * Abschied von der Stadt * Helena liegt im Sterben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neugegründete Familie bezieht ihr Haus. Wegen der Erkrankung wird ein Quacksalber empfangen, der eine Magneto- oder Elektroschocktherapie empfiehlt, Geld spielt keine Rolle. Kurz merkwürdige Prozeduren mit den elektrischen Geräten.

Dalglish muss mit einem Freund einen Vorgesetzten besuchen, in einem Waggon auf einer neuen Strecke, Hundertschaften von Arbeitern hämmern Gleise in den vereisten Boden. Die Dampflok setzt sich in Bewegung. Dalglishs Chef wäre ein ebenbürtiger Gegner für Dillon, und sein Auftreten ist ähnlich. Die Stadt muss „verlegt“ werden. Dalglish nimmt die Befehle loyal mit soldatischer Haltung entgegen, und wenn da jemand ist, der ihm Schwierigkeiten machen kann, hat er alle Vollmachten. Dalglish wirkt nun endgültig wie ein Killer. Elena spuckt Blut, in den Armen ihrer Tochter, und Dillon steht daneben. Das Leben verlässt schrittweise ihren Körper. Rückblende.

Am nächsten Morgen stolpert er verkatert aus seiner Hütte, alleine, und im Hemd. Er schreit den Namen Elena in den Berg, und niemand antwortet.

Hope kauft Heilkräuter, die Eisenbahner kommen zurück. Sie machen sich für den Aufbruch bereit, und einige Bürger bemerken es. Sweetley überbringt Dillon die Hiobsbotschaft, dieser beaufsichtigt noch am Krankenbett den Wunderheiler. Sweetley händigt wortlos Flinten an seine Leute aus. Dillons Mannen stellen schwer bewaffnet die Eisenbahner, dabei geht Dalglish nicht mehr ohne Schusswaffe ins Freie. Das Team hat für ein oder zwei Tage ein Lager vor den Toren der Stadt aufgeschlagen. Dalglish verkündet, dass die Eisenbahnlinie durchs Tal führen wird. Hope kommt dazu, in einer blitzschnellen Eskalation erschießt Dalglish Sweetley, vielleicht in Notwehr. Dillon blickt in Gewehrläufe und steht mit dem Rücken zur Wand. Er muss sich zurückziehen, fordert aber „In der Frühe seid ihr weg!“, und entfernt sich, mit dem Gang eines alten Mannes. Vielsagende Blicke werden ausgetauscht, und Hope ist den Tränen nahe. Zurück im Krankenzimmer hält Hope ihre Mutter im Arm. Elena: „Manchmal wendest du dich von jemandem ab, und dann blickst du zurück, und dein halbes Leben ist vorüber“.

Ein Trupp Prostituierter empfängt ein letztes Mal das Vermessungsteam, sie hängen nicht so sehr an Kingdom Come wie die Bürgerlichen, und können ihr Gewerbe auch anderswo betreiben. Annie versucht Bellanger zum Bleiben zu überreden. Langsames, trauriges Musizieren und Kuscheln, und der Abschied ist nahe. Dalglish rät Lucia, in die neue Siedlung zu gehen, die mit Sicherheit bald entstehen wird, im Tal, entlang der Bahnlinie. Elena liegt im Sterben, nur ihr Mann hält Wache. Im Morgengrauen kommt es zum Shoot-Out: Dillon schleicht sich mit vier Helfern an, in schwerer Lederkluft, und erschießt zwei schlafende Türposten. Allgemeiner Tumult folgt. Dann bedroht er Annie und erpresst Bellanger um die Information: Dalglish ist bei Lucia. Er findet die beiden im Bett vor, und zerschießt einen Spiegel. Lucia weiß nun, dass Hope seine Tochter ist, und schreit ihn damit an. Dillon zittert wie Espenlaub, senkt nach einem Moment die Waffe, und geht. Die Huren packen bereits, sind aber nach wie vor heiter, Aufbruchstimmung und endlich Sonnenschein, Kolonnen ziehen aus dem Städtchen. Bordell und Saloon sind für immer geschlossen, aber ein jeder ist eingeladen zu folgen. Dalglish verabschiedet sich von Lucia, seine Mission sei, die Bahn zu bauen.

Dillons Geständnis * Feuer * Erfroren in der Kälte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillon wird Hope früher oder später die Wahrheit sagen müssen. Elena stirbt qualvoll.

Zu Pferd besucht Dillon die neue Siedlung, wo Brettergerüste errichtet werden, er benötigt einen Pfarrer. Er begegnet Lucia, die dort bereits Charisma und Geschäftssinn an den Tag legt. Er teilt ihr mit, dass Elena nicht mehr unter den Lebenden weilt. Später wird Elena im Schneetreiben bestattet. Dillon führt seine Tochter in seine Berghütte, zeigt ihr Photographien, und enthüllt seinen Fehler: „Ich habe euch verkauft“. Hope bricht in Tränen aus. Wieder steht Dillon knietief im Schnee, mit Frack und Melone, er brüllt: „Hope“. Doch sie stürzt davon. Annie fängt Bellanger ein, Dalglish erfährt, dass Elena gestorben ist, die Central Pacific Railroad eröffnet die neue Kirche, die Stadt erhält den Namen Lisboa. Dillon beginnt in den Abendstunden, seine Geisterstadt niederzubrennen.

Dalglish begegnet Hope bei der Rückkehr mit dem Pfarrer, der Minuten später die Trauung von Annie und Bellanger durchführt. Er spricht sein Beileid aus. Die Menschen bemerken eine Rauchwolke über einem Gipfel, beinahe Panik. Auf dem Berg Bilder der Zerstörung und des Infernos, und Dillon, der Frau, Kind und Stadt verloren hat, legt sich abseits in den Schnee. Später kämpfen alle gegen das Feuer, aber es ist aussichts- und auch sinnlos, man versucht, Dillon zu finden. Dalglish nimmt Hope in die Arme. Am nächsten Morgen wird die vereiste Leiche geborgen, und er hielt den Rosenkranz in den Händen. Auch Lucia nimmt Abschied von Dillons sterblichen Überresten, und das Paar streift durch die Ruinen:

Dalglish: Sie waren wie Könige.

Hope: Wer?

Dalglish: Die Pioniere. Solche Männer wie Dillon. Sie kamen her, als hier nichts war, sie bauten diese Städte und herrschten über sie.

Durch die qualmenden Trümmer der Stadt Kingdom Come schallt der Ruf „Gold!“ In den letzten Bildern ist zu sehen, dass es sich um das eingeschmolzene Gold Dillons in den Trümmern der Bank handelt, dann setzt ein Treiben und Gerangel ein.

Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nastassja Kinski spielte bereits die Tess Durbeyfield (Roman Polański, 1979) des Thomas Hardy. Peter Mullan sammelte bereits Erfahrungen mit der Darstellung von trockenen Alkoholikern in Mein Name ist Joe (Ken Loach, 1998), ausgezeichnet mit dem Darstellerpreis von Cannes 1998. Madonna soll für die Rolle der Lucia vorgesehen gewesen sein. Auch die Mitwirkung Robert De Niros kam nicht zustande, die angeblich angedacht war.[6]

Hiermit liegt nach Herzen in Aufruhr (1996) die zweite Bearbeitung eines Thomas-Hardy-Stoffes durch M. Winterbottom vor. Die Literaturvorlage spielte im ländlichen England des frühen 19. Jahrhunderts, wurde also verlegt.[7] Der Stoff wurde mehrfach verfilmt, 1921 von Sidney Morgan, 1978 und 2003.[8] Michael Henchard wird im Film zu Dillon, Donald Farfrae zu Dalglish, und Lucetta zu Lucia, stellt The Observer fest (und aus Susan Henchard wird Elena Burn, aus Elizabeth Hope).[9] Ein richtiggehendes Novum war 2000, dass offen einige Szenen des Drehbuchs auf der Webseite des Films im Zuge der Dreharbeiten zur Abstimmung publiziert wurden.[4] Selbst verschiedene Titelalternativen wurden zur Diskussion gestellt.

Drehbuchautor Boyce hat sich in einem Interview von dem fertigen Produkt ein wenig distanziert, er hätte die Verfehlung Dillons doch lieber zu Beginn enthüllt gesehen.

Neben der von Winterbottom und Eaton gegründeten Revolution Films waren u. a. Kingdom Films Ltd. und Kingdom Come Productions Inc. beteiligt.[1] „Kingdom Come“ war als Titel eingeplant, aber aus rechtlichen Gründen nicht verfügbar.[10] Das Budget hat 20 Millionen Dollar betragen. Der Film war kein finanzieller Erfolg,[11] und blieb eher unbekannt.

Ursprünglich war geplant, in den französischen Alpen zu filmen, die Produktion wurde in einer frühen Phase aber angehalten. Gedreht wurde dann unter mehr als widrigen Bedingungen zwei Stunden westlich vom kanadischen Calgary im Skiresort Fortress Mountain (50° 49′ N, 115° 12′ W) in etwa 2100 Meter bei minus 20 Grad Celsius in der Sonne. Zudem hätte bei der Independentproduktion das Geld für Helikopter gefehlt, man war auf Zugtiere oder Schneemobile angewiesen. Erfrierungen und Kreislaufzusammenbrüche waren an der Tagesordnung. Die 20 Gebäude wurden eigens für die Aufnahmen errichtet.[12] Winterbottom scheint einiges Augenmerk auf maximale Authentizität gelegt zu haben, wie aus der Webseite des Films ersichtlich ist: dort wird das Cinéma vérité erwähnt.[13]

Kalifornische Goldfelder

Der deutsche Filmtitel weist direkt auf das christliche Gebet Vaterunser hin, wie auch der Name der Stadt im Imperativ Kingdom Come (unverändert aus dem englischen Original) das „Dein Reich komme“ ist.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Eindrucksvoll fotografierte, hervorragend gespielte Tragödie um Schuld und Sühne, Liebe und Vergebung. Inszeniert als Hommage auf die Schnee- und Spätwestern der 70er-Jahre, stellt der Film auf vielschichtige Weise der Sicht des amerikanischen Pioniergeistes die Realität der multikulturellen Immigranten-Gesellschaft entgegen. (Kinotipp der katholischen Filmkritik) – Sehenswert.“

„‚Das Reich und die Herrlichkeit‘ ist so pathetisch und konsequent wie das französische Kino der 60er Jahre – endlich einmal wieder ein Film aus Europa, der von großen Gefühlen erzählt, ohne verquast oder zerquasselt zu sein […] Und bei dem Kino darum letztlich auch eine Denkfabrik ist, eine Weise der Erkenntnis der Welt.“

Rüdiger Suchsland: „Das Reich und die Herrlichkeit“ in „Schnitt – das Filmmagazin[15]

„[…] Alle drei [Winterbottom, Tykwer, Médem] sind Filmemacher der unbedingten, tragischen Leidenschaft und stellen in ihrer visionären Kraft Ausnahmeerscheinungen des europäischen Kinos dar.“

Rainer Gansera: „Das Reich und die Herrlichkeit – Michael Winterbottoms visionäre Thomas-Hardy-Verfilmung“ in „epd Film[16]

„[…] naturalistisch ist der gesamte Film. Atemberaubend – hier trifft diese inflationär gebrauchte Formulierung. Vor grandiosen Bergketten, durch Wolken und Dämmerung in einen monochromen Farbschleier gehüllt, züngelt das Orange der hochschlagenden Flammen – ein wirkungsvollerer Kontrast ist undenkbar. Die Ästhetik zerstörter Träume.“

Roland Huschke: „Im Western was Neues“ in Cinema[17]

Die New York Times sieht in Polley, Kinski und Bentley gute Darstellerleistungen, die jedoch etwas leblos bleiben. Peter Mullan wird die beste Darbietung attestiert, seine Figur bleibe aber enigmatisch. Der Autor spricht von vielen einprägsamen Bildern, die der Film zu bieten hat.[18] Salon.com hält die Kameraführung von Alwin Küchler für beinahe so intensiv und intim wie die des Sven Nykvist bei Bergman.[19]

The Guardian hält den Charakter des Dalglish für bis zur Unglaubwürdigkeit gespalten zwischen Charme und Abgründigkeit, bescheinigt dem Film aber im Übrigen, dass er „inspiriert“ sei.[20]

Etwas verhaltener beurteilen andere Quellen den Film: Emanuel Levy nennt in Variety die Narrativität schwach und zerfasert, die Art der Erzählung temperamentlos, und empfindet das Schauspiel Milla Jovovichs als irritierend.[21] Andere kritische Stimmen im englischsprachigen Raum erkannten eine gewisse emotionelle Distanziertheit oder sogar Unaufrichtigkeit.

Rotten Tomatoes bezeichnet den Film mit 62 Prozent als „Frisch“,[22] die Benutzer der Internet Movie Database werten ihn mit 6,5 von 10 Punkten bei 3.147 Zuschauerbewertungen[8] (22. Februar 2009).

Interpretationsbausteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Reich und die Herrlichkeit sei kein Western, epd film sieht ihn als existenzielles Drama, eine balladeske Form, und eine „zentrale, tragisch vibrierende Empfindung“, von „traumartigen Bildern umkreist“.[2]

film-dienst nennt den Spät-/Anti-Western McCabe & Mrs. Miller von Robert Altman (1971) und Sacramento von Sam Peckinpah (1962).[23]

Die Thematik gleicht in einigen Punkten der von Spiel mir das Lied vom Tod[24] von Sergio Leone (1968). Bereits The Mayor of Casterbridge behandelt alte und neue Ordnungen, und der Untergang des Bürgermeisters steht auch dort in Verbindung mit Technik und modernen Geschäftsmethoden.[25] Hier wie dort unterstreicht die programmatische Musik die Emotionalität der Szenen, zerfällt in The Claim aber nicht so auffällig in figürliche Leitmotive.

Die abgelichtete Schneemenge dürfte im jüngeren Kino allenfalls von Stücken wie Fargo (Ethan und Joel Coen, 1996), Winterschläfer (Tom Tykwer, 1997) oder Ein einfacher Plan (Sam Raimi, 1998) übertroffen werden. In dem Horrorfilm Shining von Stanley Kubrick (1980) spiegelt die jeweilige Wetterlage die Gemütsverfassung der Figuren wider und trägt zur Beschleunigung der Story bei. In The Claim herrscht über die gesamte Dauer bitterer Winter. Dillon stirbt wie Jack Torrance einen Erfrierungstod.[7]

Der für das Genre Western überaus bedeutende John Ford[24] (1895–1973) porträtierte die Familie als „kleinste Einheit der Gesellschaft, als Zeugungszelle der Nation, als Nukleus des (entstehenden) Staates. […] Einfach ausgedrückt: funktioniert die Familie, funktioniert der zukünftige Staat“. In diesen Tagen ging die „Gemeinschaft“ in die „Gesellschaft“ über.[26] Besonders musikalische Darbietungen, Bälle und Gottesdienste standen bei ihm für die Zivilisation und zeigten die vollzogene Domestizierung des starken Geschlechts.[27] In dieser Symbolik zerfällt Dillons Gemeinwesen folgerichtig.

Kingdom Come[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ich wäre gerne dabei gewesen und hätte das Abenteuer, die Aufregung und die blendende Kraft des Goldrausches miterlebt […] Man hat den Eindruck, als wären zehntausend Jahre europäischer Geschichte komprimiert in wenige Jahre: Massenauswanderung, Landkriege, Staatenbildung. Sozusagen Geschichte im Zeitraffer. […] Eine Tragödie, gewiss, doch sie feiert zugleich die Hoffnung und den Pioniergeist.“

Frank Cottrell Boyce[28]

Nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg wurde Kalifornien 1847 bis 1849 vom U. S.-Militär regiert, erst 1850 wurde es Bundesstaat. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte der Staat bei den Farmern und Siedlern an der frontier noch kaum eingegriffen,[29] und von 1829 bis 1883 war Inkompetenz, Verantwortungslosigkeit und Korruption in den wenigen öffentlichen Ämtern auf Bundesebene normal[30] (in dieser Zeit schrieben de Tocqueville, Thoreau und Emerson). Während des Goldrausches müssen sich in der Einöde schreckliche Tragödien zugetragen haben.

„Aber, trotz aller Härten, Entbehrungen und Enttäuschungen bewahrte sich die überwiegende Mehrheit […] ihren Optimismus, Anstand und ein Gefühl für Werte. Ebenfalls für sie sprach, dass diese Durchschnittsamerikaner, trotz des Fehlens aller förmlichen Regierungen und Gesetze, der Auflösung der Gruppe entgegen arbeiteten und sich nicht der Anarchie beugten, sondern Regeln schufen, Vorschriften und eigene Gerichte,[31] um den Männern das Zusammenleben und -arbeiten mit einem Mindestmaß von Friede und Ordnung zu ermöglichen.“

S. Shufelt: Ein Brief eines Goldgräbers, Placerville, Kalifornien, Oktober, 1850, mit einer Einführung von Robert Glass Cleland, Einführung[32]

Frederick Jackson Turner zufolge seien die Siedler auf dem Marsch westwärts mit den Generationen immer uneuropäischer geworden („The Significance of the Frontier in American History“, 1893), auch durch ihn entstand später der Mythos frontier.

Was man im zeitgenössischen Western sehen kann, ist nur ein Ausschnitt der historischen Wirklichkeit, die Industrialisierung war mehr als nur die Verbesserung des Transportwesens.[33] Die Besiedlung des mittleren Westens in dieser Ära kann als wellenartige Ablagerung von Kultursedimenten begriffen werden, durch den die Zivilisation allmählich die Wildnis verdrängte.[34] Nach einem vorübergehenden Aufblühen der Landwirtschaft begann dann nach 1880 das Herz Amerikas an der Wall Street zu schlagen.[35]

Entsprechend ist die Staatsmacht in der Geschichte eigentlich abwesend, weder Dalglish noch Dillon werden für die Schüsse zur Verantwortung gezogen, Sweetley ist nicht mehr als die rechte Hand des Bürgermeisters, und hat kaum eine Dialogzeile. Es ist auch wenig Religion in The Claim vorhanden, obwohl Heirat, Beerdigung und selbst eine Kirchweihe gezeigt werden.

Das komplette Ensemble von The Claim besteht aus Flüchtlingen, sie scheinen in immerwährender Bewegung, Siedlungen werden wie vom Wind weggetragen, Rüdiger Suchsland stellt fest, es wäre die „[…] Zivilisation, die ganz auf das Kurzfristige und Gegenwärtige ausgerichtet ist, und das, was gerade zerstört wurde, sofort noch größer und noch schöner wieder aufbaut“,[15] die hier dargestellt wird, und bis heute vom Wesen her unverändert sei. Die Auflösung von Kingdom Come stimmt noch nicht einmal sonderlich traurig, eher wie die unsichtbare Hand der Marktwirtschaft. Damit enthält das Werk geschichtsphilosophische und makrosoziologische Elemente.[36]

Daniel Dillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Und was gefiel Ihnen daran?
– Ein Teil der Attraktivität war die Offenheit des Startpunktes. Wenn du über Leute sprichst, die gerade in einer Wildnis ankommen und moralische Entscheidungen treffen müssen, ist das nicht im Bezug zu einzelnen gesellschaftlichen Konventionen zu sehen, vielmehr geht es darum, was richtig und falsch ist.“

Michael Winterbottom: im Interview mit Stephen Applebaum, Netribution Ltd.[37]

film-dienst will den Film als „nahezu antike Tragödie“ verstanden wissen, und zugleich als europäische Hommage. Landschaftspanoramen werden mit kammerspielartigen Szenen, mitunter unter Einsatz der Handkamera, kontrastiert, und der Autor bescheinigt „melancholisch-düstere Bildkompositionen“, entfärbt, von „ungeheurer äußerer wie innerer Wucht“. Zu einzelnen Rollen wird festgestellt, in Wes Bentley sehe man genau die „Cowboy-Mentalität, die Stolz, Aufrichtigkeit, Familie und Gewalt unter einen Hut bringt“, Peter Mullan sei der Patriarch vielleicht eine Spur zu sanft geraten, und Sarah Polley stehe prototypisch für Verletzlichkeit und Liebe, Resümee: „zeitloses Kunstwerk“.[23]

Roger Ebert entdeckte „kreuzende Pfade; Dillon ist dabei, ein besserer Mensch zu werden, während es mit Dalglish abwärts geht.“[38]

Die New York Times sieht das Herz der Geschichte in der „Unmöglichkeit der Selbsterfindung“ und erwähnt Der große Gatsby.[18] Damit würde das Werk Prämissen des Existentialismus bestreiten (siehe: Philosophische Anthropologie). Im Vergleich zu den Felsmassiven und Naturschauspielen sind die Schicksale einzelner Sterblicher jedoch unbedeutend. Eine Rezension bei Salon.com[19] schließt mit den Worten „Das Glück war nur eine kurze Episode“, ein Hardy-Zitat, und liegt damit dicht bei Freud: „[…] man möchte sagen, die Absicht, dass der Mensch ‚glücklich‘ sei, ist im Plan der ‚Schöpfung‘ nicht enthalten.“[39]

Das Magazin für Theologie und Ästhetik erkennt im neuen Leiden im Film in Anlehnung an Georg Seeßlen bei Winterbottom biblische Bruchstücke, Pathos, einen absoluten Ernst und eine „nachmoderne Gestalt“ der Katharsis, und bespricht den Film neben Dancer in the Dark (Lars von Trier) und Das Zimmer meines Sohnes (Nanni Moretti).[40]

In der Literatur sind Aufstieg und Fall eines Mächtigen seit jeher gestaltet worden (Ödipus bei Sophokles oder König Lear).[25]

„Die Kamera fährt am Ende nach oben, als würde der Zuschauer nun den Platz einnehmen, den sonst das Auge Gottes hat: er allein sieht, wie die Geschichte weitergeht, aus einer Perspektive, die das Ganze im Blick hat, die die ganze Geschichte kennt; und diese, die Geschichte der Liebe, scheint niemals zu enden, dem Tod des einzelnen, dem Verlöschen jeder individuellen Hoffnung zum Trotz.“

Inge Kirsner: „Von der Verabschiedung Gottes zum Verlust des Subjekts“ in „Magazin für Theologie und Ästhetik“ 15/2002[40]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die New York Times nennt den Soundtrack von Michael Nyman „minimalistisch“ und es gäbe Bezüge auf die Dichtung Ozymandias von Percy Bysshe Shelley, und dies würde einen deutlich englischen Klang ergeben.[18] Die Dichtung thematisiert unter anderem die Vergänglichkeit der Macht, gezeigt im alten Ägypten.

Die Musik wurde aufgenommen in den Whitfield Street Studios, London, veröffentlicht von Chester Music Limited/Michael Nyman Limited, gespielt vom Michael Nyman Orchestra, Orchesterführung Alexander Bălănescu, mit Beteiligung von Gary Carpenter, Robert Worby und Austin Ince.[41] Der Name der Sopranistin wurde nicht veröffentlicht.

  • The Exchange (2:38)
  • The First Encounter (3:45)
  • The Hut (1:16)
  • The Explosion (1:35)
  • The Recollection (1:35)
  • The Fiery House (4:19)
  • The Betrothal (1:55)
  • The Firework Display (3:23)
  • The Train (2:34)
  • The Shoot Out (5:07)
  • The Death of Elena (1:34)
  • The Explanation (2:01)
  • The Burning (9:19)
  • The Snowy Death (4:51)
  • The Closing (4:03)

Spielzeit 50 Minuten und 5 Sekunden. Allerdings hat es weder alle Musik des Films auf die CD geschafft, noch umgekehrt die gesamte Partitur Nymans in den Film.

Preise und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Hardy: Der Bürgermeister von Casterbridge: Leben und Tod eines Mannes von Charakter. 1. Auflage. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-458-34442-X (Aus dem Englischen von Eva-Maria König, Lizenz von Reclam).
  • Frank Cottrell Boyce: The Claim. ScreenPress Books, Dublin 2001, ISBN 1-901680-56-8.
  • Gayla S. McGlamery: Hardy Goes West. The Claim, the Western, and The Mayor of Casterbridge. In: Literature Film Quarterly. Band XXXV, Nr. 1. Salisbury State College, 1. Januar 2007, ISSN 0090-4260 (questia.com – Abstract).
  • Paul J. Niemeyer: Seeing Hardy. Film and Television Adaptations of the Fiction of Thomas Hardy. McFarland, Jefferson 2003, ISBN 0-7864-1429-4 (books.google.com).
  • T. R. Wright (Hrsg.): Thomas Hardy on Screen. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-84081-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilweise übersetzt.

  1. a b c Cover/Booklet der DVD von Concorde Home Entertainment GmbH, München 2002, EAN 4-010324-020840, im folgenden DVD. Laufzeit nach Lexikon des internationalen Films: 121 Minuten.
  2. a b c epd Film 11/2001, im folgenden epd. epd, S. 32 f.: Rainer Gansera: Das Reich und die Herrlichkeit – Michael Winterbottoms visionäre Thomas-Hardy-Verfilmung.
  3. an Ozymandias von Percy Bysshe Shelley.
  4. a b Von Frank Cottrell Boyce, nach mündlicher Überlieferung irischer Folklore, beschäftigt sich mit Tod und Verlust, aber auch konkreter: Einwanderung. theclaimmovie.com (Memento vom 20. April 2001 im Internet Archive) abgerufen am 22. Dezember 2006.
  5. Online-Ressource (Memento vom 9. September 2002 im Internet Archive) Nach der Ansicht von Nastassja Kinski, die die Rolle interpretierte, nachzulesen auf der Webseite des Films.
  6. film.fluter.de (Memento des Originals vom 28. Mai 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/film.fluter.de, abgerufen am 12. Januar 2007.
  7. a b epd, S. 32.
  8. a b c Nach Internet Movie Database, Online-Ressource, abgerufen am 22. Februar 2009.
  9. film.guardian.co.uk, Philip French vom 4. Februar 2001 in The Observer, abgerufen am 22. Dezember 2006.
  10. Cinema 11/01, S. 64.
  11. Box Office Mojo, Online-Ressource.
  12. Cinema 11/01, S. 62 ff.: Roland Huschke: Im Western was Neues über die Dreharbeiten.
  13. theclaimmovie.com, abgerufen am 20. Dezember 2006.
  14. Das Reich und die Herrlichkeit. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  15. a b Das Reich und die Herrlichkeit – schnitt.de (Memento vom 15. Mai 2003 im Internet Archive) abgerufen am 20. Dezember 2006.
  16. epd, S. 33.
  17. Cinema 11/01, S. 66.
  18. a b c Stephen Holden: Im Stil von Thomas Hardy, eine Erzählung vom goldhungrigen Wilden Westen. In: The New York Times. 20. April 2001.
  19. a b archive.salon.com, abgerufen am 20. Dezember 2006.
  20. Peter Bradshaw: The Claim. In: The Guardian. 1. Februar 2001 (theguardian.com [abgerufen am 22. Dezember 2006]).
  21. Variety, 4. Dezember 2000, variety.com (Memento des Originals vom 10. Oktober 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.variety.com, abgerufen am 20. Dezember 2006.
  22. rottentomatoes.com, abgerufen am 22. Februar 2009.
  23. a b Rolf-Ruediger Hamacher: Das Reich und die Herrlichkeit – The Claim. In: film-dienst. 23/01, S. 28 f.
  24. a b McGlamery (Literatur).
  25. a b Walter Jens (Hrsg.): Kindlers neues Literaturlexikon. Studienausg., Lizenausg., durchgesehene Originalausg., Komet, München 19XX, ISBN 3-89836-214-0, Band 7, S. 298, zu The Mayor of Casterbridge (Horst Strittmatter).
  26. Dirk Christian Loew: Die Kavallerie-Western John Fords. Inaugural-Dissertation (Philosophie), Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main 2003. Dokument, S. 66.
  27. Dirk Christian Loew: Die Kavallerie-Western John Fords. Inaugural-Dissertation (Philosophie), Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main 2003. Dokument, S. 71.
  28. Produktionsnotizen, Bonusmaterial der DVD.
  29. John R. Killick: Die industrielle Revolution in den Vereinigten Staaten. In: Willi Paul Adams (Hrsg.): Die Vereinigten Staaten von Amerika (= Fischer Weltgeschichte. Band 30). Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1977, S. 125–183, hier S. 170.
  30. John R. Killick: Die industrielle Revolution in den Vereinigten Staaten. In: Willi Paul Adams (Hrsg.): Die Vereinigten Staaten von Amerika (= Fischer Weltgeschichte. Band 30). Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1977, S. 125–183, hier S. 173.
  31. Siehe auch: Das war Roy Bean (John Huston, 1972).
  32. S. Shufelt: A letter from a gold miner, Placerville, California, October, 1850, with an introduction by Robert Glass Cleland. Übersetzt durch Wikipedia. Friends of the Huntington library, San Marino 1944, Online-Ressource.
  33. John R. Killick: Die industrielle Revolution in den Vereinigten Staaten. In: Willi Paul Adams (Hrsg.): Die Vereinigten Staaten von Amerika (= Fischer Weltgeschichte. Band 30). Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1977, S. 125–183, hier S. 133.
  34. John R. Killick: Die industrielle Revolution in den Vereinigten Staaten. In: Willi Paul Adams (Hrsg.): Die Vereinigten Staaten von Amerika (= Fischer Weltgeschichte. Band 30). Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1977, S. 125–183, hier S. 149.
  35. John R. Killick: Die industrielle Revolution in den Vereinigten Staaten. In: Willi Paul Adams (Hrsg.): Die Vereinigten Staaten von Amerika (= Fischer Weltgeschichte. Band 30). Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1977, S. 125–183, hier S. 182.
  36. Vgl. dazu Andreas Busche (Weblinks).
  37. netribution.co.uk, abgerufen am 24. Dezember 2006.
  38. Roger Ebert: The Claim. In: rogerebert.suntimes.com. 20. April 2001, abgerufen am 22. Februar 2009 (englisch): „The strength of „The Claim“ is that Dillon and Dalglish are on intersecting paths; Dillon is getting better, while Dalglish started out good and is headed down“
  39. Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur. 1930.
  40. a b Inge Kirsner: Von der Verabschiedung Gottes zum Verlust des Subjekts. In: Magazin für Theologie und Ästhetik. 15/2002 (theomag.de) abgerufen am 31. Januar 2007.
  41. Nachspann.
  42. Internationale Filmfestspiele Berlin, berlinale.de, (PDF; 74 kb), abgerufen am 20. Dezember 2006.