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Das fliegende Auge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Das fliegende Auge
Originaltitel Blue Thunder
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Columbia Pictures
Stab
Regie John Badham
Drehbuch Dan O’Bannon,
Don Jakoby
Produktion Gordon Carroll
Musik Arthur B. Rubinstein
Kamera John A. Alonzo
Schnitt Frank Morriss,
Edward Abroms
Besetzung und Synchronisation

Das fliegende Auge (Originaltitel: Blue Thunder) ist ein US-amerikanischer Actionfilm von 1983 mit Roy Scheider in der Hauptrolle, den Regisseur John Badham für Columbia Pictures drehte. Ein Ableger des Films war die Fernsehserie Das fliegende Auge von ABC. Der Film startete in der Bundesrepublik Deutschland am 5. Februar 1983 in den Kinos und damit vor dem Start in den USA am 13. Mai 1983. In den Kinos der DDR lief der Film am 20. Juli 1984 mit der Altersfreigabe P14 an.[1]

Officer Frank Murphy ist Veteran des Vietnamkriegs, gehört zur Hubschrauberstaffel des Los Angeles Police Department und gilt als hervorragender Pilot. Er und sein Partner, der junge Polizist Lymangood, werden als Besatzung für den neuen Superhubschrauber „Blue Thunder“ ausgewählt, der den Luftraum über Los Angeles sichern und eine neue Qualität der Verbrechensbekämpfung darstellen soll. Als einer der Gründe für die Verbesserung der Sicherheit wird die Terrorabwehr im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1984 angeführt. Blue Thunder, der den Spitznamen Das fliegende Auge trägt, ist gepanzert, mit hochsensiblen Richtmikrofonen, verschiedenen Kamerasystemen und einer sechsläufigen 20-Millimeter-Gatling-Kanone ausgestattet. Ebenfalls am Projekt beteiligt ist der skrupellose Colonel F. E. Cochrane, den Murphy noch aus der Zeit des Vietnamkriegs kennt. Beide sind verfeindet, und Cochrane rät sofort, Murphy abzusetzen.

Murphy hatte einige Tage zuvor ohne Wissen seiner Vorgesetzten den Mord an einer Politikerin untersucht. Diese war nach einem vermeintlichen Raubüberfall zu Tode gekommen, jedoch spricht einiges dafür, dass sie einer politischen Verschwörung auf der Spur war. Cochrane sabotiert den Hubschrauber Murphys und Lymangoods, die dadurch abstürzen, aber nur leicht verletzt werden.

Bei einem späteren Routineflug mit Blue Thunder testen Murphy und Lymangood die Überwachungsfunktionen des Hubschraubers und nehmen dabei zufällig ein Gespräch zwischen Cochrane und hochrangigen Politikern auf. Sie wollen im Einwandererviertel von L.A. Unruhen anzetteln und sich so die Gelegenheit verschaffen, Blue Thunders Fähigkeiten unter „Realbedingungen“ zu demonstrieren. Cochrane bemerkt die Lauschaktion, worauf die beiden Officers nun selbst ins Fadenkreuz geraten. Lymangood versteckt das Videoband mit dem Gespräch und wird ermordet. Murphy entführt Blue Thunder. Mithilfe seiner Freundin Kate gelingt es ihm, das Videoband bei einem Fernsehsender an Mario Machado zu übergeben, der die Verschwörung an die Öffentlichkeit bringt. Noch im Gebäude des Fernsehsenders versucht ein Handlanger, Kate zu erschießen.

Murphy wird zuerst von zwei Hubschraubern seiner eigenen Polizeieinheit angegriffen, die er beide außer Gefecht setzt. Daraufhin stimmt der Bürgermeister dem Einsatz zweier F-16-Kampfjets der US Air Force zu. Auch ihr Einsatz endet in einem Fiasko, und der Bürgermeister bricht die Aktion ab. Cochrane – der ohne Einsatzfreigabe entgegen den Befehlen des Bürgermeisters einen Kampfhubschrauber steuert – greift nun seinerseits in das Geschehen ein. Nach einem Showdown, den Cochrane nicht überlebt, zerstört Murphy den Wunderhubschrauber. Die Verschwörer werden festgenommen.

Nach eigenen Angaben der Drehbuchautoren Dan O’Bannon (Alien) und Don Jakoby kam ihnen die Idee zu „Blue Thunder“, als sie in Los Angeles ein Apartment bewohnten und permanent den Fluglärm von Hubschraubern mitbekamen. So entwickelten die beiden ein Drehbuch, das von den Gefahren der totalen Überwachung („Big Brother“) und der militärischen Bewaffnung einer Polizeibehörde handeln sollte. Mit der technischen Unterstützung des Los Angeles Police Department wurde dieses Drehbuch weiterentwickelt und schließlich unter der Schirmherrschaft von Columbia verfilmt.

Im Film und der Serie ist Blue Thunder eine High-Tech-Waffe mit der Möglichkeit, auch leise Geräusche auf große Entfernungen aufzunehmen, mittels Wärmebildkamera auch durch Wände hindurch Personen aufzuzeichnen oder anzuvisieren und dank des „Flüster-Modus“ nahezu geräuschlos zu fliegen. Tatsächlich ist der Hubschrauber lediglich eine stark modifizierte Aérospatiale Gazelle. Die verwendete Gatling-Kanone hat ein derart hohes Gewicht, dass die leichte Gazelle mit einem Ausgleichsgewicht im Rumpfheck ausgestattet werden musste; ansonsten wäre ein normaler Flugbetrieb nahezu unmöglich gewesen. Die im Film kugelsichere Rumpfhülle besteht aus leichten Blech- und Kunststoffplatten, da der Hubschrauber sonst zu schwer geworden wäre. Zwei Exemplare von Blue Thunder wurden für den Film gebaut, eines diente als Ersatz. Außerdem wurde eine flugunfähige Attrappe für Nahaufnahmen der Schauspieler gebaut. Blue Thunder besaß tatsächlich eine Flugzulassung der obersten US-Luftfahrtbehörde FAA, da ohne diese Zulassung auch keine Genehmigung für die Flugszenen über Los Angeles erteilt worden wäre. Die Attrappe ging an die Metro-Goldwyn-Mayer-Studios in Florida und wurde dort bis 2009 Teil einer Besichtigungstour, die tatsächlichen Hubschrauber wurden an ein Unternehmen in New Mexico verkauft. Dort wurde einer für einen anderen Film umgebaut, nach den Dreharbeiten zerlegt und ebenso wie das zweite Exemplar in Einzelteilen weiterverkauft. In der Pilotfolge von MacGyver („Explosion unter Tage“) hat Blue Thunder einen kleinen Gastauftritt. Das Design diente später als Vorlage für Spielzeughubschrauber („Mission Helicopter“, Modell Nr. 153 und 330) von Matchbox, jedoch ohne weiteren Bezug zu Blue Thunder. Cochrane fliegt im Showdown einen Hughes-OH-6-Kampfhubschrauber, die militärische Variante des zivilen Hughes MD500.

1983 und 1987 erschienen zwei Computerspiele mit der TV-Serie als Thema. Das erste war ein Shoot ’em up für die Heimcomputer Atari, Commodore 64 und ZX Spectrum, das zweite ein interaktiver Spielfilm für das seltene Action-Max-System.

Besetzung und Synchronisation

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Die deutsche Synchronisation entstand bei der Interopa Film GmbH in Berlin.[2]

Rolle DarstellerSynchronsprecher
Officer Frank Murphy Roy ScheiderHellmut Lange
Capt. Jack Braddock Warren OatesEdgar Ott
Kate Candy ClarkHansi Jochmann
Officer Richard Lymangood Daniel SternMathias Einert
Icelan Paul RoeblingJürgen Thormann
Fletcher David SheinerKarl-Ulrich Meves
Mr. Montana Joe SantosFriedrich Georg Beckhaus
Col. F. E. Cochrane Malcolm McDowellWolfgang Condrus
Sergeant Short Ed BernardJürgen Kluckert
Bürgermeister Jason BernardHelmut Krauss
Grundelius Anthony JamesUlrich Gressieker
Mario Machado Mario MachadoLutz Riedel
Alf Hewitt James MurtaughNorbert Gescher
Matusek Pat McNamaraManfred Grote
Mr. Kress Jack MurdockHans Nitschke
Retter bei Autounfall Ted King
Dieb #1 Thomas Rosales Jr.Alexander Herzog
Polizist an der Brücke James ReadHans-Jürgen Dittberner
Mechaniker John GarberHans-Jürgen Wolf
Air Controller Billy Ray SharkeyClaus Jurichs
Allen Clifford A. PellowThomas Petruo
Colonel Coe Phil FeldmanHeinz Giese
Fernsehtechniker Lolly BoroffEngelbert von Nordhausen
Kontrolleur #2 Fred SlyterManfred Rahn
Mr. Holmes Paul LambertFriedrich W. Bauschulte
Polizeichef Jensen Reid CruickshanksLothar Köster
Prostituierte Patti CliftonMarianne Groß
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 78 %[3]
Metacritic (Metascore) 66/100[4]

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken und erreichte bei Rotten Tomatoes eine Bewertung von 84 %, basierend auf 19 Kritiken.[5]

„Rasant und mit irrer Action kreist ‚Das fliegende Auge‘ um ein Hightech-Trauma unserer Zeit: den totalen Überwachungsstaat, in dem Gespräche durch Mauern abgehört werden können und Bilder mittels thermographischer Geräte durch Wände hindurch zu sehen sind. Unterhaltungsprofi John Badham investierte allein sechs Millionen Dollar in die Entwicklung eines modernen, wendigen Hubschraubers – um ihn im spektakulären Showdown zu opfern: Ein Güterzug walzt den ‚Blue Thunder‘ platt. Die Idee von ‚Alien‘-Autor Dan O’Bannon ereilte übrigens ein tragisches Schicksal: Sie wurde zu billigen TV-Serien verwurstet: ‚Blue Thunder‘ (’84) und ‚Airwolf‘ (1984–86).“

TV Spielfilm

Edward M. Abroms und Frank Morriss wurden 1984 für den Oscar in der Kategorie Bester Schnitt nominiert.

Des Weiteren wurde der Film für den Saturn Award in den Kategorien „Bester Science-Fiction-Film“ sowie „Bester Hauptdarsteller“ nominiert. Candy Clark, die in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ nominiert war, erhielt den Saturn Award für ihre Darstellung von Murphys Freundin Kate.

Ein Nachbau des Blue Thunder ist Teil der Studio-Tour von den Disney’s Hollywood Studios, Florida
  • Der Film ist Warren Oates gewidmet, der kurz nach den Dreharbeiten an einem Herzanfall starb.
  • Die Abkürzung JAFO auf Lymangoods Mütze steht im Original für Just Another Fucking Observer, in der deutschen Übersetzung wurde Junger Arsch fliegt, Oh-Gott angegeben.
  • Das Projekt THOR steht für Tactical Helicopter Offensive Response.[6]
  • Tonausschnitte aus dem Film werden im Kurzfilm Murphy verwendet.
  • In der ersten Folge von MacGyver wird MacGyver mit Blue Thunder zum Ort des Geschehens gebracht.
  • Um seine Konzentration zu testen, benutzt Murphy mehrmals die Countdownfunktion seiner Uhr. Die in den Countdowns verwendete Uhr ist eine Casio AA-85.[7]
  • Beide Helikopter-Prototypen wurden in der ABC-Serie „America“ als russische Kampfhubschrauber (zusammen mit zwei modifizierten Alouette II) in einer Szene eingesetzt, in welcher die Bevölkerung durch Tiefflug-Angriffe in Panik versetzt wird. Hierfür wurden die ursprünglich rechts und links am Rumpf vorhandenen Kameras durch Stummelflügel mit Raketenwerfern ersetzt, die Maschinen schwarz lackiert und mit roten kyrillischen Schriftzeichen versehen.
  • Gewisse Hubschrauber sind in der Lage, einen Looping zu fliegen.[8]
  • Officer Frank Murphy fuhr einen 1981er Pontiac Firebird Trans Am Turbo, entgegen einer im Film gemachten Aussage.
  • Zu Beginn der Präsentation in Pinkville sagt Icelan, der Name des Hubschraubers wäre Blue Thunder und der Spitzname Das fliegende Auge. In der Originalfassung nennt er als offiziellen Namen The Special und als Spitzname Blue Thunder.

Einzelnachweise

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  1. Claus Löser: Zum Tod von Ralf Schenk: Das „fliegende Auge“ in Person. In: Berliner Zeitung. 27. August 2022, abgerufen am 14. Mai 2026.
  2. Das fliegende Auge. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 2. Februar 2026.
  3. Das fliegende Auge. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 12. Februar 2025 (englisch, aggregiert aus 23 Kritiken).
  4. Das fliegende Auge. In: Metacritic. Abgerufen am 5. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 11 Kritiken).
  5. Das fliegende Auge bei Rotten Tomatoes (englisch)
  6. 40 Jahre Blue Thunder – Das fliegende Auge auf heise online
  7. Watches in Movies: Blue Thunder (1983) In: watchesinmovies.info. (englisch).
  8. MBB BO 105 CB-4. Abgerufen am 3. September 2023.