Das hässliche Entlein

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Dieser Artikel behandelt das Märchen. Für den Disney-Trickfilm aus dem Jahr 1939 siehe Das hässliche Entlein (Film).
Erste Illustration von Vilhelm Pedersen
Noch nicht ausgewachsene Höckerschwäne haben ein dumpf graubraunes Gefieder.

Das hässliche Entlein (dänisch: Den grimme Ælling, auch bekannt unter dem Titel Das hässliche junge Entlein) ist ein Kunstmärchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen. Es wurde zuerst am 11. November 1843 veröffentlicht und 1844 Teil der Märchensammlung Nye Eventyr (dänisch, „Neue Märchen“).

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Entenmutter brütet sechs Enten aus. Das siebte Ei ist jedoch größer, weshalb es länger dauert, bis das graue junge Entlein ausschlüpft. Der Nachzügler wirkt tollpatschig und unbeholfen und wird daher von den Tieren verspottet. Es beschließt, davonzulaufen. Von einer Bäuerin wird das Entlein für eine Weile eingesperrt, kurz darauf gelingt es dem Entlein zu fliehen. Es versteckt sich im Schilf und beobachtet von dort aus immer wieder die stolzen Schwäne. Als der Winter übers Land kommt, muss das Entlein sein Versteck verlassen um Nahrung zu suchen. Dabei friert es eines nachts in einem See fest.  Doch es hat Glück, als ein Bauer es sieht, befreit und mitnimmt. Das Entlein flieht aber erneut und erkennt sein Spiegelbild im Wasser kaum wieder: Es ist zu einem erwachsenen, stolzen Schwan geworden.

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das hässliche Entlein repräsentiert den Archetypen des Außenseiters.[1] Andersen selbst war zeit seines Lebens ein Außenseiter und wurde wegen seinem Aussehen häufig abfällig beschrieben. So schrieb Hebbel: „Der Dichter Andersen. Eine lange, schlottrige, lemurenhafte-eingeknickte Gestalt mit einem ausnehmend hässlichen Gesicht“.[2] Somit dient das Märchen auch zur Selbstakzeptanz sowie einer Kritik an der unbarmherzigen Umwelt, die nicht nur auf die damalige Zeit zutreffend ist.[3]

Die massive Eierschale symbolisiert bereits das seelisch verschlossene versteinerte Kind zum Beginn des Lebens. Es will nicht aufbrechen, es ist also ein Spätentwicker wie Andersen selbst.[4]

Die Depression des hässlichen Entleins und damit auch Andersens, kann gar nicht besser beschrieben werden, als „Und der Winter wurde kalt, so kalt. Das Entlein musste im Wasser herumschwimmen, um das völlige Zufrieren des desselben zu verhindern; aber in jeder Nacht wurde das Loch, in dem es schwamm, kleiner und kleiner. Es fror, so dass es in der Eisdecke knackte; damit das Loch sich nicht schloss. Zuletzt wurde es matt, lag ganz stille und fror so im Eise fest“. Das hässliche Entlein ist in eine „reaktive Depression“ versunken, also eine Reaktion auf unerträglich gewordene Lebensverhältnisse. Die Botschaft: Suche dir einen Helfer aus der Depression, in diesem Fall war es der Bauer, der die Ente aus dem Eise befreite.[5]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Geschichte basiert …

  • … der 9 minütige, animierte Kurzfilm The Ugly Duckling von Jack Cutting aus dem Jahr 1939, der in den Disney Studios produziert wurde.[6]
  • … das Musical Lucky Duck, dass 2004 am 16. Juli 2004 im Theater „The Old Globe“ in San Diego uraufgeführt wurde. Das Buch und die Liedtexte verfasste Bill Russell unterstützt durch den Dramatiker Jeffrey Hatcher und den Komponisten Henry Krieger. Zuvor war diese Story mit etwas abweichendem Inhalt bereits im Jahr 2000 unter dem Namen Everything’s Ducky als dreistündige Show in den TheatreWorks in Palo Alto zu sehen.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mathias Jung: Das hässliche Entlein. Die Erlösung vom Minderwertigkeitskomplex. 2. Auflage 2011. emu-Verlag GmbH, Lahnstein, S. 55.
  2. Mathias Jung: Das hässliche Entlein. Die Erlösung vom Minderwertigkeitskomplex. 2. Auflage 2011. emu-Verlag GmbH, Lahnstein, S. 65, S. 141.
  3. Mathias Jung: Das hässliche Entlein. Die Erlösung vom Minderwertigkeitskomplex. 2. Auflage 2011. emu-Verlag GmbH, Lahnstein, S. 78–79.
  4. Mathias Jung: Das hässliche Entlein. Die Erlösung vom Minderwertigkeitskomplex. 2. Auflage 2011. emu-Verlag GmbH, Lahnstein, S. 36.
  5. Mathias Jung: Das hässliche Entlein. Die Erlösung vom Minderwertigkeitskomplex. 2. Auflage 2011. emu-Verlag GmbH, Lahnstein, S. 111, S. 118.
  6. Nordische Filmtage Lübeck: Program. luebeck.de, 1999, abgerufen am 27. Dezember 2016.
  7. Henry Krieger. Theatrical Rights Worldwide online, abgerufen am 26. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Das hässliche Entlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien