Das neunte Herz

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Filmdaten
Deutscher TitelDas neunte Herz
OriginaltitelDeváté srdce
ProduktionslandČSSR
OriginalspracheTschechisch
Erscheinungsjahr1978
Länge90 Minuten
AltersfreigabeFSK ab 6
Stab
RegieJuraj Herz
DrehbuchJosef Hanzlík,
Juraj Herz
ProduktionFilmstudio Barrandov
MusikPetr Hapka
KameraJirí Macháne,
Vera Růzička
SchnittJaromír Janácek
Besetzung
Synchronisation

Englisch, Deutsch, Französisch

Das neunte Herz ist ein hoffmannesker Märchenfilm[1] aus der ČSSR. Premiere hatte der Film 1978 in Prag. Kaum ein anderer Film konzentriert und destilliert gleichermaßen tschechische Zeichen. Die deutsch synchronisierte Fassung war erstmals zu sehen in den Kinos der DDR am 7. März 1980 und im DDR-Fernsehen auf DFF 1 am 6. Juni 1981. Ein Video in deutscher Synchronisation liegt vor. Bekannt ist der Film auch in Frankreich unter dem Titel Le neuvième cœur, in Italien unter dem Titel Il nono cuore und im englischsprachigen Raum unter dem Titel The Ninth Heart.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meine sehr geschätzten Damen und Herren und Verehrer der hohen Komödiantenkunst, gleich hebt sich der Vorhang und das Spiel kann beginnen. Eine Darbietung, lehrreich, voller Dramatik und zu Herzen gehend, wir zeigen Ihnen in höchster künstlerischer Vollendung eine Geschichte von unglücklicher Liebe und erschrecklichen Fährnissen, die Geschichte vom hochberühmten Ritter Filoden und der liebreizenden Prinzessin Beatrice im Neapolitanerland – so verkündet es der Puppenspieler. Das bunte Leben des Marktplatzes verzaubern Komödianten. Ein Messerwerfer zeigt seine Kunst. Zwischen den Verkaufsständen balanciert eine Seiltänzerin. Dazwischen schlendert ein ortsfremder junger Mann. Es ist der Student Martin. Er schaut nach den schönen Mädchen und sieht sich um in der Welt. Am besten gefällt ihm die Tochter des Puppenspielers. Aber als er der Reizenden eine stibitzte Rose verehren will, verhindert es der kleine freche Bruder von Toncka. Da fährt die hochherrschaftliche Kutsche des Großherzogs vorbei. Darin sitzt die Prinzessin. Martin wirft der stolzen Adriena keck die Rose durchs offene Fenster. Die blasse Schöne lächelt ihm rätselhaft nach. Auf dem Markt geht das Treiben weiter, misstrauisch beäugt vom General und seinen Ordnungshütern. Das Puppenspiel von Filoden und Beatrice beginnt. Es handelt von einem Ritter, der die Prinzessin Beatrice von dem Fluch ihres allnächtlichen, spukhaften Verschwindens befreit. Ärgerlich fühlt ein Zuschauer, ein General, durch das Stück die hochherrschaftliche Herzogsfamilie beleidigt, sieht in der Darbietung eine offensichtliche Anspielung auf Prinzessin Adriena. Er behält die Komödianten misstrauisch im Auge.[2]

Das Gastmahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stück ist aus. Toncka, die Puppenspielertochter, sammelt die Münzen ein. Noch einmal versucht Martin sein Glück und lädt sie zum Essen ein. Toncka sagt freundlich zu, aber sie sagt, sie könne nicht allein kommen und lädt die ganze Komödiantengesellschaft mit ein. Martin gewährt tapfer, obwohl er keinen Pfennig hat. Beim Wirt lässt Martin tüchtig auffahren – sogar der Spielmann in der Ecke wird geladen. Man schmaust, singt und feiert. Soldaten machen einen Aushang: Es wird ein Retter für Prinzessin Adriena gesucht. Der Puppenspieler und Toncka zelebrieren noch einmal das Stück von der verschwundenen Prinzessin – diesmal ausdrücklich mit Bezug auf Adriena. Dem rumorigen Wirt ist das peinlich und er will sogleich die Zeche. Martin gesteht seine Armut. Der Wirt macht Geschrei. Martin wird eingesperrt – doch der geheimnisvolle Spielmann schenkt ihm zum Dank einen Mantel. Es ist ein Zaubermantel der unsichtbar macht. Mit Hilfe des Mantels und vielen sichtbaren und unsichtbaren Späßen mit der Obrigkeit entkommt Martin dem herzoglichen Gefängnis. Aber er verliert den Mantel vorerst.

Liebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin versteckt sich bei den Komödianten. Im Glockenturm erkennen Martin und Toncka ihre Liebe. Toncka schenkt ihm eine Kette mit einem wundertätigen Herz – es soll Martin beschützen – aus Liebe. Auf dem Markt singen die beiden fürs Publikum – da erspäht sie die Obrigkeit und es beginnt eine burleske Verfolgung des jungen Studiosus. Martin entkommt, doch der General greift zur List. Er will alle Komödianten einsperren. Um die Freunde zu retten, erscheint Martin – er will sich der gefährlichen Aufgabe stellen und Prinzessin Adrienas Verschwinden ergründen. Acht junge Männer sind auf diese Weise bereits verschwunden. Die Komödianten und besonders Toncka sind verzweifelt.

Narr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Hof will kein junger Mann mehr etwas mit der todbringenden Adriena zu tun haben. Ihr Vater ist ärgerlich. Er will die Tochter verheiraten und Nachfolger sehen. Als Belohnung für die Rettung darf man sogar um die Hand der Prinzessin anhalten. Der Herzog instruiert den Studenten. Er muss Adriena nachts bewachen und ihr folgen, wenn sie verschwindet. Der Hofnarr bittet Martin in den Garten. Hier erfährt Martin einiges mehr, und er erhält vom Narren den Zaubermantel wieder: Der alte Narr hat die Prinzessin väterlich ins Herz geschlossen und er weiß Dunkles zu berichten: Der Herzog hat einen Pakt mit einem finsteren Hofastrologen, Graf Aldobrandini. Der wusste den Willen zur Macht zu steuern und hat den Herzog mit alchemistischen Versprechungen großen Reichtums in seinen Händen. Schließlich schnappt die Falle zu, der finstere Aldobrandini fordert die Hand der lebenslustigen Adriena. Die will von dem hässlichen Zauberer nichts wissen. Aber der weiß in einsamer Stunde dem Mädchen einen Tropfen Blut abzuluchsen. Seither ist sie in hypnotischem Bann und seinem Willen unterworfen. Nach diesem Alb bleibt der Graf verschwunden, und Adrienas seltsame, allnächtliche Wanderung begann. Der Narr befürchtet ein weiteres schreckliches Geheimnis, da die Hand Adrienas für Aldobrandini mit Hilfe des Herzogs leicht zu erzwingen wäre. Martin sieht seine Lage hoffnungslos. Der Narr tröstet. Er wird Martin begleiten.

Der Weg zum Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht wachen Martin und der Narr. Adriena erhebt sich und geht schlafwandelnd. Unter dem Zaubermantel folgen ihr unsichtbar Martin und der Narr. Am Ende eines düsteren Ganges wird die Prinzessin von zwei schwarzen Dienern abgeholt und mit einer venezianischen Gondel auf einem Kanal durch eine unterirdische, weiße Traumlandschaft gefahren. Es folgt eine Wanderung. Hier stolpert der Narr, stürzt aus dem schützenden Mantel und wird sichtbar. Missgünstig und belustigt sehen dies die Diener: Endlich ist ein Retter da, das neunte Herz! Sie ergreifen den armen alten Pierrot. Sie gelangen zu dem düsteren Bau eines schwarzen Schlosses. Eine bleiche Hofgesellschaft tummelt sich hier in fahlem Licht. Ihr Herrscher ist Graf Aldobrandini. In böser Begeisterung empfängt Aldobrandini den Narren – Sein neuntes Herz! Man dreht sich in Geistertänzen. Aldobrandini weckt Adriena aus der Trance ihrer Hypnose. Entsetzt sieht das Mädchen Macht und Ohnmacht.

Das Geheimnis des Magiers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldobrandinis Ziel ist eine geheimnisvolle Essenz. Eine solche, aus Pharaonengräbern stammende, verjüngt ihm seit dreihundert Jahren das Leben. Aber diese geht zur Neige. Die Essenz wird aus neun lebenden Herzen gewonnen. Des Narren Herz vollendet den alchemistischen Zauber. Die leblosen Körper der neun Opfer brächte nur die Essenz ins Leben zurück – aber die kostbaren Tropfen verwahrt Aldobrandini – wie sich denken läßt. Das erklärt der Magier prahlend der verschreckten Adriena – aber sie haben noch einen Lauscher – den unter dem Tarnmantel verborgenen Student Martin.

Der Saal der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Raum der finsteren Destillationen führt der Zauberer die Prinzessin zu einem mystischen Saal voller brennender Kerzen – umgeben von riesigen Uhrwerken. Es ist der Saal der unterirdischen Zeit, als deren Fürst und Magier Aldobrandini sich ausgibt. Auf eine Geste Aldobrandinis stehen hier alle Uhren still – auch das riesige Pendel mit Sonnengesicht. Eine Sekunde zählt in diesem Raum so viel wie ein Tag. Doch während Aldobrandini in seiner Hybris schwelgt, hat Martin sich der Essenz bemächtigt und den Narren und die anderen Opfer ins Leben zurückgeholt. Sie flüchten mit Adriena durch die labyrinthischen Gänge. Aldobrandini ist gebrochen, er altert im Zeitraffer. Doch die Flucht von Martin, dem Narren und Adriena endet im Saal der Zeit, aus dem es kein Entrinnen gibt – und die Zeit vergeht rasend – schon ist ein Jahr vorbei.

Freiheitsglocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Welt läuten die Neujahrsglocken. Toncka steht im Glockenturm und ruft Martin. Schon lange hat sie die Hoffnung begraben. Aber sie liebt aus Liebe. Im selben Augenblick fühlt Martin Tonckas Geschenk in seiner Hand – der herzförmige Anhänger leitet leuchtend die drei Gefangenen zwischen Kerzen und Uhren zu einer neuen Öffnung aus dem Saal der Zeit. Glücklich eilen sie zu der Gondel, wo Adriena das wundertätige Herz ärgerlich und undankbar in einen Winkel schleudert. Zurückgekehrt auf der Welt herrscht große Erleichterung am herzoglichen Hof, und man betrachtet mehr oder minder Martin als den Zukünftigen Adrienas. Man hat auch schon wieder einen neuen finsteren Hofastrologen gefunden – Graf Merlini. Adriena wird immer hochmütiger. Und Martin glaubt unglücklich alles verloren. Doch wieder hat der Narr etwas für Martin bewahrt und drückt ihm das wundertätige Herz von Toncka in die Hand. Martin kehrt zu seinen Komödianten zurück, Toncka und er fliegen sich in die Arme, und der Puppenspieler schließt mit seinem großen schwarzen Künstlerhut das Stück.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literarische Vorlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das verfilmte Märchen stammt von dem tschechischen Dichter Josef Hanzlík, es wurde bisher nicht ins Deutsche übertragen. Die Märchenatmosphäre ist im Wesentlichen inspiriert von den Erzählungen E.T.A. Hoffmanns; insbesondere Der goldne Topf und Das steinerne Herz. Einige Motive leiten sich darüber hinaus von Božena Němcovás Märchen Der Erzkönig, Grimms Märchen Die zertanzten Schuhe[3] und von dem dänischen Volksmärchen Die Prinzessin mit den zwölf Paar Goldschuhen ab.

Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julie Jurištová, die Darstellerin der hochmütigen Prinzessin Adriena, ist aus Märchenfilmen bekannt, z. B. als Schneeweißchen in Schneeweißchen und Rosenrot. Ondřej Pavelka – hier der Student Martin – spielte in dem Märchenfilm Der Zauber des schönen Mädchens[4]. Auch die schöne Puppenspielerin Anna Mal’hova spielte in weiteren tschechischen Märchenfilmen.[5] Juraj Kukura, der hier den Graf Aldobrandini spielt, wurde ab den 1980er Jahren in Deutschland ein gefragter Fernseh- und Kinoschauspieler.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmmusik wirkt wie eine alchemistische Synthese aller melancholischen Aspekte mozartscher Musik: Ohne wörtlich zu zitieren nimmt Josef Hapka Bezug auf den Anfang von Mozarts Requiem, auf die c-Moll Messe, die Prager Symphonie und die abgründigen Tonfolgen aus Don Giovanni. Die surrealen Traum-Wanderungen im Film untermalt wiederum eine monotone Melodie, die an den ersten Satz aus Sibelius Violinkonzert Op. 47 in d-Moll erinnert.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand im DEFA-Studio für Synchronisation in Leipzig mit den Sprechern Horst Kempe, Elke Wieditz, Friedhelm Eberle, Walter Wickenhauser, Roswitha Marks. Den Dialog der deutschen Fassung schrieb Werner Klunder. Regie bei der deutschen Synchronfassung führte Johannes Knittel, den Schnitt übernahm Edith Weiler-Jahnig und den Ton Ralph Kollowa.

Stilmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marionetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Komödiant leben heißt auf schwankendem Seile gehen – so sagt es Tonckas Vater zum Student Martin: Und so stehen sich Marionettentheater und Welttheater in diesem Märchenfilm unmittelbar gegenüber. Im Marionettentheater[6][7][8] präfigurieren die Puppen Beatrice und Filoden die Geschehnisse um den Studenten Martin und die Prinzessin Adriena. Im Verhältnis der Marionetten und der Märchenhelden spiegelt sich das Verhältnis von Märchenfilm und Zuschauer. Das universelle Schauspiel reflektiert sich selbst im Gleichnis der Marionetten.[9] Aber während Tonckas Vater mit seinem Puppentheater den Zwang der Marionetten auf das Puppentheater beschränkt und gleichzeitig Freiheit lebt, versucht der dunkle Alchemist Graf Aldobrandini die Menschen selbst zu Marionetten seiner persönlichen Machtausübung zu machen. Die raffinierte Darstellung der mit Leben verwobenen Theaterkunst gipfelt in diesem Märchenfilm in der Tatsache, dass hier Juraj Herz, der Regisseur des Films, den am Ende des Märchens auftauchenden, neuen, schwarzen Hofastrologen Graf Merlini, höchst selbstironisch spielt.

Kunstmärchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockbau von Dientzenhofer

Die gedanklichen Quellen dieses sinnreichen Kunstmärchenfilms liegen in der deutschen Romantik: Kleists Marionettentheater, Hauff: Das kalte Herz und E. T. A. Hoffmann: Das steinerne Herz und Der goldne Topf. Božena Němcová beschreibt im Märchen Der Erzkönig ein Mädchen, das ähnlich wie Prinzessin Adriena in Macht und Glanz lebensunfähig wird. Die Märchengeschichte des jungen Mannes, der einer nächtlich entschwindenden Prinzessin heldenhaft folgt und sie aus den Fängen einer düsteren Macht befreit, ist bekannt aus Grimms Märchen Die zertanzten Schuhe und dem dänischen Volksmärchen Die Prinzessin mit den zwölf Paar Goldschuhen[10] und wird in dem Puppenstück von Filoden und Beatrice wiedergegeben. Aber dieses hier verfilmte Kunstmärchen von Josef Hanzlík geht noch weiter: Der junge Märchenheld ist hier der Student Martin, der – Abenteurer und Träumer zugleich – wie Hoffmanns Student Anselmus gegen widrige schwarze Mächte kämpft. In diesem Geflecht der Macht muss der Student Martin zwar die Prinzessin retten, aber seine große Liebe findet Martin in Toncka. Ähnlich im Goldenen Topf von E.T.A. Hoffmann; hier findet der Student Anselmus in Serpentina sein Glück, während sich das Hofmeisterpüppchen Veronika schon längst darin gefällt, im Widrigen verfangen zu bleiben. Der Augenblick, wo Graf Aldobrandini seine alchemistische Essenz aus geraubten lebenden Herzen braut, erinnert an die Herzsammlung des Holländer Michels aus Hauffs Märchen Das kalte Herz. Allerdings ist der Zusammenhang der Gefahren bei Hauff anders. Das düstere Fest im Schloss Aldobrandinis weist voraus auf den Tanz im Gespensterschloss aus dem Märchenfilm Der Furchtlose.

Ästhetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große astronomische Uhr am Rathaus in Prag

Das unterirdische Schloss des Grafen Albrandini erscheint im Stil der melancholische Barockbauten des tschechischen Baumeisters Kilian Ignaz Dientzenhofer. Die schwarze Zauberkunst des Astrologen inszeniert sich in der Wunderkabinettsästethik vom Hof Rudolfs des Zweiten. Auch die alchemistischen Bilder aus dem alchemistisches Manuskript Splendor Solis von Salomon Trismosin[11][12] werden märchenhaft lebendig. Im Saal der Zeit schwingt ein Uhrenpendel mit Sonnengesicht. Und die Lebenslichtmetapher [13] der vielen Kerzen in diesem Raum schafft nicht nur neben den vielen Uhren eine weitere Sinnebene der Zeit, sondern erinnert auch an das symbolistische Lebenslicht in Fritz Langs Der müde Tod. Der Saalzauber der zahllosen Uhren gestaltet sich nach dem ästhetischen Vorbild der berühmten astronomischen Uhr des Prager Rathauses.[14] Das neunte Herz ist gleichermaßen Märchenfilm und Kunstwerk.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Ein böswillig seine Macht mißbrauchender Astrologe hält sich seit Jahrhunderten durch ein Elixier am Leben, das er aus menschlichen Herzen gewinnt. Mit der unfreiwilligen Hilfe einer Prinzessin, die er hypnotisiert hat, konnte er wieder acht Herzen erbeuten, da macht ihm ein tapferer Student nach vielen gefährlichen Abenteuern den Garaus. Aufwendig gestaltetes Filmmärchen, das vertraute Handlungselemente des Genres auf unkonventionelle Weise arrangiert.“ -Lexikon des internationalen Films[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980 wurde Das neunte Herz als bester Film von Mystfest nominiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Das neunte Herz auf S. 311–314 in 77 Märchenfilme - Ein Filmführer für jung und alt (hrsg.) Eberhard Berger, Joachim Giera u. a. Henschel Verlag GmbH; Berlin 1990; ISBN 3362004474
  2. Das Puppenspiel
    Filoden: Ich bin der tapfere Ritter Filoden und ich komme zu euch ins Neapolitanerland um mich mit den stärksten Männern zu messen – im Turnier und bei den Gelagen. Drum gib den Weg frei, Knappe, und lass mich ein ins königliche Schloss.
    Diener: Unbekannter, vornehmer Fremdling, wissest Du denn nicht, in welch tiefer grenzenloser Trauer unser Herr und König sich befindet um seine über alles geliebte Tochter, die edle Prinzessin Beatrice und daß die ganze Königstadt verhöhnet ist – schon den neunten Tag in schwarzem englischem Tuch.
    Filoden: Oh, da lass ich mich doch sogleich anwerben, auf daß ich dieses düstere Geheimnis entschleiere. Ich werde mit Geschick und kühnem Reckenmut die liebreizende Jungfrau Beatrice aus allem Ungemach erretten und zur teuren Gemahlin nehmen. Ich will es wagen und koste es mich auch das Leben. Prinzessin Beatrice weihe ich es!
    König: Wohlan, es soll nach Deinem Wunsche geschehen, edler Ritter Filoden. Ja wenn Du gleich groß bist an Verstand wie Wagemut, dann kannst Du die Prüfung bestehen.
    Filoden: Mir ist wohl bekannt, was das Neapolitanerland bedrückt. Herr König, Frau Königin, ich werde meine ganze Kraft daran setzten.
    Narr: Wer bedrückt das Land? Das ist Dir bekannt? Sag’ s nur nicht zu laut. Denk an Deine Haut!
    König: Sei still, du widerlicher Narr und Possenreißer. Jetzt ist nicht der Augenblick für Spaß und unsinnige Sprüche, und Du, ehrbarer tapferer Ritter Filoden, wisse, daß unsere arme Prinzessin jede Nacht auf geheimnisvolle Weise verschwindet. Auch nicht die aller strengste Bewachung ihres Schlafzimmers kann Abhilfe schaffen. Aber wenn du bereit bist, Dein Leben in die Schanze zu schlagen, um sie aus den Teufelskrallen einer verräterischen Person zu befreien, so winkt Dir reicher Lohn – Du bekommst die Hand der Prinzessin und obendrein die Hälfte des Königreiches.
  3. Dem Grimmärchen Die zertanzten Schuhe entstammt das Motiv des Tarnmantels und das Geschehen um die nächtlich entschwindende Prinzessin, der nur unter Lebensgefahr auf diesem Weg zu folgen ist.
  4. Des Weiteren war Ondřej Pavelka in dem Märchenfilmen Pohádka o lidské duši (Fotos) von 1986 unter der Regie von Libuše Koutná und Království potoků (Fotos) von 2005 unter der Regie von Pavel Jandourek zu sehen
  5. 1979 in Na vysokej skale: Krásna Ľudmila (Fotos) und 1980 in Krásna múdrosť (Fotos)
  6. Böhmisches Puppentheater (Memento des Originals vom 8. Februar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.isergebirgs-museum.de
  7. Böhmische Marionetten (Memento des Originals vom 27. März 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.marionetten-sammlung.ch
  8. Marionetten aus Prager Werkstatt (Memento des Originals vom 26. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.egerlandmuseum.de
  9. Die Begegnung mit fahrenden Komödianten ist ein Topos des tschechischen Märchenfilms. Das verfilmte Theater, das Spiel im Spiel, stiftet eine Ebene theatralischer Selbstreflexion. In weiteren tschechischen Märchenfilmen erscheint das bedeutsame Komödiantenbild in Der dritte Prinz, Frau Holle, Prinzessin Julia, Die Perlenjungfrau und etwas modifiziert in König Drosselbart.
  10. Diesem Motivkreis um die allnächtlich verschwundene Prinzessin widmet sich auch der tschechische Märchenfilm Die drei müden Prinzessinnen nach einem Märchen von Charles Deulin und nach Grimms Die zertanzten Schuhe
  11. 22. Bild aus Splendor Solis von Salomon Trismosin. astro.com, abgerufen am 30. Oktober 2010 (JPEG).
  12. The Splendor Solis. By Salomon Trismosin. hermetics.org, abgerufen am 30. Oktober 2010 (englisch, Indexseite, die auf alle Bilder verweist).
  13. Zur Lebenslichtmetapher vgl. z. B. in Bretonische Märchen hrsg. und übertragen von Ré Soupault die beiden Sagen Der Gerechte, S. 205–211 und Der Arzt von Fougeray, S. 279–283; erschienen im Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf/Köln 1959
  14. Astrologische Uhr in Prag
  15. Das neunte Herz. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.