Dato Marsagischwili

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Dawit „Dato“ Marsagischwili (georgisch დათო მარსაგიშვილი; * 30. März 1991 in Kasbek) ist ein georgischer Ringer. Er gewann bei der Weltmeisterschaft 2011 und bei den Olympischen Spielen 2012 in London jeweils eine Bronzemedaille und wurde 2012 und 2013 Europameister im freien Stil im Mittelgewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dato Marsagischwili begann unter der Anleitung seines Vaters Lewan Marsagischwili im Jahre 1997 in Kasbek mit dem Ringen. Er konzentrierte sich dabei auf den freien Stil und entwickelte sich bereits im Juniorenalter zu einem hervorragenden Ringer. 2009 wurde er in das georgische Nationalteam der Freistilringer aufgenommen und trainiert seit dieser Zeit bei Dawid Churtsija in einem Ringerzentrum in Tiflis. Er ist noch Schüler und startet bei einer Größe von 1,86 Metern im Mittelgewicht.

Sein Debüt auf der internationalen Ringermatte gab er bei der Junioren-Europameisterschaft (Cadets) 2007 in Warschau. Er belegte dort in der Gewichtsklasse bis 76 kg hinter dem Türken Ibrahim Bülükbasi den 2. Platz und gewann damit gleich eine Medaille. Nach einem 8. Platz bei der Junioren-Europameisterschaft (Cadets) 2008 in Daugavpils in der Gewichtsklasse bis 85 kg gewann er bei der Junioren-Europameisterschaft 2009 in Tiflis im Mittelgewicht wieder die Silbermedaille. Er unterlag dort erst im Endkampf gegen den Russen Koloi Kortojew. Im gleichen Jahr gewann er dann auch noch bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Ankara eine Medaille, die bronzene. Koloi Kortojew und Aslanbek Alborov aus Aserbaidschan landeten vor ihm.

Einen Rückschlag musste Dato Marsagischwili im Jahr 2010 hinnehmen. Nach schnellen Niederlagen kam er bei der Junioren-Europameisterschaft in Samokow/Bulgarien nur auf den 12. und bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Budapest gar nur auf den 16. Platz. Er wurde im September 2010 vom georgischen Ringer-Verband trotzdem auch bei der Weltmeisterschaft der Senioren in Moskau eingesetzt. Er gewann dort im Mittelgewicht zunächst gegen István Verébb aus Ungarn, unterlag aber in seinem nächsten Kampf gegen den erfahrenen Ibragim Aldatow aus der Ukraine, womit er ausschied und den 8. Platz belegte. 2010 wurde er mit einem Sieg über Bega Tschelidse auch erstmals georgischer Meister bei den Senioren.

Sehr erfolgreich war Dato Marsagischwili dann im Jahre 2011. Er gewann bei vier internationalen Meisterschaften eine Medaille. Im Juniorenbereich war er weder bei der Europameisterschaft in Zrenjanin und noch bei der Weltmeisterschaft in Bukarest zu schlagen und holte sich beide Titel. Auch bei der Europameisterschaft in Dortmund zeigte er sich in bestechender Form und besiegte Dejan Bogdanow aus Makedonien, Ibrahim Bülükbasi, Marco Riesen, Schweiz und Gheorghiță Ștefan aus Rumänien und stand damit im Finale Ansor Urischew aus Russland gegenüber. In einem ausgeglichenen Kampf unterlag er diesem knapp mit 1:2 Runden bei 5:7 technischen Punkten. Genauso überzeugend rang er dann bei der Weltmeisterschaft in Istanbul. Er besiegte dort Emzarios Bentinidis, Griechenland und Gheorghita Stefan, unterlag im Viertelfinale gegen Ibragim Aldatow (1:2 Runden, 6:9 Punkte) und holte sich danach in der Trostrunde mit Siegen über Amarhadschy Mahamedau, Weißrussland und Armands Zvirbulis, Lettland (2:0 Runden, 10:0 Punkte) noch eine WM-Bronzemedaille.

Im März 2012 gewann Dato Marsagischwili seinen ersten Titel bei einer internationalen Meisterschaft der Senioren. Er wurde in Belgrad Europameister. Dabei besiegte er im Finale den ehemaligen Weltmeister Michail Ganew aus Bulgarien nach Punkten. Bei den Olympischen Spielen in London gewann er mit einem Sieg über Orgodolyn Üitümen, Mongolei, einer etwas überraschenden Niederlage gegen Jaime Yusept Espinal aus Puerto Rico und mit Siegen in der Trostrunde über Andrew Adibo Dick, Nigeria und Soslan Gattsijew, Weißrussland eine Bronzemedaille.

2013 wiederholte er in Tiflis seinen Titelgewinn von der Europameisterschaft 2012. Er besiegte dabei im Mittelgewicht Dominic Klaus Peter, Österreich, Andrei Frant, Rumänien, Ansor Urischew und Musa Murtasalijew, Armenien. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Budapest blieb er aber ohne Medaille. Er siegte dort zunächst über Nicolai Paslar, Bulgarien und Keith Gavin aus den Vereinigten Staaten, verlor dann aber gegen Ehsan Lashgari au dem Iran und schied damit aus, weil Lashgari das Finale nicht erreichte. Er kam deswegen nur auf den 10. Platz.

Bei der Europameisterschaft 2014 in Vantaa/Finnland startete Dato Marsagischwili in der Gewichtsklasse bis 85 kg. Er besiegte dort Dominic Klaus Peter und Ville Heino aus Finnland, verlor in der dritten Runde gegen Abdulraschid Sadulajew aus Russland. Da dieser das Finale erreichte, konnte er in der Trostrunde weiterringen, in der er zunächst Sebastian Jezierszankski aus Polen besiegte, im Kampf um eine EM-Bronzemedaille aber gegen István Veréb aus Ungarn unterlag. Er erreichte somit den 5. Platz.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnisse
2007 2. Junioren-EM (Cadets) in Warschau bis 76 kg hinter Ibrahim Bülükbasi, Türkei, vor Petar Sagorow, Bulgarien und Wladislaw Baizajew, Russland
2008 8. Junioren-EM (Cadets) in Daugavpils bis 85 kg Sieger: Aschat Magomedow, Russland vor Aslanbek Alborov, Aserbaidschan
2009 2. Junioren-EM in Tiflis Mittel hinter Koloi Kortojew, Russland, vor Ljuben Ilijew, Bulgarien und Roman Bakirow, Aserbaidschan
2009 3. Junioren-WM in Ankara Mittel hinter Koloi Kortojew und Aslanbek Alborov, gemeinsam mit Muharrem Ersahin, Türkei
2010 12. Junioren-EM in Samokow/Bulgarien Mittel Sieger: Koloi Kortojew vor Ibrahim Bülükbasi und Christoph Pscherer, Deutschland
2010 16. Junioren-WM in Budapest Mittel nach einer Niederlage gegen Ilja Xamikojew, Aserbaidschan
2010 8. WM in Moskau Mittel nach einem Sieg über István Veréb, Ungarn und einer Niederlage gegen Ibragim Aldatow, Ukraine
2011 2. EM in Dortmund Mittel nach Siegen über Dejan Bogdanow, Makedonien, Ibrahim Bülükbasi, Marco Riesen, Schweiz und Gheorghiță Ștefan, Rumänien und einer Niederlage gegen Ansor Urischew, Russland
2011 1. Junioren-EM in Zrenjanin Mittel vor Vahe Tamrasjan, Armenien, Albert Sipinow, Russland und Zbigniew Baranowski, Polen
2011 1. Junioren-WM in Bukarest Mittel nach Siegen über Faisal Attayee, Neuseeland, Michael Bodnar, Slowakei, Subchonjon Toschpulatow, Usbekistan, Timofei Xenidis, Griechenland und Georgi Rubajew, Russland
2011 3. WM in Istanbul Mittel nach Siegen über Emzarios Bentinidis, Griechenland und Gheorghita Stefan, einer Niederlage gegen Ibragim Aldatow und Siegen über Amarhadschy Mahamedau, Weißrussland und Armands Zvirbulis, Lettland
2011 5. Intern. Turnier ("Moscow Lights") in Moskau Halbschwer hinter Aslanbek Alijew, Russland, Magomed Musajew, Kirgisistan, Hadschi Amidschanow, Aserbaidschan und Miroslaw Geschew, Bulgarien
2012 1. Grosser Preis der Ukraine in Kiew Mittel vor Achmed Magomedow, Russland, David Bichinaschwili, Deutschland, Ilja Chamikojew, Aserbaidschan und Ibragim Aldatow, Ukraine
2012 1. EM in Belgrad Mittel nach Siegen über Dejan Bogdanow, Mazedonien, Boris Andonow, Spanien, Gheorghiță Ștefan, Rumänien, Serdar Böke, Türkei und Michail Ganew, Bulgarien
2012 3. Welt-Cup in Baku Mittel hinter Scharif Scharifow und Magomed Ibragimow, Russland, vor Amarhadschy Mahamedau, Weißrussland und Atsushi Matsumoto, Japan
2012 Bronze OS in London Mittel nach einem Sieg über Orgodolyn Üitümen, Mongolei, einer Niederlage gegen Jaime Yusept Espinal, Puerto Rico und Siegen über Andrew Adibo Dick, Nigeria und Soslan Gattsijew, Weißrussland
2013 1. "Yasar-Dogu"-Memorial in Ankara Mittel vor Hakki Ceylan, Serdar Böke und Ibrahim Bölükbasi alle Türkei
2013 1. EM in Tiflis Mittel nach Siegen über Dominic Klaus Peter, Österreich, Andrei Frant, Rumänien, Ansor Urischew und Musa Murtasalijew, Armenien
2013 2. "Stepan-Sargisjan"-Memorial in Vanadzor/Armenien Mittel hinter Clayton Foster, USA, vor Raschid Kurbanow, Usbekistan und Chris Perry, USA
2013 10. WM in Budapest Mittel nach Siegen über Nicolai Paslar, Bulgarien und Keith Gavin, USA und einer Niederlage gegen Ehsan Lashgari, Iran
2013 1. Intern. D.A.-Kunajew-Turnier in Taras/Kasachstan Mittel vor Islam Asisow und Aslan Kachidse, beide Kasachstan und Tamerlan Tagsijew, Kanada
2013 3. Golden-Grand-Prix in Baku Mittel hinter Gamsat Osmanow, Serbaidschan und Soslan Kzojew, Russland
2014 5. EM in Vantaa/Finnland bis 85 kg nach Siegen über Dominic Klaus Peter und Ville Heino, Finnland, einer Niederlage gegen Abdulraschid Sadulajew, Russland, einem Sieg über Sebastian Jezierzankski, Polen und einer Niederlage gegen István Veréb

Georgische Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(soweit bekannt)

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnisse
2011 1. Mittel
2012 1. Mittel vor Nodar Egadse, Otar Urotadse und Lewan Gogrichiani
Erläuterungen
  • alle Wettbewerbe im freien Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft
  • Mittelgewicht, Gewichtsklasse bis 84 kg, Halbschwer, bis 96 kg Körpergewicht (bis 31. Dezember 2013); seit 1. Januar 2014 gilt eine neue Gewichtsklasseneinteilung durch den Ringer-Weltverband FILA

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]