Dattenberg

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde. Für den gleichnamigen Berg im Taunus und die dort befindliche Befestigungsanlage sowie Naturschutzgebiet, siehe Rentmauer Dattenberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Dattenberg
Dattenberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Dattenberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Linz am Rhein
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 9,33 km²
Einwohner: 1514 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 53547, 53562 (Hähnen, Ginsterhahn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 02644
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 009
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schoppbüchel 5
53545 Linz am Rhein
Webpräsenz: www.gemeinde-dattenberg.de
Ortsbürgermeister: Dieter Runkel (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Dattenberg im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Landhaus der Burg Dattenberg

Dattenberg ist eine Ortsgemeinde im Norden von Rheinland-Pfalz, dicht an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Sie gehört der Verbandsgemeinde Linz am Rhein an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Linz am Rhein hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt rechtsrheinisch an der B 42, etwa auf halbem Weg zwischen Köln und Koblenz. Die geographische Lage Dattenbergs erstreckt sich vom Rhein über die Vorberge des Westerwaldes bis zum Wiedtal.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Dattenberg gehören folgende Ortsteile:

  • Arnsau
  • Brochenbach (Dattenberger Teil)
  • Dattenberg
  • Ginsterhahn (Dattenberger Teil)
  • Hähnen
  • Heeg
  • Ronig
  • Wallen

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1217. In diesem Dokument werden ein Konrad und ein Werner von Dadenberg als Zeugen genannt. Das Geschlecht der ’’Ritter von Dadenberg’’ lässt sich mit Werner in einer Rennenberger Urkunde 1242 erstmals nachweisen. In dieser Zeit dürfte auch mit dem Bau der Burg Dattenberg begonnen worden sein, von der nur Teile des Bergfrieds erhalten sind.

Ein Wolfram von Dadenberg wird 1254 als Pächter des Linzer Apostelhofes erwähnt, 1260 begegnen wir einem Gumbert und 1269 einem Hermann von Dadenberg. Wahrscheinlich waren sie Söhne des Werner.

Anfang des 14. Jahrhunderts stand das Dattenberger Rittergeschlecht in Diensten des Kurfürsten von Trier und war in Nickenich, Andernach und Kobern (Covern) von diesem belehnt. Als der Trierer Erzbischof und Kurfürst Balduin von Luxemburg 1318 den Grafen Dietrich von Isenburg erneut mit Burg Arenfels belehnte, reagierte der Kölner Erzbischof und Kurfürst, Heinrich von Virneburg, der Linz gerade zur Stadt erhoben hatte, darauf, indem er Wilhelm von Dattenberg um 1330 dessen Burg und Herrschaft abkaufte und damit sein rechtsrheinisches Territorium im Süden abrundete und absicherte.

Wohnturm der Burg Dattenberg

Im Jahre 1331 gelangte die Burg als Lehen des Erzstifts Köln an den Ritter Rollmann von Sinzig zu Ahrenthal. Rollman und sein Sohn Heinrich nannten sich nun: Herr von Ahrenthal und Dadenberg. Nach einer Erbteilung wurde dessen Sohn Heinrich im Jahr 1363 mit Dattenberg belehnt. Er und seine Nachkommen nannten sich nun von Dattenberg. Im Jahr 1664 starb die Familie im Mannesstamm aus.

Als neues „Mannlehen“ wurde 1767 „Burg und Gericht Dattenberg“ an Johann Friedrich Raitz von Frenz zu Gustorf unter der Bedingung verliehen, dass er der Stadt Linz den von den Untertanen der Herrschaft zu leistenden Beitrag zur Landsteuer pünktlich zahle und alle Bestandteile (Äcker und Weinberge) wieder in guten Zustand bringe. Johann starb bereits 1674, ebenfalls ohne männliche Erben. Nun zog die Kurfürstliche Hofkammer das Lehen endgültig ein. Dattenberg gehörte zum Kirchspiel Linz und unterstand seit dem 15. Jahrhundert der Verwaltung des kurkölnischen Amtes Linz, das um 1700 zum Oberamt erhoben wurde.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam Dattenberg 1803 zunächst an das Fürstentum Nassau-Usingen, 1806 mit der Rheinbundakte an das Herzogtum Nassau. Dattenberg unterstand anschließend der Verwaltung des nassauischen Amtes Linz. Nachdem das Rheinland 1815 an das Königreich Preußen abgetreten wurde, wurde die Gemeinde Dattenberg dem Kreis Linz (1822 in den Kreis Neuwied eingegliedert) zugeordnet und von der Bürgermeisterei Linz verwaltet.

Der preußische Fiskus verkaufte 1822 die einst kurkölnischen Güter in Dattenberg. Nach zweimaligen Besitzerwechsel gelangten die Ruinen der Burg Dattenberg mit einem inzwischen im Vorburgbereich errichteten Landhaus, einschließlich Nebengebäuden, Weinbergs- und Landbesitz an den Berliner Baumeister Adolf Fuchs. Dieser ließ 1890 das Landhaus zu einer schlossartigen Villa umbauen. Seit den 1920er Jahren fand die auch „Neue Burg Dattenberg“ genannte Villa unterschiedliche Verwendung, die zusammenfassend „Domizil der Jugend“ bezeichnet werden kann: Schulung katholischer Mädchen durch die Jesuiten, „Landjahrlager“ in der NS-Zeit, „Jugendbildungsstätte“ und „Schullandheim des Rhein-Erft-Kreises“. Seit 1996 stand die Villa leer, eine beabsichtigte Nutzung als Seminar-Hotel scheiterte. Seit 2003 ist die Villa in Privatbesitz und restauriert.

Dattenberg, Landhaus der Burg Dattenberg
Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Dattenberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:.[2]

Jahr Einwohner
1815 499
1835 673
1871 756
1905 894
1939 1.075
1950 1.062
Jahr Einwohner
1961 1.109
1970 1.244
1987 1.235
2005 1.584
2011 1.596[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Dattenberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[4]

  CDU SPD FWG Gesamt
2004 7 7 2 16 Sitze
2009 8 6 2 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Ein siebenmal von Silber und Schwarz geteilter Schild, mit einem rotbewehrten und gezungten doppelschwänzigen goldenen Löwen belegt“.

Das Wappen entspricht dem der Herren von Dadenberg, urkundlich seit 1242 belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rest der ehemaligen Bremsbahn
Katholische Kirche Heilige Schutzengel
  • Burg Dattenberg mit den rekonstruierten Wehranlagen. Die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute Burg gilt als Stammsitz der niederadligen Familie von Dattenberg (auch von Dadenberg). Die Ruine des zwölf Meter hohen Wohnturms ist nur von außen zu besichtigen.
  • Chor der alten Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert
  • neuromanische Kirche aus dem 19. Jahrhundert

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winzerfest mit großem Festzug: erstes Wochenende im Oktober
  • Kirmes: erstes Wochenende im September
  • Burgfest: (meistens) erster Samstag im Juli

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rheinsteig, ebenso wie der mehr als 100 Jahre alte Rheinhöhenweg als rechtsrheinische Fernwanderwege von Bonn nach Wiesbaden, führen auf der Etappe von Unkel nach Leubsdorf (16,7 km, 500 Höhenmeter) durch Dattenberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellmut Gensicke, Landesgeschichte des Westerwaldes, Wiesbaden 1958;
  • Joachim J. Halbekann, Besitzungen und Rechte der Grafen von Sayn bis 1246/47 und ihre Erben, (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande. Beiheft V.5) Köln 1996;
  • A. Rings, R. Willscheid, Dattenberg. Ein Heimatbuch. Köln 1991.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dattenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Gemeindestatistik Stand 31. Oktober 2011
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen