David Beatty, 1. Earl Beatty

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David Beatty als Konteradmiral

David Beatty, 1. Earl Beatty GCB, OM, GCVO, DSO (* 17. Januar 1871 in Stapeley bei Nantwich, Cheshire; † 11. März 1936 in London) war ein Admiral der Royal Navy.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem David Beatty 1884 in die Royal Navy eingetreten war, nahm er an der Rückeroberung des Sudan von den Mahdisten (1896–1899) teil. In der Schlacht am Atbara kommandierte er eine Raketenabteilung. 1900 nahm er an der Niederschlagung des Boxeraufstands teil. Beatty wurde 1911 zum Privatsekretär des Ersten Lords der Admiralität (des späteren Premierministers Winston Churchill) ernannt. Zwischen 1912 und 1916 kommandierte er das 1. Schlachtkreuzergeschwader.

Während des Ersten Weltkriegs nahm er an Kampfhandlungen bei Helgoland (1914), bei der Doggerbank (1915) und im Skagerrak (1916) teil. Die Skagerrakschlacht stellte sich als wichtiges Ereignis in seiner Karriere heraus, obwohl das 1. Schlachtkreuzergeschwader dort schwere Verluste erlitt. Beatty soll dabei während der Schlacht gegenüber dem Kapitän der HMS Lion bemerkt haben: „Irgendwas scheint mit unseren verdammten Schiffen heute nicht zu stimmen“. Danach befahl er den Feind wieder anzugreifen.

Befehlshaber der Grand Fleet war Admiral John Jellicoe, der Mann, der „einen Krieg an einem Nachmittag verlieren“ konnte, war kein schneidiger, draufgängerischer Mann wie Beatty, aber dafür bei den Mannschaften äußerst beliebt. Jellicoe wurde später für sein vorsichtiges Vorgehen in der Skagerrakschlacht und seine Weigerung, Geleitzüge einzuführen, heftig kritisiert. Dies führte zu seiner Ablösung durch Beatty im Jahre 1917.

Allerdings enttäuschte dieser viele seiner Anhänger, indem er viele von Jellicoes Vorgehensweisen fortführte. Anders als Jellicoe unterstützte er David Lloyd George bei der Einführung von Konvois im Atlantik. 1919 wurde er zum Admiral of the Fleet und zum Ersten Seelord bis zu seiner Pensionierung 1927 ernannt. Am 27. September 1919 wurden ihm der erbliche Adelstitel Earl Beatty verliehen, nebst den nachgeordneten Titeln Viscount Borodale und Baron Beatty.

David Beatty verbrachte einen Großteil seines Lebens in Leicestershire und lebte in Brooksby Hall (heute eine Landwirtschaftsschule). Während des Krieges nahmen er und seine Frau viele Dienste für die Öffentlichkeit in Leicestershire wahr. Unter anderem stellten sie ihr Haus als Hospital zur Verfügung.

In Deutschland war Beatty schlecht angesehen, nachdem er den Mannschaften seiner Kriegsschiffe, die die in Scapa Flow internierte deutsche Hochseeflotte empfingen, die Worte „Vergesst nicht, dass der Feind eine verabscheuungswürdige Bestie ist“ mit auf den Weg gab, und die Übergabe der Flotte so abhielt, dass sie von den Deutschen als Demütigung empfunden wurde. Deshalb missachtete man die Bitte Beattys, dass bei seiner Beerdigung - wie bei der Jellicoes - die deutsche Flotte durch ihren Oberbefehlshaber vertreten sein sollte.

Nach seinem Tod wurde er in der St Paul’s Cathedral in London beigesetzt.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 22. Mai 1901 war er mit der geschiedenen US-Amerikanerin Ethel Field († 1932) verheiratet. Mit ihr hatte er zwei Söhne:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephen W. Roskill: Admiral of the Fleet Earl Beatty. The Last Naval Hero. Collins, London 1981.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: David Beatty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Earl Beatty
1919–1936
David Beatty
Rosslyn Wemyss Erster Seelord
1919–1927
Charles Madden