David Hajrapetjan

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David Hajrapetjan (* 26. September 1983 in Baku, Aserbaidschanische SSR, Sowjetunion; russisch Давид Валерьевич Айрапетян, Dawid Walerjewitsch Airapetjan) ist ein russischer Boxer armenischer Herkunft. Hajrapetjan war Europameister 2006 und 2013, Silbermedaillengewinner der Weltmeisterschaften 2009, Bronzemedaillengewinner der Weltmeisterschaften 2011, Teilnehmer der Olympischen Spiele 2008 und Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2012.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Hajrapetjan begann als Jugendlicher 1997 mit dem Boxen. Er ist zwar armenischer Abstammung, startete aber immer für Russland. Er ist Angehöriger von Dinamo Magnitogorsk und wird bzw. wurde dort von Waleri Wassiljewitsch Entalzew und Eduard Abramowitsch Dschagrajew trainiert. In der russischen Nationalmannschaft wird bzw. wurde er von Alexander Borissowitsch Lebsjak, Nikolai Dmitrijewitsch Chromow und Alexander Tschernowanow betreut. Bis zum Beginn der Weltmeisterschaft 2009 hatte er 297 Kämpfe bestritten, von denen er 270 gewann. Diese hohe Zahl an Kämpfen ist für einen Boxer in der leichtesten Gewichtsklasse (bis 48 kg Körpergewicht) außergewöhnlich, weil bei vielen Meisterschaften oder Turnieren in dieser Gewichtsklasse oft nur wenige oder gar keine Konkurrenten am Start waren bzw. sind.

Den ersten größeren Erfolg feierte David Hajrapetjan im Jahre 2001, als er im Papiergewicht bei der russischen Junioren-Meisterschaft hinter Alexei Taratorkin den 2. Platz belegte. Daraufhin wurde er im Jahre 2002 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Santiago de Cuba eingesetzt und wurde dort mit vier Siegen Junioren-Weltmeister. Auf dem Weg zu diesem Titelgewinn besiegte er u.a. den starken Italiener Vincenzo Picardi (33:12) und im Endkampf den Kubaner Jose Luis Mustelier (22:18) nach Punkten.

Im Jahre 2003 belegte er bei der russischen Meisterschaft der Senioren den 2. Platz im Papiergewicht hinter Sergei Nikolajewitsch Kasakow. In den Jahren 2004 bis 2007 gewann er dann viermal in Folge den russischen Meistertitel in dieser Gewichtsklasse. Bei internationalen Meisterschaften wurde ihm aber vom russischen Box-Verband in den Jahren 2004 und 2005 Kasakow vorgezogen. Erst als er im Jahre 2006 bei der russischen Meisterschaft Kasakow nach Punkten geschlagen hatte (26:14), wurde er auch bei internationalen Meisterschaften eingesetzt.

Dies begann mit dem Start von David Hajrapetjan bei der Europameisterschaft 2006 in Plowdiw. Er gewann dort auch gleich mit Siegen über den Ukrainer Heorhij Tschyhajew, den Ungarn Pál Bedák, den Armenier Howhannes Danieljan und den Italiener Alfonso Pinto den Europameistertitel.

2007 nahm er an der Weltmeisterschaft in Chicago teil. Er siegte dort über den Mongolen Pürewdordschiin Serdamba (34:7) und Pál Bedák (27:18) nach Punkten, traf aber dann im Achtelfinale auf den Titelverteidiger Zhou Shiming aus China, gegen den er klar nach Punkten (6:23) verlor und damit nur auf den 9. Platz kam.

2008 qualifizierte sich David Hajrapetjan mit einem Sieg beim Qualifikations-Turnier in Pescara für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking. Im Endkampf dieses Turnieres besiegte er den Polen Łukasz Maszczyk klar nach Punkten (24:3). In Peking enttäuschte er dann aber, denn er verlor gleich seinen ersten Kampf gegen Heorhij Tschyhajew, gegen den er bei der Europameisterschaft 2006 noch klar nach Punkten (11:13) gewonnen hatte, womit er schon vor dem Erreichen des Achtelfinales ausschied und nur den 17. Platz belegte.

In der ersten Jahreshälfte 2009 konnte David Hajrapetjan aber mit Turniersiegen in Plowdiw und in Nowosibirsk die russischen Funktionäre und Trainer wieder von sich überzeugen. Dazu kam, dass er bei der Weltmeisterschafts-Ausscheidung des russischen Box-Verbandes in Tschechow mit Siegen über Alexander Samoilow (11:5), Wiktor Anatoljewitsch Wereschtschagin (24:0) und Belik Badmajewitsch Galanow (13:3) einen hervorragenden Eindruck hinterließ und dieses Turnier souverän gewann. Er wurde daraufhin wieder bei der Weltmeisterschaft, die in Mailand stattfand, im Halbfliegengewicht eingesetzt. In Mailand siegte er über den Kolumbianer Cleiber Segura (25:6), den Türken Ferhat Pehlivan (7:2), den Ecuadorianer Carlos Quipo (14:5), den Spanier Kelvin de la Nieve (12:3) und den Südkoreaner Shin Jong-hun (9:1) jeweils sicher nach Punkten. Im Endkampf stand er Pürewdordschiin Serdamba gegenüber, den er bei der Weltmeisterschaft 2007 besiegt hatte. In Mailand war aber Serdamba der stärkere, der sich mit einem 10:5 Punkterfolg den Weltmeistertitel sicherte. David Hajrapetjan gewann damit die WM-Silbermedaille.

Bei den Europameisterschaften im Folgejahr schied Hajrapetjan bereits im Viertelfinale gegen den Aserbaidschaner Elvin Məmişzadə (5:3) aus.

Besser lief es dann wieder bei den Weltmeisterschaften 2011 als er nach Siegen über den US-Amerikaner Eros Correa (23:10), Łukasz Maszczyk (24:7), und Kelvin de la Nieve (15:8) das Halbfinale erreichte, welches er jedoch gegen den amtierenden Olympiasieger und späteren Weltmeister Zhou Shiming (15:8) verlor und damit nur Bronze gewann.

Mit dieser Platzierung qualifizierte er sich auch für die Olympischen Spiele 2012, bei denen er nach Siegen über den Puerto-Ricaner Jantony Ortiz (15:13) und Ferhat Pehlivan (19:11) das Halbfinale erreichte, welches er jedoch knapp gegen den späteren Silbermedaillengewinner Kaew Pongprayoon aus Thailand (13:12) verlor und damit die olympische Bronzemedaille gewann.

Bei den Europameisterschaften 2013 in Minsk gewann Hajrapetjan mit einem Finalsieg über den Iren Paddy Barnes die Goldmedaille.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hajrapetjan besitzt einen rechtswissenschaftlichen Abschluss der Technischen Universität des Nordkaukasus in Stawropol.

Am 13. August 2012 bekam Hajrapetjan für seine herausragenden Beiträge zur Entwicklung von Körperkultur und Sport und seine sportlichen Leistungen bei den Olympischen Spielen 2012 in London die Medaille des Verdienstordens für das Vaterland II. Klasse verliehen.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2002 1. Umachanow-Memorial in Machatschkala Papier mit einem Punktsieg im Finale über RusslandRussland Sergei Sergejewitsch Ananjin
2002 1. Junioren-WM in Santiago de Cuba Papier mit Punktsiegen über TurkeiTürkei Ibrahim Aydoğan u. ItalienItalien Vincenzo Picardi (33:12), einem Abbruchsieg i.d. 2. Runde über Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Austreberto Juarez und einem Punktsieg über KubaKuba Jose Luis Mustelier (22:18)
2005 1. Strandja-Turnier in Plowdiw Papier mit Punktsieg über BulgarienBulgarien Alexander Alexandrow (30:6) u. Abbruchsieg i.d. 2. Runde über TurkeiTürkei Altan Uyanık
2006 1. EM in Plowdiw Papier mit Punktsiegen über UkraineUkraine Heorhij Tschyhajew (29:22) u. UngarnUngarn Pál Bedák (34:25), einem Abbruchsieg i.d. 3. Runde über ArmenienArmenien Howhannes Danieljan u. einem Punktsieg über ItalienItalien Alfonso Pinto (36:24)
2007 3. Strandja-Turnier in Plowdiw Papier mit Abbruch-Sieg i.d. 3. Runde über SyrienSyrien Yasser Nerhbi u. einer Punktniederlage gegen KasachstanKasachstan Birschan Schakipow (15:23)
2007 9. WM in Chicago Papier mit Punktsiegen über MongoleiMongolei Pürewdordschiin Serdamba (34:7) u. UngarnUngarn Pál Bedák (27:18) u. einer Punktniederlage gegen China VolksrepublikVolksrepublik China Zhou Shiming (6:23)
2008 1. Olympia-Qualif.-Turnier in Pescara Papier mit Punktsiegen über ItalienItalien Alfonso Pinto (31:13) u. UngarnUngarn Pál Bedák (25:9), einem Abbruch-Sieg i.d. 3. Runde über TurkeiTürkei Ferhat Pehlivan u. einem Punktsieg über PolenPolen Łukasz Maszczyk (24:3)
2008 17. OS in Peking Papier nach einer Punktniederlage gegen UkraineUkraine Heorhij Tschyhajew (11:13)
2009 1. Strandja-Turnier in Plowdiw Papier mit Punktsiegen über UsbekistanUsbekistan Rasul Dschurajew (4:1) u. TurkeiTürkei Ferhat Pehlivan (4:2)
2009 1. Dinamiada in Nowosibirsk Fliegen mit Punktsiegen über UsbekistanUsbekistan Shahriyor Isakov u. RusslandRussland Wjatscheslaw Tschakarakow
2009 2. WM in Mailand Papier mit Punktsiegen über KolumbienKolumbien Cleiber Segura (25:6), TurkeiTürkei Ferhat Pehlivan (7:2), EcuadorEcuador Carlos Quipo (14:5), SpanienSpanien Kelvin de la Nieve (12:3) u. Korea SudSüdkorea Shin Jong-hun (9:1) u. einer Punktniederlage gegen MongoleiMongolei Pürewdordschiin Serdamba (5:10)

Nationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2001 2. russische Junioren-Meisterschaft Papier nach Niederlage im Finale gegen Alexei Taratorkin
2003 2. russische Meisterschaft Papier nach Punktniederlage im Finale gegen Sergei Nikolajewitsch Kasakow
2004 1. russische Meisterschaft Papier nach Punktsieg im Finale über Wjatscheslaw Jurjewitsch Jeremejew
2005 1. russische Meisterschaft Papier nach Abbruch-Sieg i.d. 3. Runde über Ilgis Salawatowitsch Machmutow
2006 1. russische Meisterschaft Papier nach Punktsieg über Sergei Nikolajewitsch Kasakow (26:14)
2007 1. russische Meisterschaft Papier nach Punktsieg über Sergei Nikolajewitsch Kasakow (25:9)
2009 1. WM-Ausscheidungsturnier in Tschechow Papier nach Punktsiegen über Alexander Samoilow, Wiktor Anatoljewitsch Wereschtschagin u. Belik Badmajewitsch Galanow

Länderkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse
2007 Kaliningrad Russland gegen Usbekistan Papier Punktsieger über Shahriyor Isakov
2007 Kaliningrad Russland gegen Ukraine Papier Punktsieger über Andrij Schewtschuk
2007 Kaliningrad Russland gegen Aserbaidschan Papier Punktsieger über Ceyhun Əbiyev

Anm.: OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, Papiergewicht (auch Halbfliegengewicht), bis 48 kg, Fliegengewicht, bis 51 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Website "www.amateur-boxing.strefe.pl",
  • Website "www.rusboxing.ru",
  • Fachzeitschrift Box Sport

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]