David Odonkor

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David Odonkor
David Odonkor.JPG
David Odonkor, 2006
Personalia
Geburtstag 21. Februar 1984
Geburtsort BündeDeutschland
Größe 172 cm
Position Mittelfeld, Sturm
Junioren
Jahre Station
1991–1995 JSG Holsen-Ahle
1995–1998 Bünder SV
1998–2002 Borussia Dortmund
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2001–2005 Borussia Dortmund Amateure/II 49 (7)
2002–2006 Borussia Dortmund 75 (2)
2006–2011 Betis Sevilla 51 (3)
2011–2012 Alemannia Aachen 23 (2)
2012–2013 FC Hoverla Uschhorod 14 (2)
2020– SV Wilhelmshaven 0 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2002–2003 Deutschland U-19 10 (1)
2002–2004 Deutschland U-20 5 (1)
2004–2006 Deutschland U-21 15 (3)
2006–2008 Deutschland 16 (1)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2013–2014 SC Verl (Co-Trainer)
2014–2015 SC Herford (Co-Trainer)
2015 TuS Dornberg
2017–2019 SpVgg Bad Pyrmont
2019 Eskişehirspor (Co-Trainer)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

David Odonkor [ˈdeːvɪt oˈdɔŋkoːɐ̯] (* 21. Februar 1984 in Bünde) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Er ist auch bekannt als Teilnehmer zahlreicher TV-Spielshows.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Odonkor wurde als Sohn eines Ghanaers und einer Deutschen im ostwestfälischen Bünde geboren, wo er auch aufwuchs und als Jugendfußballer aktiv war. Zunächst spielte er vier Jahre lang in der Jugendspielgemeinschaft Holsen-Ahle und wechselte im Anschluss für drei Jahre zum Bünder SV. 1998 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund und wurde anfangs bei den B-Junioren, später bei den A-Junioren und dem Amateurteam der Dortmunder eingesetzt. Bei der Deutschen Post AG hatte Odonkor parallel eine Ausbildung als Briefträger begonnen, die er jedoch 2002 zu Gunsten seiner Karriere als Fußballer aufgab.[1]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2002 gehörte er zum Kader der 1. Mannschaft von Borussia Dortmund und wurde in seiner ersten Bundesliga-Spielzeit 2001/02 Deutscher Meister. Dabei wurde er zwar nur zweimal eingewechselt, sorgte jedoch mit einer Torvorlage und einem an ihm verursachten Elfmeter für Aufsehen. Am 1. Mai 2004 erzielte er am 31. Spieltag der Saison 2003/04 gegen Hansa Rostock mit dem Treffer zum 4:1-Endstand für Dortmund seinen ersten Bundesligatreffer.[2] In der Folgezeit entwickelte er sich zum Stammspieler, wobei er sich vor allem in der Saison 2005/06 hervortat. Wegen seiner Schnelligkeit meist als rechter Außenstürmer eingesetzt, schlug er für den BVB 227 Flanken; 21 % davon führten zu Großchancen. Nur Lincoln vom FC Schalke 04 erreichte mit 38 % einen besseren Wert. Der Torabschluss gehörte dagegen nicht zu den Stärken Odonkors: Weder in Dortmund noch später in Sevilla erzielte er mehr als einen Treffer pro Saison.[3]

Betis Sevilla[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende August 2006 unterschrieb er beim spanischen Erstligisten Betis Sevilla einen Fünfjahresvertrag. Im November 2006 unterzog er sich einer Knie-Operation. Sein Comeback in der Liga gab Odonkor am 28. April 2007 im Spiel gegen Atlético Madrid. Sein erstes Ligator für die Spanier erzielte er am 35. Spieltag der Saison 2007/08 im Spiel gegen UD Almería. In der Saison 2008/09 stieg er nach nur wenigen Einsätzen mit Betis Sevilla aus der Primera División ab. In der Saison 2010/11 gelang Betis Sevilla der Wiederaufstieg aus der Segunda División, Odonkor blieb dabei ohne Einsatz und verließ den Klub am Saisonende. Er trennte sich in dieser Zeit auch von seinem Berater.[4]

Alemannia Aachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer längeren Rehabilitation war Odonkor zu Beginn der Saison 2011/12 vereinslos und hielt sich zunächst im Training des Fünftligisten TuS Dornberg fit,[5] bei dem er nach seiner Karriere Trainer werden sollte. Zwischen dem 28. Juli und dem 5. August 2011 trainierte er bei den Glasgow Rangers, nahm aber wegen Zweifeln an seiner Fitness nach langer Verletzungspause von einer Verpflichtung Abstand.[6] Im September 2011 engagierte ihn der damalige Zweitligist Alemannia Aachen nach einem Probetraining bis zum Ende der laufenden Saison.[7][8] Beim torlosen Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den SC Paderborn am 9. September 2011 gab Odonkor durch die Einwechslung in der 69. Minute für Marco Stiepermann seinen Einstand in der 2. Bundesliga.[9] Sein erstes Tor für die Alemannia erzielte er am 23. Oktober 2011 (12. Spieltag) beim 3:1-Heimsieg gegen den FC Ingolstadt 04 mit dem Treffer zum Endstand in der 90. Spielminute. Mit der Alemannia stieg er am Ende der Saison 2011/12 als Tabellenvorletzter aus der Zweiten Liga ab.

FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Juli 2012 unterschrieb Odonkor einen Einjahresvertrag beim Aufsteiger in die ukrainische Premjer-Liha FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod.[10][11] Am achten Spieltag erzielte er beim 2:1-Heimsieg gegen Tawrija Simferopol in der 36. Spielminute seinen ersten Saisontreffer. Der Verein holte mit diesem Spiel die ersten Punkte der Saison und verließ dadurch den letzten Tabellenplatz. Im Januar 2013 äußerte Odonkor den Wunsch, wegen der Lebensverhältnisse in der Ukraine nach Deutschland zurückzukehren.[12] Im September 2013 beendete er seine aktive Karriere wegen anhaltender Verletzungsprobleme.[13]

SV Wilhelmshaven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Oktober 2019 wurde bekannt, dass Odonkor per 1. Januar 2020 beim Bezirksligisten SV Wilhelmshaven spielen wird.[14]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Odonkor spielte für die deutsche U-19-, U-20- und die U-21-Nationalmannschaft.

Im Mai 2006 wurde er ins deutsche Aufgebot für die Weltmeisterschaft 2006 berufen und bestritt am 30. Mai 2006 unter Jürgen Klinsmann sein Debüt für die A-Nationalmannschaft, als er im Testländerspiel gegen Japan eingewechselt wurde. Im zweiten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Polen bereitete er nach seiner Einwechslung kurz vor Spielende mit einer Flanke von rechts das Siegtor zum 1:0 von Oliver Neuville vor. Im Viertelfinale gegen Argentinien wurde er eingewechselt. Im Anschluss an die WM 2006 erhielt er, wie die gesamte Mannschaft, das Silberne Lorbeerblatt. Sein erstes und einziges Tor für die deutsche Nationalelf erzielte er am 12. September 2007 im Testspiel im Rheinenergiestadion in Köln gegen Rumänien. 2008 wurde Odonkor von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die Europameisterschaft 2008 berufen. Dort absolvierte er am 12. Juni 2008 sein letztes Länderspiel, als er während der Vorrundenbegegnung gegen Kroatien in der Halbzeit eingewechselt wurde. Am Ende des Turniers stand die Vize-Europameisterschaft. Nach dem Ende der EM-Endrunde 2008 wurde er nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert. In insgesamt zwölf Partien stand er für die Nationalelf auf dem Platz.[15]

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2013 begann Odonkor ein Trainer-Praktikum bei Andreas Golombek beim Regionalligisten SC Verl.[16] Ziel war zunächst der Erwerb des B-Trainer-Scheins.[17] Ende Oktober 2013 wurde Odonkor Trainerassistent des SC Verl.[18] Da er beabsichtigte, weiterhin im Fußballgeschäft tätig zu sein, begann er im Juli 2014 mit dem Trainer-A-Schein.[4] Seine Zeit in Verl endete im Sommer 2014. Anfang August 2014 verpflichtete ihn der SC Herford als Co-Trainer; diese Position bekleidete er bis zum 5. Februar 2015. Am Folgetag trat er die Stelle des Trainers beim Westfalenligisten TuS Dornberg an.[19] Drei Monate später trat er als Trainer zurück.[20]

Im November 2015 wurde Odonkor Sportlicher Leiter der Hammer SpVg in der Oberliga Westfalen.[21] Anfang März 2017 erhielt er nach eigenen Angaben die fristlose Kündigung, nachdem er bekannt gegeben hatte, seine Vertragslaufzeit nicht über das Saisonende 2016/17 hinaus zu verlängern.[22] Seit der Saison 2017/18 trainiert er die SpVgg Bad Pyrmont in der Landesliga Hannover.[23][24]

Obwohl er 2019 seinen Vertrag mit der SpVgg um zwei Jahre verlängert hatte, kündigte Odonkor den Vertrag und wechselte zur Saison 2019/20 als Co-Trainer von Fuat Çapa zum türkischen Zweitligisten Eskişehirspor. Dort übernahm er auch das Amt des sportlichen Leiters.[25] Im Oktober 2019 war das Engagement wieder beendet.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 30. Dezember 2006 ist Odonkor verheiratet; kurz vor der Hochzeit hatte seine damals 19-jährige Verlobte eine Fehlgeburt erlitten.[26] Am 14. November 2008 brachte sie dann das erste gemeinsame Kind zur Welt, ein Mädchen.[27]

Teilnahmen an TV-Shows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 spielte Odonkor beim TV total Deutscher Eisfußball-Pokal für seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. Vom 14. bis zum 28. August 2015 war er Teilnehmer der dritten Staffel von Promi Big Brother auf Sat.1.[28] Er verließ die Reality-Show als Sieger und gewann 100.000 Euro.

Im Juli 2016 nahm er an der RTL-Show Ninja Warrior Germany – Die stärkste Show Deutschlands teil, bei der er in der ersten Runde scheiterte. Im Januar 2017 verstärkte er das „Team Fußball“ bei Duell der Stars – Die Sat.1 Promiarena.[29] Von April bis Mai 2017 nahm Odonkor an der Sat.1-Show Das große Backen – Promispezial teil.

Im September/Oktober 2017 nahm Odonkor mit seiner Frau Suzan an der Tanzshow Dance Dance Dance von RTL teil,[30] bei der sie den dritten Platz erreichten. Im Dezember 2018 trat er bei Die ProSieben Wintergames an.

Von März bis April 2019 sowie im Januar 2020 nahm Odonkor an der Sat.1-Show Catch! Die Deutsche Meisterschaft im Fangen teil. Im Juni 2019 nahm Odonkor an der Dienstagabendshow Joko & Klaas gegen ProSieben teil. Zusammen mit Kevin Kurányi trat er gegen das Duo Joko und Klaas an. Am 14. März 2020 war er in der Sendung Wer schläft verliert bei ProSieben zu sehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Tauber: Deutsche Fußballnationalspieler : Spielerstatistiken von A bis Z. 3. Auflage. AGNON, Kassel 2012, ISBN 978-3-89784-397-4, S. 93 (176 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: David Odonkor – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Juli 2006
  2. Spielbericht auf transfermarkt.de, abgerufen am 5. Januar 2019.
  3. Matthias Arnhold: David Odonkor - Matches and Goals in Bundesliga. RSSSF.com. 2. April 2020. Abgerufen am 2. April 2020.
  4. a b Hinweis in: RevierSport 42/2014, S. 22 f.
  5. reviersport.de: "Wir kontern Hüls" David Odonkor trainiert in Dornberg vom 19. Juli 2011
  6. Was macht eigentlich? Abgerufen am 22. März 2014.
  7. Aachener Zeitung/Pauli, Sobierajski David Odonkor: Vertrag für zehn Monate, 5. September 2011
  8. Alemannia Aachen: David Odonkor stellt sich vor vom 30. August 2011
  9. Proschwitz zeigt sich gnädig, Artikel auf kicker.de vom 9. September 2011
  10. Welt.de: Odonkor wechselt zu Uschhorod., 12. Juli 2012, abgerufen am 12. Februar 2016
  11. Odonkor wechselt in die Ukraine (Memento vom 21. September 2013 im Internet Archive), t-online.de (abgerufen am 19. August 2013)
  12. David Odonkor: Ich muss hier so schnell wie möglich weg Reviersport, abgerufen am 24. Januar 2013.
  13. WM-Held Odonkor beendet seine Karriere kicker.de vom 19. September 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013
  14. Volkhard Patten, Hauke Richters: Transfercoup in der Bezirksliga: Wilhelmshaven verpflichtet David Odonkor. 28. Oktober 2019, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  15. Matthias Arnhold: David Odonkor - International Appearances. RSSSF.com. 2. April 2020. Abgerufen am 2. April 2020.
  16. Westfalen-Blatt: David Odonkor ist Gast beim SC Verl (Memento vom 1. November 2013 im Internet Archive) vom 19. September 2013
  17. WM-Held David Odonkor beendet seine Fußball-Karriere, abgerufen am 20. September 2013
  18. Odonkor wird Co-Trainer kicker.de vom 30. Oktober 2013, abgerufen am 19. Dezember 2013
  19. Neue Westfälische: David Odonkor wird Trainer beim TuS Dornberg vom 7. Februar 2015
  20. Soviel Negatives - Odonkor legt Amt in Dornberg nieder Kicker online, 6. Mai 2015
  21. David Odonkor wird Sportlicher Leiter der Hammer SpVg, abgerufen am 20. September 2016
  22. Odonkor nicht mehr sportlicher Leiter in Hamm
  23. David Odonkor übernimmt Trainerposten, abgerufen am 6. Mai 2017
  24. Pyrmonter Nachrichten vom 24. Juni 2017, Seite 25
  25. Odonkor plötzlich „Türke“. Dewezet vom 3. Juli 2019, Seite 23.
  26. WM-Held Odonkor – Fehlgeburt, Baby tot, abgerufen am 26. Februar 2015
  27. Sächsische Zeitung: David Odonkor ist Vater geworden (Memento vom 25. Mai 2014 im Internet Archive) vom 15. November 2008
  28. Promi Big Brother 2015: Menowin Fröhlich, Desiree Nick und David Odonkor gehen in den TV-Knast stern.de, abgerufen am 14. August 2015.
  29. Duell der Stars – Die SAT.1-Promiarena SAT.1, abgerufen am 30. September 2017.
  30. Suzan & David Odonkor: „Wir möchten die erste Show überstehen“ RTL, 26. September 2017, abgerufen am 30. September 2017.