David Steindl-Rast

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David Steindl-Rast (2004)

David Steindl-Rast OSB (* 12. Juli 1926 in Wien) ist ein österreichisch-US-amerikanischer Benediktinermönch, Eremit, spiritueller Lehrer und weltweit tätiger Vortragsreisender.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Steindl-Rasts Familie stammt aus einer ursprünglich adeligen Familie mit einem Stammschloss in der Nähe des Wallfahrtsortes Maria Rast im heutigen Slowenien, von dem die Familie ihren Namen bezieht.[2] Er selbst wuchs in Wien als Franz Kuno Steindl auf, schloss dort ein Kunst- und ein Psychologiestudium ab und studierte daneben auch Anthropologie. Nach seiner Promotion in Psychologie[3] folgte er 1952 seiner früher in die USA emigrierten Familie. Im Jahr 1953 trat er in das kurz zuvor neu gegründete Benediktinerkloster Mount Saviour in Elmira, NY, ein. 1958/59 war er Post-Doctoral Fellow an der Cornell University.

Seit 1965 praktiziert er Zen. 1968 war er einer der Gründer des interreligiösen Center for Spiritual Studies. 1975 war er Mitgründer der Sky Farm in Sonoma, Kalifornien,[4] dessen Direktorium er von 2002 bis 2010 angehörte. Er engagierte sich ab 1970 in der House-of-Prayer-Bewegung in den USA und Kanada.

1989 gründete er zusammen mit dem Zen-Priester Vanja Palmers in Dienten am Hochkönig das Haus der Stille Puregg, Begegnungsstätte und Zentrum spiritueller Praxis und Besinnung.[5] David Steindl-Rast vertritt eine pluralistische Religionstheologie, der zufolge weder das Christentum noch eine andere Religion „einzig wahre“ Heilsmittler sind: Religionen entstanden in einem spezifischen kulturellen und historischen Umfeld, und jede Religion könne die gleiche Funktion erfüllen. (Anzumerken ist, dass die Kongregation für die Glaubenslehre in der Erklärung Dominus Iesus (2000) diesen Pluralismus als mit dem katholischen Glauben unvereinbar zurückweist.)

Viele Jahre lebte David Steindl-Rast, wenn er nicht auf Vortragsreisen unterwegs war, als Eremit unter anderem in der Nähe des Klosters Mount Saviour. Heute lebt er in der benediktinischen Gemeinschaft des Europaklosters Gut Aich in Sankt Gilgen.[6]

Die österreichische Bundesministerin Susanne Raab zeichnete Steindl-Rast gemeinsam mit P. Johannes Pausch für sein Wirken als „großer interreligiöser Brückenbauer und geistige Persönlichkeit der Gegenwart“ am 4. Juli 2023 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich aus.[7]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: David Steindl-Rast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://weltkloster.de/2011/10/02/begegnung-mit-david-steindl-rast/
  2. www.orf.at Dem Geheimnis auf der Spur - Bruder David Steindl-Rast und „Die Kraft der Rituale“
  3. Archivlink (Memento vom 1. September 2011 im Internet Archive) Kurzporträt auf Steindls Netzwerk gratefulness.org
  4. Archivlink (Memento vom 29. November 2009 im Internet Archive)
  5. https://www.puregg.at/
  6. https://www.dioezese-linz.at/news/2016/07/11/david-steindl-rast-ein-interreligioeser-brueckenbauer-wird-90
  7. Goldenes Ehrenzeichen für David Steindl-Rast und Johannes Pausch. In: kathpress.at. 5. Juli 2023, abgerufen am 5. Juli 2023.