Davide Cassani

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Davide Cassani Straßenradsport
Davide Cassani bei der Tour de France 1993
Davide Cassani bei der Tour de France 1993
Zur Person
Geburtsdatum 1. Januar 1961
Nation ItalienItalien Italien
Disziplin Straße
Zum Team
Aktuelles Team italienische Nationalteams
Funktion Commissario tecnico
Wichtigste Erfolge

zwei Etappen Giro d’Italia
zwei Etappen Tour de France
Mailand-Turin

Letzte Aktualisierung: 11. Februar 2017

Davide Cassani (* 1. Januar 1961 in Faenza) ist ein italienischer ehemaliger Radrennfahrer, späterer Radsportjournalist und Commissario tecnico des italienischen Radsportnationalteams.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radsportler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Davide Cassani wurde 1982 Radprofi beim Team Termolan von Bruno Reverberi. 1986 wechselte er zum Team Carrera, wo Claudio Chiappucci, Roberto Visentini und Stephen Roche zu seinen Teamkollegen gehörten. Im Jahr 1988 fuhr er für Gewiss-Bianchi, u. a. mit Moreno Argentin. Von 1990 bis 1994 trug er das Trikot von Ariostea und 1995 von MG Maglificio-Technogym. Kurz nach seinem Wechsel zu Saeco im Jahr 1996 wurde er von einem Auto angefahren und musste als Folge dieses Unfalls seine Karriere als aktiver Radsportler beenden. Anschließend wurde er 1997 Sportlicher Leiter beim Team Mercatone Uno.[1]

Cassani galt als Spezialist für lange Fluchten und einer der besten Helfer. Er gewann insgesamt 27 Profirennen. Neunmal wurde er in die italienische Mannschaft für die Straßenweltmeisterschaft berufen, die er 1988 als Siebter und 1991 als Neunter beendete.

Zu seinen größten Erfolgen zählt die Siege beim Giro dell’Emilia 1990, 1991 und 1995, bei Mailand–Turin 1991, zwei Etappen beim Giro d’Italia 1991 und 1993, beim Trofeo dello Scalatore 1991, der Mittelmeer-Rundfahrt 1994 und zwei Auflagen der Coppa Agostoni. Seine besten Platzierungen bei den Klassikern waren 1992 jeweils ein dritter Platz bei der Flèche Wallonne und der Lombardei-Rundfahrt sowie ein zweiter Platz beim Amstel Gold Race 1995.

Journalist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende seiner Radsportkarriere wurde Cassani Kommentator beim italienischen Fernsehsender RAI und berichtet seitdem von allen wichtigen Radrennen. Während der Übertragung einer Etappe der Tour de France 2007 lobte er Michael Rasmussen für seinen Trainingsfleiß und berichtete von seinen Eindrücken, während er ihn im Trentino beim Training beobachtete. Diese Information kostete den Dänen, zu diesem Zeitpunkt im Gelben Trikot, möglicherweise den Sieg in der Tour. Sein Team Rabobank nahm Rasmussen, dem zuvor schon vorgeworfen worden war gegenüber den Dopingkontrolleuren falsche Aufenthaltsorte angegeben zu haben, wegen eines Verstoßes gegen die Teamregeln aus dem Rennen, da er gegenüber dem Team angegeben hatte, zu dieser Zeit in Mexiko zu sein.[2]

Cassani ist zusammen mit einem anderen Ex-Radprofi, Massimo Boglia, Protagonist der auch auf DVD veröffentlichten Reihe Le Grandi Salite del Ciclismo, in der die beiden zusammen die berühmtesten Anstiege des Giro d’Italia und der Tour de France bewältigen. Er ist Autor des jährlich publizierten Almanacco del Ciclismo und zusammen mit Ivan Zazzaroni und Pier Bergonzi Mitautor einer Biografie über Marco Pantani (Pantani. Un eroe tragico).

Commissario tecnico[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 übernahm Cassani als Commissario Tecnico die Betreuung der italienischen Elite-Nationalmannschaft.[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Davide Cassani ist Cousin von Roberto Conti, der ebenfalls ehemaliger Radprofi ist.

Palmarès[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995

Platzierungen bei den Grand Tours[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grand Tours 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995
Pink jersey Giro d’Italia 40. 37. WD 54. 35. 43. WD WD - WD 105. 66. - -
Yellow jersey Tour de France - - - WD WD - - - 80. 112 WD 105. 108. 112.

WD = Aufgabe

Teams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b velonation.com vom 4. Januar 2014: Davide Cassani appointed to replace Paolo Bettini as Italian national team coach
  2. spiegel.de vom 26. Juli 2007: Der Mann, der Rasmussen aus Versehen verriet