De Dietrich (Niederbronn)

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De Dietrich et Compagnie
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Gründung 1898
Auflösung 1904
Sitz Niederbronn
Leitung Eugène de Dietrich
Branche Automobilhersteller
Typen an einem De Dietrich von 1901
De Dietrich von 1901 mit Einzylindermotor
De Dietrich-Bugatti

De Dietrich war ein deutscher Hersteller von Automobilen.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Industriellen-Dynastie De Dietrich besaß im 19. Jahrhundert zahlreiche Industrieunternehmen im Elsass, Lothringen und weiteren angrenzenden französischen Regionen. 1896 erwarb Eugène de Dietrich eine Lizenz von Amédée Bollée. Das Unternehmen De Dietrich (Lunéville) begann 1897 mit der Produktion von Automobilen. 1898 folgte Niederbronn im Elsass, das damals zum Deutschen Reich gehörte.[1] Der Markenname lautete De Dietrich. Anfangs war die Produktpalette ähnlich dem Angebot aus Lunéville. 1902 trat Ettore Bugatti als Chefingenieur in das Unternehmen ein. Die von ihm entworfenen Modelle wurden auch als De Dietrich-Bugatti bezeichnet. 1904 endete die Produktion. Ettore Bugatti wechselte daraufhin zu Hermes-Simplex.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lizenz Amédée Bollée[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Modelle entstanden nach Lizenz von Amédée Bollée.[2] Diese Fahrzeuge waren mehrere Jahre im Angebot.[2] Eines der Modelle war der 9/10 PS.[3] Der Zweizylindermotor mit 110 mm Bohrung und 160 mm Hub hatte 3041 cm³ Hubraum und leistete 10 PS.[3] Die Höchstgeschwindigkeit betrug etwa 50 km/h.[3]

De Dietrich stellte auf der Motorwagen-Ausstellung, die vom 17. bis zum 24. September 1898 in Düsseldorf stattfand, ein Fahrzeug aus.[4] Der Jagdwagen bot auf zwei Bänken sowie einem Notsitz fünf Personen Platz. Der Zweizylindermotor mit 6 PS Leistung war vorne im Fahrzeug montiert und trieb über Riemen und konische Räder die Hinterachse an. Das Getriebe hatte vier Gänge. Das Leergewicht war mit 840 kg angegeben und die Höchstgeschwindigkeit mit 30 km/h.

Lizenz Vivinus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem fertigte das Unternehmen zwischen 1899 und 1900 eine kleinere und gleichzeitig billigere Modellreihe nach einer Lizenz von Vivinus.[2] Dabei handelte es sich um Voituretten mit Einzylindermotor und Riemenantrieb.[2]

Entwicklungen von Ettore Bugatti[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Dietrich-Bugatti

Die Fahrzeuge, die Ettore Bugatti ab 1902 entwarf, hatten einen Vierzylindermotor.[3] Das kleinere Modell war der 24/28 PS[3], nach anderen Quellen 20 HP[2] oder 24 HP[2]. Die Zylinderbohrung betrug 114 mm, der Hub 130 mm; daraus ergab sich ein Hubraum von 5308 cm³. Der Motor leistete 28 PS. [3] Der Radstand betrug 2395 mm und die Spurbreite 1220 mm.[3] Die Höchstgeschwindigkeit war mit 85 km/h angegeben.[3] Das größere Modell mit der Bezeichnung 30/35 PS[3], nach anderen Quellen 24 HP[2], verfügte über einen Motor mit 130 mm Bohrung, 140 mm Hub und 7433 cm³ Hubraum.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8, Kapitel De Dietrich.
  • Nick Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile, Volume 1 A–F. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1. (englisch)
  • Halwart Schrader: Deutsche Autos. Band 1 1885–1920. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02211-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: De Dietrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erik Eckermann: Bugatti No. 5. In: Kultur & Technik. Jahrgang 29, Nr. 1. Deutsches Museum, München 2005, S. 52 (PDF; 4,37 MB).
  2. a b c d e f g Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile.
  3. a b c d e f g h i j Schrader: Deutsche Autos. Band 1 1885–1920.
  4. Peter Kirchberg: Automobilausstellungen und Fahrzeugtests in aller Welt. Das Beste aus "Der Motorwagen", der Zeitschrift für Automobil-Industrie und Motorenbau. Teil 1: 1898–1914. Transpress, Berlin 1985, S. 19–20.