De Dion-Bouton

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Emblem
Namensschild am Kühler

Der französische Fahrzeughersteller De Dion-Bouton bestand von 1883 bis 1968. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es eine der erfolgreichsten Automobilmarken.

Vor dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Personenkraftwagen und Motordreirad[Bearbeiten]

Die beiden Franzosen Albert de Dion und Georges Bouton taten sich 1882 zusammen, um zunächst dampfbetriebene Fahrzeuge wie den La Marquise zu produzieren.

Der Firma gelangen einige Innovationen, so wurde 1890 ein einzylindriger benzinbetriebener Motor patentiert, außerdem wurde 1893 die De-Dion-Achse erfunden.

Mit einem dampfbetriebenen De Dion-Wagen gewann Albert de Dion das Rennen Paris–Rouen 1894. 1895 stieg man aber endgültig auf Benzin als Antriebsstoff um. Der Benzinmotor zeichnete sich durch geringes Gewicht und hohe Drehzahlen aus. Er war so erfolgreich, dass auch viele andere Marken mit einem De Dion-Bouton-Motor angetrieben wurden.

Das 1897 vorgestellte De-Dion-Bouton-Motordreirad war bis zur Jahrhundertwende das erfolgreichste Motorfahrzeug in Europa. Mit etwa 15.000 verkauften Exemplaren erzielte das Motordreirad den ersten Durchbruch bei der Verbreitung von Motorfahrzeugen.

1900 war die Marke mit 400 erzeugten Wagen und 3200 Motoren der größte Automobilhersteller weltweit. Rückgrat der Firma war noch immer die einzylindrige Voiturette, 1910 gelang die Herstellung eines 35 PS starken V8-Motors. 1913 wurde der letzte Einzylinderwagen gebaut.

Auch Omnibusse wurden produziert, zunächst mit Dampf-, dann auch mit Benzinantrieb.[1]

Maschinen für Eisenbahntriebwagen[Bearbeiten]

Ein 1900 von der Firma für PKWs entwickelter benzinelektrischer Antrieb wurde Grundlage für Triebwagen der ungarischem Weitzer Janos Rt, die diese ab 1903 mit De Dion-Bouton-Motoren für die ACsEV, AEGV und andere Bahngesellschaften produzierte. Gleichzeitig lieferte De Dion-Bouton Dampfmaschinen für Triebwagen des Herstellers Ganz & Cie..

Nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Autoproduktion von De Dion-Bouton nicht wieder in Schwung. Von 1923 bis 1948 konzentrierte die Firma sich auf Eisenbahnfahrzeuge und wurde der größte französische Hersteller von Schmalspurtriebwagen, wovon sie insgesamt 250 Stück verkaufte.

1932 wurde die PKW-Produktion eingestellt. Die LKW-Produktion endete 1952. Etwa zehn Jahre stellte Dion-Bouton Motoren für Motorräder her, die besonders leicht und schnellaufend waren und von mehreren aufstrebenden Marken wie Harley-Davidson verwendet wurden. 1955 wurde die Marke von einem kleinen Motorradhersteller aufgekauft.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: De Dion-Bouton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. Bibliothèque nationale de France > Bibliothèque numérique: benzinbetriebener Omnibus de Londres De Dion Bouton auf dem Concours de véhicules industriels, Paris1907