De finibus bonorum et malorum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

De finibus bonorum et malorum (Deutsch: „Vom höchsten Gut und vom größten Übel“, auch „Über die Ziele menschlichen Handelns“) ist ein philosophisches Werk des römischen Redners, Politikers und Philosophen Marcus Tullius Cicero. Es besteht aus fünf Büchern, in denen sich Cicero mit den Philosophierichtungen des epikureischen Hedonismus, der Stoa und des Peripatos auseinandersetzt und diese dadurch dem römischen Leser vorstellt. Das Leitthema des Werkes ist die Frage nach dem anzustrebenden höchsten Gut. Es entstand im Sommer des Jahres 45 v. Chr. innerhalb von etwa eineinhalb Monaten. Zusammen mit den kurz danach geschriebenen Tusculanae disputationes („Gespräche in Tusculum“) ist De finibus das umfangreichste philosophische Werk Ciceros. Gewidmet ist das Werk Marcus Iunius Brutus.

Inhalt[Bearbeiten]

Erstes und zweites Buch (Liber Primus und Liber Secundus)[Bearbeiten]

In den ersten beiden Büchern setzt sich Cicero mit dem epikureischen Hedonismus auseinander. Dies geschieht in Form eines fiktiven Gesprächs mit zwei Freunden des Brutus auf Ciceros Landgut bei Cumae. Im ersten Buch stellen seine Gesprächspartner die Lehre des Hedonismus dar, bei dem die höchste Lust in Form der Schmerzlosigkeit als höchstes Gut angesehen wird. Im zweiten Buch kritisiert Cicero diese Ansicht, wobei er die hedonistische Definition der Lust angreift und ihre Gleichsetzung mit dem höchsten Gut bezweifelt.

Drittes und viertes Buch (Liber Tertius und Liber Quartus)[Bearbeiten]

In den nächsten beiden Büchern wird die Schule der Stoa abgehandelt. Im dritten Buch stellt Ciceros Gesprächspartner Marcus Porcius Cato die Lehre der Stoa vor, wobei er lateinische Begriffe für die von den Stoikern verwendeten Fachwörter einführt. Als höchstes und einziges Gut der Stoa wird das sittlich Gute vorgestellt. In seiner Gegenrede im vierten Buch bezweifelt Cicero die Herleitung der stoischen Auffassung aus einem angenommenen natürlichen Zustand sowie das Ausschließen anderer Güter durch diese Lehre.

Fünftes Buch (Liber Quintus)[Bearbeiten]

Im letzten Buch stellt Cicero in der Form eines Gesprächs zwischen ihm und mehreren Freunden die Lehre des Peripatos in der von Antiochos von Askalon gelehrten Form vor. Diese sieht im höchsten Gut ein vollkommen glückliches Leben, das sowohl Tugend als auch körperliche und äußere Güter beinhaltet. Zum Ende des Buches wird aber die logische Inkonsequenz dieser Lehre bemängelt, sodass eine abschließende Bewertung über eine beste Schule ausbleibt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: De finibus bonorum et malorum – Quellen und Volltexte (Latein)

Zeno.org: Fünf Bücher über das höchste Gut und Uebel – Volltext (deutsch)