Decathlon (Unternehmen)

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Decathlon SA

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Rechtsform Société Anonyme
Gründung 1976
Sitz Villeneuve d'Ascq, FrankreichFrankreich Frankreich
Mitarbeiterzahl 82.171 (2017)[1]
Umsatz 11 Mrd. Euro (2017)[1]
Branche Sportfachhandel
Website www.decathlon-united.com
Stand: 31. Dezember 2017

Decathlon-Filiale in Istanbul

Decathlon ist ein international tätiger französischer Hersteller und Händler von Sportgeräten und -bekleidung. Das vor allem auf Eigenmarken basierende Sortiment mit mehr als 35.000 verschiedenen Sportartikeln des 1976 gegründeten Unternehmens bietet Ausrüstung und Bekleidung für über 70 Sportarten. Das Unternehmen gilt nach Umsatz und Mitarbeitern als einer der größten Sportartikelhersteller und -händler der Welt. Ende 2018 hatte das Unternehmen 1511 Filialen in 51 Ländern weltweit, davon 80 Filialen in Deutschland. Am Konzern-Campus in Villeneuve-d’Ascq (Nordfrankreich) arbeiten mehr als 530 Ingenieure und 150 Produktdesigner, die jährlich bis zu 2800 Produkte entwickeln und rund 40 Patente einreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michel Leclercq, ein Mitglied der französischen Unternehmerfamilie Mulliez, eröffnete in Englos bei Lille am 27. Juli 1976 sein erstes Sportartikelgeschäft und gründete damit das Unternehmen Decathlon. 1986 begann Decathlon mit der Herstellung von Sportartikeln unter eigenem Namen. Im selben Jahr eröffnete in Dortmund das erste Geschäft außerhalb Frankreichs. Im Jahre 1988 wurde die erste Produktionsstätte in Asien eröffnet. 1996 führte das Unternehmen die ersten beiden Eigenmarken ein: Tribord, eine Wassersportmarke, und Quechua als Marke für Bergsportprodukte. 1999 eröffnete Decathlon die ersten Märkte in den Vereinigten Staaten und in England. Aus den USA zog sich Decathlon wegen des schwierigen Marktumfeldes nach einigen Jahren zurück. Die erste Filiale in Asien eröffnete am 5. November 2003 in Shanghai. 2005 wurde die Decathlon Foundation gegründet und unterstützt seitdem weltweit soziale Projekte. 2009 wurde der Decathlon-Onlineshop eingeführt. Seit 2008 hat der älteste Sohn des Unternehmensgründers Michel Leclercq, Olivier Leclercq, die Leitung inne. Seit 2008 ist Decathlon ein Tochterunternehmen der Oxylane S.A., die zur Association Familiale Mulliez zählt.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die französische Decathlon S.A. wird in Deutschland u. a. durch die Decathlon Sportartikel GmbH & Co. KG in Plochingen vertreten. Von hier aus werden die Filialen, Logistikzentren und der Onlineshop von zehn Abteilungen und insgesamt 130 Mitarbeitern verwaltet.[2] Die Decathlon Deutschland SE & Co. KG ist sowohl für den Onlinehandel über den eigenen Onlineshop als auch den Offlinehandel in den Filialen verantwortlich. Bis zum 12. August 2019 fand der Online- und Offlineverkauf der Sportartikel bei Decathlon Deutschland getrennt unter den beiden Gesellschaften der Decathlon Sportartikel GmbH & Co. KG und Decathlon Sportspezialvertriebs GmbH statt. Die Decathlon Sportspezialvertriebsgesellschaft mbH diente dabei als Vertriebsgesellschaft für die Sportartikel GmbH & Co. KG, welche als Holding und Unternehmenszentrale fungierte. Beide Gesellschaften wurden 2019 zusammengelegt. Die Decathlon S.A. trat zwischen 2008 und 2014 unter dem Namen Oxylane auf. Die Umbenennung kam auf dem französischen Markt nicht gut an, so dass eine Rückkehr zum ursprünglichen Namen stattfand.[3]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit ist Decathlon mit über 1511 Filialen (März 2019) auf dem Markt vertreten (verglichen mit 1065 im Jahr 2016)[4]

Decathlon-Filiale in Neunkirchen

In Deutschland stieg die Filialanzahl im Jahr 2018 von 46 Filialen auf über 65 Filialen an, im Oktober 2019 sind es bereits 81 und 8 angekündigte Neueröffnungen für 2019.[5][6] Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes Schwetzingen hat Decathlon ein Logistikzentrum. In der Schweiz existieren derzeit 16 Filialen. Durch eine Zusammenarbeit mit der Maus Frères Holding sollen künftig alle 23 Athleticum-Filialen in der Schweiz in Decathlon-Filialen umbenannt werden.[7][8]

Eigenmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Passion Brands bezeichnet Decathlon die eigenen Sportmarken. Derzeit gibt es 19 Eigenmarken[9] für über 70 Sportarten. Zu den bekanntesten Passion Brands gehört zum Beispiel die Radsportmarke B’TWIN, die Fahrräder und Fahrradzubehör konzipiert, und die Bergsportmarke Quechua mit Produkten zum Wandern, Campen, Langlauf und Schneeschuhwandern.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Decathlon wird für schlechte Arbeitsbedingungen in der Produktion kritisiert. Decathlon selbst gibt an, Zulieferer würden Sozialstandards einhalten. Tatsächlich aber gibt es Berichte, dass z. B. in der Produktion auf Sri Lanka Zwölfstunden-Schichten üblich sind und die Arbeiterinnen im Krankheitsfall keinerlei Lohnfortzahlung erhalten, obwohl in Sri Lanka gesetzlich vorgeschrieben. Zulieferer bezahlen dort Löhne von bestenfalls 150 Euro pro Monat.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Decathlon Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Decathlon in figures. sustainability.decathlon.com, Stand 31. Dezember 2017, abgerufen am 10. Juni 2019 (englisch).
  2. [1]
  3. Oxylane heißt wieder Decathlon. In: Textilwirtschaft, 30. Oktober 2014
  4. Chiffres clés. Abgerufen am 21. Juli 2016.
  5. Übersicht Filialen. Abgerufen am 4. Oktober 2019.
  6. Übersicht Neueröffnungen. Abgerufen am 4. Oktober 2019.
  7. Athleticum adieu: Decathlon schnappt sich alle Athleticum-Filialen. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  8. Decathlon ersetzt das Athleticum am Dreispitz – bedeutet das die Übernahme? In: bzbasel.ch, 11. Juli 2018, abgerufen am 16. Juli 2018.
  9. Passion Brands. In: decathlon.de. Abgerufen am 20. November 2017.
  10. Karin Finkenzeller: Decathlon: Wer Pech hat, muss hungrig nähen. In: Die Zeit. 5. Dezember 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 31. März 2018]).