Decathlon (Unternehmen)

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Decathlon SA

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Rechtsform Société Anonyme
Gründung 1976
Sitz Villeneuve d'Ascq, FrankreichFrankreich Frankreich
Mitarbeiterzahl

78.000 (2016)

Umsatz 10 Mrd. € (2016)
Branche Sportfachhandel
Website decathlon.de

Decathlon-Filiale in Istanbul

Decathlon ist ein Hersteller und Händler von Sportgeräten und -bekleidung aus Frankreich. Das Sortiment des 1976 gegründeten Unternehmens bietet Ausrüstung und Bekleidung für über 70 Sportarten. Allein mit seinen 19 Eigenmarken[1] – den Passion Brands – vertreibt das Unternehmen mittlerweile mehr als 35.000 Artikel in weltweit über 1000 Filialen in 29 Ländern, 302 davon in Frankreich. In Deutschland ist Decathlon mit über 30 Filialen und 2300 Mitarbeitern vertreten. Mit über 9,1 Mrd. € Umsatz und mehr als 70.000 Mitarbeitern ist Decathlon damit einer der größten Sportartikelhersteller und -vertreiber der Welt.

Das bekannteste Beispiel eines Decathlon-Produkts ist das Wurfzelt 2Seconds, das unter der Eigenmarke Quechua vertrieben wird. Am Konzern-Campus in Villeneuve-d’Ascq (Nordfrankreich) arbeiten mehr als 530 Ingenieure und 150 Produktdesigner, die jährlich bis zu 2800 Produkte entwickeln und rund 40 Patente einreichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michel Leclercq eröffnete in Englos bei Lille am 27. Juli 1976 sein erstes Sportartikelgeschäft und gründete damit das Unternehmen Decathlon. 1986 begann Decathlon mit der Herstellung von Sportartikeln unter eigenem Namen. Im selben Jahr eröffnete in Dortmund das erste Geschäft außerhalb Frankreichs. Im Jahre 1988 wurde die erste Produktionsstätte in Asien eröffnet. 1996 führte das Unternehmen die ersten beiden Eigenmarken ein: Tribord, eine Wassersportmarke, und Quechua als Marke für Bergsportprodukte. 1999 eröffnete Decathlon die ersten Märkte in den Vereinigten Staaten und in England. Aus den USA zog sich Decathlon wegen des schwierigen Marktumfeldes nach einigen Jahren zurück. Die erste Filiale in Asien eröffnete am 5. November 2003 in Shanghai. 2005 wurde die Decathlon Foundation gegründet und unterstützt seitdem weltweit soziale Projekte. 2009 wurde der Decathlon-Onlineshop eingeführt. Seit 2008 hat der älteste Sohn des Firmengründers Michel Leclercq, Olivier Leclercq, die Leitung inne. Seit 2008 ist Decathlon ein Tochterunternehmen der Oxylane S.A., die zur Association Familiale Mulliez zählt.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die französische Decathlon S.A. wird in Deutschland u. a. durch die Decathlon Sportartikel GmbH & Co. KG in Plochingen vertreten. Die Decathlon S.A. trat zwischen 2008 und 2014 unter dem Namen Oxylane auf. Die Umbenennung kam auf dem französischen Markt nicht gut an, so dass eine Rückkehr zum ursprünglichen Namen stattfand.[2]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Decathlon-Filiale in Neunkirchen

2016 existierten 1065 Filialen in 29 Ländern, die meisten in Frankreich (302) und China (169), in Deutschland 36.[3] Seither stieg die Anzahl in Deutschland zum Jahresbeginn 2018 auf insgesamt 46 Filialen, wobei zwei weitere Eröffnungen noch im Frühjahr geplant sind.[4] Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes Schwetzingen hat Decathlon ein Logistikzentrum. In der Schweiz existiert derzeit eine einzige Filiale. Durch eine Zusammenarbeit mit der Maus Frères Holding sollen künftig alle 23 Athleticum-Filialen in Decathlon-Filialen umbenannt werden.[5][6]

Eigenmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Passion Brands bezeichnet Decathlon die eigenen Sportmarken. Derzeit gibt es 19 Eigenmarken[1] für über 70 Sportarten. Zu den bekanntesten Passion Brands gehört zum Beispiel die Radsportmarke B’TWIN, die Fahrräder und Fahrradzubehör konzipiert, oder die Bergsportmarke Quechua mit Produkten zum Wandern, Campen, Langlauf oder Schneeschuhwandern.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Decathlon wird für schlechte Arbeitsbedingungen in der Produktion kritisiert. Decathlon selbst gibt an, Zulieferer würden Sozialstandards einhalten. Tatsächlich aber gibt es Berichte, dass z. B. in der Produktion auf Sri Lanka Zwölfstunden-Schichten üblich sind und die Arbeiterinnen im Krankheitsfall keinerlei Lohnfortzahlung erhalten, obwohl in Sri Lanka gesetzlich vorgeschrieben. Zulieferer bezahlen dort Löhne von bestenfalls 150 Euro pro Monat.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Passion International, Das Interne Magazin Nr. 8/2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Decathlon Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Passion Brands. In: decathlon.de. Abgerufen am 20. November 2017.
  2. Oxylane heisst wieder Decathlon. In: Textilwirtschaft, 30. Oktober 2014
  3. Chiffres clés. Abgerufen am 21. Juli 2016.
  4. Übersicht Filialen. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  5. Athleticum adieu: Decathlon schnappt sich alle Athleticum-Filialen. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  6. Decathlon ersetzt das Athleticum am Dreispitz – bedeutet das die Übernahme? In: bzbasel.ch, 11. Juli 2018, abgerufen am 16. Juli 2018.
  7. Karin Finkenzeller: Decathlon: Wer Pech hat, muss hungrig nähen. In: Die Zeit. 5. Dezember 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 31. März 2018]).