Großer Bischofsweiher

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Großer Bischofsweiher
Dechsendorfer Weiher
Optimisten dechsendorfer weiher.jpg
Segler auf dem Großen Bischofsweiher im Mai 2006
Geographische Lage Bayern, Erlangen
Zuflüsse Röttenbach
Abfluss Giesbethgraben → Forstgraben → Seebach → Main-Donau-Kanal → Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Orte oder Städte am Ufer Dechsendorf
Daten
Koordinaten 49° 37′ 55″ N, 10° 57′ 10″ OKoordinaten: 49° 37′ 55″ N, 10° 57′ 10″ O
Großer Bischofsweiher (Bayern)
Großer Bischofsweiher
Höhe über Meeresspiegel 281 m ü. NN[1]
Fläche 35 ha[2]
Länge 1 km[3]
Breite 440 m[4]
Maximale Tiefe 2,5 m

Besonderheiten

LSG-00340.02

Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MAX-TIEFE

Der Große Bischofsweiher, auch Dechsendorfer Weiher genannt, liegt im Norden des Erlanger Stadtteils Dechsendorf. Der 0,35 Quadratkilometer große Weiher ist Teil eines Naherholungsgebietes und der größte einer ganzen Kette von rund 60 Karpfenweihern. Die Uferlänge des Sees beträgt 3,8 Kilometer.[5]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiher dient im Sommer zum Segeln, Surfen, Tretbootfahren und als Badesee, im Winter zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen. Direkt am Ufer befindet sich ein Campingplatz.

Segelboote auf dem Dechsendorfer Weiher (2012)

Auf der Badegewässerkarte der Stiftung Warentest, in der Zeitschrift test 6/2008, ist der Weiher rot eingetragen; d. h. Grenz- und Richtwerte wurden mehrmals überschritten.[6] Mehrfach wie auch in der Badesaison 2007 gab es ein zeitlich begrenztes Badeverbot. In den Folgejahren traten wiederholt Probleme mit übermäßiger Algenentwicklung (Eutrophierung) auf.

Als Ursache der jahrelangen schlechten Wasserqualität wurde der Zulauf aus dem Röttenbach angesehen. In diesem wird das geklärte Wasser aus den Ortschaften Röttenbach und Hemhofen zugeleitet. Als Abhilfemaßnahme wird in gemeinschaftlicher Aktion der Bau eines Umlaufgrabens, wie er am oberen Kleinen Bischofsweiher bereits besteht, auch um den Großen Bischofsweiher angeregt. Im Februar 2014 begannen die Baumaßnahmen, um dort einen renaturierten Röttenbachumlauf herzustellen, der 2016 abgeschlossen wurde.

Obwohl das Wasser der Kläranlage Röttenbach den Werten, die vom Wasserwirtschaftsamt bis 2010 vorgegeben sind, (Starkregenereignisse ausgeschlossen) entspricht, ergibt sich durch ein sehr ungünstiges Mischungsverhältnis von Nitrat und Phosphat die schlechte Wasserqualität. Das Wasser des Röttenbaches durchfließt vor dem Großen Bischofsweiher zunächst zu 1/3 den oberen Kleinen Bischofsweiher, der biologisch intakt ist; anschließend fließt es durch mehrere Schilfweiher und mündet erst dann in den Großen Bischofsweiher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Umfeld des Großen Bischofsweihers befinden sich Begräbnisplätze vorgeschichtlicher Zeit mit Grabhügeln aus der Hallstattzeit und Nachbestattungen der Latènezeit.[7]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1504 wurde der Große Bischofsweiher vom Baiersdorfer Amtmann an den Bischof von Bamberg verkauft. Der Name des Karpfenweihers weist auf den mittelalterlichen Verkauf hin. Die Bamberger Bischöfe gliederten das Gewässer in ihren umfangreichen Weiherbesitz ein. Ein Seemeister wurde zur Bewirtschaftung des Weihers eingesetzt. Im Auebereich des Röttenbach wurden 1572 sumpfige Bereiche entwässert.[8]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 wird alljährlich am Ufer die Open-Air-Veranstaltung Klassik am See durchgeführt. 2015 fand erstmals die Veranstaltung Jazz am See statt.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Große Bischofsweiher sowie die südlich und westlich angrenzenden Landschaftsräume sind als Landschaftsschutzgebiet Dechsendorfer Weihergebiet mit einer Größe von 170 Hektar ausgewiesen.[9]
  • Der benachbarte Kleine Bischofsweiher und die nördlichen Uferzonen des Großen Bischofsweiher sind als Europäisches Vogelschutzgebiet Aischgrund an die EU-Kommission gemeldet.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Höheneintrag im See auf dem BayernAtlas. Siehe den Kartenausschnitt bei den Weblinks.
  2. Stadt Erlangen, Badegewässerprofil
  3. Abgemessen auf dem BayernAtlas. Siehe den Kartenausschnitt bei den Weblinks.
  4. Abgemessen auf dem BayernAtlas. Siehe den Kartenausschnitt bei den Weblinks.
  5. Dechsendorfer Weiher. Stadt Erlangen, Sportamt, abgerufen am 7. April 2018.
  6. Badegewässer-Karte der Stiftung Warentest test 6/2008
  7. Denkmalliste: Regierungsbezirk Mittelfranken Erlangen-Höchstadt Höchstadt a.d.Aisch. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 31. Januar 2018, abgerufen am 2. April 2018 (Suaheli).
  8. Erich Meidel: Wende des Jahres. Frankenbund e.V., abgerufen am 2. April 2018.
  9. Grüne Liste der Landschaftsschutzgebiete in Mittelfranken. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 15. Juli 2016, abgerufen am 15. August 2018.
  10. Der BayernAtlas – der Kartenviewer des Freistaates Bayern mit Karten, Luftbildern und vielfältigen Themenkarten. Bayerische Vermessungsverwaltung, abgerufen am 15. August 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]