Declaration of Sentiments

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Declaration of Sentiments oder Declaration of Rights and Sentiments ist ein anlässlich der 1848 in Seneca Falls abgehaltenen Seneca Falls Convention von 68 Frauen und 32 Männern unterzeichnetes Manifest, das den gleichen sozialen Status und gleiche Rechte für Frauen fordert, darunter auch das Wahlrecht. Die Seneca Falls Convention und die Declaration of Sentiments markieren den Beginn der modernen Frauenbewegung in den Vereinigten Staaten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konvention fand in Seneca Falls unweit New York statt und wurde unter anderem von Elizabeth Cady Stanton, Lucretia Mott und Martha Coffin Wright organisiert. Geschrieben wurde die Declaration of Sentiments hauptsächlich von Elizabeth Cady Stanton, wobei sie sich an die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten anlehnte und diese paraphrasierte.[2] Stanton sah in der Frauenbewegung Parallelen mit dem Kampf der amerikanischen Gründerväter um die Unabhängigkeit der USA.[3]

Das Manifest enthält aufbauend auf den Unrechtserfahrungen der nordamerikanischen Frauen eine Liste von 18 Ungerechtigkeiten in Bezug auf die Frau. Sie beinhalten die Unterdrückung, das Fehlen von Wahlrechten sowie die mangelnde wirtschaftliche Freiheit und Bildungsmöglichkeiten.

Die Declaration of Sentiments ist aufgebaut auf einem eröffnenden Paragraph, der sich mit der Gleichheit von Mann und Frau beschäftigt und die Tyrannei über die Frau in der Vergangenheit erläutert, die verschiedenen Ungerechtigkeiten, mit denen die Frau behandelt wurde: „Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Wiederholung von Beeinträchtigungen und widerrechtlichen Aneignungen von Seiten der Männer gegenüber den Frauen.“ Im Schlusswort der Declaration wird darauf bestanden, Frauen alle Rechte und Privilegien einzuräumen, die ihnen als Bürger der Vereinigten Staaten zustehen.

Beispiele der Ungerechtigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Er hat der Frau nicht erlaubt, ihr Wahlrecht auszuüben.
  2. Er hat der Frau ihr Recht auf Eigentum und Lohn genommen.
  3. Er hat sie gezwungen, ihm, im Rahmen der Ehe, Gehorsam zu versprechen.
  4. Er hat das Recht sie der Freiheit zu berauben und zu bestrafen.[4]

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zeitgenössische Medien-Echo der Declaration of Sentiments und das öffentliche Aufsehen, das die Seneca Falls Convention, auf der die Erklärung vorbereitet und unterschrieben wurde, erregte, waren beträchtlich. Die Presse berichtete landesweit, teilweise verständnisvoll und druckte Teile der Erklärung ab, während andere Zeitungen insbesondere auf die Forderung nach politischen Rechten mit üblichem Spott und Hohn reagierten.[2]

Nach Veröffentlichung der Declaration gab es viele Auseinandersetzungen, da die traditionellen Rollen von Mann und Frau sehr strikt waren. Auch gab es Bedenken, die Declaration könnte die Frauenbewegung, bei der Abstinenz und weibliche Eigentumsrechte eine große Rolle spielten, aufgrund von anziehender öffentlicher Aufmerksamkeit und Unterstützung, behindern. Letztlich war die Declaration „kennzeichnend für den selbstbewussten und rechtspragmatischen Ausgangspunkt der US-amerikanischen Frauenbewegung.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Declaration of Sentiments – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Kazin, Rebecca Edwards, Adam Rothman (Hrsg.): The Concise Princeton Encyclopedia of American Political History. Princeton University Press, 2010, ISBN 978-0-691-12971-6, S. 146.
  2. a b Ute Gerhard: Frauenbewegung und Feminismus: Eine Geschichte seit 1789. C.H. Beck, München 2009, S. 47.
  3. Declaration of Sentiments. auf der Webseite der Encyclopaedia Britannica. abgerufen am 8. Oktober 2014.
  4. Eigene Übersetzung von Beispielen aus: Declaration of Sentiments. Woman' Rights. National History Park, New York
  5. Ute Gerhard: Menschenrechte - Frauenrechte - Unrechtserfahrungen von Frauen. In: Hans-Richard Reuter (Hrsg.): Ethik der Menschenrechte. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, S. 225.