Dede (Titel)

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Dede (türkisch für Großvater, Vorfahre, Urahn) ist eine an führende Personen von Derwisch-Gemeinschaften vergebene Ehrenbezeichnung. Alternativen sind ata (Vorfahre) und baba (Vater).[1][2]

Historisch belegt ist der Begriff in frühen Quellen wie der „Sammlung der Dialekte der Türken“ (diwān lughāt at-turk) von Kaşgari[1][3] und in späteren türkischen Rhapsodien wie den Dede Korkut-Geschichten. Dede Korkut wird in diesen Geschichten auch Korkut Ata genannt. Dede kann vor oder nach dem Namen einer Person stehen. Nach dem Namen der Person wird der Titel v.a. bei Mevlevi-Derwischen geführt. Vor dem Namen kam der Titel mehrmals in Anatolien vor, z. B. auf einer Stiftungsurkunde des Fürstentums der Germiyanoğulları.[4]

Auch wurde Dede als respektvoller Titel für als heilig geltende Wundertäter in Istanbul und Anatolien benutzt, z.B. in den Reiseberichten des Evliya Çelebi[5]. Dede wurde als Dada, Plural: Dadagan ins Persische entlehnt. In safawidischer Terminologie bezeichnete dada die kleinen Gruppen, die die Murshids beaufsichtigten. Die Safawiden waren ursprünglich im 14. Jahrhundert ein Tariqa (mystischer Orden).[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Franz Taeschner in Encyclopaedia of Islam, Artikel Dede
  2. TDK-Wörterbuch
  3. C. Brockelmann Mitteltürkischer Wortschatz, Budapest/Leipzig 1928
  4. İsmail Hakkı Uzunçarşılı Osmanlı Teşkilâtına Methal, S. 173
  5. Taeschner verweist auf Evliya Çelebi Travels, Übersetzung von Hammer

Literatur[Bearbeiten]