DeepDream

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DeepDream ist eine Erkennungssoftware von Google, die auf dem Prinzip eines künstlichen neuronalen Netzes basiert. DeepDream wird verwendet, um automatisiert Muster in Bildern zu erkennen und die Bilder so zu klassifizieren. Die Software identifiziert beispielsweise ein bestimmtes Muster als Hund und legt das Bild unter der Kategorie „Hunde“ ab.[1] Damit dies funktioniert, muss das künstliche neuronale Netz zuvor trainiert werden, indem ihm Millionen von Bildern von Hunden gezeigt werden.[2]

Werden dem Algorithmus des Netzwerkes in einem Umkehrprozess Bilder vorgelegt, auf denen zwar kein Hund zu sehen ist, aber mit dem Hinweis, dass ein Hund darauf abgebildet ist, so beginnt die Software die Bilder so zu verändern, dass aus vorhandenen Mustern ein Hund generiert wird. Und zwar einen Hund, wie er in der Vorstellung des neuronalen Netzes aussieht.[3]

Dieser Prozess wird in den Medien gerne etwas ef­fekt­ha­sche­risch „das Träumen eines Computers“ genannt.[4][5]

Nutzung zur Erzeugung von Computerkunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Google den Quellcode von DeepDream als Open Source veröffentlicht hatte,[6] entstanden diverse Generatoren, mit denen der Nutzer Bilder künstlerisch verfremden kann.[7] Die oft zitierte Ähnlichkeit der so kreierten Bilder zu LSD- und Psilocybin-induzierten Halluzinationen deutet auf eine funktionelle Ähnlichkeit zwischen künstlichen neuronalen Netzwerken und bestimmten Schichten der visuellen Kortex des Menschen hin.[8]

Die Geschichte von DeepDream[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundlage für die Entwicklung der DeepDream-Engine ist der große Fortschritt der neuronalen Netzwerke bei der Erkennung von graphischen und sprachlichen Mustern. Google rief dann das Programm Inceptionism ins Leben, um zu erfahren, wie man diese Fähigkeit der Mustererkennung ausbauen und verbessern kann.[9] Daraus entstand die Software DeepDream,[10] die Google im Sommer 2015 der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Der praktische Nutzen der Bilder-Generierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Möglichkeit, mithilfe des neuronalen Netzes Bilder zu generieren, wurde ursprünglich nicht benutzt, um Computerkunst zu erschaffen. Die Entwickler wollten erforschen, ob die Software eine korrekte Vorstellung von einem Begriff entwickelt hat. Vereinfacht dargestelltes Beispiel: Die Erkennungssoftware wurde ausschließlich mit Bildern gefüttert, die Hunde mit Halsband zeigen. Das künstliche neuronale Netz hinter der Engine würde in diesem Fall zwangsläufig davon ausgehen, dass ein Halsband ein unabdingbarer Teil eines Hundes ist und würde ihn daher auch immer so darstellen.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sueddeutsche.de/kultur/kunst-von-computern-wenn-google-in-die-wolken-starrt-1.2559161
  2. https://research.googleblog.com/2015/06/inceptionism-going-deeper-into-neural.html
  3. https://research.googleblog.com/2015/06/inceptionism-going-deeper-into-neural.html
  4. https://www.welt.de/kultur/article144267349/So-sieht-es-aus-wenn-Computer-traeumen.html
  5. https://www.theguardian.com/technology/2015/jun/18/google-image-recognition-neural-network-androids-dream-electric-sheep
  6. https://github.com/google/deepdream
  7. http://www.chip.de/news/Traumbilder-von-Google-Deep-Dream-Engine-einfach-kostenlos-testen_81893915.html
  8. Adrienne LaFrance: If You Give a Robot Acid. In: The Atlantic. (theatlantic.com [abgerufen am 11. April 2017]).
  9. https://research.googleblog.com/2015/06/inceptionism-going-deeper-into-neural.html
  10. https://web.archive.org/web/20150708233542/http://googleresearch.blogspot.co.uk/2015/07/deepdream-code-example-for-visualizing.html
  11. https://research.googleblog.com/2015/06/inceptionism-going-deeper-into-neural.html