Deftones

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deftones
aktuelles Logo der Deftones

aktuelles Logo der Deftones
Deftones live in der Brixton Academy 2007
Deftones live in der Brixton Academy 2007
Allgemeine Informationen
Genre(s) Alternative Rock, Alternative Metal, Nu Metal
Gründung 1988
Website http://www.deftones.com/
Gründungsmitglieder
Camillo „Chino“ Wong Moreno
Gitarre
Stephen Carpenter
Dominic Garcia
Abe Cunningham
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Camillo „Chino“ Wong Moreno
Gitarre
Stephen Carpenter
Bass
Sergio Vega (seit 2008)
Schlagzeug
Abe Cunningham
Frank Delgado (offiziell seit 2000)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
John Taylor
Bass
Dominic Garcia
Bass
Chi Ling Dai Cheng († 2013)

Deftones-logo.svg
früheres Logo der Deftones

Deftones ist eine Band aus Sacramento (Kalifornien, USA), die 1988 gegründet wurde. Sie gilt als Mitbegründer des Nu Metal, distanzierte sich von diesem Genre im Laufe ihrer Karriere jedoch zunehmend.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge und erster Plattenvertrag (1988–1995)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den späten Achtzigern lernten sich Chino Moreno, Abe Cunningham und Stephen Carpenter in der Schule kennen und verbrachten beim Skateboarden Zeit miteinander. Bald begannen sie auch zusammen in Carpenters Garage Musik zu machen und gründeten schließlich mit dem damaligen Bassisten Dominic Garcia die Deftones. Als Abe Cunningham und Dominic Garcia in einer anderen Band spielten, kam es bei den Deftones zu einer kleinen Pause. Später wurden sie durch den Schlagzeuger John Taylor und durch den Bassisten Chi Cheng ersetzt. Nach einiger Zeit verließ John Taylor die Band und Abe Cunningham wurde wieder Schlagzeuger. In dieser Besetzung fingen die Deftones 1989 an, ihre Musik in die Öffentlichkeit zu bringen und sich in Sacramento und Umgebung einen Namen zu machen.

Erst einigen Jahren voller Nebenjobs, vielen Auftritten (u.a. mit Korn) und Demotapeaufnahmen verschaffte Madonna den Deftones 1995 einen Plattenvertrag bei ihrem Label Maverick.[1] Zwar hatten die Deftones schon häufiger Angebote von kleineren Plattenfirmen bekommen, aber dafür hatten sie einen zu großen Anspruch an sich selbst.

Kommerzieller Durchbruch und White Pony (1995–2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1995 wurde dann ihr erstes Album Adrenaline veröffentlicht, das sie in kürzester Zeit aufgenommen hatten. Darauf finden sich auch einige Titel, die sie schon seit Jahren live aufgeführt hatten. Zwar blieb zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der durchschlagende Erfolg aus, durch konstante Promotion konnten sie bis 1997 dennoch über 200.000 Exemplare ihres Debüts absetzen.[2] Durch ihr zweites Album Around the Fur (1997) erhielten sie Ansehen von einem größeren Publikum und Kritikern, nicht zuletzt dank massiven Airplays der Singles My Own Summer (Shove It) und Be Quiet and Drive (Far Away) bei MTV. Zu jenem Zeitpunkt wurden die Deftones zu einem Aushängeschild der Nu-Metal-Szene.

Drei Jahre nach Around the Fur veröffentlichte Deftones ihr den Nachfolger White Pony. Das Album markiert gegenüber dem Vorgänger einen deutlichen Stilbruch, den die Band auch deshalb forcierte, um sich von der Einordnung als Nu-Metal-Band zu distanzieren. Obwohl das Album experimenteller und düsterer daherkam, gilt es als ihr bisher erfolgreichstes Album. Für den Song Elite erhielten die Deftones 2001 einen Grammy Award for Best Metal Performance. Auf White Pony befindet sich ein gemeinsames Lied („Passenger“) mit Maynard James Keenan (Tool, A Perfect Circle). Erst seit diesem Album ist Frank Delgado offizielles Mitglied, doch er hat schon an den beiden Alben zuvor im Hintergrund mitgearbeitet.

Interne Spannungen (2001–2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu dieser Zeit intensivierten sich die Spannungen zwischen den Bandmitgliedern, insbesondere zwischen Gitarrist Carpenter und Sänger Moreno, der auf White Pony erstmals auch selbst Gitarre spielte. Während die kreativen Spannungen laut Moreno auf White Pony die Musik positiv beeinflussten, wurden sie beim Entstehungsprozess des vierten Albums Deftones (2003) zunehmend zum Hindernis, sodass sich die Veröffentlichung stark verspätete.[3] Die Band wurde wegen verpasster Fristen vom Label gebüßt.

Im Oktober 2005 wurde B-sides and Rarities veröffentlicht. Auf diesem Tonträger finden sich u. a. Coverversionen von The Cure, Duran Duran, The Smiths, Jawbox und Lynyrd Skynyrd sowie Kollaborationen mit Jonah Matranga (Far, Gratitude) und B-Real von Cypress Hill.

Am 27. Oktober 2006 erschien das neue Album Saturday Night Wrist. Gastmusiker sind Serj Tankian (System of a Down) und Annie Hardy (Giant Drag). Die erste Single, „Hole in the Earth“, erschien am 5. September 2006. Die internen Spannungen intensivierten im Vorfeld dieses Albums. Die Bandmitglieder sprachen kaum noch miteinander und nahmen ihre jeweiligen Parts separat auf. Dass die Deftones insgesamt sechs verschiedene Studios aufsuchten und zwei verschiedene Produzenten beteiligt waren, trug zusätzlich dazu bei, dass Saturday Night Wrist aus Einzelteilen zusammengesetzt werden musste.[4] Als Moreno 2005 inmitten des Entstehungsprozesses die Band verließ, um mit Team Sleep zu touren, wurde auch der Ausschluss Morenos oder die Bandauflösung in Betracht gezogen. Trotz aller Schwierigkeiten im Vorfeld wurde Saturday Night Wrist von der Fachpresse gut aufgenommen.

Chengs Unfall und Fortsetzung mit Vega (2007–heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. November 2008 wurde Chi Cheng bei einem Autounfall schwer verletzt und lag seitdem im Koma, im Mai 2009 konnte er allerdings aus der Intensivstation verlegt werden und war unabhängig von lebenserhaltenden Maßnahmen. Zur Zeit des Unfalls arbeiteten die Deftones an einem Album, das vorläufig mit Eros betitelt wurde. Nach dem Unfall unterbrach die Band vorerst das Songwriting. Am 5. Februar 2009 gaben die Deftones bekannt, dass Cheng vorerst durch Sergio Vega (ehemals Quicksand), einen Freund der Band, vertreten wird. Dieser hatte schon einmal 1999 mit Chengs Einverständnis ausgeholfen. Die Band beschloss, mit Vega die Band fortzuführen – inzwischen ist er fester Bestandteil der Band – und begann neues Material zu schreiben. Das weit fortgeschrittene Album Eros wurde hingegen bis auf weiteres auf Eis gelegt; seither gab es unterschiedliche Absichtserklärungen bezüglich einer möglichen Fertigstellung.

Am 30. April 2010 erschien das sechste Studioalbum Diamond Eyes, welches sehr erfolgreich war. Es erreichte in Deutschland Platz 8 der Albumcharts. Insgesamt wurden fünf Songs als Single veröffentlicht (Rocket Skates, Diamond Eyes, Sextape, You’ve Seen the Butcher und Beauty School). Es folgte eine ausgedehnte Tour, die auch in Deutschland in vielen Städten halt machte. Darüber hinaus wurden Festivals, wie z.B. das Hurricane Festival und das Southside Festival bespielt.

Nach der Tour gönnte sich die Band eine kurze Pause und die Bandmitglieder gingen ihren Nebenprojekten nach.

Im Juli 2012 wurden erstmals Songs vom siebten Studioalbum der Band live gespielt (Rosemary und Roller Derby, später umbenannt in Poltergeist). Nach der Vorabveröffentlichung der Songs Leathers und Tempest im Oktober erschien das Album Koi No Yokan dann im November 2012 und wurde sowohl von amerikanischen wie auch deutschen Kritikern sehr positiv aufgenommen.

Nachdem die Berichterstattung rund um Chi Cheng nach seinem langsamen Erwachen im Jahr 2012 nach vier Jahren im Koma immer mehr Hoffnungen auf eine vollständige Genesung machte, verstarb Chi am 13. April 2013 in Folge eines plötzlichen Herzversagens.

Nach einer erneuten Phase von Arbeiten an Nebenprojekten erschien am 8. April 2016 das achte Studioalbum Gore, das in etlichen Ländern in den Top Ten der Charts klassiert wurde und die bisherigen Bestmarken der Alben White Pony und Deftones übertraf.

Nebenprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deftones arbeiteten auch an einigen Nebenprojekten. So ist Chino Moreno an dem Projekt Team Sleep beteiligt. Außerdem gründete er mit seinem alten Freund sowie Gitarristen der Band Far, Shaun Lopez, die Band ††† (Crosses). Die Band hat zwei EPs veröffentlicht und eine kleine Tour entlang der Westküste der USA und Südamerika gespielt. Zudem spielt er mit drei ehemaligen Mitgliedern von Isis in der Band Palms.[5] Seit 2016 ist Moreno auch Teil der neuen Supergruppe Saudade mit Dr. Know (Bad Brains), John Medeski (Medeski, Martin & Wood), Chuck Doom (Team Sleep, Crosses) und Macky Jayson (Cro-Mags, Bad Brains). Abe Cunningham ist Teil des Projektes Phallucy, Stephen Carpenter spielt in Kush und Sol Invicto. Chi Cheng nahm für gute Zwecke CDs mit eigenen Gedichten auf.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Deftones/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1995 Adrenaline Gold Platin Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1995
1997 Around the Fur 56 Gold
(1 Wo.)
29 Platin
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 1997
2000 White Pony 11
(11 Wo.)
39
(8 Wo.)
68
(4 Wo.)
13 Gold
(3 Wo.)
3 Platin
(38 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Juni 2000
2003 Deftones 8
(5 Wo.)
20
(6 Wo.)
19
(7 Wo.)
7 Silber
(4 Wo.)
2 Gold
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Mai 2003
2006 Saturday Night Wrist 24
(2 Wo.)
18
(3 Wo.)
31
(4 Wo.)
33
(1 Wo.)
10
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2006
2010 Diamond Eyes 8
(3 Wo.)
13
(4 Wo.)
11
(4 Wo.)
26
(2 Wo.)
6
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Mai 2010
2012 Koi No Yokan 17
(2 Wo.)
25
(1 Wo.)
22
(2 Wo.)
30
(2 Wo.)
11
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. November 2012
2016 Gore 7
(2 Wo.)
7
(2 Wo.)
10
(3 Wo.)
5
(2 Wo.)
2
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. April 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deftones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview von Moshcam
  2. Allmusic: Biographie
  3. Deftones – How White Pony almost killes us rocksound.tv
  4. It was making us suck metalsucks.net
  5. Visions 244 S. 87
  6. Chartquellen: DE AT CH UK US