Deg Xinag

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Die Deg Xit'an (phonetisch korrektere Schreibweise) oder Deg Hit'an („Einheimische“, „Locals“, „Bewohner eines Gebiets“) (auch: Deg Xinag, Deg Hitan, Degexit'an), sind eine indianische Stammesgruppe entlang des Anvik River, des Innoko River, des Lower Yukon River sowie des Middle Kuskokwim River im Interior Alaska. Sprachlich sowie kulturell zählen sie zu den Alaska Athabasken oder Alaska Dene. Oftmals wurden sie auch fälschlich als Kaiyuhkhotana bezeichnet (dies ist jedoch eine Untergruppe der Koyukon).

Den zumeist in älteren Quellen sowie der Fachliteratur gebräuchlichen Namen Ingalik (auch: Ingalit, Inkaliten, Inkality) empfinden die Deg Xit'an als Kränkung und wird von ihnen als beleidigend abgelehnt. Dies ist nicht weiter verwunderlich, leitet er sich doch aus der Sprache der Yup'ik Eskimo ab, die mit Ingqiliq („Jene, die Eier von Läusen haben“, „Jene, die verlaust sind“) kollektiv alle Athabasken und später alle Indianer bezeichneten.

Sprache[Bearbeiten]

Deg Xinag
gesprochen in: USA
Region: Alaska
Gesamtzahl: weniger als 40
Linguistische Klassifikation: Na-Dené
  Athapaskisch-Eyak
   Athapaskisch
    Nördlich
      Deg Xinag
Sprachcodes
ISO 639-1/-2 -
SIL ing

Ihre Sprache, das Deg Xinag (auch bekannt als Deg Hit'an, Kaiyuhkhotana, Ingalik) („Sprache der Einheimischen“) gehört zu den Nördlichen Athabaskischen Sprachen, sie gehört jedoch zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen.

Es gibt zwei Dialekte:

  • Yukon Dialekt (Yukon Deg Xinag, Yukon Ingalik) wird traditionell in den Dörfern (Anvik, Shageluk and Holy Cross) entlang des Lower Yukon River gesprochen, jedoch gibt es seit 2009 keine in Anvik und Holy Cross lebenden Sprecher mehr.
  • Kuskokwim Dialekt (Kuskokwim Deg Xinag, Kuskokwim Ingalik) wird traditionell in den Siedlungen entlang des Middle Kuskokwim River gesprochen.

Geschichte[Bearbeiten]

Da die Deg Xit'an in älterer Literatur nach ihren Siedlungen bzw. den Flüssen auch als Anvik-Shageluk Ingalik, Kuskokwim Ingalik oder Yukon Ingalik bezeichnet wurden, kam es auch zu Verwechslungen mit benachbarten athabaskischen Völkern. Die nordöstlich von ihnen lebenden Upper Kuskokwim (Digenegh xit'an - „Volk entlang des mit viel Holz gesäumten Flusses“ genannt) wurden oftmals fälschlich McGrath Ingalik genannt und somit als eine Gruppe der Deg Xitan betrachtet; jedoch stehen sie sprachlich als auch kulturell den Tanana/Lower Tanana der Tanana Athabasken näher als den Deg Xit'an (Ingalik). Andererseits wurden die nordwestlich lebenden Holikachuk fälschlich oftmals mit den Koyukon zusammengefasst, obwohl sie sprachlich und kulturell den Deg Hit'an am nächsten stehen.

Zusammen mit den sprachlich-kulturell ihnen besonders nahe stehenden Holikachuk (Doogh Hit’an) und Koyukon (Nedz xit'an genannt) nutzten sie Hundeschlitten als Transportmittel, vermutlich hatten sie diese Technik von den Iñupiat oder Yupik Eskimo (Dodz xit'an - „flussabwärts lebendes Volk“ bzw. Novogh xit'an - „Küsten-Volk“ genannt)[1] gelernt, von denen sie manch weitere Kulturtechnik übernahmen. Den anderen athabaskischen Völkern waren die Hundeschlitten unbekannt, daher nutzten sie bei ihren langen Fußwanderungen die Hunde nur zur Jagd, zum Schutz ihrer Lager sowie als Packtiere. Die Deg Xit'an nutzen altbekannte Handelspfade - wie z.B. den bekannten Iditarod Trail - um benachbarte Stämme (z. B. Dena'ina, Holikachuk, Upper Kuskokwim sowie Inupiaq und Yupik Eskimo) zu besuchen, um mittels Handel Freundschaften zu pflegen oder Kriege zu beenden oder mittels Heiraten Allianzen neu zuschließen oder zu festigen.

Heutige Stämme / Native Alaska Villages[Bearbeiten]

Die Deg Hit'an leben heute im Yukon-Koyukuk Census Area, dessen Bevölkerungsdichte die niedrigste in den gesamten USA ist, und sind heute in drei sog. federally recognized (auf Bundesebene anerkannte) Alaska Native tribal entities (Stämmen) oder Alaska Villages organisiert. Ähnlich den kanadischen Inuit und First Nations, die als eigene Völker anerkannt sind, werden die indigenen Völker Alaskas in einigen rechtlichen Bereichen anders behandelt als die federally recognized tribes (Stämme) der Indianer im Rest der USA. Zudem sind sie ebenfalls Mitglied der Tanana Chiefs Conference (TCC), eines regionalen Zusammenschlusses aller Alaska Athabasken (mit Ausnahme der Ahtna und Dena'ina).

  • Anvik Village (Gitr'ingithchagg - „Long skinny river mouth“), liegt westlich des Yukon River an der Mündung des Anvik River, 55 km nördlich von Holy Cross, lt. 2012 Alaska Department of Labor Estimate: 85 Bewohner, die Subsistenzwirtschaft betreiben, eigene Gärten pflegen und viele der ansässigen Familien verlassen Anvik im Sommer, um in extra errichten Fischcamps dem Fischfang nachzugehen.
  • Shageluk Native Village (Łeggi Jitno'), liegt am Ostufer des Innoko River (einem Nebenfluss des Yukon River), ca. 32 km östlich von Anvik und 55 km nordöstlich von Holy Cross, lt. 2012 Alaska Department of Labor Estimate: 69 Bewohner, die größtenteils von der Subsistenzwirtschaft leben.
  • Holy Cross Village (Deloy Chet - „Up against the mountain“) liegt am rechten Ufer des Ghost Creek Slough vom Yukon River, 64 km nordwestlich von Aniak und 666 km südwestlich von Fairbanks, lt. 2012 Alaska Department of Labor Estimate: 181 Bewohner einschließlich Yupik Eskimo[2], die meisten betreiben Subsistenzwirtschaft und Fischfang.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alaska Native Knowledge Network - Alaska Native Languages - Deg Xinag Learners' Dictionary
  2. Iditarod Area School District
  3. Tanana Chiefs Conference - Communities in Our Region