Degeto Film

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Degeto Film

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Rechtsform GmbH
Gründung 1928
Sitz Frankfurt am Main, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl

89 (2016)[2]

Umsatz 14,8 Millionen Euro (2016)[2]
Branche Unterhaltungsindustrie
Website www.degeto.de

Die Degeto Film GmbH (kurz Degeto, auch ARD Degeto; Kunstwort aus Deutsche Gesellschaft für Ton und Film) ist die gemeinsame Filmeinkaufsorganisation der ARD. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main auf einem Nebengelände des hr und beschäftigt 89 Mitarbeiter. Ihre Gesellschafter sind die Landesrundfunkanstalten der ARD bzw. deren Werbetöchter.

Aufsichtsratsvorsitzender[3] ist seit 2018 der NDR-Intendant Lutz Marmor, den Vorsitz der Gesellschafterversammlung führt Ulrich Wilhelm seit 2012.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1928 als Deutsche Gesellschaft für Ton und Film e.V. gegründet und produzierte und vertrieb in den 1930er und 1940er Jahren Propagandafilme für die Reichsregierung Hitlers.[4] Es firmierte seit 1937 als Degeto–Kulturfilm G.m.b.H., ab 1942 als Degeto Film GmbH. Nach der Reaktivierung 1952 durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Hessischen Rundfunk war das Unternehmen ab 1954 zunächst im Besitz der Werbung im Rundfunk GmbH, einem Tochterunternehmen des hr, und wurde 1959 von den ARD-Anstalten gemeinschaftlich übernommen.[5]

Die Degeto erwirbt für ihre Gesellschafter Lizenzen an Fernsehsendungen aller Art, insbesondere Spielfilmen und Serien. Dazu werden auch Sendungen kofinanziert, Produktionsbeteiligungen geleistet, Eigenproduktionen hergestellt und Synchronisationen ausländischer Produktionen in Auftrag gegeben. Hierfür steht der Degeto von ihren Gesellschaftern ein jährliches Budget von zurzeit (Stand 2017) rund 400 Millionen Euro zur Verfügung.[6]

Die Degeto war Vertragspartner und Auftraggeber für die Produktion der Sendungen Harald Schmidt ab 2004 im Ersten und Gottschalk Live im Jahr 2012.[7]

Seit Juli 2012 ist die Juristin Christine Strobl Leiterin der Degeto Film.[8] Frühere Geschäftsführer waren Bettina Reitz (Mai 2011 bis Mai 2012), Hans-Wolfgang Jurgan (Juli 2001 bis November 2011), Jörn Klamroth (Mai 2002 bis März 2011), Klaus Lackschéwitz (Juli 1994 bis Dezember 1999),[9] Peter T. Heimes (Juli 1988 bis September 1994)[10] und Hans-Joachim Wack (1954 bis Dezember 1988)[11].

Das Betriebsergebnis des Unternehmens in den zurückliegenden Geschäftsjahren betrug in[2][12]

  • 2011: 242.539 Euro Gewinn
  • 2012: 765.506 Euro Verlust
  • 2013: 1.249.074 Euro Gewinn
  • 2014: 748.748 Euro Verlust
  • 2015: 161.896 Euro Verlust
  • 2016: 1.264.055 Euro Gewinn

Produktionen mit Degeto-Beteiligung (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Jahr
14 Tage lebenslänglich 1997
Agathe kann’s nicht lassen 2005–2007
Alles Verbrecher – Eiskalte Liebe 2014
Alles was recht ist 2008
Aufbruch ins Ungewisse 2017
Babylon Berlin 2017
Berlin 36 2009
Berlin, Berlin 2002
Bis nichts mehr bleibt 2010
Die Bräuteschule 1958 2007
Buddenbrooks 2008
Cloud Atlas 2012
Das Ende ist mein Anfang 2010
Das Haus der Lerchen 2007
Das Traumhotel 2003–2014
Das Verschwinden 2017
Der Baader Meinhof Komplex 2008
Der Besuch der alten Dame 2008
Der Medicus 2013
Der Tote aus Nordermoor 2006
Der Untergang 2004
Der Wunschbaum 2004
Deutschland privat – Im Land der bunten Träume 2007
Die Alpenklinik 2005–2010
Die Bartholomäusnacht 1994
Die Flucht 2007
Die göttliche Sophie 2009
Die kommenden Tage 2010
Die Landärztin 2005–2013
Die Päpstin 2009
Donna Leon 2000–
Familie Sonnenfeld 2005–2009
Gier 2010
Haltet die Welt an 2010
Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende 2004
Henri 4 2010
Ich trag dich bis ans Ende der Welt 2010
Im Angesicht des Verbrechens 2010
In aller Freundschaft 1998
Klimt 2006
Klinik unter Palmen 1996–2003
Kommissar LaBréa 2009–2010
Käpt’n Blaubär – Der Film 1999
Land and Freedom 1995
Liebe am Fjord – Das Meer der Frauen 2011
Manderlay 2005
Mankells Wallander 2005–2013
Mein Sohn Helen 2015
Mein Weg zu Dir 2003
Mord in bester Gesellschaft 2007–2013
Mord mit Aussicht 2007–2014
Mr. Nobody 2009
Pfarrer Braun 2003–2013
Pik & Amadeus – Freunde wider Willen 2006
Plötzlich Opa 2006
Polizeiruf 110 (einige Folgen)
Rumpelstilzchen 2009
Russisch Roulette 2012
Schicksalstage in Bangkok 2009
Schiller 2005
So ein Schlamassel 2009
Tatort (einige Folgen)
Terror – Ihr Urteil 2016
tschick 2016
Unter weißen Segeln 2004–2005
Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen 2009
Von ganzem Herzen 2009
Wer zu lieben wagt 2010
Wüstenblume 2009

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. degeto.de: Aufsichtsgremien der ARD Degeto gewählt
  2. a b c Beteiligungsbericht 2016 des SWR, Seite 92 ff. (PDF; 1,6 MB), abgerufen am 12. Dezember 2017
  3. Aufsichtsgremien der ARD Degeto gewählt. In: Degeto Film GmbH. (degeto.de [abgerufen am 18. April 2018]).
  4. Unvollständige Liste der durch die Degeto Kulturfilm GmbH vertriebenen Filme in Internet Movie Database, abgerufen am 16. Mai 2016
  5. ARD übernimmt Degeto Film Chronik der ARD, abgerufen am 16. Mai 2016
  6. Durchschnittliches Jahresbudget der ARD Degeto im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung, abgerufen am 12. Dezember 2017
  7. ARD: Eine Nase tankt Super in Zeit Online vom 22. März 2012, abgerufen am 16. Mai 2016
  8. Neue Degeto-Chefin Fluch und Segen zeit.de, 12. August 2012
  9. Wechsel in der Geschäftsführung der Degeto Film
  10. Noch nie ein Wohltäter. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1995 (online).
  11. BERUFLICHES. Hans Joachim Wack. In: Der Spiegel. Nr. 52, 1988 (online).
  12. Beteiligungsbericht 2014 des SWR, Seite 100 ff. (PDF; 3,1 MB), abgerufen am 12. Dezember 2017

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Aurich: Die Degeto und der Staat. Kulturfilm und Fernsehen zwischen Weimar und Bonn. München: edition text + kritik 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ARD Degeto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 8′ 15,4″ N, 8° 40′ 49,1″ O