Ogadenlerche

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Ogadenlerche
Darstellung einer Ogadenlerche

Darstellung einer Ogadenlerche

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Sylvioidea
Familie: Lerchen (Alaudidae)
Gattung: Mirafra
Art: Ogadenlerche
Wissenschaftlicher Name
Mirafra gilletti
Sharpe, 1895
Verbreitungsgebiet der Ogadenlerche

Die Ogadenlerche (Mirafra gilletti) ist eine Art aus der Familie der Lerchen. Sie ist eine im Osten des afrikanischen Kontinents verbreitete Art. Sie ist deutlich kleiner als eine Feldlerche, hat aber einen kräftigeren Schnabel als diese. Man unterscheidet mehrere Unterarten.[1] Die Degodilerche, die zeitweilig als eigenständige Art (Mirafra degodiensis) eingestuft wurde, wird wieder als eine Unterart der Ogadenlerche geführt.[2]

Die Bestandssituation der Ogadenlerche wird als ungefährdet (least concern) eingestuft.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ogadenlerche erreicht eine Körperlänge von 14 bis 16 Zentimeter, wovon 7,7 bis 9 Zentimeter auf den Schwanz entfallen. Der Schnabel hat vom Schädel aus gemessen eine Länge von 1,6 bis 1,83 Zentimeter. Sie wiegen zwischen 20,3 und 24,8 Gramm.[3] Es besteht kein auffälliger Geschlechtsdimorphismus.

Die Ogadenlerche hat einen rötlichen Kopf, der Scheitel weist eine feine dunkelbraune Strichelung auf. Die Wangen und Ohrdecken sind dagegen fein weißlich gestrichelt. Der Überaugenstreif ist weißlich. Der Nacken, der Hinterhals und die Halsseiten sind bräunlicher gefiedert, die einzelnen Federn haben gelbbraune bis weißliche Säume. Der Mantel und der Rücken sind braun mit einem leichten rötlichen Ton, die einzelnen Federn haben schwarzbraune Mitten. Der Bürzel und die Oberschwanzdecken sind graubraun mit hellen Säumen.

Das Kinn und die Kehle sind weiß, die Brust ist isabellfarben mit einer dunklen Strichelung, die übrige Körperunterseite ist weißlich und wird in Richtung der Unterschwanzdecken dunkler. Die Hand- und Armschwingen sind dunkelbraun. Die Schwanzfedern sind gleichfalls dunkelbraun. Das mittlere Steuerfederpaar ist schmal rötlich-braun gesäumt. Der Oberschnabel ist braun, der Unterschnabel etwas heller.

Verwechslungsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es kommen im Verbreitungsgebiet der Ogadenlerche mit der Steppenlerche und der Fahlbrustlerche zwei Lerchenarten vor, mit der sie verwechselt werden kann.

Von der Steppenlerche unterscheidet sich die Ogadenlerche durch ihre dunklere Körperoberseite, die deutlicher gestrichelt und weniger rötlich ist als bei der Steppenlerche. Die Steppenlerche hat außerdem eine weiße bis sandfarbene Außenfahne an der äußersten Steuerfeder. Die Fahlbrustlerche hat einen grauen Scheitel und ein helles Gesicht ohne weitere Abzeichen.

Unterarten und ihre Verbreitungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden drei Unterarten für die Ogadenlerche unterschieden:[4]

  • M. g. gilletti Sharpe, 1895 – Vorkommen in Ostäthiopien und Nordwesten Somalias.
  • Degodilerche (M. g. degodiensis Érard, 1976) – Vorkommen im Südosten von Äthiopien
  • M. g. arorihensis Érard, 1976 – Vorkommen vom Zentralgebiet Somalias bis in den Nordosten von Kenia.

Die Ogadenlerche ist in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet ein Standvogel.

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ogadenlerche kommt bevorzugt in offenen Savannen vor. Sie bevorzugt Stellen mit harten und steinigen Böden. In Somalia kommt sie auch in licht bewaldeten Steppengebieten vor. Die Höhenverbreitung reicht von 1000 bis 1500 Meter.[5]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ogadenlerche frisst Arthropoden sowie diverse Sämereien.

Ihren Gesang trägt die Ogadenlerche sowohl von Baumspitzen als auch während des Singfluges vor. Beim Singflug steigt sie mindestens 100 Meter hoch und kreist dann kontinuierlich singend etwa 10 Minuten lang, bevor sie sich wieder steil zur Erde herabstürzen lässt.[5]

Wie alle Lerchen ist auch die Ogadenlerche ein Bodenbrüter. Das Nest ist napfförmig und wird teilweise mit Gräsern überwölbt. Das Gelege besteht gewöhnlich aus drei Eiern.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Pätzold: Die Lerchen der Welt. Westarp Wissenschaften, Magdeburg 1994, ISBN 3-89432-422-8.
  • Rudolf Pätzold: Kompendium der Lerchen. Alle Lerchen unserer Erde. Jan-Schimkat-Medienpublikation, Dresden 2003, ISBN 3-00-011219-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ogadenlerche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pätzold: Kompendium der Lerchen. S. 111.
  2. IOC World Bird List 6.4. In: IOC World Bird List Datasets. April. doi:10.14344/ioc.ml.3.1.
  3. a b Pätzold: Kompendium der Lerchen. S. 112.
  4. IOC World Bird List 6.4. In: IOC World Bird List Datasets. April. doi:10.14344/ioc.ml.6.4.
  5. a b Pätzold: Kompendium der Lerchen. S. 113.