Deilbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deilbach
Zusammenfluss von Deilbach (links) und Hardenberger Bach (auch Mühl-Bach, rechts) in Langenberg (von der Brücke in Richtung „Froweinplatz“ aus gesehen)

Zusammenfluss von Deilbach (links) und Hardenberger Bach (auch Mühl-Bach, rechts) in Langenberg (von der Brücke in Richtung „Froweinplatz“ aus gesehen)

Daten
Gewässerkennzahl DE: 27696
Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Ruhr → Rhein → Nordsee
Quelle Nördlich von Wuppertal-Barmen bei Einern
51° 18′ 8″ N, 7° 12′ 48″ O
Quellhöhe 304 m ü. NHN[1]
Mündung Bei Essen-Kupferdreh in die zum Baldeneysee aufgestaute RuhrKoordinaten: 51° 23′ 26″ N, 7° 4′ 31″ O
51° 23′ 26″ N, 7° 4′ 31″ O
Mündungshöhe 54 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied 250 m
Länge 20,8 km[2]
Einzugsgebiet 109,545 km²[2]
Abfluss am Pegel Langenberg 2[A 1][3] NNQ (2003)
MNQ
MQ
MHQ
HHQ
28 l/s
119 l/s
1,13 m³/s
19,3 m³/s
38,1 m³/s
Linke Nebenflüsse Asbach, Böckenbach, Bösebach, Brakenbach, Brüggenbach, Diergartenbach, Dronsberger Bach, Eickelbach, Fettenberger Bach, Hardenberger Bach, Kahlenbach, Wewersbeek, Wiesentalbach, Windrather Bach, Wollbruchsbach
Rechte Nebenflüsse Felderbach, Heierbergsbach, Nierenhofer Bach, Reitwegbach, Sonneneckgraben
Großstädte Wuppertal, Essen
Mittelstädte Velbert, Hattingen
Der Deilbachhammer in Essen-Kupferdreh

Der Deilbachhammer in Essen-Kupferdreh

Der Deilbach ist ein linksseitiger Nebenfluss der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deilbach entspringt nördlich vom Wuppertaler Stadtteil Barmen bei Einern auf 301 m ü. NHN auf der Wasserscheide von Wupper und Ruhr und mündet nach knapp 21 Kilometern bei Essen-Kupferdreh auf 51 m ü. NHN in die Ruhr.

Bei Langenberg vereinigen sich Deilbach und Hardenberger Bach (von Neviges kommend und in Langenberg vor allem als „Mühl-Bach“ bekannt) und begrenzen dort die Altstadt mit 136 denkmalgeschützten Häusern aus feinem Fachwerk und Fassaden aus Schiefer. Zwischen Langenberg und Nierenhof fließt ihm von rechts der Felderbach (aus dem Felderbachtal kommend) zu und in Nierenhof, ebenfalls von rechts, der Heierbergsbach (aus dem Wodantal). Der Deilbach durchfließt auch den Ort Dilldorf, heute Teil von Essen-Kupferdreh.

Der Deilbach mündete bis 1864 „an der Kupperdrehe“ in Essen-Kupferdreh in die Ruhr. Die Mündung war zum Hafen ausgebaut, wo Kohlen und Erze umgeschlagen wurden. Durch den Bau der Phönixhütte an dieser Stelle wurde die Mündung um etwa 200 Meter nach Norden verlegt, wo sie sich noch heute am Baldeneysee befindet. Der versumpfte alte Hafen versank in den Fluten des Baldeneysee als dieser 1930 aufgestaut wurde.

Der Deilbach bildet im Gebiet von Langenberg zudem eine Sprachgrenze, die Deilbach-Issel-Linie (Einheitsplurallinie), die als Teil der Benrather Linie das Niederfränkische vom Westfälischen scheidet. Besonders deutlich wird dies in der Aussprache bestimmter Wörter. Das Wort „Fahrrad“ (neben älterem Fiets) wird westlich des Deilbaches mit dem betonten, langen Vokal a ausgesprochen; östlich, also eher westfälisch, wird das Wort „Fahrrad“ wie „Farrat“ ausgesprochen. Das Zeitadverb „jetzt“ wird westlich wie „jezz“ ausgesprochen, östlich anlautend mit „g“, also „geez“. Auffallend ist auch die Aussprache von „r“, das weitgehend gar nicht ausgesprochen wird, sondern durch ein angedeutetes „a“ gesprochen wird: „Do-atmund“ statt „Dortmund“; „Paddabo-an“ statt „Paderborn“.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versuche der Suche des Namensursprungs für den Deilbach, früher auch Deile oder Deele genannt, sind Thidelda, Tithelda. (Hinweis auf einen etwaigen germanischen Siedler, der aber nirgendwo belegt ist). Eine weitere Deutung bezieht sich auf „Teilbach“, von (das Land) teilen. Der Deilbach bildete auch von jeher die Grenze zwischen verschiedenen Herrschaftsgebieten, so zum Beispiel zwischen der Herrschaft Hardenberg als Teil des Herzogtums Berg und dem später märkisch beherrschten Gebiet der Abtei Werden.[4] Zuvor war er im Frühmittelalter Mitte des Grenzsaums zwischen den Herrschaftsgebieten der Franken und der Sachsen.[5] Eine weitere, nicht unwahrscheinliche Herkunft ist der Ausdruck Didele („Dideln“ = unruhig), als Hinweis auf die zahlreichen mäandrischen Windungen des Baches.

Wasserkraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser des Deilbaches wurde seit je zum Antrieb von Mühlen (Deiler Mühle) genutzt. Frühe Industriewerke wie die Deiler Koperhut um 1550 (später Deiler Kupferhammer) und der Deilbachhammer (Eisenhammer) um 1650, sowie die erste Eisenbahngesellschaft auf deutschem Boden, die „Deilthaler Eisenbahn“ oder Prinz-Wilhelm-Eisenbahn machen das Deilbachteil bei Kupferdreh zur Wiege der Industrie des südlichen Ruhrgebietes. Die Eisenbahnstrecke durch das Deilbachtal ist seit 1830 (bis 1844 als Schmalspur-/Pferdebahn) bis heute ununterbrochen in Betrieb. Heute fahren hier die Züge der S-Bahnlinie 9 von Wuppertal nach Haltern.

Das Gesamtensemble bildet heute die Museumslandschaft Deilbachtal des Ruhr Museums und ist Bestandteil sowohl der Essener Denkmalpfade als auch der Route der Industriekultur.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberlauf der Deilbachs ist als 154 Hektar großes Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Unterschutzstellung erfolgte

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deilbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW
  3. Landesbetrieb Information und Technik NRW, abgerufen am 5. Dezember 2011
  4. Wilhelm Ophüls: Alt-Langenberg, ein Heimatbuch. H. G. Tosch Verlag, Essen 1931, S. 66.
  5. Wilhelm Ophüls: Alt-Langenberg, ein Heimatbuch. H. G. Tosch Verlag, Essen 1931, S. 49.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pegel Langenberg 2: Flusskilometer 8,744 (etwa 12 km bis zur Mündung in die Ruhr) unterhalb Mündung Hardenberger Bach bis oberhalb Mündung Felderbach, Beobachtungszeitraum von 1969–2009