Deinenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Deinenbach
Der Deinenbach in Heilbronn-Sontheim

Der Deinenbach in Heilbronn-Sontheim

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2385492
Lage Neckarbecken

Baden-Württemberg

Flusssystem Rhein
Abfluss über Schozach → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle des Hauptstrang-Oberlaufs Leberbrunnenbach auf der östlichen Gemarkung von Flein am Fuß des Waldhangs in Richtung Untergruppenbach
49° 5′ 22″ N, 9° 14′ 47″ O
Quellhöhe ca. 267 m ü. NN[1]
Mündung in Heilbronn-Sontheim von links und Süden in die etwa 100 m weiter abwärts in den Neckar mündende SchozachKoordinaten: 49° 7′ 11″ N, 9° 11′ 14″ O
49° 7′ 11″ N, 9° 11′ 14″ O
Mündungshöhe ca. 160 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 107 m
Sohlgefälle

ca.  15 ‰

Länge 7,3 km[2] 
Mit rechtem Hauptstrang-Oberlauf Leberbrunnenbach
4,4 km[2] 
Mit linkem Namens-Oberlauf
Einzugsgebiet 14,594 km²[3]

Der Deinenbach ist ein 7,3 km langer Bach im nördlichen Baden-Württemberg im Land- und Stadtkreis Heilbronn, der in Heilbronn-Sontheim von rechts und Süden kurz vor deren eigenem Zufluss zum Neckar in die Schozach mündet. Sein längerer und einzugsgebietsreicher rechter Oberlauf ist der Leberbrunnenbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der längere rechte Oberlauf des Deinenbachs, örtlich auch Leberbrunnenbach genannt, entsteht am Südrand der Heilbronner Berge am Fuß einer bewaldeten Geländestufe östlich von Flein gegen Untergruppenbach zu. Ganz zu Anfang ostwärts laufend, schlägt der Bach einen eindreiviertel Kilometer langen Bogen in Richtung Westen, an dessen Ende er den eponymen Leberbrunnen passiert und dann gleich seinen ersten größeren Zufluss von rechts aufnimmt. Dieser entsteht aus zwei Ästen, die fast oben auf dem Geländepodest nahe der L 1111 entspringen, der eine unter dem Heilbronner Schweinsberg im Norden an einem aufgelassenen Schilfsandsteinbruch, der andere unter dem Donnbronner Ortsrand im Osten.

Hier zieht er nun bereits in einem weiten Muldental mit sich verbreiternder Aue zwischen dem Weinbergrücken Altenberg im Norden und den Weingärten im Rot im Süden. Der Bach läuft hier auf galeriebestandenem, aber sehr geradem Lauf und durchfließt auf diesem Abschnitt einen größeren Teich. Am östlichen Dorfrand von Flein verschwindet er in der Kanalisation, hier läuft aus einem rechten Tal nördlich des Altenbergs ein Nebengewässer zu. Im Ort dreht der Bach auf Nordwestkurs, noch vor den Sportflächen in der dörflichen Au mündet ein linker und merklich kürzerer Deinenbach-Ast aus dem Südosten, der im Siedlungsbereich ebenfalls verrohrt ist.

Hinter der nordwestlichen Dorfgrenze tritt der vereinte Bach wieder zu Tage und zieht nun in kleinteilig wechselnder Richtung weiter. Bald setzen ein paar Talschlingen ein, dann erreicht er die Ortsgrenze von Sontheim, tritt ins Weichbild ein und mündet dann nach Unterqueren der Horkheimer Straße von rechts und Süden nach einem Lauf von 7,3 km in die Schozach, die wenige Schritte weiter von rechts in den Neckar mündet.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deinenbach entwässert 14,6 km² überwiegend des Unter-Naturraums Heilbronner Bucht des östlichen Neckarbeckens am Südrand der schon zum Nachbarraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge gehörenden Heilbronner Berge über die Schozach zum Neckar.[4] Das Einzugsgebiet erstreckt sich etwa 6 km weit von seiner dem Ursprung nahen Südostecke bis zur Mündung, quer dazu misst es maximal etwa 3 km. Etwas über ein Viertel von ihm sind mit Wald bedeckt, vor allem im Nordosten, der wenig östlich des 300,7 m ü. NN hohen Staufenbergs beginnt und in dem bald der mit 372,8 m ü. NN höchste Punkt des Einzugsgebietes auf dem Heilbronner Schweinsbergs liegt; aber auch in einem mehr oder weniger schmalen Streifen, der sich in einem östlichen Bogen am Hang vor der Stufenkante der weiten östlichen Talbucht bis zum 284,7 m ü. NN hohen Haigern im Südwesten weiter zieht. Etwas westlich-dezentral am Ausgang der Talbucht zum Neckarbecken liegt das Dorf Flein, von Norden bis Südosten von weiten Weinbauflächen umgeben.

Von der Mündung ganz im Westen bis zur Weinbergkuppe des Staufenbergs liegt im Norden das Einzugsgebiet des Heilbronner Landwehrgrabens an, danach des dortigen Cäcilienbaches, schließlich bis zum Schweinsberg des Pfühlbachs, die alle in Heilbronn in den Neckar münden; von diesen dreien Stadtbächen hat allein der Pfühlbach einen fast ebenso langen und im Köpfertal sogar einen ansehnlichen offenen Lauf. Vom Schweinsberg zieht die Wasserscheide nun ungefähr südwärts bis zur K 2155 von Untergruppenbach nach Talheim, jenseits entwässert hier der etwas größere Gruppenbach südwärts zur oberen Schozach. An der Südseite des Einzugsgebietes fließt der Talheimer Frankelbach zur mittleren Schozach, die danach an dessen Südwest- und Westseite bis zur Mündung der unmittelbare Konkurrent ist.

Vom Einzugsgebiet gehört über die Hälfte zur Gemeinde Flein, weniger als ein Drittel am Unterlauf und am Nordrand zur Stadt Heilbronn, etwa ein Achtel in einem Streifen im Süden zur Gemeinde Talheim sowie ein recht schmaler Randstreifen im Osten von unter drei Prozent der Gesamtfläche zur Gemeinde Untergruppenbach.

Zuflusssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hierarchische Liste der Zuflüsse und RiverIcon-SmallLake.svg Seen, jeweils unter dem Vorfluter eingerückt und von dessen Quelle zu seiner Mündung geordnet. Gewässerlänge,[2] Seefläche[5] und Einzugsgebiet[6] und Höhe[1] nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Ursprung des Deinenbachs, im örtlichen Dialekt auch mit dem Femininum „Bech“ bezeichnet, auf unter 200 m ü. NN im Siedlungsbereich von Flein etwa am Abgang der Neubrunnenstraße von der Ilsfelder Straße (L 1100). Der Bach läuft wenigstens ab seinem ersten Zulauf Mönchsgraben weniger als 100 Meter abwärts von hier verdolt. Der Bach entsteht wohl zeitweilig weiter oben in einer Geländemulde, die zwischen Gänsäcker- und Hardtstraße aus Südwesten in den Dorfbereich einläuft, in ihr sind Gräbenabschnitte erkennbar, die aber nach Topographie die Länge dieses Astes bis zum Zulauf des Hauptstrang-Oberlaufes Leberbrunnenbach insgesamt von 0,7 km allenfalls auf etwa 1,6 km[7] bringen könnten.

  • Mönchsgraben, von rechts und Südosten auf unter 197 m ü. NN an der Kreuzung der Unteren Weinbergstraße mit der Hohlstraße, 1,9 km und 1,4 km². Entsteht auf etwa 240 m ü. NN zwischen Roßwasen links und dem Weinberghang Kapfenhart rechts. Bis zur Ortsgrenze von Flein feldwegbegleitender Graben, läuft danach verdolt unter der Unteren Weinbergstraße. Nach dieser Zumündung läuft der Deinenbach wie sein größerer Zulauf nordwestlich.
    • Kuhtatzengraben, von links und Süden, 1,1 km und 0,8 km². Entsteht auf etwa 245 m ü. NN im Hangwald Kuhtatzen über der Kurve der Landesstraßensteige.
  • Leberbrunnenbach, von rechts und Osten auf etwa 188 m ü. NN in Flein an der Einmündung der Bach- in der Gartenstraße, 4,1 km und 0,8 km².[3] (Der Deinenbach-Oberlauf erreicht hier selbst mit seinem längeren Oberlauf Mönchsgraben eine Länge von nur 2,5 km und sein Einzugsgebiet umfasst nur 3,2 km².[3]) Dieser Hauptstrang-Oberlauf entsteht auf etwa 267 m ü. NN auf der Gemarkung von Flein östlich des Weinbergs Kapfenhart am Fuß der bewaldeten Geländestufe im Osten in Richtung Untergruppenbach. Nach dem Zusammenfluss läuft der Deinenbach weiterhin nordwestlich.
    • Leberbrunnen am rechten Ufer, etwa hundert Meter vor dem folgenden an einer Feldwegquerung über den Leberbrunnenbach.
    • Allmendhölzlegraben, von rechts und Osten auf etwa 203 m ü. NN unter dem einsetzenden Weinberg in den Riegeläckern, 1,1 km und 1,4 km². Entsteht auf bis unter 300 m ü. NN nahe an der Nordwestspitze von Donnbronn am Waldabhang unter der L 1111.
      • RiverIcon-SmallLake.svg Durchläuft auf etwas über 225 m ü. NN einen Teich, 0,1 ha.
      • Intermittierender Zulauf, von rechts und Norden aus Richtung des Schweinsbergs gleich nach dem vorigen, etwa 0,7 km.[7] Entsteht in seiner Steilklinge ebenfalls am Rand der L 1111 auf etwa 300 m ü. NN im Bereich des bei den → Geotopen zuerst genannten Schilfsandsteinbruchs.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Durchläuft auf etwa 203 – 200 m ü. NN einen Vorteich und einen Teich vor den Fleiner Aussiedlerhöfen in den Straßenäckern, zusammen 1,0 ha.
    • Bucherngraben, von rechts und Nordosten auf etwa 190 m ü. NN am östlichen Fleiner Ortsrand an der Einmündung der Buchern- in die Römerstraße, 2,4 km und 2,1 km². Entsteht auf etwas über 300 m ü. NN nordöstlich des Staufenbergs neben der L 1111 kurz nach deren Waldeintritt aus Richtung Heilbronn.
      • RiverIcon-SmallLake.svg Entwässert auf Höhen um 220 m ü. NN zwei Teiche nach seinem Waldaustritt aus dem Ried am Nordfuß des Altenbergs, zusammen etwa 0,1 ha.
Mündung des Deinenbachs in die Schozach

Mündung des Deinenbachs auf rund 160 m ü. NN von rechts und zuletzt Süden in Heilbronn-Sontheim zwischen der Horkheimer Straße und den Schrebergärten gegenüber in die Schozach, die etwa hundert Meter danach selbst in den Neckar mündet. Der Deinbach hat hier, auf dem Hauptstrang mit dem Oberlauf Leberbrunnenbach gerechnet, eine Länge von 7,3 km und ein Einzugsgebiet von 14,6 km²[3] hinter sich.

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.

  • Flein (Dorf)

Im Einzugsgebiet liegt außer diesen noch der Westrand des Weilers Donnbronn (zu Untergruppenbach), der Talheimer Hof und überwiegend der Hof Haigern (zu Talheim) sowie eine östliche Randzone des Gewerbegebietes nördlich von Talheim (zu Flein).

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deinenbach entspringt zu Füßen der Gipskeuper-Stufenkante (Grabfeld-Formation), die die östlichen Talkessel beider Bachoberläufe umringt. Die Auenflächen, ab Flein die Randhügel des Tales, sind von quartärem Lösssediment bedeckt. Ein Streifen mit altem Flusssediment folgt dem Bach unterhalb von Flein bis zur Mündung.

Am Rande des Einzugsgebietes streicht im Nordosten flächenhaft Schilfsandstein aus (Stuttgart-Formation), der am Westsporn vor dem Schweinsberg im Steinbruch am Winterhaldenhau auch abgebaut wurde und den landschaftstypischen Heilbronner Sandstein lieferte. Auf dem Schweinsberg selbst liegen noch höhere Schichten des Mittelkeupers.[8]

Geotope[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein alter Steinbruch südlich des Schweinsbergs nahe der L 1111 zeigt 10 m hoch Schilfsandstein in Flutfacies.[9] An einer Felsböschung am Altenberg ist der Grenzbereich zwischen dem Schilfsandstein und den Estherienschichten des Gipskeupers aufgeschlossen.[10] Eine Böschung im Götzenwald zeigt die Unteren Bunten Estherienschichten des Gipskeupers.[11] Konglomeratisch verfestigter Neckar-Hochterrassenschotter ist am Fleiner Kirchberg zu sehen.[12] Auch am Westhang des Sontheimer Hätzenbergs liegt verfestigter altpleistozäner Hochterrassenschotter.[13][14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  2. a b c Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. a b c d Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. Josef Schmithüsen: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 161 Karlsruhe. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952. → Online-Karte (PDF; 5,1 MB)
  5. Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer des Online-Kartenservers der LUBW.
  6. Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  7. a b Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  8. Geologie nach LGRB-GÜK300.
  9. Geotop-Steckbrief Aufgegebener Schilfsandsteinbruch südlich der L 1111 (PDF).
  10. Geotop-Steckbrief Felsböschung am Altenberg (PDF).
  11. Geotop-Steckbrief Böschung im Götzenwald in den Unteren Bunten Estherienschichten (PDF).
  12. Geotop-Steckbrief Konglomeratisch verfestigter Neckar-Hochterrassenschotter am Fleiner Kirchberg (PDF).
  13. Geotop-Steckbrief Verfestigter altpleistozäner Hochterrassenschotter am Sontheimer Hätzenberg (PDF).
  14. Geotope nach LGRB-GTP.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 6821 Heilbronn und Nr. 6921 Großbottwar

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deinenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien