Deining

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Deining (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Deining
Deining
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Deining hervorgehoben
Koordinaten: 49° 14′ N, 11° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 471 m ü. NHN
Fläche: 71,37 km2
Einwohner: 4506 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92364
Vorwahl: 09184
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 119
Gemeindegliederung: 31 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossstr. 6
92364 Deining
Webpräsenz: www.deining.de
Bürgermeister: Alois Scherer (CSU)
Lage der Gemeinde Deining im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
Pilsach Velburg Neumarkt in der Oberpfalz Seubersdorf in der Oberpfalz Sengenthal Pyrbaum Postbauer-Heng Parsberg Mühlhausen (Oberpfalz) Lupburg Lauterhofen Hohenfels (Oberpfalz) Freystadt Dietfurt an der Altmühl Deining Breitenbrunn (Oberpfalz) Berngau Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz Berching Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Landkreis Roth Landkreis Schwandorf Landkreis Regensburg Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Kelheim Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Deining ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa acht Kilometer südöstlich von Neumarkt, im Tal der Weißen Laber.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deining hat 31 Ortsteile[2]:

Gemeindetyp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 31 Ortsteilen und knapp 72 km² Gemeindegebiet weist die Gemeinde Deining die typischen Merkmale einer ländlichen Flächengemeinde auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1057 und 1075 weihte der Eichstätter Bischof Gundekar II. laut seinem Pontifikale Gundekarianum in Deining eine Kirche.[3] Eine erneute Kirchenweihe erfolgte unter Bischof Otto von Eichstätt zwischen 1184 und 1192.[4]

Im Jahre 1278 hatte Gottfried von Heideck Besitz in Deining.[5] Die Freiherren von Löwenthal besaßen hier ab 1692 eine offene Hofmark; zuvor saßen auf der Burg bzw. dem Schloss von Deining ab 1131 (seit dem 17. Jahrhundert ein einfacher zweigeschossiger Bau mit einem kleinen Turm auf der Ostseite) 1345 Hartung Schweppermann, im 15. und 16. Jahrhundert die Itlhofer und nach ihnen weitere Adelsfamilien. Im Jahre 1844 ging der Besitz an den Freiherrn von Gumppenberg-Oberbrennberg, später an die Familie von Gumppenberg über. Von 1542 bis zur Gegenreformation im Jahr 1625 war die Pfarrei Deining protestantisch; in dieser Zeit (1602 genannt) entstand eine erste Schule, die dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer fiel und 1657 wiedererrichtet wurde. 1670 brannte die Pfarrkirche ab und wurde wieder erbaut. Sie war 1675 erneut zerstört.[6]

Im Jahre 1734 wurde die heutige Kirche nach Plänen des Amberger Baumeisters Johann Georg Diller neu gebaut; 1749 war die Stuckierung vollendet. Nach weiteren Baumaßnahmen an der Kirche wurde sie 1781 erneut konsekriert.[7] Im Jahre 1796 unterlag in der Schlacht von Deining die Armee der französischen Republik unter General Jean-Baptiste de Jourdan der kaiserlich österreichischen Armee unter Erzherzog Karl.

Deining spielte im 17. und 18. Jahrhundert als Poststation eine wichtige Rolle. Ungefähr in der Mitte zwischen Nürnberg und Regensburg gelegen, legten die kaiserlichen Postwagen in der Regel eine längere Pause ein. An der Reichsposthalterei wechselten die Postillione ihre Pferde. So stieg zum Beispiel 1745 Kaiserin Maria Theresia auf dem Weg von Wien zur Kaiserkrönung ihres Gemahls in Frankfurt in der „Alten Post“ ab, um sich zu erfrischen.[8][9]

Deining gehörte zum Rentamt Amberg und ab 1806 zum Landgericht Neumarkt des neuen Königreichs Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde, die bis zur Gebietsreform in Bayern aus dem Pfarrort Deining selber und den drei Mühlen Büglmühle, Roßamühle und Straußmühle bestand.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1976 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberbuchfeld eingegliedert. Am 1. Juli 1976 kam Kleinalfalterbach hinzu. Döllwang, Großalfalterbach, Leutenbach, Mittersthal, Unterbuchfeld und Waltersberg folgten am 1. Mai 1978.[11]

Einwohnerentwicklung des Ortes Deining[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1830: 384 (Pfarrdorf mit 62 Häusern, der Büglmühle, mit Bierbrauerei, Stationspost, Rentenverwaltung und einem Schloss derer von Löwenthal)[12]
  • 1871: 639 (153 Gebäude) (Großviehbestand: 33 Pferde, 185 Stück Rindvieh) (die vorübergehend hohe Einwohnerzahl berücksichtigt auch die Zahl der Arbeiter beim Bahnbau in den 1870er Jahren)[13]
  • 1900: 442 (80 Wohngebäude)[14]
  • 1925: 479 (86 Wohngebäude)[15]
  • 1950: 763 (108 Wohngebäude)[16]
  • 1961: 819 (140 Wohngebäude)[17]
  • 1987: 849 (214 Wohngebäude, 257 Wohnungen)[18]
  • 2017-01-01: 1810[19]

Einwohnerzahlen der Gemeinde Deining[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Bis zur Gebietsreform das Pfarrdorf mit drei Mühlen; danach 31 amtlich benannte Ortsteile)

  • 1871: 671 (609 Katholiken, 62 Protestanten) (169 Gebäude, 74 Wohngebäude) (Viehbestand: 40 Pferde, 205 Stück Rindvieh, 185 Schafe, 193 Schweine, 20 Ziegen) (vorübergehend hohe Einwohnerzahl wegen der Zahl der Arbeiter beim Bau der Eisenbahnstrecke Neumarkt-Regensburg)[13]
  • 1900: 466 (465 Katholiken, ein Protestant) (84 Wohngebäude) (Viehbestand: 33 Pferde, 251 Stück Rindvieh, 149 Schafe, 317 Schweine, 21 Ziegen)[14]
  • 1925: 504 (491 Katholiken, zwölf Protestanten, ein sonstiger Einwohner) (89 Wohngebäude)[15]
  • 1937: 613 (605 Katholiken, acht Protestanten)[20]
  • 1950: 784 (111 Wohngebäude)[16]
  • 1961: 843 (144 Wohngebäude)[17]
  • 1987: 3360 (856 Wohngebäude, 991 Wohnungen)[18]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterwahl 2014:

  • Alois Scherer (CSU): 1346 (54,74 %)
  • Axel Nährig (SPD): 1113 (45,26 %)

Alois Scherer wurde damit in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt.

Gemeinderat 2014–2020:

  • SPD: 6 Sitze
  • CSU: 5 Sitze
  • BfD "Bürger für Deining": 3 Sitze
  • Freie Wähler: 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold, oben ein mit blauem Wolkenfeh belegter silberner Schragen, unten drei schrägbalkenweise gestellte, sechsstrahlige blaue Sterne.“ Das Wappen wird seit 1974 verwendet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Willibald von Süden

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Deining verläuft die Bundesstraße 8 von Regensburg nach Neumarkt, sie kreuzt sich hier mit der Staatsstraße von Freystadt nach Velburg. Die Bundesautobahn 3 verläuft östlich der Gemeinde, im Velburger Ortsteil Lengenfeld liegt die Ausfahrt Velburg.

Im Ortsteil Deining-Bahnhof (rund drei Kilometer Luftlinie) befindet sich der Haltepunkt Deining (Oberpfalz) an der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg. Regionalbahnen von agilis verkehren von hier aus im Stundentakt Richtung Neumarkt, Regensburg Hbf und Plattling. Der OVF betreibt mehrere Buslinien nach Neumarkt, Velburg und Seubersdorf. Das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, die Bahnstrecke in Richtung Regensburg außerdem zum Regensburger Verkehrsverbund.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Deining – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Deining. Bayerische Landesbibliothek Online - Ortsdatenbank, abgerufen am 27. März 2017.
  3. Franz Xaver Buchner: Das Bisdtum Eichstätt, Band I, Eichstätt 1937, S. 148
  4. Buchner I, S. 148
  5. Buchner I, S. 148
  6. Buchner I, S. 149 f.
  7. Buchner I, S. 151
  8. Nicolas Damm, Kerstin Beesk: Tag des offenen Denkmals - Andrang in der "Alten Post" in Deining. In: nordbayern.de. 13. September 2010. Abgerufen am 2. Juli 2015.
  9. Ingmar Nowak: Die Geschichte der Post in Deining. In: deining.de. 1. Juni 2004. Abgerufen am 2. Juli 2015.
  10. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 649 und 650.
  12. Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 137
  13. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991 (Digitalisat).
  14. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 865 (Digitalisat).
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 871 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 741 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 548 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 257 (Digitalisat).
  19. deining.de
  20. Buchner I, S. 153